Gepostet am: 01.09.2013 10:11:25
Dieser Text wurde aus einem Taschenbuch des Umweltbundesamtes mit 100 Seiten erstellt,
Titel des Taschenbuches „Daten aus der Landwirtschaft 2011“:
Vorwort vom Präsidenten des Umweltbundesamtes Jochen Flasbarth:
Landwirtschaft ist eine zigtausend Jahre alte Nutzung des Bodens durch den Menschen.
Landwirtschaft dient in erster Linie dazu die Bevölkerung zu ernähren – sei es direkt durch den Anbau von Nahrungsmittel für den Menschen oder indirekt um Tierfutter für Mastvieh herzustellen. Landwirte produzieren nicht nur lebenswichtige Güter, sie beanspruchen auch natürliche Ressourcen, so werden über 50 % der Fläche Deutschlands landwirtschaftlich genutzt, 60 % davon allein für die Futtermittelproduktion. Der Anteil von Grünland nimmt dabei stark ab, was auch auf den zunehmenden Anbau von Energiepflanzen zurückgeht. Grünland aber ist eine wichtige CO2-Senke zum Schutz des Klimas und außerdem wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Eine Landwirtschaft ohne Dünger ist undenkbar. Umweltprobleme aber entstehen dadurch, wenn Nährstoffe im Überschuß auf die Felder gelangen und damit Böden und Wasser belasten. Unerwünschte Nebenwirktungen sind Algenplagen und Sauerstoffmangel in unseren Flüssen und Seen, aber auch erhöhte Nitratwerte im Trinkwasser. Steigende Emissionen von Stickoxiden und Ammoniak, die wesentlich zur Überdüngung und Versauerung von Böden und Gewässern beitragen sind eine weitere Herausforderung für den Umweltschutz. Den Kampf gegen unerwünschte Wildkräuter, Pilze, Insekten, Schnecken und andere Schädlinge haben Landwirte im 20. Jahrhundert perfektioniert. In der konventionellen Landwirtschaft werden dazu nach wie vor viele Pestizide
eingesetzt um hohe Erträge zu sichern. Der Einsatz giftiger Chemikalien führt immer mehr zur „Uniformierung“ der Artenzusammensetzung in Böden und Gewässern. Methan, Lachgas und Kohlendioxid aus der Landwirtschaft tragen mit rund 15% zum Gesamtausstoß der deutschen Treibhausgasemissionen bei, wenn fairerweise alle mit landwirtschaftlichen Aktivitäten verknüpften Emissionen eingerechnet werden, also auch der Diesel für den Traktor nicht außen vor bleibt. Weltweit liegt der Anteil des Agrarsektors am Klimaausstoß bei schätzungsweise 30%.
Die Direktzahlungen der EU wurden davon abhängig gemacht, daß verbindliche Vorschriften im Bereich der Umwelt, der Gesundheit von Menschen, Tier und Pflanzen sowie des Tierschutzes eingehalten werden und daß landwirtschaftliche Flächen – insbesondere diejenigen, die nicht mehr für die Erzeugung genutzt werden – in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand erhalten bleiben. (Cross Compliance) Ein Prozent aller Betriebe werden jährlich auf die Einhaltung dieser Kriterien überprüft, bei Verstoß drohen Prämienkürzungen. Die meisten Verstöße werden nicht im Bereich Umwelt, sondern bei der Gesundheitsvorsorge, registriert. Die Wirksamkeit der Cross Compliance-Regelung wurde in der Vergangenheit vom Europäischen Rechnungshof angezweifelt, Ziel und Geltungsbereich seien nicht genau festgelegt, die Vorgaben des rechtlichen Rahmens schwierig, die Abstimmung mit der ländlichen Entwicklung nicht gut, die von den Mitgliedsstaaten angewandten Kontroll- und Sanktionssysteme unzureichend, die Datenübermittlung unzuverlässig und die Leistungsüberwachung unzulänglich.
Klärschlamm: Bayern und Baden-Würtemberg streben an, aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung auszusteigen. In der Schweiz ist seit 2008 die Klärschlammverwertung nicht mehr zulässig.
