Gepostet am: 16.12.2013 15:07:43
Besonders problematisch ist, daß mit steigender Luftfeuchte im Stall das Transportmedium für pathogene Mikroorganismen entsteht.
Schadgase wie Kohlendioxid (CO2), Ammoniak (NH3), Methan (CH4) etc. werden über die Atemluft oder dem Kot vom Tier abgegeben. Die Konzentration der Gase richtet sich nach der Tierdichte im Stall und nach der Bewirtschaftung.
Gülle im Stall - also unter Spaltböden - belastet die Stallluft erheblich. Diese Gase vermindern nicht nur die Sauerstoffkapazität der Luft, sondern führen zu Reizungen der Atemwege und Verletzungen der Lungenveolen. Schadgase belasten den Organismus und wirken sich negativ auf die Gesundheit von Mensch und Tier aus.
Im Vergleich zur Außenluft mit durchschnittlich 150 Bakterien und Partikeln pro m³, konnten in Ställen bis zu 70.000 Bakterien pro m³ nachgewiesen werden, eine unnötige Belastung, nicht nur für die Kühe.
(Quelle: landwirtschaftliche Fachzeitschrift Nr. 20/13
pathogen heißt: krankmachend, Leid bringend
Lungenveolen: in den Lungenveolen findet der Gasaustausch (Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe) statt
Phosphan (PH3) früher Phosphin genannt:
Aufgrund von aufgetretenen schweren Erkrankungen bei Landwirten und Nutztieren liegt die Vermutung nahe, dass Gülle Phosphan emittiert. Es konnte deutlich nachgewiesen werden, dass Faulgase aus Gülle stark phosphanhaltig sind. Auch in der Luft von Rinder- und Schweineställen ist Phosphan nachweisbar. Einfache Gülletechnologien (Gülle-Vorbecken) emittieren mehr Phosphan. Arbeitsschwerpunkt des Projekts waren Untersuchungen zum Vorkommen von freiem Phosphan in verschiedenen Verfahrensstufen der Gülletechnologie.
Quelle: Bundesministerium für Bildung u. Forschung (BMBF)
Universität Leipzig, Institut für Tierhygiene und öffentliches Veterinärwesen