Herbstdüngung 19.10.2024, weitere 18 Bilder vorhanden
Bei beiden Videos ist zu sehen, dass die Fläche bereits gegüllt war.
Gepostet am: 27.01.2014 14:09:56
Bei der Biogas-Produktion ist die Wirkung der kohlenstoffreduzierten fermentierten Gülle auf den Humushaushalt zu hinterfragen. Darüber hinaus ist die Wirkung von im Futter oder akut eingesetzten Arzneimitteln, Kupfereinträgen aus Klauenpflege sowie Desinfektionsmittel auf den Biogasprozess kritischer zu betrachten. Neben einem Verbot der prophylaktischen Antibiotika-Anwendung würden hier artgerechte Stallvarianten, die Produktion eigenen Futters sowie die Weidehaltung in eine positive Richtung deuten. Der Einsatz von schnell wirksamer und direkt pflanzenverfügbarer Biogasgülle wird auch für (vor allem für viehlose) Betriebe des ökologischen Landbaus in einigen Publikationen begrüßt. Ein vermehrter Einsatz wäre aber gerade hier unter Bodenschutz-Aspekten kritisch zu sehen, weil er dem Bodenfruchtbarkeit fördernden Prinzip des ökologischen Landbaus (Bodenfütterung statt Pflanzenfütterung) widerspricht. Über den Stellenwert der Biogas-Gülle und mögliche negative oder auch positive Wirkungen auf den Boden ist insgesamt wenig bekannt. Es gibt nur Hinweise darauf, dass Biogas-Gülle -falsch behandelt- deutlich negative Wirkungen auf den Boden, die Pflanzen/Futterqualität und Tiergesundheit haben kann. Abgesehen von der Umweltverträglichkeit ist die Flächenkonkurrenz der unterschiedlichen Bodennutzungen (Energiepflanzenanbau versus nachhaltiger Nahrungs- und Futtermittelanbau, Gewerbe-, Verkehrs- und Siedlungsflächen, Naturschutzflächen etc.) weiterhin ungeklärt.
Die verspätete Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsfrage wird letztlich in der Landwirtschaft ausgetragen.
Quelle: Dr. Andea Beste, Büro für Bodenschutz und ökologische Agrarkultur, Mainz
Tierarzneimittel-Rückstände, Hormone usw. werden durch die biologische Behandlung z.B. in einer Biogasanlage praktisch nicht abgebaut, sondern verbleiben nahezu in ihrer absoluten Menge im Gärrückstand; aufgrund der durch die Vergärung erfolgenden Volumenreduzierung des Materials findet sogar eine Aufkonzentrierung dieser Hemmstoffe/Kontaminanten im Gärrückstand statt. Eine Aufbringung dieser komulierten Rückstände auf Böden steht einer ordnungsgemäßen und schadlosen Kreislaufwirtschaft entgegen und ist daher nicht vertretbar. Dabei ist zuberücksichtigen, daß die Bioabfallverwertung zu einem großen Teil auf landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Böden und damit im besonders sensiblen Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelproduktion erfolgt.
Quelle: BioAbfV Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit