Nach einer verfrühten Fotosession treffen wir uns beim Frühstück. Schnell wird der offensichtliche Beschluss formuliert, natürlich auch hier eine Stadtführung zu machen. Wir durchforsten die üppig vorhandenen Geschäftsstellen der Anbieter und entscheiden uns - auch gerade weil während unseres Frühstücks an der Hauptstraße Legionellen von beschirmten und beschrifteten Touristen an uns vorbeigeführt wurden - für eine private Tour. Dies stellt sich allerdings zunächst als gar nicht so einfach heraus, da wohl so ziemlich alle Führer bereits im Einsatz sind - bis auf die, die heute frei haben. Es kostet die engagierten Damen der Büros einige Anrufe, bis sich jemand bereiterklärt, uns Dubrovnik zu zeigen. Treffpunkt ist draußen vor dem westlichen Tor, und dann führt uns eine sehr nette junge Dame in die Geheimnisse Dubrovniks ein.
Die Gegensätze zu Split werden schnell klar: Split lebt! Eine Stadt mit 45.000 Einwohnern, über die letzten Jahrhunderte immer bewohnt, lebendig und in stetem Wandel. Dubrovniks Altstadt dagegen mutet ein bisschen wie ein überlaufenes Museum an: Bei nur noch etwa 800 ständigen Einwohnern innerhalb der Mauern, ergossen sich bis vor kurzem noch bis zu acht Kreuzfahrtschiffe - täglich(!) - in den ummauerten Stadtkern. Immerhin haben die Stadtherren inzwischen wohl beschlossen, diese Zahl auf handhabbarere zwei zu begrenzen. Der Rest der Anwesenden arbeitet hier nur, und nach Aussage unserer einheimischen Führerin käme keiner der Einheimischen auf die Idee, in der Altstadt essen zu gehen oder seine Freizeit zu verbringen. Die Kosten sind spürbar höher als alles, was wir bisher gesehen haben und die Mentalität ausgerichtet an den Schiffstouristen: ″Die kommen eh nie wieder!″.
″Dubrovnik: Alles, außer günstig!″
Nachdem wir uns voneinander verabschiedet haben, lassen wir uns nach einem Fehlversuch (werden am Tisch zunächst gar nicht wahrgenommen und nach dem Umsetzen erklärt man uns am hellichten Nachmittag, keine Plätze und keine Zeit zu haben!) in einem Café im alten Hafen nieder. Da der Laden einen recht passablen Eindruck macht, buchen wir auch gleich noch einen Tisch für das Abendessen.
Vorher müssen wir allerdings noch den Rundgang auf den alten Stadtmauern absolvieren - sehr lohnenswert!
Allerdings auch sehr zeitaufwendig: zweieinhalb Stunden sollte man schon haben, eher etwas mehr - schließlich kann man auch hier und da auf der Mauer zu einem Kaffee(!), einem Gläschen Wein oder dergleichen einkehren! ;-) So kommt es, dass wir uns nach einem verfrühten Sundowner für den letzten Teil der Mauer schon etwas beeilen müssen, da der bestellte Essenstermin in großen Schritten näherrückt.
Das Restaurant wiederum straft alle negativen Bemerkungen über Dubrovnik Lügen: Nicht komplett auf der günstigen Seite, dafür aber auch wirklich ausgesprochen gut!!
Satt und faul ist es allerdings noch viel zu früh, um schon nach Hause zu gehen, außerdem ist ein Abschiedstrunk im Poco Loco absolut Pflicht!!