Veranstaltungshinweis:
öffentlicher Vortrag am 20.11. 20:15 (11:15 PST) im Tucson Theater, geplante Dauer bis ca. 21:30 (max. 1,5 h)
Der Vortrag ist mit Voice und begleitender Mediagalerie geplant. Ein Scriptum zum Nachlesen mit weiteren Quellen und Information wird hier als PDF-Datei als Download zur Verfügung gestellt.
Selten im Einsatz steht doch auch ein Galgen in unserer kleinen Stadt Tucson. Ab und zu steht auch das Thema Todesstrafe im Raum. Einen Vortrag nur über das Ableben am Galgen zu halten finde ich zu eindimensional. Daher wird dieser Vortrag erst vor allem physiologische Grundlagen aufbauen, um dann das Verständnis über die lebenserhaltenden Prozesse aber auch über die Geschichte und Wirkungsweisen der hier vorgestellten Formen der Todesstrafe auf einer breiteren Wissensbasis zu ermöglichen.
Blut und Blutgefäße
Blutkreislauf – das Herz
1. Halswirbel, Atlas
2. Halswirbel, Axis
Weitere Komponenten im Halsbereich
Der Hals als Schwachstelle
Ersticken
Erdrosseln
Strangulation
Todesstrafe
Erdrosseln und Garotte
Hängen am Pfahl
Freies Hängen
Enthauptung
Bilder
Quellen
Endnoten
Quellen und Lesetipps
(weitere Quellen und Lesetipps entnehmen Sie bitte dem Scriptum)
http://www.wikipedia.de
http://www.forensicpathologyonline.com
http://www.olat.uzh.ch/olat/auth/repo/go?rid=367493135&lang=de bzw. https://lms.uzh.ch/olat/auth/repo/go?rid=367493135&lang=de
beachte dort unter anderem: Körperkompass, Richtungsweiser, innere Wegweiser
http://e-learning.studmed.unibe.ch/MorphoMed/index.html
beachte dort unter anderem: Anatomie, Hals & Kopf, Hals, Abb. 49.1: Halsquerschnitt
<<Bild 01>> Bilderserie Skelette von Wirbeltieren
A Human skeleton at Booth Museum of Natural History, Brighton and Hove, East Sussex, England.
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Human_skeleton_-Booth_Museum,_Brighton_and_Hove,_East_Sussex,_England-20Oct2011.jpg
Henry Vandyke Carter - Henry Gray (1918) Anatomy of the Human Body: Gray's Anatomy, Tafel 111 altered by User:Uwe Gille
Skelett einer Schlange (Tigerpython)
http://de.wikipedia.org/wiki/Wirbeltiere#/media/File:Python_molurus_skeleton_-_Royal_Ontario_Museum_-_DSC00175.JPG
Von Daderot - Daderot, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17893314
Skelett eines Karpfens (Cyprino Carpio)
Der Karpfen gehört zu den Knochenfischen.
Von: Alina Zienowicz (Ala z), e-mail - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12632654
Röntgenbild von Paedophryne amauensis.
Diese Froschart ist mit einer Länge von
7,7 mm das kleinste Wirbeltier.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wirbeltiere#/media/File:X-ray_of_paratype_of_Paedophryne_amauensis_(LSUMZ_95002).png
Von Rittmeyer EN, Allison A, Gründler MC, Thompson DK, Austin CC - Rittmeyer EN et al. (2012). "Ecological Guild Evolution and the Discovery of the World's Smallest Vertebrate". PLoS ONE 7: e29797. DOI:10.1371/journal.pone.0029797., CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18014485
Skelett eines Blauwals, das größte heute lebende Wirbeltier - Blue Whale skeleton outside the Long Marine Laboratory of the University of California, Santa Cruz. http://de.wikipedia.org/wiki/Wirbeltiere#/media/File:BlueWhaleSkeleton.jpg
Von Bronwen Lea - Cropped and reduced from a photograph taken by Bronwen Lea, 14th May 2004.Uploaded initially to WP:EN by Stephen Lea at en:Image:BlueWhaleSkeleton.jpg 07:22, 20 May 2004, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37942
Skelett einer Giraffe
nach http://home.arcor.de/loebbel.ulli/images/giraffe_skelett.gif, http://home.arcor.de/loebbel.ulli/tiere/giraffe/index_lupe.html
Skelette von zwei unterschiedlich großen Haushunden (Deutsche Dogge und Chihuahua).
