Bevor ein Kind lesen oder schreiben kann, können wir mit Grammatikspielchen beginnen.
Dabei wird besonders auf die richtige Sprechweise geachtet.
Hier ein paar Beispiele, diese Ideen können natürlich an Dinge angepasst werden, die man zur Verfügung hat.
Aus der Spielzeugsammlung oder sonstigem Material des Kindes:
Beispiele:
– Spielfarm (Playmobil.. Lego..)
– Puppenhaus,
– Spielzeugautos aneinander gereiht auf einem „Parkplatz“
– eine Reihe Stifte: Farbstift und Filzstifte, etc
– etc etc
Beispiel: Spielfarm
Wir bitten das Kind: „Gib mir bitte ein Schwein.“
Kind nimmt ein Schwein, stellt es vor die Farm hin.
„Ich möchte nicht dieses, ich möchte ein anderes.“
Kind: „welches?“
„Das große, dicke Schwein.“
Kind stellt das größte Schwein vorne hin.
„Nun möchte ich das Pferd.“
Kind: „da ist nur eins da!“ und stellt das Pferd vorne hin.
Wir vertauschen die Rollen: „So jetzt bist du dran. Was möchtest du?“
„Ich möchte ein Pferd.“
Hier kann auf den Artikel aufmerksam gemacht werden, wenn z.B. nur ein Pferd vorhanden ist:
„Aha, du möchtest das Pferd. Es gibt ja nur eins.“
Diese Aktivität mehrmals (3 bis 5mal) hin und her mit Betonung auf die Artikel durchführen.
Eine weitere Variante wäre z.B. zu erraten, welches Tier jemand möchte.
Beispiel: Malen
Gemeinsam mit dem Kind malen wir in einem Malbuch, ein gemeinsames Bild, oder anderes.
Wir bitten: "ich möchte einen blauen Stift."
Das Kind sucht einen blauen Stift, gibt ihn uns.
"Nein, nicht diesen, ich meine einen anderen!"
Vielleicht fragt das Kind nun "Welchen?" und wir bestimmen genau " ich möchte den hellblauen Filzstift."
Diese Spiele lassen sich abwandeln und ganz nebenbei und kurzzeitig bei vielen spielerischen und hauswerklichen Aktivitäten einbinden.
1) Diese Aktivität kann ganz systematisch immer wieder beim Vorlesen getan werden.
Man fragt nach ganz bestimmten Einzelheiten, die man entweder:
- gerade vorgelesen hat,
- oder die auf einem Bild zu sehen sind.
Beispiel:
Was hält die Dame in der Hand?
Wen fragt der Junge?
---- und wie immer kommt jeder dran, das Kind fragt den Erwachsenen.
Wichtig ist, dass die Fragen genau beantwortet werden. Sollte das Kind nicht genau diese Frage beantworten, dann nennt man die Frage, die es stattdessen beantwortet hat.
Bsp:
"Wen sieht der Junge?"
"Da kommt sein Freund aus dem Haus!"
"Wer kommt aus dem Haus?"
"Sein Freund!"
"Ja, und wen sieht der Junge, wohin guckt er?"
"Der guckt zu seinem Freund!" "Ja. - Nun frage du mich."
2) Die folgende Aktivität ist ein Malspiel.
"Wen soll ich malen, einen Jungen, ein Mädchen.... Ein Hund...?"
"Ein Mädchen!"
"...und was soll das Mädchen machen?"
".... tanzen!"
"WO soll es tanzen?"
etc etc, wenn das Bild zuende ist, dann versucht jeder, einen ganzen Satz dazu zu sagen.
Wieder kommt jeder dran, zur Einführung malt der Erwachsene, das Kind "diktiert".
Wenn das Bild fertig ist, jeder einen Satz gesagt hat um das Bild zu beschreiben, werden die Rollen getauscht.
Man kann das Spielchen auch noch ausweiten...
Man lässt das Kind ein Bild malen, was es leicht beschreiben kann, aber es soll das Bild erst nicht zeigen.
Dann beschreibt das Kind sein Bild, man malt, was es beschreibt. Dann wird verglichen - und gemeinsam über Missverständnisse gelacht!
Nicht vergessen, dies sind die ersten Grammatikspiele - beim Beschreiben, Zuhören, Nachsprechen, Wiederholen achten wir auf unsere (!nicht des Kindes!) korrekte Sprache und vollständige Sätze. (Das Kind wird nicht direkt verbessert, aber wir teilen mit, was wir verstanden haben.)