Während sich die Mietwagenfraktion im Laufe des Tages erst in der Schweiz in Bewegung setzt, macht sich die Vorhut am frühen Vormittag auf die letzte Etappe unserer Reise, die naturgemäß eher langweilig verläuft. Einzig das Geräusch, das mich nun seit dem ersten Tag begleitet, macht mir etwas Sorgen, das Radlager wird als der Bösewicht angesehen und Rütteln am Rad führt zur Einbildung eines leichten Spiels.
Die Einbildung dieses Spiels wird mit fortschreitender Reise immer größer, so dass gleichzeitig unsere Geschwindigkeit immer geringer wird, und ab dem letzten Tankstop vor Thüringen dann auch noch alle 100km eine Proberüttlung erfolgt. Die Geschwindigkeit sinkt dann noch auf etwas über 100km/h ab, damit man nicht von Wohnmobilen und den sporadisch auftauchenden LKW abgeräumt wird. Später am heutigen Abend soll ein fachkundiger Mensch dann zwar ein böses Radlager nicht ausschließen, schreibt das Spiel im Rad aber eher der Lenkung zu - toll: die war vorm Urlaub gerade raus...
Bei Leipzig taucht am Horizont vor uns eine schwarze Wand auf und wir beschließen, die Pellen aufzuziehen. Es bläst uns fast vom Parkplatz, und als wir schließlich weiterfahren, ist zwar die Straße nass, der Wasserfall aber bereits mit hoher Geschwindigkeit vorbeigezogen. Wären wir weitergefahren, hätte es uns voll erwischt, so bleibt uns der erste Regen seit dem Sustenpass auf der Hinfahrt, der ja auch nicht der Rede wert war, vorenthalten.
A115, Parkplatz Parforceheide: Ein letztes Mal Radschütteln - dann Händeschütteln, Umarmungen. Abschied.
Die Tour 2015 ist beendet.
[ P.S.:
Gegen halb fünf herrschen angenehme 23°C, das Wolkenbild steht auf heiter.
Schiebe das Liserl in die Garage, streiche über den Kotflügel, ein Klaps aufs Heck: Gut gefahren, brav durchgehalten!
Gehe erstmal mit einem Hefe raus in die Sonne.
Werde wohl die nächsten Tage mal nicht Auto fahren! ]