Von Sklmsta - Eigenes Werk: Great Dane Skeleton Compared to a Chihuahua Skeleton at the Museum of Osteology
http://de.wikipedia.org/wiki/Wirbeltiere#/media/File:Great_Dane_and_Chihuahua_Skeletons.jpg
Quelle: http://www.bild.de/news/ausland/giraffe/giraffen-fakten-34631766.bild.html
<<Bild 02>> Schema des Blutkreislauf des Menschen
Legende:
rot = sauerstoffreiches Blut
blau = sauerstoffarmes Blut
http://de.wikipedia.org/wiki/Blutkreislauf#/media/File:Grafik_blutkreislauf.jpg
Quelle: Wikipedia, von User:Sansculotte - self-drawn, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=335448
<<Bild 03>> Zusammenhang Druck und Durchmesser, Hagen-Poiseullsches Gesetz
<<Bild 04>> Menschliches Herz, kleiner und großer Blutkreislauf
http://de.wikipedia.org/wiki/Lungenkreislauf#/media/File:Herz_Lungenkreislauf.png
Quelle: Wikipedia, CC BY-SA 2.5-2.0-1.0, https://commons.wikimedia.org/w/
index.php?curid=460287
http://de.wikipedia.org/wiki/Aortenklappe#/media/File:Diagram_of_the_human_heart_(cropped)_de.svg
Quelle: Wikipedia, Von Jakov - own work created in Inkscape, based on image by Yaddah, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3327983
Schematischer Aufbau eines doppelten Blutkreislaufs:
rot = sauerstoffreiches Blut
blau = sauerstoffarmes Blut
Das venöse System des Kopfes ist hier nicht dargestellt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Blutkreislauf#/media/File:Blutkreislauf_Gleichwarme.svg
Quelle: Wikipedia, von User:Lennert B - Erstellt mit Adobe Illustrator 10 von User:Lennert B am 06.12.05, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=448523
<<Bild 05>> Herz-Aorta mit Klappen (Windkesselfunktion)
Als Windkesseleffekt oder biologische Windkesselfunktion bezeichnet man in der Physiologie den Druckausgleich durch die Elastizität der herznahen Arterien (vor allem der Aorta). Hierdurch wird die starke Druckdifferenz zwischen Systole (Phase des Blutauswurfs durch Kontraktion des Herzmuskels) und Diastole (Entspannung des Herzmuskels) verringert.
Dabei vergrößert sich das Volumen des Aortenbogens – gleichzeitig steigt die Wandspannung durch Vergrößerung des Durchmessers. Auf diese Weise wird ein Teil der Energie aus der Herzarbeit gespeichert und nach Verschluss der Aortenklappe durch Abfluss aus dem Aortenbogen in Arbeit gegen den Gefäßwiderstand und in Bewegungsenergie umgesetzt. Die Stärke des Pulses und der Blutstrom (durch die kurzzeitige Speicherung von Blut) werden so harmonisiert. Das bedeutet, dass der ursprünglich in Herznähe vorhandene Druck soweit abgebaut wird, dass er in den Kapillaren keine Zerstörung bewirkt und der Blutstrom zu einem relativ konstanten Fluss wird.
Bei einem jungen Erwachsenen werden etwa 40 ml, rund die Hälfte des normalen Schlagvolumens, zwischengespeichert. Der Windkesseleffekt spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Blutdrucks. Daneben ist die zur Aufdehnung der Arterien benötigte Arbeitsleistung des Herzens ein wesentlicher Bestandteil der Nachlast.
http://de.wikipedia.org/wiki/Windkesseleffekt
http://www.biologieunterricht.info/unterrichtsmaterialien/windkesselfunktion_aorta/
http://vimeo.com/4330541 Video: Windkesselprinzip der Aorta im Modell mit Wasser und Luftballon
<<Bild 06>> Anatomie des Halses
Quelle: wikipedia, von Henry Vandyke Carter - Henry Gray (1918) Anatomy of the Human Body (See "Buch" section below) Bartleby.com: Gray's Anatomy, Tafel 513, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=559527
<<Bild 07>> Dens atlas
Der Atlas ist der erste Halswirbel. Als schädelnächster Teil der Wirbelsäule trägt er den gesamten Kopf. Aufgrund dieser Funktion wurde sein Name vom Titanen Atlas der griechischen Mythologie entlehnt, der die Last des Himmels auf seinen Schultern stemmen musste. In der klinischen Praxis wird der erste Halswirbel mit C1 abgekürzt. In der Anatomie ist die Bezeichnung Atlas für alle Nabeltiere gebräuchlich.
Quelle: Wikipedia, von Gliu. - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8833686
Quelle: Wikipedia, von Henry Vandyke Carter - Henry Gray (1918) Anatomy of the Human Body (See "Buch" section below)Bartleby.com: Gray's Anatomy, Tafel 86, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=792296
<<Bild 08>> Dens axis
Der Axis unterscheidet sich durch seine Form von allen anderen Wirbeln. Der Wirbelkörper ist relativ groß und massiv. Hervorstechendes Merkmal ist der Dorn oder Zahn des Axis (Dens axis) auf der Oberseite vorne (Mensch) beziehungsweise auf der Vorderseite (vierfüßige Säugetiere) des Wirbelkörpers. Er stellt ontogenetisch den Wirbelkörper des Atlas dar und liegt genau dort, wo diesem fast ringförmigen Wirbel der Körper fehlt. Der Dens geht von der Oberseite des Wirbelkörpers gerade nach oben, besitzt auf seiner Vorder- und Rückseite eine Gelenkfläche und endet mit einer abgerundeten Spitze.
Auf beiden Seiten des Axis geht je ein kurzer Querfortsatz (Processus transversus) ab, der halswirbeltypisch eine runde Öffnung (Foramentransversarium) für die Wirbelarterie umschließt. Rückenseitig schließt sich der ebenfalls recht massive Wirbelbogen an, dessen Ende den kurzen, gegabelten Dornfortsatz (Processus spinosus) trägt. Auf der Ober- und Unterseite liegen je zwei Gelenkfortsätze (Processus articularis superior beziehungsweise inferior) für die Verbindung mit den beiden angrenzenden Wirbeln.
Das Gelenk zwischen Axis und Atlas ist das untere Kopfgelenk. Nach unten hin artikuliert der Axis mit seinen beiden Processus articulares inferiores mit den Processus articulares superiores des dritten Halswirbels und bildet ein normales Wirbelbogengelenk (Articulatio zygapophysialis).
Frakturen des zweiten Halswirbels machen etwa ein Fünftel bis ein Viertel aller Halswirbelverletzungen aus, etwa 60 % davon sind Frakturen des Dens axis. Besteht bei einem Unfallopfer der Verdacht auf einen Genickbruch, muss eine Intubation vorsichtig vorgenommen werden, möglichst in Neutralstellung. Der verschobene Wirbel wird meist von vorn mit Hilfe zweier Zugschrauben (ventrale Kompressionsosteosynthese) fixiert.
Jäger machen sich beim Genickschuss – dem schmerzlosen Töten eines schwer verletzten Tieres – die Besonderheit des Axis zunutze, weil dort das Rückenmark leicht zu durchtrennen ist. Dasselbe ist mit einem Jagdmesser möglich und wird beim Reh „Abnicken“ genannt.<<Bild 09>> Blutgefäße des Halses
Die Carotis (lat. Transliteration von griechisch [ἀρτηρία] καρωτίς karōtis), pl. Carotiden, von καρόω ‚versetze in einen tiefen Schlaf‘, vgl. καρώδης karōdēs ‚betäubt‘ (vom Symptom beim Druck auf diese Arterien), oder vollständig die Arteria carotis communis, ist die gemeinsame Kopfschlagader. Wegen ihres Verlaufs im Hals wird sie vielfach auch als Halsschlagader bezeichnet. Sie verläuft in der Tiefe der sogenannten Drosselrinne, Speise- und Luftröhre begleitend vom Brusteingang zum Kopf. Im Halsbereich lässt sich ihr Puls leicht ertasten.
