Gepostet am: 16.12.2013 15:08:32 , Update 2022
https://umwelt.hessen.de Auf Internetseite des hess. Ministeriums heißt es: Die Produktion von hochwertigen und gesundheitlich unbedenklichen Erzeugnissen hat höchste Priorität.
Die Silage der ersten drei Bilder wird z.Zt. verfüttert. Deshalb handelt es sich nicht um hochwertige, gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel. Mykotoxinproduzierende Schimmelpilze gehen in Fleisch und Milch über und können erst bei einer Temperatur von 400°C eliminiert werden. Große Mengen verpilzter Silage werden auch in der Biogasanlage fermentiert, diese Temperaturen kann eine Biogasanlage nicht leisten. Bei der Gärresteausbringung verpilzter Stoffe entstehen toxisch-hygienische Probleme.
verschimmelte Maissilage, 09.12.2022
verschimmelte Maissilage, 09.12.2022
02.01.2023 an der glatten, die mit dem Futterwagen abgefräste Kante bestätigt Beoabachtungen, dass diese Silage verfüttert wird, Schimmelsilage darf aufgrund giftiger Stoffwechselprodukte nicht verfütter werden.
2023
Schimmelsporen werden beim Aufnehmen mit dem Futterwagen und noch einmal beim Abtransport der abgetragenen Schimmelhaufen verwirbelt und in der nahegelegene Wohnbebauung in den Gemüse- und Obstgärten verteilt.
25.11.2018
26.12.2020
20.06.2020
30.11.2020
Gammelsilage
2015, Gammelsilage
Es liegen seit dem Jahr 2010 weitere 60 Bilder von verschimmelter Silage und verschimmeltem Stroh vor.
Gärgase und Schimmelbildung in Silage
Als Gärgase werden alle gasförmigen Stoffe bezeichnet, die im Zuge des Silierens entstehen. Kohlendioxid (CO2) ist jenes Gas, das in sehr großen und auch innerhalb sehr kurzer Zeit durch die Produktion der Milchsäuregärung entsteht.
Nitrose-Gase haben den Vorteil, daß sie bräunlich gefärbt sind und somit gesehen werden können. Werden sie eingeatmet, reizen sie Augen, Nase und Rachen. In hohen Konzentrationen führen sie zur Atemlähmung. Entstandene Alkohole und Ester sind aromatische Verbindungen die riechbar sind und als unangenehm empfunden werden.
Kommt es im Silo zu einem Fäulnisprozess, kann auch explosives Methan entstehen. Bei Vergärung von Pflanzen laufen hochkomplexe Vorgänge ab, die wesentlich vom Siliergut (Gras, Körnermais, ganze Maispflanze etc.), deren Inhaltsstoffen und der Temperatur abhängen. Deshalb kann im Vorfeld nie genau gesagt werden, wann und in welchen Konzentrationen die verschiedenen Gase entstehen.
Diese Gase entstehen bereits wenige Stunden nach dem Anlegen eines Silos. Das bedeutet, daß nicht nur das Siliergut unmittelbar nach dem Befüllen, sondern auch beim Entnehmen mittels einer Fräse (Futterwagen) sofort mit einer Folie zugedeckt werden müssen.
Da Kohlendioxid (CO2) schwerer ist als Luft, ist es notwendig, beim Entfernen der Abdeckfolie oder fräsen in Bodennähe in gebückter Haltung mit diesen Gasen gerechnet werden muß.
Gärgas als lebensbedrohende Gefahr:
Die Gesundheitsgefahr von Gärgas wird sehr oft stark unterschätzt. Ersticken aufgrund von Sauerstoffmangel oder Vergiftung durch hohe Konzentrationen von Kohlendioxid (CO2) sind oft die Ursache. Die Verminderung dieses Gases im Arbeitskreis ist ein wichtiger Ansatz. Das Hauptproblem ist, daß die Gefahr unterschätzt wird. Die Behauptung CO2 könne gerochen werden, stimmt nicht. Die Kerzenprobe ist als Bestimmungsmethode für den Sauerstoffgehalt in der Luft nicht geeignet, da eine Kerze weniger Sauerstoff zum Brennen benötigt, während für den Menschen die Konzentration von CO2 bereits tödliche Folgen hat.
