Als sich die Reiseleitung kurz vor 10:00 aufmacht, die für den Vortag geplante Wegstrecke aufzuholen, müsste das Teufelchen nahezu an der Stelle des Verderbens des Vortages sein.
Die A8 ist die Pest, die österreichische Autobahn geht geschmeidig unter den Rädern durch, und die Tankstelle an der Ausfahrt Hallein hält Treibstoff der günstigen Sorte bereit: €1,12!
Kurz vor der slowenischen Grenze wird nochmal für wenige Neue Schilling nachgepumpt, dann geht es über den nicht irrsinnig spektakulären Wurzenpass.
Man ist öfter geneigt, sich zu fragen, wie das den Leuten eigentlich dauernd passieren kann, aber #wupp# einmal nicht richtig aufgepasst, und aufgrund eines Planungsfehlers in der gpx-Datei finden wir uns - ohne die Möglichkeit eines regelkonformen Wendemanövers - auf der slowenischen Autobahn wieder. Natürlich ohne Klebchen! Hinter ein vorausfahrendes Fahrzeug geduckt schleichen wir zur nächsten Ausfahrt - der wird sich auch gefragt haben, was für ein Idiot ihm da auf der rechten Spur in den Auspuff kriecht. Der Vorteil der Aktion ist, in wenigen Minuten einen guten Teil der Kriecherei auf der benachbarten Landstraße umfahren zu haben. Wir erreichen die Burg Bled und vergnügen uns eine Weile. Aussicht und Wetter sind herrlich, aufgrund der Verzögerung am Vortag verzichten wir jedoch auf die Paddeltour hinüber zur Insel.
Auf der Weiterfahrt nehmen wir allerdings doch noch die Vintgar-Klamm mit. Vielleicht sind wir auch diesbezüglich schon zu versaut von vorherigen Reisen: Die Klamm ist wirklich nett - aber nicht spektakulär, wie einige andere, die wir schon gesehen haben.
Statt auf der geplanten Route wieder zurückzufahren, die wir hierhergekommen sind, sticht eine Alternativroute ins Auge, die sich als wunderschöne, anderthalbspurige Strecke durch einen ausgedehnten Wald herausstellt und uns erst auf halber Strecke zurück zur Wurzenpass-Zufahrt wieder ausspuckt.
Ein kurzes Telefonat mit der Besatzung des Ersatzfahrzeugs gibt Auskunft über deren Standort (kurz vor Villach). Die Lust, nach dem zurückgelegten Ritt mit uns gemeinsam den Vršič-Pass zu erklimmen, hält sich allerdings in sehr engen Grenzen. Schade: Der hat es echt in sich! Praktisch komplett durch Wälder gibt es zwar keine herausragenden Aussichten, die Strecke selbst ist aber einfach wundervoll! Von der Streckenführung her fast zu wundervoll, da es einige Fahrer, die sich zu dieser Zeit hier noch herumtreiben, dazu anspornt, sich möglichst vorsichtig und somit langsam durch die engen Kurven zu tasten - und sichere Überholmöglichkeiten gibt es nur äußerst sporadisch!
Die Abfahrt hinunter nach Bovec ist ein landschaftliches Highlight, und wir erreichen kurz nach halb acht nur wenige Minuten nach dem Roten Teufel das vorgebuchte Hotel.
Nach der nötigen Dusche noch ein kurzer Apéritif auf der Hotelterrasse, wo es uns unter schwarzem Himmel tatsächlich volle Gläser über den Tisch und unbesetzte Stühle hin und her bläst. Dann bei sich schon wieder beruhigendem Wetter zum Felix, einer Burgerbude mit dem hippsten Publikum diesseits des Prenzlauer Bergs!
Im Hotel sind schon die Lichter aus, als wir zurückkehren, was nicht weiter schlimm ist. So kommen wir zeitig ins Bett: Morgen ist frühes Aufstehen vonnöten, da weitere Aktivitäten anstehen!