Quelle: Wikipedia, von Henry Vandyke Carter - Henry Gray (1918) Anatomy of the Human Body (See "Buch" section below) Bartleby.com: Gray's Anatomy, Tafel 562, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=522461
http://de.wikipedia.org/wiki/Arteria_carotis_communis
<<Bild 10>> Halsquerschnitt
Durch den Hals verlaufen verschiedene Versorgungsstränge wie Speiseröhre, Luftröhre und Blutbahnen. Das Knochengerüst (Halswirbelsäule) muss eine möglichst große Flexibilität für den Kopf herstellen. Der vordere Teil des Halses, der den Kehlkopf und den Schlund enthält, wird als Gurgel bezeichnet (von lateinisch: gurgulio = Schlund, Kehle, Luftröhre).
Mit der Redensart jemandem an den Hals gehen (oder auch an die Gurgel) ist ebenfalls ein lebensbedrohlicher, v. a. auf die Unterbrechung der Luftzufuhr abzielender Angriff gemeint.
Jemandem den Hals umdrehen oder den Hals abschneiden (wörtlich gemeint) bedeutet, jemanden umzubringen, da dadurch alle wichtigen Körperfunktionen unterbrochen werden. Dasselbe passiert bei Hinrichtungen mittels Köpfen (Guillotine) oder Aufhängen („Tod durch den Strang“). Die Redewendung wird als „leere Drohung“ verwendet, die signalisieren soll, wie ernst man etwas meint.
Der Wunsch Hals- und Beinbruch hat ursprünglich nichts mit dem Hals zu tun, sondern ist eine Verballhornung des jiddischen Ausspruchs „hatslokhe u brokhe“ („Erfolg (Glück) und Segen“)
Quelle: Wikipedia, von Henry Vandyke Carter - Henry Gray (1918) Anatomy of the Human Body (See "Buch" section below) Bartleby.com: Gray's Anatomy, Tafel 384, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=561537http://de.wikipedia.org/wiki/Hals
vereinfachtes Schema der arteriellen Blutdrucksteuerung
Der arterielle Druck muss sich in gewissen Bandbreiten bewegen, denn sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger arterieller Druck schädigen den Organismus bzw. einzelne Organe. Gleichzeitig muss der arterielle Druck aber auch bei wechselnden Belastungen (z. B. einem anstrengenden Dauerlauf oder Ruhe, Schlaf) angepasst werden. Der Blutdruck wird kurzfristig über Gefäßweite und Herzaktivität und langfristig über das Blutvolumen reguliert.
Grundvoraussetzung jeder arteriellen Druckregulation ist, dass der Körper den arteriellen Druck in den Gefäßen selbst messen kann. In Aorta, Halsschlagadern sowie anderen großen Arterien in Brustkorb und Hals messen druckempfindliche Sinneszellen, die Barorezeptoren, die Dehnung der Arterienwand.
Die Mechanismen der kurzfristigen arteriellen Druckregulation greifen innerhalb von Sekunden. Wichtigster Mechanismus dabei ist der Barorezeptorenreflex. Dehnt ein höherer Druck die Arterienwand, so senden die Barorezeptoren in höherer Frequenz Impulse an das Kreislaufzentrum in der Medulla oblongata, das daraufhin die sympathische Innervation von Herz (Herzzeitvolumen) und Gefäßen (peripherer Widerstand) hemmt, wodurch der Blutdruck gesenkt und der Regelkreis somit negativ rückgekoppelt geschlossen wird.
Andersherum führt erniedrigter arterieller Druck zur erniedrigten Reizung der Barorezeptoren und damit zur Stimulation des Sympathikus in der Medulla oblongata. Durch eine Abnahme der Hemmung wird das vom Herzen ausgeworfene Blutvolumen somit gesteigert, zusätzlich kommt es eventuell zur Gefäßverengung im Körperkreislauf, wodurch der Blutdruck wieder erhöht wird. Im rechten und linken Herzvorhof befinden sich Dehnungsrezeptoren, die auf vergleichbare Weise reagieren.
Quelle: Wikipedia, Von myself - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=559024
<<Bild 11>> Verlängertes Rückenmark, Medulla oblongata
Die Medulla oblongata
oder das verlängerte Mark ist der am weitesten kaudal (hinten bzw. unten) gelegene Teil des Gehirns und gehört zum Hirnstamm wie damit zum Zentralnervensystem.Dieser Hirnbereich wird anatomisch auch das Myelencephalon (Markhirn) genannt, andere Bezeichnungen sind Nachhirn und Bulbus medullae spinalis, Bulbus cerebri oder Bulbärhirn. Zusammen mit dem Metencephalon (Hinterhirn) bildet das Myelencephalon das Rhombencephalon (Rautenhirn). Das Markhirn oder verlängerte Mark ist nach kaudal im Übergang zum Rückenmark (Medulla spinalis) nicht scharf abgrenzbar. Definitionsgemäß reicht es vom Abgang des ersten Spinalnervenpaares – etwa in Höhe des Foramen magnum – bis hinauf an die Brücke (Pons) des Hinterhirns; es ist beim erwachsenen Menschen etwa drei Zentimeter lang.