Grünland: Wiesen und Weiden sind landschaftsprägende Elemente mit hohem ästhetischem Wert und eine CO2-Senke. Grünland bietet Lebensräume für hohe Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Die Fläche des Grünlandes nimmt seit Jahren ab, da durch die Milchwirtschaft, wo die Tierhaltung ganzjährig im Stall stattfindet, hohe Anteile an Kraftfutter wie Mais- und Rapsschrot gebraucht werden. Monokulturen z.B. Mais führen zum Humusabbau im Boden. Der Herbizid-Verbrauch (Unkrautspritzmittel) ist seit 2005 wieder angestiegen. Umweltschutzrelevant ist der Anbau von Mais, da er besonders zur Bodenerosion und Nitratauswaschung beiträgt. Aufgrund der hohen Biogasförderung nach dem EEG-Gesetz wurden in jüngster Zeit viele Grünlandflächen -2- zugunsten des Anbaus von Energie-Mais umgebrochen. -2-
Im Jahre 2010 waren bereits 650.000 ha mit Biogasmais bepflanzt. Die Hoffnung, die NawaRo's könnten zu einer Erweiterung von Fruchtfolgen und damit zu einer Zunahme der Biodiversität beitragen, haben sich nicht erfüllt. Die Bodenschutzkommission des Umweltbundesamtes stuft Raps und Mais wegen seines hohen Bedarfs an Pflanzenschutzmitteln und wegen der erosions- und eutrophierungsfördernden Wirkung als problematisch ein. (Eutrophierung: Schadstoffeinträge durch Luft) Bei 36% der ackerbaulich genutzten Fläche ist die Bodenfruchtbarkeit durch Erosion langfristig gefährdet.
Pflanzenschutzmittel können andere Pflanzen und Tiere schädigen. Unerwünschte Nebeneffekte des Pflanzenschutzmitteleinsatzes haben Auswirkungen auf die Umwelt z.B. zunehmende Verknappung des Nahrungsangebotes für Feldvogelarten.
Stickstoffüberschuß: Bis zum Jahre 2010 sollte der Stickstoffüberschuß auf 80 kg/ha landwirtschaftlich genutzter Fläche verringert werden. Allerdings wurde Deutschland mit einem Bußgeld von der EU belegt, da die Stickstoffüberschüsse nicht eingehalten werden konnten. Analysen belegen, daß hohe Überschüsse vor allem in Betrieben mit hohem Viehbesatz anfallen. Minderungspotenziale bestehen u.a. nicht zuletzt darin, daß vertretbare Größen der Tierbestände erreicht werden. Durch die intensive Düngung und die zu hohen Tierbestände ist die Umweltbelastung enorm.Wirksame Maßnahmen zur Erreichung des Ziels der Bundesregierung müssten vor allem zu einer effizienteren Stickstoffnutzung führen, wozu eine gleichmäßigere Verteilung der Gülle aus der Viehaltung Vorraussetzung ist.
Bodenverdichtung: Die zunehmende Technisierung der landwirtschaftlichen Arbeitsabläufe hat zu leistungsfähigeren und dadurch zur Erhöhung der Fahrzeuggewichte geführt, die Druck auf die Böden ausübt. Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen für die Leistungs- und Ertragsfähigkeit der Böden. Langfristig führt die fortschreitende Bodenverdichtung hin zur Bodenschadverdichtung. Bis heute sind bereits 50% der bundesdeutschen Ackerflächen in der Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, daß bereits 70% der Ackerfläche bei nassen bis feuchten Bedingungen im Unterboden von Verdichtungsgefährdungen betroffen sind. Bei einem mittleren Wassergehalt ist davon auszugehen, daß bei einem Drittel der Ackerflächen eine Gefährdung gegenüber zusätzlicher Verdichtung vorliegt. Bodenschutzkonzepte sind deshalb von hoher Bedeutung. Technische- und arbeitsorganisatorische Maßnahmen stehen bereits heute zur Verfügung.
