Pesto selbstgemacht
Vergessen Sie gekaufte, industriell hergestellte Pestos. Nicht nur, das garantiert keine wertvollen Zutaten verwandt wurden, alles ist mit Geschmacksverstärkern und billigem Öl hergestellt.
Nichts geht über ein selbstgemachtes, frisches Pesto. Das schmecken Sie, wenn Sie einmal einen Vergleichstest machen.
Pesto kommt von pestare und meint zerstampfen. Wenn Sie ein Pesto Original haben wollen, müssen Sie sich der Mühe unterziehen, alle Zutaten von Hand sehr fein zu hacken und dann alle Zutaten im Mörser zerstampfen. Denn Pesto mit Kräutern darf nicht erhitzt werden, weil es braun wird und Geschmack verliert. Wenn Sie also Pürierstab oder Mixer verwenden, wird aufgrund der auftretenden Hitze durch das Drehen das Pesto braun.
Und nicht jeder hat ein Profigerät, wie einen Hamilton Beach Cutter mit 3000 Umdrehungen, denn da wird nichts braun, weil es zu schnell geht.
Aber ich kann Ihnen einen Trick verraten. Geben Sie der Masse im Mixer 3-4 Eiswürfel hinzu, das macht Krach, aber das Pesto bleibt grün!
Das Urrezept des pesto alla Genovese ( Genua, Ligurien) sieht als Zutaten frisches Basilikum, goldgelb angeröstete Pinienkerne, Knoblauch, Parmesan und Pecorino ( Schafskäse), sowie Olivenöl, Salz und Pfeffer vor.
Wie bei allen Rezepten, ist die Zugabe hervorragender Produkte entscheidend. Klar, das Basilikum sollte frisch vom Markt sein. Das Olivenöl von erster Güte, also ein wirklich kalt gepreßtes, natives sein. Hier haben Sie übrigens auch die logische Erklärung für kaltgepreßt: Der Stein mit dem den Oliven das grüne Gold entlockt wird, muß sich so langsam drehen, das nichts heiß wird, sonst passiert genau das Gleiche wie oben bereits bei Basilikum erklärt.
Industriebetriebe haben für so etwas keine Zeit, da muß alles schnell gehen, dafür wird einfach etwas Farbstoff beigesetzt.
Das Käse nicht gleich Käse ist, wissen Sie selbst. Also verwenden Sie den besten Parmigiano den Reggiano. Er sollte länger als 24 Monate gelagert sein. Und als Pecorino kommt auch nur der Beste infrage, ein sardischer Pecorino - Pecorino Sardo.
Pinienkerne werden bis heute noch in Italien mit Gold aufgewogen. Sie stammen allesamt aus den von Hand gesammelten Pinienzapfen, manuell mühselig geöffnet.
Die besten Pinienkerne sind die italienischen, leicht erkennbar an ihrer schlanken, langen Form - wie ein großes Reiskorn. Aus China und Korea kommen billige Samen der Korea Kiefer, diese sind dreieckig und ein zwar billiger, aber schlechter Ersatz für Pinienkerne.
Seien Sie creative
Die nachfolgenden Rezepte sind einmal zum üben für Sie, damit Sie in diese wunderbare Welt dieser Antipasti eintauchen und ein Gefühl für Zutaten und Zubereitung bekommen.
Danach gibt es noch unendlich viele Variationsmöglichkeiten, auch die Jahreszeit der frischen Zutaten spielen eine große Rolle. Ab Mai bekommen Sie frisches Bärlauch, ein Bärlauch Pesto schmeckt einmalig.
Im Juni gibt es den besten Basilikum. Juli - August kommen wunderbare gelbe und rote Tomaten.
Bei roten Tomaten nehmen Sie die geschmackvolleren Cocktailtomaten - am besten selbst gezogene! Versuchen Sie San Marzano Tomaten zu bekommen, das sind die besten Tomaten überhaupt. San Marzano Tomaten. Dann gibt es noch die sizilianische Variante, eine Geschmacks Bombe: Marinda.
Pesto Pomodoro
Ein Tomaten Pesto können Sie aus frischen, wie aus - in der Sonne getrockneten Tomaten machen, reine Geschmackssache. Letztere haben einen Intensiveren, jedoch anderen Geschmack. Probieren Sie selber aus, welches Ihnen besser schmeckt.