Im verlängerten Mark liegen die lebenswichtigen Zentren für die Regulation der Atmung (Atemzentrum) und des Blutkreislaufs und andere, über die reflektorisch Reaktionen ausgelöst werden können: nutritive wie Saugreflex und Schluckreflex, aber auch protektive wie Hustenreflex, Niesreflex, Würgereflex und das Erbrechen (siehe auch Brechzentrum).
Chemosensoren finden sich auch in der Medulla oblongata selbst, beispielsweise für den Säure-Basen-Status im Körper. Außerdem laufen alle Bahnen, die andere Hirnbereiche, etwa das Großhirn, mit dem Rückenmark verbinden, absteigend durch das Markhirn. Umgekehrt werden aus dem Rückenmark aufsteigende Bahnen, wie die vom Hinterstrang, im Markhirn umgeschaltet.
Ein Ausfall der Medulla oblongata, etwa bei schweren Verletzungen der Halswirbelsäule, führt meistens zum Tod. Andererseits kann ein Mensch, bei dem nur das Großhirn größtenteils oder ganz funktionsunfähig ist (Teilhirntod), mit Hilfe der in der intakten Medulla oblongata regulierten Funktionen körperlich weiterleben. Da sich hier die Zentren für die Atmung befinden, bedarf ein solcher Patient – außer in Krisen – nicht einer künstlichen Beatmung. Die Patienten befinden sich in tiefem Koma und zeigen meist ein Apallisches Syndrom. Bei Störungen des oberen Hirnstamms wird von einem Mittelhirnsyndrom, bei Ausfall von Hirnstammfunktionen im Bereich der Medulla oblongata von einem Bulbärhirnsyndrom gesprochen.
Unterer Hirnstamm mit Pons und Medulla oblongata Quelle: Wikipedia, von Henry Vandyke Carter - Henry Gray (1918) Anatomy of the Human Body (See "Buch" section below) Bartleby.com: Gray's Anatomy, Tafel 679, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65767, http://de.wikipedia.org/wiki/Medulla_oblongata<<Bild 12>> Diagramm Luftzusammensetzung
Die Atemluft steht in der Homosphäre recht gleichmäßig zur Verfügung.
Sie enthält als Hauptbestandteile
78 % Stickstoff (N2),
21 % Sauerstoff (O2),
Wasserdampf und verschiedene Edelgase sowie 0,04 % Kohlenstoffdioxid (CO2).
Säugetiere, darunter der Mensch, setzen bei der aeroben Atmung einen Teil
des in der Atemluft enthaltenen Sauerstoffs in Kohlenstoffdioxid um.
Die Ausatemluft enthält weiterhin 78 % Stickstoff (N2),
aber nur noch 16 % Sauerstoff (O2) und 4 % Kohlenstoffdioxid (CO2)
sowie rund 2 % andere Bestandteile.
http://de.wikipedia.org/wiki/Luft#/media/File:Atmosphere_gas_proportions.svg
http://de.wikipedia.org/wiki/Atem
<<Bild 13>> Garotte (Bilderserie)
Eine Garrotte (auch Garotte oder Garrota, von spanisch garrote vil = schändlicher, niederträchtiger Stock; im Deutschen auch Halseisen, Würgeisen oder Würgschraube genannt) ist ein Hinrichtungsinstrument, bei dem der Verurteilte an einen Holzpfahl gefesselt wird. Die Garrotte wurde und wird auch heute noch als Folterinstrument verwendet.
Anfangs war die Garotte nicht mehr als ein aufrechter Pfosten mit einer Loch in der Höhe des Halses. Das Opfer wurde auf einem Sitz vor dem Pfosten gefesselt, und ein Seil wurde um seinen Hals gelegt. Die Enden des Seiles wurden durch das Loch im Pfosten gezogen. Der Henker zog nun langsam an beiden Enden des Seiles und erdrosselte so sein Opfer.
