Als wir am nächsten Morgen unser Gepäck zum Parkplatz schleppen, liegt vor uns am Kai ein hübsches, altes Charterboot. Auch eine Art, hier Urlaub zu machen! Ein paar Gäste verputzen noch an Deck die Reste eines üppig wirkenden Frühstücks. Wir kommen mit dem Skipper ins Gespräch, ihm sind die Plastiken aufgefallen - insbesondere aber deshalb, da an einer das Licht brennt. Nun... immerhin brennt es noch! Ein Startversuch bestätigt, dass hier eine Qualitätsbatterie verbaut wurde. Wir plaudern noch eine Weile, ein wenig über die Autos, aber mehr über sein Boot und er versorgt uns auf Nachfrage mit einer Visitenkarte. Dann brechen wir auf zum Nationalpark Krka!
Als wir die Autos auf den Parkplatz stellen und uns die Tickets besorgen, gibt’s eine mächtige Schüttung, alles flüchtet in das kleine Café am Parkeingang. Als es aufhört, müssen wir uns mit Horden anderer Besucher bei den Bus-Shuttles anstellen. Als wir endlich in einem der Busse sitzen, warten wir nochmal gut eine halbe Stunde, bis es losgeht - die Fahrt hinunter zum See und den Anlegern ist eine äußerst kurvige Angelegenheit, und es geht mit einigen Bussen hintereinander immer nur gleichzeitig entweder runter oder rauf.
Unten angekommen, wollen wir die Bootsfahrt zur Insel Visovac machen. An dem Tickethäuschen fragt ein Käpt'n die Orientierungslosen aus und bietet seine Dienste an. Nach kurzem Fußmarsch hinunter zum Anleger soll es auch in Kürze losgehen. Wir fahren mit einem kleinen Kutter durch die Landschaft, der seine besten Zeiten bereits vor geraumer Zeit gesehen hat, aber unser Käpt'n ist eine mitteilsame Seele, der einiges über die Gegend zu berichten weiß.
Auf Visovac haben wir eine gute halbe Stunde für einen Rundgang und den Besuch des kleinen Museums - völlig ausreichend.
Als wir wieder ablegen, wird plötzlich klar, warum der Skipper an dem offiziellen Tickethäuschen um Kundschaft buhlte: Für einen 10er Hartwährung pro Nase bietet er einen Schlenker in Richtung Roški Slap an! Alle willigen ein, und so gibt’s 'ne Extratour zum Ölprinzen auf dem Silbersee: Viele Szenen der alten Karl-May-Verfilmungen sowie wohl einige des Remakes wurden hier gedreht.
Zurück an der Anlegestelle nehmen wir den Rundgang durch das Gewirr kleinerer und größerer Fälle, bevor wir wieder am Bus-Shuttle ankommen - ein Spektakel der besonderen Art bietet sich dar! Die ankommenden und etwas weiter oben entleerten Busse wenden ohne weitere Einweisung oder Absperrung direkt durch hunderte von Touristen, die sich anschließend unkontrolliert an den sich öffnenden Türen drängeln. Wir ergattern irgendwann einige Plätze und kehren kurz nach 16:00 zum Parkplatz zurück, wo unser übliches Ritual beginnt: Kaffee bestellen und Bleibe suchen!
Kurz nach 17:00 machen wir uns auf den Weg nach Primošten, wo wir hinter einer Bäckerei mit unserem Vermieter verabredet sind.
Dort nimmt uns Vilson, der Vermieter, gegen 18:00 in Empfang und zeigt uns unser Apartment - ein kleineres Zimmer mit Balkon und Blick auf das Stadttor, ein gemeinsames Bad und ein etwas größeres Zimmer. Alles neu und sehr nett - und Vilsons Familie gehört die Bäckerei!
Die Parkplätze für unsere Boliden sind wieder etwas außerhalb, einen Platz hat Vilson auf dem örtlichen Parkplatz für seine Gäste, einen weiteren hätten wir uns noch etwas weiter draußen suchen sollen. Aber man kennt sich, der Platz ist nicht voll und Vilson fordert bei seinem Kumpel, dem Parkplatzwächter, einen Gefallen ein. So können wir beide dort stehen, und Vilson fährt uns in seinem Bäckerei-Kart wieder zurück zum Apartment.
Wir bekommen auf Nachfrage wieder zwei Restaurantempfehlungen von ihm, schlendern noch ein bisschen durch die Altstadt, dann wird es Zeit zum Happen schnappen - und das ein weiteres Mal ganz hervorragend, ″Fischplatte für Zwei″ inklusive!
Auf unserem kleinen Balkon schreiten wir mit einem unterwegs gekauften Feigenlikör noch zur Lagebesprechung: Wir sind praktisch einen knappen Tag hinterm Plan und restrukturieren die Restfahrt. Wir planen nun zwei Nächte in Split ein, dann die beiden ohnehin geplanten Nächte in Dubrovnik und schauen dann mal weiter. Wir buchen also schnell noch unsere Unterkunft im Herzen von Split und machen den Likör alle...