Humus: Diese organische Bodensubstanz ist entscheidend für eine Vielzahl von Bodenfunktionen, z.B. Speicher- und Puffermedium für Wasser, Nähr- und Schadstoffe und wirkt Bodenstrukturbildend. Humus schafft Lebensräume für Bodenorganismen und hat eine wichtige Funktion bei der Freisetzung oder Fixierung klimaschutzrelevanter Gase wie CO2 und Methan.
Stickstoffeinträge in Oberflächengewässer: Diese landwirtschaftlichen Einträge liegen mit 77% immer noch zu hoch. Im Vergleich zum östlichen Deutschland zeigt der Eintrag im Westen höhere Werte.
Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft haben sich zwischen 1985 und 2005 nur um 1% verringert, der landwirtschaftliche Gesamtanteil liegt bei 54%.
Eutrophierung der Küstengewässer (durch den Menschen verursachte übermäßige Anreicherung von Stickstoff, Phosphor, Nitrat) durch die Landwirtschaft führt zu einer Reihe von negativen Auswirkungen im Ökosystem. Es kommt zum Absinken der abgestorbenen Algenbiomasse, der dadurch auftretende Sauerstoffmangel führt in bodennahen Wasserschichten zum Ersticken durch giftigen Schwefelwasserstoff der dort lebenden Tiere. Durch die Einführung phosphatfreier Waschmittel konnten erhebliche Reduktionserfolge verzeichnet werden. Leider sind in der Landwirtschaft diese Erfolge nicht zu verzeichnen. Die Zunahme von Gesamt-Phosphat und Nitrat-Stickstoff haben von 2000 bis 2008 um 25% zugenommen. Bei Untersuchungen von Oberflächenabflüssen und in kleinen Bächen wurden erhebliche Belastungsspitzen durch Pestizide registriert. Der ökologische Zustand der großen Flüsse in Deutschland ist mit nur knapp 10% in einem guten bis sehr guten Zustand durch die landwirtschaftlichen Nährstoffeinträge.
Grundwasser: Stickstoffverbindungen – in der Regel Nitrat – sind die häufigste Ursache - 3 – für den schlechten Zustand des Grundwassers. Bei 36% der Messstellen liegt der Nitrat- - 3- Gehalt bei deutlich bis stark erhöht. 14,7% sind so stark mit Nitrat belastet, daß sie nicht ohne Weiteres zur Trinkwasserbereitung genutzt werden können. Der Eintrag aus der Landwirtschaft ist somit die häufigste Ursache der Belastung des Grundwassers mit Nitrat.
Der Ökolandbau wirkt sich besonders Umwelt- und Gewässerschonend aus. Er hat auch ökonomisch gesehen Zukunft. Eine Ausdehnung des Ökolandbaus senkt die Stickstoffeinträge und den Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel.
Luftschadstoffe: Relevante Luftschadstoffe aus der Landwirtschaft sind Ammoniak (NH3) und Stickoxide (NOx), flüchtige Verbindungen ohne Methan (NMVOC) und Feinstaub (PM) aus der Tierhaltung und aus Bewirtschaftung der Böden. Die genannten Schadstoffe sind von großer
Bedeutung, da sie auch die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen können. Im Jahr 2008 verursachte die Landwirtschaft 95% der gesamten NH3-Emissionen in Deutschland. Um die internationalen Minderungsziele (Richtlinie 2001/81/EG) über Emissionshöchstmengen der Luftschadstoffe einhalten zu können, müssen weitere Anstrengungen zur Minderung, vor allem der Ammoniakemissionen, unternommen werden.
Minderung der Ammoniakemissionen: Die seit 1990 ergriffenen Maßnahmen haben nur teilweise zur Reduktion der Ammoniakemissionen beigetragen. Möglichkeiten der finanziellen Förderung über Agrar-Umweltmaßnahmen und das Agrar-Investitionsförderprogramm wurden bisher nicht systematisch genutzt um Beiträge zur Emissionsminderung zu leisten. Angesichts des Ziels der Richtlinie über Emissionshöchstmengen, die Ammoniakemission ab 2010 auf 550 kgt zu reduzieren sollten kurzfristig vor allem schnell umsetzbare Maßnahmen ergriffen werden.