Vorläufer ist die äußere spanische Winde, welche zum Bündeln von Langhölzern oder zum Abbinden von starken Blutungen an Extremitäten kommt. Früher wurde diese auch als Garotte bei Hinrichtungen verwendet.
Später wurde der Strick dann durch ein Metallband ersetzt, und der Henker führte seiner Arbeit damit fort, dass er seinem Opfer einen Keil in den Wirbel drehte und so das Rückgrat durchtrennte. Die Garrotte wurde in Spanien im 18 Jahrhundert für Kapitalverbrechen eingeführt und bis zum März 1974 angewandt. Auch in Portugal, Kuba, Puerto Rico, Philippinen und in Südamerika wurde mit der Garrotte hingerichtet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Winsch
http://www.todesstrafe.de/artikel/13/Garotte.html
13a: Äußere Spanische Winde
http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Winsch#/media/File:
SpanishWindlass2stick.jpg von StromBer - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19543143
Bild 13b: Äußere spanische Winde
zum Abbinden eines verletzten Arms
http://de.wikipedia.org/wiki/Garrotte#/
media/File:Tourniquet_(PSF).png
Bild 13c: Garotte im ehemaligen Foltermuseum Freiburg im Breisgau
http://de.wikipedia.org/wiki/Garrotte#/media/File:Fomfr_garrote.jpg
<<Bild 14>> Richtpfahl, Würgegalgen
Der Würgegalgen gilt als eine Abart der spanischen Garrotte. Im Unterschied zur Garrotte, die auch als Instrument zur Folter verwendet wurde, diente der Würgegalgen ausschließlich der Hinrichtung. Instrumente dieser Art gab es schon seit dem 17. Jahrhundert, bereits in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges war der Würgegalgen als eine von mehreren Galgenformen bekannt. Das Hängen wurde dabei an einem Richtpfahl vollzogen, an dem oben ein Seil an einem Haken befestigt war. In der Donaumonarchie war der Würgegalgen spätestens seit 1870 das staatlich approbierte Hinrichtungsinstrument und kam bis zu ihrem Ende 1918 zum Einsatz, danach auch in einigen ihrer Nachfolgestaaten. Einer Zeichnung folgend wäre die letzte öffentliche Hinrichtung an Georg Ratkay am 30. Mai 1868 mit einem solchen Gerät vollzogen worden, nachdem er am 28. Mai in einem ordentlichen Verfahren zum Tode verurteilt wurde. Besondere Bekanntheit erlangte der Würgegalgen durch den Wiener Henker Josef Lang. Er missbilligte die angelsächsische Methode des Hängens durch Fall mit langem Seil durch die sich öffnende Bodenklappe (Long Drop), weil sie seiner Meinung nach unnötig große und lang dauernde Qualen verursache. Eine Hinrichtungsdauer von mehr als einer Minute hielt Josef Lang für eine „rohe Abschlachtung“ und war überzeugt, dass die Strangulation bei seiner Methode „nicht die mindesten Schmerzen“ bereite, ja vielmehr „angenehme Gefühle“ auslöse. Als Beweis führte er einen Strangulierungsversuch an, den er einmal durch seine Gehilfen an sich habe vornehmen lassen.Nicht selten wurden in dieser Zeit nach Hinrichtungen Fotografien des Scharfrichters und seiner Gehilfen mit dem Toten als „Souvenirs“ angefertigt, so etwa die Aufnahme Josef Langs mit dem von ihm am 12. Juli 1916 hingerichteten Cesare Battisti (s. Bild). Bei dieser Hinrichtung war zuvor am Würgegalgen ein technischer Defekt aufgetreten, womit eigentlich der Hinzurichtende begnadigt worden wäre. Das unterblieb bei Battisti. Mit einem neuen Seil wurde dann die Exekution vollzogen.http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrgegalgen http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/f/fd/Hinrichtung_battisti.jpg<<Bild 15>> Hinrichtung der Lincoln-Verschwörer
07.07.1865, Fort Lesly J. McNair
Hinrichtung von
die als Verschwörer des Lincoln-Attentates zum Tod am Galgen verurteilt wurden
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/29/Execution_Lincoln_assassins.jpg, Foto von Alexander Gardener
<<Bild 16>> Richtschwert
(Beschreibung zum oberstem Richtschwert) Auf jeder Seite an der Basis von einem ca. 185 mm langen Streifens sind die Inschriften in Großbuchstaben gestanzt.
