Gepostet am: 16.12.2013 16:27:43
Mais als Monokultur hat in den letzten Jahren gut funktioniert.
Nun sorgt der Maiswurzelbohrer für ein Umdenken.
Die Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden hat die Politik mittlerweile zumindest vorläufig europaweit auf Eis gelegt.
Das heiß umstrittene Thema um das Bienensterben hat sehr heftige Emotionen hervorgerufen. Insektizid-Granulate (Pyrthroide) wären eine weitere Möglichkeit zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, konkret der Larven des Maiswurzelbohrers. Allerdings sind auch diese Granulate nicht mehr zugelassen. Für den "Monomaisbauer" wird es also vorraussichtlich 2014 eng. An Bekämpfungsmaßnahmen bleibt nur noch der Einsatz sogenannter Entomopathogener Nematoden.
Von allen Bekämpfungsmethoden ist die Fruchtfolge die sicherste Bekämpfungsmethode. Allerdings führt die Fruchtfolge auch zu keiner Ausrottung des Schädlings. Zwar kann Getreide nach Mais die Schädlingspopulation reduzieren, meist kommt es aber immer wieder zu einem Zuflug von außen und ggf. zu einer Eiablage. Ein einjähriger Maisverzicht unterdrückt daher keinesfalls den Maiswurzelbohrer vollständig. In Experimentalversuchen war kein Unterschied mit Gaben von Kalkstickstoff zur Larven-/Käferbekämpfung festzustellen.
Die wohl wichtigste Methode zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers ist die Fruchtfolge. Die Blüten der Begleitflora spielen eine wichtige Rolle, vornämlich die Sorten, die zur Zeit des Käferfluges blühen. Aber diese Randeffekte sind nie ganz auszuschließen. Ideale Fruchtfolgen müßten daher mehrgliedrig sein und weniger als 50 % Mais enthalten um den Maiswurzelbohrer nachhaltig einzudämmen. Bei den direkten Bekämpfungsmaßnahmen scheinen derzeit die Nematoden der
einzige Rettungsanker zu sein. Leider gibt es hierzu noch wenig Erfahrung in der Praxis.
Die fehlende Zulassung chemischer Wirkstoffe lässt daher 2014 höhere Schäden erwarten.
(Quelle: landwirtschaftliche Fachzeitschrift Nr. 22/13)