Gepostet am: 07.10.2016 17:41:21
Staub macht krank – der richtige Schutz ist wichtig
Mit an der Spitze in der Statistik der Berufskrankheiten in der Land- und Forstwirtschaft stehen Asthma und andere chronische Atemwegserkrankungen. Erkrankungen der Atemwege sind bei Landwirten, insbesondere bei Tätigkeiten in der Tierhaltung, sehr häufig anzutreffen. Ursächlich hierfür ist meist der Kontakt mit Staub, der allergieauslösende Substanzen enthält wie Bakterien, Schimmelpilze oder andere organische Substanzen in Futtermittel- und Tierstäuben (z.B. Rinderhaare, Borsten, Hautschuppen, Federn, Horn, Kot, Speichel von Tieren).
Je länger und intensiver die Belastung durch Staub, desto größer ist das Risiko einer chronischen Atemwegserkrankung. Ganz wichtig ist deswegen, den Kontakt mit diesen Stäuben zu vermeiden oder die Belastung zu minimieren. Die SVLFG empfiehlt hierzu eine Reihe von Schutzmaßnahmen: angefangen von technisch-baulichen Maßnahmen wie dem Einbau geeigneter Lüftungssysteme in Ställen, über organisatorische Maßnahmen wie dem Verwenden von staubarmen oder flüssigen Futtermitteln bis hin zum Tragen von Atemschutzmasken und geeigneter Schutzkleidung.
Da sich chronische Atemwegserkrankungen schleichend entwickeln und erste Symptome von Atemwegsbeschwerden, wie Husten, Auswurf, Kurzatmigkeit und Atemnot nur wenig beachtet werden, informiert die SVLFG ihre Versicherten regelmäßig zu Ursachen und Frühsymptomen von Atemwegserkrankungen. Denn auch hier gilt: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto günstiger die Prognose für den weiteren Verlauf.
Quelle: svlfg
Staub wirkt nach (SEEDORF u. HARTUNG 2002) als „Carrier“ oder „Vehikel“ bei der Verbreitung von Krankheitserregern. Viren werden nach MÜLLER (1991) fast ausschließlich an Staub oder sonstige Trägerpartikel gebunden übertragen. Überlall wo durch Arbeitsaktivitäten Staub aufgewirbelt wird, werden erhöhte Bioaerosolkonzentrationen festgestellt. Bestandteile gesundheitsgefährdender Aerosole sind nach (STADLER 1993) pathogene Bakterien (z.B. Salmonellen), Schimmelpilze (z.B. Aspergillus fumigatus und Aktinomyzeten Bakterien (z. B. Salmonellen), Schimmelpilze (z. B. Saccharopolyspora rectivirgula). Veränderungen des Bioaerosols in der luftgetragenen Phase bestimmen die Gefahr, die von ihm ausgehen kann. Diese sog. Bioaerosole sind noch in einem Umkreis von 1,5 km messbar.
Quelle: Universität Hohenheim
Schimmelpilze werden durch den Futterwagen in die nahe Wohnbebauung getragen