update: 08.05.2023 Siehe auch unter "Verschiedenes" Atemgifte
Distickstoff N2O
Distickstoffemissionen entstehen nicht nur durch Gülleausbringungen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen sondern auch durch nicht gasdicht abgedeckte Gülle- und Mistlager. Distickstoff oder auch bekannt als Lachgas. Schwere bleibende Gesundheitsstörungen. Auswirkungen auf Rückenmark und Nervensystem. Quelle: UBA Okt.2025
Die neurologischen Schäden werden durch eine Störung des Vitamin B 12-Stoffwechsels verursacht. Lachgas reagiert mit Vitamin B12 und macht dieses inaktiv. Dieses Vitamin ist wichtig beim Aufbau von Nervenzellen und Blutbildung und führt infolge des Mangels zu Lähmungen und Blutarmut.
Distickstoff bzw. Lachgas N2O wird durch intensive Landwirtschaft dadurch freigesetzt, daß durch biochemische Prozesse große Mengen des Lachgases auf gedüngten Äckern freigesetzt werden. Es kann zu Gesundheitsschäden in Form von neurologischen Symptomen kommen. Wikipedia 2013
Gepostet am 01.09.2013 10.32h
Ammoniak (NH3): Gasförmiges Ammoniak kann vorallem über die Lungen aufgenommen werden, dadurch wirkt es zusammen mit Feuchtigkeit stark ätzend auf die Schleimhäute. Beim Einatmen zu hoher Konzentrationen kann es zu folgenden gesundheitlichen Problemen kommen:
Wachstumsverzögerungen bei Kindern
Kehlkopfödem (Schwellung des Gewebes)
Stimmritzenkrampf (Verkrampfung der Stimmritze des Kehlkopfes)
Lungenödeme (Wasserlunge)
Pneumonitis (entzündliche Veränderung der Lunge)
Papillenödem (Schwellung der Austrittsstelle des Sehnervs)
Hypothermie (Wärmregulation des Körpers
Dysdiadochkinesia (Wärmregulation des Körpers)
Ataxie (Störung der Bewegungskoordination)
Lethargie (Bewusstseinsstörung, Hirndruck, Zentrales Nervensystem)
Leberzirrhose (Lebervergrößerung)
Bei Übergang substantieller Ammoniakmengen in das Blut steigt der Blutspiegel von NH4+ über 35 µmol, was zentralnervöse Erscheinungen wie Tremor (Parkinsonzittern), der Hände, Sprach- und Sehstörungen und Verwirrung bis hin zum Koma und Tod verursachen kann. Ammoniak scheint vor allem die Astrozyten (Zellen des zentralen Nervensystems), im Gehirn zu schädigen. Leberversagen (potzenielle Störung des Gehirns, verursacht durch eine unzureichende Entgiftung der Leber) oder bei Enzymdefekten auftreten, da dann im Stoffwechsel anfallende N-Verbindungen nicht zu Harnstoff umgebaut und ausgeschieden werden können („endogene Ammoniakvergiftung“) Eine mögliche Erklärung für die nerventoxische Wirkung von Ammoniak ist die Ähnlichkeit von Ammonium mit Kalium. Durch den Austausch von Kalium durch Ammonium kommt es zu Störungen der Aktivität des NMDA-Rezeptors (Ionenfluß an der nachgeschalteten Nervenzelle) und in Folge davon zu einem erhöhten Calcium-Zufluss in die Nervenzellen, was den Zelltod dieser bewirkt. Das Zellgift Ammoniak wirkt vorwiegend auf Nerven- und Muskelzellen. Nahezu alle biologischen Membranen sind aufgrund der geringen Größe des Moleküls sowie seiner Lipidlöslichkeit für Ammoniak durchlässig. Die Cytotoxizität beruht dabei auch auf der Störung des Citratzyklus, (Kreislauf im Stoffwechsel) indem der wichtige Metabolit a-Ketoglutarsäure (Zwischenprodukt des Stoffwechsels) zu Glutaminsäure (Neurotransmittler im zentralen Nervensystem) aminiert wird, sowie auf der Störung des pH-Werts der Zellen. Die encephalotoxische Wirkung wird auch mit einem erhöhten Glutaminspiegel im Gehirn sowie der Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (schädliche Formen des Sauerstoffs) in Verbindung gebracht. Auch chronische Auswirkungen bei längerer Einwirkung von Ammoniak sind vorhanden. Durch Schädigung der Atemwege kann es zu Bronchialasthma, Husten oder Atemnot kommen.
