Gepostet am: 16.12.2013 15:06:15
Die "Vermaisung der Landschaft ist nur eine optische Beeinträchtigung, die wirkliche Gefahr liegt tiefer, nämlich bei den Pilzerkrankungen des Maises.
Fusarien sind die wichtigsten Erreger von Kolbenfäule auf Mais. Kolbenfäule ist häufig bereits äußerlich an den Lieschen durch weißlichen oder lachsfarbene Beläge zu erkennen. Unter den Lieschen sind die Kolben teilweise oder vollständig von einem dichten weißen bis hellrosa Pilzgeflecht überzogen. Unter dem Pilzgeflecht befinden sich rot bis braun verfärbte Körner. Fusarien produzieren auf Mais Myktoxine, die für Mensch und Tier giftig sind. Mykotoxine stellen ein ernstes ökonomisches Problem für die Lebensmittelproduktion und Tierhaltung dar.
Fusarien haben unterschiedliche Klimaanforderungen für optimale Infektion. Fusarium graminearum tritt bei warmem und nassen Wetterbedingungen bei der Blüte auf.
Fusarium proliferatum und Fusarium verticillioides lieben heiße Temperaturen und Trockenheit.
Vorbeugung bzw. Vermeidung ist z.Zt. die einzige vernünftige Vorgangsweise um die Wahrscheinlichkeit einer Toxinkontamination zu schmälern. Insbesondere Körnermais fördert den Befall der Folgefrucht mit F.graminearum.
Bei keiner Getreidefrucht bleiben mehr Enterückstände auf dem Feld als bei Mais. Deshalb muß nach der Ernte des Maises der Ackerhygiene große Bedeutung geschenkt werden. Das Zerkleinern und Einarbeiten ist nicht nur für die Bekämpfung von Fusarien, sondern auch für die Bekämpfung des Maiszünslers wichtig. Die Fraßschäden der Maiszünslerraupe begünstigen eindeutig das Wachstum von F. subglutinans. Die Toxingehalte in den Spindeln sind weitaus höher als in den Körnern. Der Spindelanteil sollte bei der Silage so weit wie möglich reduziert werden. Das Hinauszögern der Ernte birgt Gefahren in sich, da die Toxingehalte bei infizierten Beständen mit verspäteter Ernte laufend zunehmen und die Gefahr einer erhöhten Toxinkontamination bei später Ernte Ende Oktober um bis das 10-fache höher ist als bei der Ernte bis Ende September. Auch nach der Ernte kann das Schimmelpilzwachstum und die Mykotoxinproduktion weiter bestehen, wenn der Mais unsachgemäß siliert, Körnermais nicht sofort getrocknet oder nachträglich wieder feucht wird.
Die wichtigsten Fusarien und Fusarientoxine bei Mais:
Fusarium subglutinans: Moniliformin, Beauvericin, Enniatine
Fusarium verticillioides: Fumonisine (FUM)
Fusarium proliferatum: Fumonisine, Moniliformin, Beauvericin, Enniatine
Fusarium graminearum: Desoxynivalenol (DON), Zearalenon, Nivalenol
Gesundheitsbeeinträchtigende Effekte dieser Toxine:
Desoxynivalenol: Magen-Darmtoxin, verminderte Nahrungsaufnahme, Erbrechen und Durchfall,
Wachstumsverzögerung, Immunsuppression,
Zearalenon: Östrogenanalogon, verminderte Fruchtbarkeit, kokanzerogen
Fumonisine: kanzerogen, schädigen graue Hirnsubstanz sowie Leber und Nieren
Nivalenol: hautreizend, immunsuppressiv
Beauvericin/Enniatine: zelltötend
Moniliformin: Atemnot, Muskelschwächen und -schäden (insbesondere des Herzmuskels) Gewichtsverlust
(Quelle: landwirtschaftliche Fachzeitschrift Nr. 20/13)
Fusarien: hochgiftige Feldpilze, werden auf fast allen Getreidearten (besonders auf Mais) festgestellt
Myktotoxine: giftige Stoffwechselprodukte der Pilze