Die rechte Hand wandert vom Herzen in weitem Bogen Richtung Himmel zum Gruße:
″Howgh, mein Bruder, Tach Schwester!″.
Wir haben uns heute um 8:00 an dem für solche Treks üblichen Outpost versammelt, um aufzubrechen in das Land der Drehorte, an denen vor zum Teil über 50 Jahren die Winnetou-Filme entstanden. Erschütternderweise ist eine Person Teil der Gruppe, die aber auch nicht einen einzigen der Streifen deutsch/jugoslawischer Western-Kultur jemals gesehen hat - so wird’s nichts mit Pisa!
Wir tragen Sonnenbrillen, der Zigarettenanzünder ist kaputt - los geht’s!
Wir haben einen Plan für 15 Tage in der Tasche - nach 1h57 müssen wir beginnen zu improvisieren!
Das Brücken-Restaurant Frankenwald hinter uns lassend, erscheint nach wenigen Metern das Verkehrszeichen 282: fünf schwarze Striche auf weißem Grund! Die Möglichkeit, auf diesem wunderbar kurvigen Bergauf-Stück mal die ganzen Klein- und Lieferwagen, die einem inzwischen auf der Bahn um die Ohren fahren, stehen zu lassen! Doch der Rückspiegel des Führungsfahrzeuges bleibt gänzlich leer!
Eine Ahnung kraucht den Nacken hinauf und in die Hirnrinde. Und schon klingelt auch das Telefon, es ist allerdings nichts zu verstehen. Raus auf den Parkplatz Lipperts! Moderne Telekommunikation ermöglicht hier die Analyse der Situation: Der Silberfisch musste nach erheblichem Wasserverlust umgehend die Rennbahn bereits an der Notausfahrt #32 Naila/Selbitz verlassen. Die Reiseleitung kehrt ebenfalls dorthin zurück, und wir schleppen uns gemeinsam zum dortigen Autohof Bayerisches Vogtland.
Zusammenfassung der Geschehnisse:
Kurz nach 16:00 ist dann allgemeiner Aufbruch: Eine Besatzung per Taxi zum Leihwagen, die andere zurück auf Strecke!
Bei Plech wird kurz Treibstoff nachgeladen, am Köschinger Forst besteht die erste bekannte Möglichkeit, die Vignette für Österreich zu erwerben.
Der erste Rastplatz auf der A8, Hofoldinger Forst, wird angefahren. Es ist inzwischen 18:00, und das Erreichen des Etappenziels (Spittal oder Villach) erscheint weder noch realistisch, noch hat die angebetete Beifahrerin große Lust, heute noch weiterzufahren. Vielmehr besorgen wir uns schnell eine Bleibe, und fragen mal bei der inzwischen in der Gegend ansässigen Limette nach, was denn noch so der Abendplan sei. Im Alten Wirt beschließen wir somit gemeinsam den ersten Reisetag.