Wenn Sie frische Tomaten verwenden, diese mit Schale vierteln, denn da stecken die meisten Aromen drin und sind sehr gesund. Die Viertel über Nacht in ein Tuch binden, aufhängen und den Saft auffangen (Tip dazu am Ende des Rezeptes).
Die Tomaten werden mit Knoblauch, etwas Olivenöl und Oregano angeschmort, erkalten lassen. Dann wie im nachfolgenden Rezept weiterverfahren.
Zutaten
150 - 200 g getrocknete Tomaten. 1/4 L Rotwein. 6 - 8 Knoblauchzehen, 2 gehäufte EL Oreganblättchen, 1 EL Majoranblättchen, 50 g frisch geriebener Parmigiano, 50 g Pinienkerne, Saft einer Citrone, circa 200ml Olivenöl, 1 Prise Chili, Salz und Pfeffer aus der Mühle.
Zubereitung
Die trockenen Tomaten grob würfeln und über Nacht in Rotwein einweichen. Dann alle Zutaten- nebst einigen Eiswürfeln - in den Mixer geben und pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Der Tip
Weiße Tomatensauce.
100g weiche Butter mit 2EL Mehl zerkneten und in den Tiefkühler stellen.
Wie anfangs beschrieben, haben Sie den Saft der Tomaten aufgefangen, geben Sie diesen in eine Sauteuse, fügen 200ml Hühnerfond und 100ml Sahne hinzu. Erhitzen und die kalte Mehlbutter gewürfelt nach und nach mit einem Schneebesen unterschlagen. Fertig ist die delikate, weiße Tomatensauce, welche hervorragend zu Fisch paßt.
Pesto Pimento giallo
Wie im vorherigen Rezept beschrieben, nehmen Sie statt der Tomaten 2 gelbe Paprika. Entkernen und würfeln und mit etwas Knoblauch und Olivenöl bei mittlerer Hitze in Pfanne anschmoren.
Dann alle Zutaten in den Mixer geben und pürieren. Wollen Sie dieses herrliche Pesto milder haben, lassen Sie die Kräuter weg.
Mein Lieblings Pesto
Pesto di Olive nero
Dieses Pesto ist sehr einfach zu machen. Allerdings brauchen Sie die etwas rareren, schwarzen Oliven in Olivenöl eingelegt - sind auch etwas teurer.
Zutaten
250 g schwarze Oliven, entsteint. Saft von 3 Citronen, 20 g Pinienkerne, 20 Basilikumblätter, 50 g Pecorino Sardo, 3 Knoblauchzehen, 20 g Kapern, 2 Sardellenfilets, 150 ml Olivenöl
Zubereitung
Pinienkerne goldgelb anrösten, aus der Pfanne nehmen und erkalten lassen. Sardellenfilets und Basilikumblätter fein hacken. Alle Zutaten in den Mixer geben und pürieren. Fertig.
Bärlauch Pesto
Zutaten
Circa 100 g Bärlauch, 10 Basilikumblätter, 20g gehackte Petersilie, 4 Knoblauchzehen, 40 g Pinienkerne, 80 g Parmigiano, frisch gerieben. Saft von 2 Limetten, circa 200ml Olivenöl. Salz und weißer Pfeffer aus der Mühle.
Zubereitung
Bärlauch waschen und grob hacken. Pinienkerne goldgelb anrösten. Alle Zutaten im Mixer mit einigen Eiswürfeln pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Ein Tip
Zu Crostinis paßt immer etwas Parmigiano gut. Parmigiano übrigens nie schneiden, er wird mit einem kurzen Messer ausgebrochen, damit die Struktur nicht zerstört wird.
Bereiten Sie einen kleinen, separaten Teller mit einigen mundgerechten Brocken vom Parmigiano Reggiano, dazu stellen Sie 3-4 verschiedene pestos in kleinen Schälchen und ein weiteres mit einem alten Aceto Balsamico.
Das wird jeden bgeistern.
Rezepte
Die Zubereitung eines Pesto ist denkbar einfach und es schmeckt hervorragend, sofern man sich an ein paar Gesetzesmäßigkeiten hält, die Qualität der Grundprodukte ist zugleich die Wichtigste.
Das Pesto Genovese
Zutaten: Circa 50 g Basilikumblätter (Stile nicht verwenden, sie enthalten zuviele Bitterstoffe) Nach Geschmack 8 - 12 Knoblauchzehen ( frischer italienischer und französischer Knoblauch sind mild, alter oder türkischer z.B. ist scharf) je 50 g frisch geriebener Parmigiano Reggiano und Pecorino Sardo, je 1 TL gemahlenes Meersalz und schwarzer Pfeffer. Circa 50g Pinienkerne, 200ml Olivenöl.
Zubereitung:
Basilikumblätter mit etwas gemahlenem Salz fein hacken ( Das Salz bindet die ätherischen Öle - das Gleiche gilt für Knoblauch) Pinienkerne goldgelb in heißer - fettloser - Pfanne anrösten und sofort zum Erkalten herausnehmen. Den Käse unbedingt frisch reiben, er verliert sonst entscheidend an Aroma!
Geben Sie alle Zutaten in einen Mixer - vergessen Sie die Eiswürfel nicht - und mixen Sie alles durch. Wenn das Pesto zu pastös ist, noch etwas Olivenöl zufügen.
In ein verschließbares Glas füllen und obenauf eine Olivenölschicht von 1 cm gießen. So kann nichts schimmeln.
Denken Sie daran, daß nach jedem Entnehmen, Pestoreste am Glasrand enfernt werden müssen und das pesto immer mit Olivenöl abgedeckt ist. So können Sie es monatelang aufheben.
Ich selbst stelle das Pesto nicht in den Kühlrank, da das Olivenöl gerinnt. Ich wickle das Glas in Alufolie und stelle es kühl - schattig, so wird es nicht schlecht und ist immer gebrauchsfertig.
Da alles im leben Geschmackssache ist, müssen Sie auch für sich selbst über die Zusammensetzung der wichtigsten Geschmackskomponenten entscheiden. Liegt Ihnen Knoblauch nicht so sehr, verwenden Sie etwas weniger. Ist Ihnen der Käsegeschmack zu mild, verringern Sie den Parmigianoanteil und geben etwas mehr Pecorino hinzu.
Pesto al Gusto...
Rucola Pesto
Ein besonders pikantes Pesto, ideal für alle, denen Basilikum nicht so ganz mundet. Zutaten und Zubereitung sind fast gleich.
Zutaten:
Circa 1 Bund Rucola (Stile nicht verwenden, sie enthalten zuviele Bitterstoffe) Nach Geschmack 6- 10 Knoblauchzehen, je 50 g frisch geriebener Parmigiano Reggiano und Pecorino Sardo, je 1 TL gemahlenes Meersalz und schwarzer Pfeffer. Circa 50g Pinienkerne, 220ml Olivenöl.
Zubereitung:
Rucolablätter mit etwas gemahlenem Salz fein hacken ( Das Salz bindet die ätherischen Öle - das Gleiche gilt für Knoblauch) Pinienkerne goldgelb in heißer - fettloser - Pfanne anrösten und sofort zum Erkalten herausnehmen. Den Käse unbedingt frisch reiben, er verliert sonst entscheidend an Aroma!
Geben Sie alle Zutaten in einen Mixer - vergessen Sie die Eiswürfel nicht - und mixen Sie alles durch. Wenn das Pesto zu pastös ist, noch etwas Olivenöl zufügen.
In ein verschließbares Glas füllen und obenauf eine Olivenölschicht von 1 cm gießen. Wenn Sie den nussigen Geschmack von Rucola mögen und noch etwas verstärken wollen, nehmen Sie statt Pinienkerne, gehackte Walnüsse. Auch die Zugabe von Walnußöl oder Kürbiskernöl ist sehr delikat ( 2/3 Olivenöl - 1/3 Walnußöl)
Noch ein Tip: Wenn Sie das Pesto auf die Crostini geben, machen Sie das großzügig mit einem kleinen Löffel. Obenauf können Sie als kleine Augenweide entweder die Spitze eines Rucola- oder Basilikumblättchen auflegen und - oder ein paar rosa Pfefferkörner zugeben. Das schmeckt ausgezeichnet.
Sie ist die aromatischste Tomate schlechthin. Ihren Namen hat sie von dem Ort San Marzano sul Sarno Provinz Salerno - Region Kampanien in Italien. Als alte Sorte wäre sie fast verloren gewesen, dem italienischen Slow-Food-Zweig ist es zu danken, daß die Vermehrung und die Kultur der San-Marzano-Tomaten vor einigen Jahren wieder aufgenommen wurde. Der Geschmack frischer San Marzano ist überwältigend.
Wenn Sie einige Kerne aufheben und trocknen, können Sie diese im Frühjahr selber ziehen.