Stickstoffemissionen: Die intensive Landwirtschaft trägt neben Verkehr und Energiewirtschaft zur Anreicherung des reaktiven Stickstoffs im Ökosystem bei, dadurch werden natürliche Stoffkreisläufe und Ökosystembeziehungen empfindlich gestört. Ebenso tragen erhöhte Emissionen von Lachgas zur Verschärfung des Klimawandels bei. Außerdem gefährden gasförmige Stickstoffverbindungen direkt oder durch Bildung von bodennahem Ozon und sekundären Feinstäuben die menschliche Gesundheit. Bodennahes Ozon führt darüber hinaus zu weiträumigen Schädigungen empfindlicher Pflanzen und zu Ertragsverlusten. Trotz langjähriger Anstrengungen werden die Umweltsqualitätsziele für die Stickstoffverbindungen noch nicht erreicht.
Landwirtschaft als Quelle treibhauswirksamer Gase: Die Landwirtschaft in Deutschland trägt maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase bei. Vor allem Methan aus der Tierhaltung und Lachgas aus landwirtschaftlich genutzten Böden sind dafür verantwortlich. Die Landwirtschaft ist drittgrößter Verursacher von Treibhausgasen. 50% der gesamten Methan und 65% des Lachgases stammen aus der Landwirtschaft. In diesen Zahlen sind noch nicht die Emissionen aus dem landwirtschaftlichen Verkehr, dem Stromverbrauch, den Feuerungsanlagen sowie der Herstellung von Düngemitteln und Pestiziden enthalten. Die Tiere, ihre Ausscheidungen, die Mistlagerungen und die Felder emitieren Treibhausgase und andere Schadstoffe wie Ammoniak und Feinstaub. Um diese Emissionen zu verringern sind weitreichende Maßnahmen erforderlich.
Beitrag zum Klimaschutz: Die Landwirtschaft muß sich an das unvermeidliche Ausmaß des Klimawandels anpassen und muß einen Beitrag zur Senkung des Treibhausgase leisten. Die Umstellung auf Ökolandbau hat Klimavorteile. Der Klimaschutz erfordert auch ein wirksames Verbot des Grünlandumbruchs.
Klimawandel und Landwirtschaft: Die erwarteten Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Landwirtschaft bis zum Ende des Jahrhunderts sind sehr wahrscheindlich. Die schon aktuell ungünstige Wasserbilanz wird durch die Abnahme der Sommerniederschläge und durch die hohe Verdunstung als Folge steigender Temperaturen verschlechtert.
Wie sich die Landwirtschaft anpassen muß: Die Landwirtschaft ist vor allem durch Trockenheit in Sommer betroffen, dadurch steigt der Befall von Schädlingen und Krankheiten. Durch Frucht- und Sortenwahl und dem jährlichen Fruchtwechsel kann relativ kurzfristig den veränderten Klimabedingungen begegnet werden.
Eutrophierender Stickstoff: Das Überangebot an Stickstoff führt zu veränderten Lebensbedingungen von Pflanzenarten, deshalb werden Pflanzenarten die stickstoffliebend - 4 – sind, diese verdrängen die weniger Stickstoff zur Erhaltung benötigen. Dies trifft aber auch - 4 – die Vielfalt der Tierarten die von einer nährstoffarmen Vegetation leben. Auswirkungen ergeben sich daraus auch auf die Grundwasserqualität durch erhöhte Nitratausträge, insbesondere durch Lachgas. Aus Verkehr und Energieumwandlung haben luftgetragene Stickstoffeinträge in den letzten Jahren abgenommen, Einträge von Ammoniak und Ammonium aus der Landwirtschaft stagnieren immer noch auf hohem Niveau.
Versauerung der Böden: schwefel- und stickstoffhaltige Luftverunreinigungen bewirken eine Absenkung des ph-Wertes. Dadurch kommt es zu Stressfaktoren im Ökosystem z.B. die Wasserfilterung kann nur noch eingeschränkt erfüllt werden, ökologisch unersetzliche mineralbodenbewohnende Regenwürmer können in versauerten Böden nicht mehr existieren, da in diesen Bereichen für sie das toxische Aluminium freigesetzt wird. Übermäßiger Eintrag durch organische Dünger (Gülle), mineralische Dünger und über die Atmosphäre (Eutrophierung) beschleunigt ebenfalls die Versauerung. Das Ammonium wird mirkobiell oxidiert. Nehmen die Pflanzen das Nitrat nicht auf wird es mit dem Sickerwasser ausgetragen und die Versauerungseffekte sind noch gravierender. Durch die zunehmende Versauerung auf landwirtschaftlich genutzten Böden sinken die Erträge. Durch sauere Böden steigt zudem die Mobilität toxischer Schwermetalle, Wasser das durch versauerte Böden sickert, wirkt sich auf das Oberflächenwasser aus. Dies hat große Folgen für das Ökosystem Wald als auch auf das Leben vieler anderer Organismen.
Indikator Artenvielfalt und Landschaftsqualität: Im Agrarland ist der Bestand vieler Vogelarten kritisch. Vögel die auf Äckern, Wiesen und Weiden brüten, gehen vielerorts aufgrund der intensiven Landwirtschaft im Bestand zurück. Es bleibt abzuwarten ob die Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen bis 2015 erreicht werden können.
Der Lebensraum für Tiere und Pflanzen: Ein großer Teil der Artenvielfalt lebt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie in unmittelbarer Wechselwirkung mit diesen, wie z.B. Bienen und Schmetterlinge. Die biologische Vielfalt ist jedoch in den letzten 50 Jahren durch Intensivierung und Technisierung der Bewirtschaftung deutlich zurück gegangen. Insbesondere nahm die strukturelle Vielfalt der Agrarlandschaft durch sukessive Ausräumung ab. Maßnahmen wie hoher Einsatz von Chemikalien (Dünger, Pestiziden), enge Fruchtfolgen, Zunahme der Wintersaaten, Wegfall vieler Stilllegungsflächen haben die Lebensgrundlagen für eine Vielzahl einst häufig vorkommender Tier- und Pflanzenarten zerstört.
Aufgrund ihrer ökologischen Funktion können Landschaftselemente und Flächen dazu beitragen weitere Verluste der Artenvielfalt zu stoppen. 2009 betrug der Anteil der Landwirtschaftsflächen mit äußerst hohem Naturwert 2,2%, mit sehr hohem Naturwert 4,5% und mit mäßig hohem Naturwert 6,3%. Im Jahre 2008 machten Brach- und Stilllegungsflächen nur noch einen Anteil von 2,6 % des Ackerlandes aus. Dadurch wurden Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten vernichtet und damit deren Nahrungsflächen, Schlafplätze, Nistmöglichkeiten und Rückzugsräume in der intensiv genutzten Agrarlandschaft. Es wurden Lerchen, Finken und Ammern die reichhaltige winterliche Nahrung genommen. Durch die Umnutzung der Ackerflächen die überwiegend mit Wintergetreide, Raps und Mais bewirtschaftet werden, erfolgt eine weitere Beschleunigung der Bestandsverluste von Feldvogelarten. Verlust von Wildtieren und Pflanzen hat auch Folgen für die Landwirtschaft, wie etwa durch verstärkte Bodenerosion und den Verlust von Nützlingen.
Ökolandbau ist auf dem Vormarsch: Bundesweit haben die ökologisch wirtschaftenden Betriebe zugenommen. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft zeichnet sich die Ökolandwirt- schaft dadurch aus, daß weitgehend geschlossene Nährstoffkreisläufe stattfinden, sowie auf den Verzicht mineralischer Stickstoffdünger und synthetisch hergestellte Pflanzenschutzmittel. Tierhalt-
ungsbetriebe sind strengeren Regeln unterworfen. Der Ökolandbau gilt deswegen als besonders ressourcenschonende und umweltverträgliche Form der Landwirtschaft. Die derzeitige Nachfrage nach ökologischen Produkten übersteigt die einheimische Produktion. Deutschland importiert daher Ökoprodukte, die bei Umstellung großenteils auch im eigenen Land produziert werden könnten. Ein Strategiepapier des Umweltbundesamtes zum Ökolandbau gibt weiterführende Hinweise für die Verringerung umweltbelastender Stoffströme aus der Landwirtschaft in die Umwelt.