Leidlich zeitig machen wir uns auf den Weg: Das Frühstück wollen wir bei erstbester Gelegenheit auf der Bahn nehmen und versuchen, so weit wie möglich nach Österreich vorzudringen.
Nachdem wir im Großraum Zadar noch die Tanks vollgeladen haben, bietet sich schon bei Jasenice die Möglichkeit zur Einkehr in ein Marché-Restaurant.
Am Horizont lungert schon eine große Serpentine den Berg hinauf, kurz darauf unterschneidet ein langer Tunnel die Bergkette. Wenn es auch schon bei unserer Abfahrt nicht mehr richtig heiß war, so sind wir von dem Wetter auf der anderen Seite doch mehr als überrascht: Eine tiefhängende Wolkendecke, aus der hin und wieder ein paar Tropfen fallen, und sowas wie 8°C! Nix für kurze Hosen, und als wir rund eine Stunde später auch noch auf eine schwarze Wand zufahren, wird es Zeit, neben dem Kleidungswechsel auch das Dach aufzuschnallen.
Noch vor Karlovac wollten wir eigentlich abfahren, um den weiten Bogen, den die Rennbahn vorbei an Zagreb und halb zurück nach Ljubljana macht, abzukürzen. Vati verpennt jedoch die Abfahrt! Der eigentliche Fehler ist dann aber, nicht weiter auf der Bahn zu bleiben, sondern sein Glück in einem Rettungsversuch in der folgenden Abfahrt zu suchen. Was als Abkürzung gedacht war, dauert inklusive eines Grenzstaus, aber immerhin mit dem Kauf einer Vignette für Österreich, gute anderthalb Stunden.
Hinter Ljubljana scheren wir nochmals aus, da alle Navis blinken: vor dem Karawankentunnel soll ein Stau eine Verzögerung von irgendwas Richtung einer dreiviertel Stunde verursachen. Streckenmäßig erscheint einzig der Loibl als einigermaßen sinnvolle Umleitung, der ist aber wohl auch schon dicht, also stürzen wir uns nach vorne. Am Ende brauchen wir für die gut 4km vom Stauende bis zum Mauthäuschen über anderthalb Stunden, und es ist bereits wieder kurz vor 18:00. Am Ossiacher See geht’s also zum Tanken und für die Suche nach einer Unterkunft, die in relativ kurzer Zeit erreichbar ist, wieder zum Pit-Stop. Die Wahl fällt auf ein Haus in Seeboden am Millstätter See, wo wir kurz nach 19:00 eintreffen. Die Wahl wird kurz bereut, dann akzeptiert, und wenig später nehmen wir im Zentrum des Ortes beim Postwirt nach all dem Fisch der letzten zwei Wochen eine herzhafte österreichische Mahlzeit ein.