Schimmel in Silage:
Die Hyphen dieser Pilze, aber auch gleichzeitig vorhandene Hefen, sind mit dem freien Auge nicht sichtbar und viel stärker verbreitet, als man wahrnimmt. Ist die Silage mit weißen Schimmelflecken durchzogen, sollte durch eine mikrobiologische Untersuchung geprüft werden, ob dieses Futter für Futterzwecke noch geeignet ist.
Bei Fahrsilos tritt die Erwärmung meist im oberen und vorderen Bereich auf. Mit zunehmender Zeitdauer erwärmt sich aber ein immer größerer Bereich des Futterstockes, wodurch die Futtereignung rasch abnimmt. Da eine Kuh ein stark ausgeprägtes Riechorgan hat und rasch auf futterhygienische Mängel reagiert.
Wird mikrobiologisch belastetes Futter gefressen, führt die Hefe- und Schimmelbelastung im Pansen zusätzlich zu Verdauungsstörungen. Es hängt von der Verabreichungsform (durch Vermischung im Futterwagen) ab, ob die Kühe durch Selektionsmöglichkeit der Futterkomponenten in der Lage sind, unbelastetes Futter aufzunehmen.
(Quelle: landwirtschaftliche Fachzeitschrift Nr. 21 u. 22/13)
Das lfl Bayern hat zusammen mit der TU München o.g. Studie erarbeitet, sehr empfehlenswert!
Insbesondere die hygienische Qualität der Silage hat erheblichen Einfluss auf die Qualität der erzeugten Produkte wie Milch und Fleisch.
Bericht über Schimmelpilze und Mykotoxine, die ein erhebliches hygienisch-toxikologisches Risiko darstellen:
Nitrose-Gase: Sammelbezeichnung für gasförmige Oxide des Stickstoffs (NOx) siehe gesundheitsgefährdende Substanzen
Ester: organische Verbindungen
Pilz-Hyphen: fadenförmige Pilzzellen
Nitrose Gase: In Getreide- und Futtermittelsilos (pflanzliche Nitrate werden durch Mikroorganismen in Nitrite, und diese von Milchsäurebakterien in nitrose Gase übergeführt)
Wirkung: Durch Bildung von Salpetersäure aus Stickstoffdioxid und Wasser kommt es akut zu Reizungen und Verätzungen von Augen, Nase, oberem Respirationstrakt und evtl. Speiseröhre und Magenschleimhaut. Wegen der hohen Lipidlöslichkeit kommt es bei oft nur geringer Reizung der oberen Atemwege (hier schützende Schleimschicht) zu einer Schädigung der alveolo-kapillären Grenzmembran. Dies führt nach einer typischen Latenzzeit von (3-6-12-24) oder mehr Stunden zum toxischen Lungenödem. Bei prothahiert verlaufenden Vergiftungen kommt es durch Resorption von NO zu Methämoglobinbildung.
Toxizität: Bereits bei 20-40 mg/m³ leichte Reizungen der Augen und der Nasenschleimhaut; 70 mg/m³ auch bei längerer Einwirkung noch erträglich; 200 mg/m³ noch über 6 Stunden ohne wesentliche Symptome erträglich; -250 mg/m³ akute Lebensgefahr. Nachweis: Dräger Prüfröhrchen »Nitrose 100/b« im Bereich von 0,5-5000 ppm; nicht in der Exspirationsluft! Symptome und klinische Befunde: Unmittelbar nach Exposition je nach Konzentration und Einwirkungsdauer Konjunktivitis, Rhinitis, Reizhusten, Kopfschmerzen, Schwindel; seltener Übelkeit und Erbrechen.
