Gepostet am: 01.09.2013 10:30:31
In diesem mit Fotos beschriebenen landwirtschaftlichen Betrieb werden scheinbar die Fördermittel (EU und nationale Fördermittel) zur Anschaffung von Nobelkarossen missbraucht, denn jeder Familienangehörige legt die wenigen Meter zwischen Wohnhaus und Stallanlage im 10-Minuten-Takt mit seiner Stern-Karosse zurück (es sind fünf neue Modelle vorhanden).
Für Umweltschutzmaßnahmen (Ölabscheider, Auffangbehälter für Jauche-, Gülle-, Silagesickersäfte, Abdeckungen für Güllebehälter, Ammoniakwäscher, Anschluß der Regenrohre an den Kanal) kommen keine finanziellen Mittel zur Anwendung. Dies mutet den Betrachter sehr komisch an, denn Fördermittel (Steuergelder) sollten dahingehend überprüfbar sein, daß sie zielgenau für die Herausforderungen des Klimawandels und dem Schutz des Grundwassers etc. eingesetzt werden.
Von 2014 bis 2018 wurden jährlich 6 Millionen Euro aus dem EU-Steuertopf an die Odenwälder Landwirte gezahlt.
Die Differenz zwischen Gülleaufkommen dieses Hofes und der dafür notwendigen Fläche auf der diese ausgebracht werden kann, ist erheblich, deshalb werden Nmin-Bodenuntersuchungen abgelehnt, da durch diese Bodenbeprobung eine Überdüngung auffallen würde.
Zur Erinnerung: dieser Hof emittiert täglich 119.000 ltr. Methan, 1 Tonne Methan hat die Klimaschädlichkeit von 23 Tonnen CO2. Alleine durch die Viehhaltung werden jährlich 690 Tonnen klimaschädliche Gase erzeugt.
Aber die Behörden sind sich einig, es ist, so wie es ist, alles in Ordnung.
Schon bei der Baugenehmigung dieser Stallanlagen wurden erhebliche Fehler gemacht, die aber wehement bestritten werden. Dem Brandschutz der alten Stallanlage wird ungenügend Rechnung getragen. Lt. Baunutzungsverordnung (BauNVO) ist im Misch- bzw. Wohngebiet gewerbliche Landwirtschaft nicht zulässig.
Inzwischen ist der Erdaushub für eine Biogasanlage abgeschlossen.
Von Menschen die an den Hebeln der Politik sitzen, erwartet der Bürger wenigstens Sachkenntnis von den Dingen über die sie entscheiden und darüber hinaus, daß sie sich ihrer Verantwortung über die Tragweite ihrer Entscheidungen bewusst sind. Es zeugt von sehr wenig Sachverstand wenn Entscheidungsträger argumentieren: „ich kann mich bei meiner Entscheidungsfindung nicht von den Problemen der Dritten Welt beeinflussen lassen“. Solche Äußerungen können nur von Menschen stammen, die nicht über ihren Tellerrand hinausschauen können.
Den Befürwortern der Biogasanlagen sei das Buch „FOOD CRASH“ von Dr. Felix zu Löwenstein herzlichst empfohlen.