Quelle: wikipedika
Ammoniak und Methan werden kontinuierlich freiggesetzt, Schwefelwasserstoff wird erst beim Bewegen, d.h. wenn Gülle abgelassen, gerührt oder umgepumt wird. Schon eine Konzentration von etwa 200 ml pro m³ lähmt das Gas den Geruchssinn. Ab einer Konzentration von 500 bis 700 ml pro m³ wirkt es stark toxisch und kann nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit und zum Tode führen. Bei hohen Temperaturen im Sommer werden biologische Prozesse gefördert. Die erhöhten Umsetzungsprozesse steigern die Schadgasbildung. Deshalb ist bei warmem und windstillem Wetter besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Quelle: agrarheute 10.11.022
Reaktive Stickstoffverbindungen:
Zu den wichtigsten reaktiven Stickstoffverbindungen gehören Ammoniak NH3, Ammonium NH4, Stickstoffoxide NO u. NO2, Nitrat NO3, Nitrit NO2, Lachgas N 2O. Freigesetzt wird reaktiver Stickstoff vor allem durch Düngemittel, Tierhaltung und durch Verbrennungsprozesse. Stickstoffoxide bilden gemeinsam mit Ammoniak gesundheitsschädlichen Feinstaub und bodennahes Ozon. Durch die räumliche Konzentration von landwirtschaftlicher Tierhaltung entstehen lokal sehr stark belastete Gebiete.
Schon wieder ein Angsthema: Nitrat. Nitrit. Nitrosamine mit der Folge Krebs! Nitrosamine stehen im Verdacht auf kanzerogene Wirkungen.
Gesundheitsschädlich sind Nitrite und die daraus entstehenden Nitrosamine, die karzinogen, also krebserregend wirken. Nitrat ist nicht das wirkliche Problem. Das Problem sind die aus dem Nitrat entstehenden Nitrite und Nitrosamine. Damit Nitrosamine entstehen können müssen vorliegen
Bakterien und Pilze (wie sie praktisch überall vorkommen, z.B. in Luft und Wasser), die aus Nitraten Nitrite machen,
konzentrierte Eiweiße, sog. Amine, die zusammen mit Nitrit zu Nitrosamin „verschmelzen“,
idealerweise: ein saures Milieu – so wie es im Magen natürlicherweise vorkommt.
vom 15.03.2015 Gasförmige Stickstoffverbindungen sind Vorläuferstoffe von bodennahem Ozon und sekundären Feinstäuben und damit ein Risiko für die menschliche Gesundheit. Stickstoffdioxid schädigt die Atemwege und so die menschliche Gesundheit. http:/www.umweltbundesamt.de/themen/luft/wirkungen-von-luftschadstoffen/wirkungen-auf-oekosysteme/reaktiver-stickstoff-in-der-umwelt
Durch Verdauungsprozesse der Milchkühe und Rinder entstehen bereits im Stall des Betriebes Siefert jährlich ca. 6.000 kg Ammoniak, diese Emissionen können auch durch eine Biogasanlage nicht vermindert werden, denn Immissionen sind bei einer Offenstallhaltung am höchsten.
Methan (CH4 ) : Methan kann zu erhöhten Atem- u. Herzfrequenzen führen, es kann zu niedrigem Blutdruck, Taubheit in den Extremitäten, mentaler Verwirrung und Schläfrigkeit, alles hervorgerufen durch Sauerstoffmangel, führen.
Quelle: wikipedia
Die Milchkühe und Rinder emittieren 2013 täglich ca. 115.000 ltr. Methan durch Wiederkäuen, was ebenfalls durch eine Biogasanlage nicht vermindert werden würde, denn diese Menge Methan entsteht bereits im Stall. Bei der Biogaserzeugung entstehen weitere erhebliche Mengen Methan.
Feinstaub: Unter Feinstaub (Ammoniak und Ammonium sind eine Vorläufersubstanz) wird Staub verstanden, der so kleine Partikel umfasst, dass er kaum sedimentiert und sich lange Zeit in der Luft hält. Zudem ist er lungengängig und steht im Verdacht, beim Menschen Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems zu verursachen. Die EU hat 1999 strenge Immissionsgrenzwerte für diesen Staub festgelegt, pro m³ Luft dürfen 40 µg enthalten sein. (pro Kubikmeter Luft 25 millionstel Gramm)
Quelle: KTBL (Kuratorium für Technik und Bauwesen der Landwirtschaft, Darmstadt)
Bioaerosole: Pilze, Bakterien wie Staphylokokken (Durchfall, Erbrechen), Enterokokken (Harnweginfektionen), EHEC-Bakterien, Viren, Endotoxine, die durch Wind und Verwirbelung durch Fahrzeuge noch 500m entfernt messbar sind.
Quelle: wikipedia
Auch die Bioaerosole würden durch eine Biogasanlage nicht vermindert.