Nach einer Latenzzeit von mehreren Stunden mit z. T. völligem subjektivem Wohlbefinden und unauffälligem physikalischem Lungenbefund (röntgenologisch jedoch bereits typisches Lungenödem mit diffuser feinfleckiger Verschattung nachweisbar!) plötzlich zunehmende Atemnot, Hustenreiz, retrosternale Schmerzen, Erstickungsgefühl; dann Dyspnoe mit Beschleunigung der Puls- und Atemfrequenz, graue Zyanose, schaumiger rotbrauner Auswurf; auskultatorisch und röntgenologisch alveoläres Lungenödem nachweisbar. Hämatokrit erhöht. Vor allem bei protrahiert verlaufenden Vergiftungen durch Nitrogase mit hohem Stickstoffmonoxid-Anteil Auftreten von Zyanose, Erbrechen, Atemnot, Benommenheit und Bewusstlosigkeit durch Methamoglobinbildung. Spätschäden: Kontrolle von Leber- u. Nierenwerte, des Blutbildes, der Lungenfunktion, Kontrolle durch EEG`s und ZNS (Zentrales Nervens) wegen Spätschäden.
Quelle: Toxcenter.org
Gärgase bilden sich bei jedem Silierpozess. Allerdings entstehen erhebliche Gefahren für Mensch und Tier, wenn die Folie zu früh abgedeckt wird. Wenn die Silomiete entgegen der Beratungsempfehlung nicht nach sieben Wochen, sondern bereits nach wenigen Tagen geöffnet wird. Gefahren bestehen sowohl für Menschen als auch für die neben der Silomiete untergebrachten Tiere, zum Beispiel Kälber in Kälberhütten. Quelle: http://www.agrarheute.com/news/maismiete-vorsicht-gaergasen
In den ersten Stunden und Tagen des Silierprozesses aus dem Fahrsilo austretende Schadgase führen im Extremfall zu tödlichen Unfällen. Um diese zu vermeiden, nennt die SVLFG (landwirtschaftl. Berufsgenossenschaft) parktikable Schutzmaßnahmen. Quelle: landwirtschl. Berufsgenossenschaft
von Prof. Dr. Ehrengard Kaiser: Was sind nitrose Gase?
Kaiser:
Das ist ein Gasgemisch verschiedener Stickoxide. Für die Silierung sind Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) von Bedeutung. Sie werden aus dem Siliergut enthaltenen Nitrat gebildet. Nitrat wird während der Silierung zunächst zu Nitrit reduziert, aus dem dann die nitrosen Gase entstehen. Wie gefährlich sind nitrose Gase? Kaiser: Bei den nitrosen Gasen unterscheiden wir nach NO (Stickstofmonoxid) und Stickstoffdioxid (NO²). Beide Gase sind giftig für uns, giftiger als z.B. Kohlenmonoxid oder Schwefelwasserstoff. Werden sie eingeatmet, bildet sich in den Schleimhäuten Salpetersäure und salpetrige Säure. Es kommt zu Reizungen und Verätzungen von Augen, Nase und oberen Luftwegen. Bereits das Einatmen kleinster Mengen schädigt die oberen Atemwege. Aber auch die Speiseröhre und die Magenschleimhaut können betroffen sein. Gibt es noch weitere Gesundheitsrisiken? Kaiser: Ja. Tückisch ist, dass oft Stunden später weitere Beschwerden auftreten können, insbesondere, wenn die Lunge mit betroffen ist. Es kann zu einem Lungenödem kommen, mitunter mit tödlichem Ausgang. Auch Symptome wie Bindehautentzündungen, Reizhusten, Schwindel oder Erbrechen können auftreten. Werden nitrose Gase über längere Zeit eingeatmet, verliert das Blut die Fähigkeit, Sauerstoff zu transportieren. Es kommt zum sogenannten „inneren Ersticken“. Medizinisch wird das durch nitrose Gase verursachte Krankheitsbild auch als „Silobefüllerkrankheit“ bezeichnet.
Gärgase gehören zur Milchsäuregärung und damit zum Verfahren der Silagebereitung dazu. Sie sind unvermeidbar. Gärgase sind zwar hochgiftig, bei guter fachlicher Praxis und bei Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben sind Gefahrensituationen aber vermeidbar.
