Hätten wir nur ein bisschen aufgepasst und uns nicht gleich am Höhleneingang angestellt! Erst als die Tore zur ersten Führung öffnen, stellen wir fest, dass man die Tickets weiter vorne am Parkplatz im Ticketshop kaufen muss. Für diese Führung ist es damit zu spät - wir verlieren eine weitere Stunde. Die Höhle selbst - insgesamt 24km (!) lang, 6km davon mit einer Bimmelbahn und zu Fuß zu besichtigen - ist spektakulär!
Und erneut scheitern wir uns auf der anschließenden Fahrt so voran! Kurz hinter der Grenze zu Kroatien nehmen wir einen Abzweig, der uns über ein kleineres Sträßchen voranbringen soll. Dazu müssen wir über einen kleinen Feld-, Wald- und Wiesen-Grenzübergang wieder zurück nach Slowenien, wobei wir in unseren Tupper™-Dosen eingehend von den beiden Angestellten gemustert werden. Das alles nur, um wenige hundert Meter weiter an der Zufahrt zu ebendieser Straße wieder vor einer Schotterpiste zu stehen. Also geht’s zurück über den kleinen Übergang, an dem das Erstaunen recht groß ist: ″Waren Sie nicht eben schonmal...?″. ″Yes, gravel!″. ″Wohin wollen Sie denn nun eigentlich? Kroatien oder Slowenien?″
Die erstbeste Gelegenheit, in Kontakt mit der Bevölkerung unseres Gastlandes zu treten, nutzen wir und tun, was wir am besten können: Wir pausieren für einen Kaffee. Noch ohne ein einziges Stück einheimischer Valuta in der Tasche und weil es schon deutlich nach Mittag ist, halten wir in einem kleinen Dorf. Der Kaffee ist ausgezeichnet, die kleine Zwischenmahlzeit besteht allerdings in Ermangelung irgendwelcher Alternativen in einem Eis am Stiel...
Durch Rijeka hindurch geht es dann auf die sagenumwobene Jadranska Magistrala und auf ihr bis nahe Crikvenica, wo wir erneut pausieren, um uns ein Nachtlager zu suchen. Nachdem wir uns entschieden und gebucht haben, wird für den Rest dieses Urlaubs regelmäßig - entweder als Solo oder im vielstimmigen Gesang - zu einem Gassenhauer angesetzt:
″We're all living im Omorika,
Omorika ist wunderbar...″
Nachdem uns das Modul an der Rezeption eingebucht hat und wir uns die heutige Fahrt abgespült haben, lassen wir uns noch auf der Dachterrasse auf einen Apéritif nieder - der Kellner ist etwas wortkarg - und genießen die Aussicht über die Küste!
In Crikvenica stellt sich immer mehr die Frage, warum - wenn nicht, weil es ohnehin an der Zeit gewesen wäre, sich nach einer Unterkunft umzuschauen - wir hier eigentlich gelandet sind. Crikvenica ist ein Ferienort mit allen entsprechenden Attributen: Partymeile die Küste hinunter, vollbesetzt mit einem Restaurant und einer Bar an der anderen und einem Kiesel-Strand. Von sehenswerter Altstadt oder dergleichen keine Spur. Immerhin lässt sich dadurch, nachdem wir die Promenade einmal runter und wieder rauf sind, einfach ein Restaurant finden. Zum ersten Mal gibt es also die ″Große Fischplatte für zwei″ und einiges von dem, was die kroatische Küche so zu bieten hat! Großartig! Wir fühlen uns angekommen!