Schwefelwasserstoff (H2S): ist das gefährlichste Güllegas, entsteht besonders beim Aufrühren der Gülle, geringste Konzentrationen sind tödlich.
Schwefeldioxid (SO2): ist ein schleimhautreizendes giftiges Gas, es kann Asthmaanfälle hervorrufen, es trägt erheblich zur Umweltverschmutzung bei.
Stickstoffoxide (NOx): wirkt wegen seiner Säurebildung auf Schleimhäute reizend und giftig, kann nach mehr als 24 Stunden nach dem Einatmen noch zu einem Lundenödem führen. Ist ein Treibhausgas und Ozonkiller.
Ammonium (NO4): wirkt wegen seiner Säurebildung auf Schleimhäute reizend und giftig. Wirkt im Körper als Nervengift. Ist ein Treibhausgas und Ozonkiller.
Lachgas (N2O): wird durch intensive Landwirtschaft dadurch freigesetzt, daß durch biochemische Prozesse große Mengen des Lachgases auf gedüngten Äckern freigesetzt werden, es kann zu Gesundheitsschäden in Form neurologischer Symptome kommen.
Kohlendioxid (CO2): durch Gärprozesse in Futtersilos sowie in Gülle und Jauche entstehen beträchtliche Mengen an Kohlenstoffdioxid. Ab etwa 5 % dieses Gases in der eingeatmeten Luft können Schwindel, Kopfschmerzen, beschleunigter Herzschlag, hoher Blutdruck und Atemnot entstehen.
Nitrit (NO2): ist stark toxisch und krebserzeugend.
Ozon (O3) : bei der Reaktion von Stickstoffoxiden, Sauerstoff und UV-Strahlung bildet sich Ozon, schon in geringen Konzentrationen gesundheitsschädlich, Reizungen der Atemwege.
Da die Wirkung untereinander dieser schon im einzelnen giftigen Gase noch nicht erforscht ist, kann nicht ausgeschlossen werden, daß erhebliche gesundheitliche Probleme der Menschen zu befürchten sind, die in den nichteingehaltenen Abständen der Emissionsquelle wohnen.
Quelle: wikipedia und Umweltbundesamt
Im Bundes-Immissionsschutzgesetz TA-Luft sind weitere Immissionsgrenzwerte pro m³ Luft festgelegt:
Schwefeldioxid : 50 Millionstel Gramm per Jahr, Zusatzbelastung 2 Millionstel Gramm per Jahr
Stickstoffdioxid : 40 Millionstel Gramm per Jahr, Zusatzbelastung 3 Millionstel Gramm per Jahr
Ammoniak : 0,4 Millionstel Gramm per Jahr
Staub (nicht gefährlich): 0,35 Gramm per Jahr und m²
Quelle: http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/taluft.pdf
aktuelle Werte über Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon, Kohlenmonoxid, Benzol und Schwefeldioxid auf der HR-TV-Text-Seite ab 160
Staub aus der Landwirtschaft:
Staub macht krank – der richtige Schutz ist wichtig
Mit an der Spitze in der Statistik der Berufskrankheiten in der Land- und Forstwirtschaft stehen Asthma und andere chronische Atemwegserkrankungen. Erkrankungen der Atemwege sind bei Landwirten, insbesondere bei Tätigkeiten in der Tierhaltung, sehr häufig anzutreffen. Ursächlich hierfür ist meist der Kontakt mit Staub, der allergieauslösende Substanzen enthält wie Bakterien, Schimmelpilze oder andere organische Substanzen in Futtermittel- und Tierstäuben (z.B. Rinderhaare, Borsten, Hautschuppen, Federn, Horn, Kot, Speichel von Tieren).
Je länger und intensiver die Belastung durch Staub, desto größer ist das Risiko einer chronischen Atemwegserkrankung. Ganz wichtig ist deswegen, den Kontakt mit diesen Stäuben zu vermeiden oder die Belastung zu minimieren.
Die SVLFG empfiehlt hierzu eine Reihe von Schutzmaßnahmen: angefangen von technisch-baulichen Maßnahmen wie dem Einbau geeigneter Lüftungssysteme in Ställen, über organisatorische Maßnahmen wie dem Verwenden von staubarmen oder flüssigen Futtermitteln bis hin zum Tragen von Atemschutzmasken und geeigneter Schutzkleidung.
Da sich chronische Atemwegserkrankungen schleichend entwickeln und erste Symptome von Atemwegsbeschwerden, wie Husten, Auswurf, Kurzatmigkeit und Atemnot nur wenig beachtet werden, informiert die SVLFG ihre Versicherten regelmäßig zu Ursachen und Frühsymptomen von Atemwegserkrankungen. Denn auch hier gilt: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto günstiger die Prognose für den weiteren Verlauf.
Quelle: svlfg