Um eine notwendige Abkühlung auf Aussentemperaturniveau im Kern des Silagegutes sicherzustellen, ist eine ausreichende Silierdauer von mindestens 6 Wochen zu gewährleisten.
Bei vorzeitiger Öffnung des Silos weist vor allem der Kern noch erhöhte Temperaturen auf. Hefen und Schimmelpilze finden dann optimale Bedingungen vor und bewirken einen aeroben Verderb der Silage.
Auch am Geruch ist eine gelungene Silage erkennbar, gute Silage riecht aromatisch säuerlich, Fehlgärung dagegen muffig bzw. faulig. Hefen gelten als Wegbereiter für mikrobielle Verderbvorgänge. Hefepilze behalten ihre Vermehrungsfähigkeit auch bei optimal vergorenen Silagen, Sie nehmen ihren Stoffwechsel wieder voll auf wenn Sauerstoff zur Verfügung steht.
Mehr Informationen unter Biogas-Forum, Bayern
Silierpraxis im Betrieb Siefert:
21.09.2018 die seit 19.08.18 bestehende Mais-Silage wurde geöffnet, 2 weitere Maissilagen wurden ohne weitere Befüllung geöffnet, 22.+23.09.18 die seit 19.8. bestehende Silage wurde aufgefüllt mit Rübenschnitzeln Bild 974 Sn 23.09.2018 fiel 23 ltr. pro m² Regen in diese geöffneten Fahrsilos, Fehlgärung vorprogrammiert !
10.11.2018 zwei Mais-Silagen werden geöffnet, ab Montag 13.11. werden diese Fahrsilos mit Rübenschnitzeln aufgefüllt, vom
10.11. bis 14.11.18 sind 28,5 ltr. Regen pro m² in diese Fahrsilos gefallen, Fehlgärung vorprogrammiert, Bilder 2370, 2371 Sn
11.06.2018 Flur 7 in Richtung Breitenbrunner Weg wurde Gülle auf Grünland ausgebracht,
15.06.2018 mit Unkrautvernichtungsmittel, deutlich erkennbar am rauhblättrigem Ampfer, und ohne dass es geregnet hat, wurde am 20.06.2018 dieses Grünland gemäht und als (Fahr)-Silofutter eingebracht.
02.04.2019 Flur 8 (Haspel) gegüllt
18.04.2019 gemäht und als Grassilage eingefahren
03.05.2019 Flur 7 Weidegrundstück gegüllt
07.05.2019 Kühe auf dieser Weide (kein Foto, mehrere Zeugen)
07.05.2019 linkes Grassilo mit Folie abgedeckt, war zur Weiterbefüllung zwischenzeitlich geöffnet
16.05.2019 dieses Grassilo zur Verfütterung geöffnet (Foto 2460)
14.09.2024 Maissilage nachmittags begonnen Foto 3446 16.09.2024 12.00 h abgedeckt Foto 3454
11.09.2025 Mega-Fahrsilo am Abend begonnen, in der Nacht vom 13. zum 14.09. sind 10 ltr. Regen gefallen, Schimmel vorprogrammiert, 14.09. gegen 10.oo Uhr abgedeckt, Bild SAM 3526
Obwohl dieser Betrieb von zwei Landwirtschaftsmeistern geführt wird gibt es Beobachtungen dieser Art ab 2016.
Flur 7 Grundstück Nr. 82 + 83 Goldbrunnen
01.05.2023 Mo. gemäht
04.05.2023 Do Mähgut in Fahrsilo eingefahren
05.05.2023 Fr. 16.00 Uhr abgedeckt
07.05.2023 So. zur Verfütterung geöff
verschimmeltes Stroh
2020, verschimmeltes Stroh
2020
2023
Maissilage Okt. 2023, Vorraussetzung einer gelungenen Silage ist eine absolute Vermeidung von Sauerstoffeintritt in das Siliergut während des Gärprozesses
Nov. 2024