Auf der einen Seite, das Motto: "VIM VI REPELLERE Licet" (Es ist erlaubt, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben).
Auf der anderen: "PETER MÜNCHEN" (Klingenschmiedemeister in Solingen, Bürgermeister dort im Jahre 1649).
Oberhalb der Streifen auf beiden Seiten eingeprägt Peter Münchs Herstellerzeichen (Großformat), dem Kopf eines Bischofs im Profil nach links.
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Executioner%27s_sword_images_from_Livrustkammaren?uselang=de#/media/File:Domarsv%C3%A4rd_(b%C3%B6delssv%C3%A4rd),_Peter_M%C3%BCnich,_Solingen,_1600-talets_mitt_-_Livrustkammaren_-_26460.tif
<<Bild 17>> Richtbeil
Čeština: Katova sekera na zámku Mikulov. Michal Klajban 12.09.2008
http://de.wikipedia.org/wiki/Handbeil#/media/File:Mikulovsk%C3%BD_z%C3%A1mek,_katova_sekera.JPG
<<Bild 18>> Fallbeil von Halifax - Halifax Gibbet
Print of the Halifax Gibbet in use, from Thomas Allen's A New and Complete History of the County of York (1829), http://en.wikipedia.org/wiki/Halifax_Gibbet#/media/File:HalifaxGibbetAllen.jpg
<<Bild 19>> Guillotine 1872
Die ersten Ausführungen der französischen Guillotine bestanden aus den beiden etwa drei Meter hohen Pfosten, die am oberen Ende durch den Querbalken zusammengehalten wurden. Im Querbalken befanden sich zwei Rollen, über die das Seil lief, welches den etwa 40 kg schweren Eisenblock, den sogenannten Mouton (Schaf), mitsamt Messer in Position brachte. Die Pfosten wurden am unteren Ende an die Basis geschraubt und durch stählerne Streben verstärkt. Am vorderen Ende der Bank befand sich ein vertikal gestelltes Brett, welches, sobald der Delinquent bäuchlings darauf festgeschnallt war, horizontal gestellt und nach vorne geschoben wurde. Nun legte man den Hals auf das untere Halsbrett, genannt Lunette (wegen des halbmondförmigen Ausschnittes), und schob das Gegenstück nach unten. Sodann löste der Scharfrichter den Auslösemechanismus aus. Dieses Modell gilt als sehr störanfällig, da keine Stoßdämpfung zum Abbremsen des Moutons vorhanden war. Diese Ausführung ist jene, die bei der ersten Hinrichtung 1792 verwendet wurde, und wird deshalb 1792-Modell genannt.
Die Hinrichtung Ludwigs XVI. von Frankreich und die Wirkung der Guillotine
http://de.wikipedia.org/wiki/Guillotine#/media/File:Guillotine1.jpg
<<Bild 20>> moderne Guillotine mit schräger Schneide
In Zürich tritt 1835 ein neues Strafgesetzbuch in Kraft. Für Hinrichtungen darf fortan nur die Guillotine verwendet werden. Bereits im Jahre 1848 wurde die Todesstrafe in der Schweiz für politische Vergehen abgeschafft und mit der Verfassungsrevision von 1874 generell verboten. Fünf Jahre später 1879 wurde sie allerdings wieder eingeführt. Ausgenommen davon waren nur politische Vergehen.
Im zivilen Strafrecht kam es zur definitiven Abschaffung dieser Strafe mit der Einführung des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937, welches am 1. Januar 1942 in Kraft trat. Bis zu diesem Tag hatte jeder Kanton sein eigenes Strafgesetz.
Vereinzelt hatten Kantone die Strafe auch vor diesem Datum schon aus ihren Gesetzen gestrichen:
Freiburg 1868
Neuchâtel 1864
Zürich 1869
Tessin und Genf 1871
Basel-Stadt 1872
Basel-Land 1873
Solothurn 1874
Die letzte Hinrichtung in der Schweiz war gestützt auf altes kantonales Strafrecht und wurde am 18. Oktober 1940 in Sarnen am dreifachen Mörder Hans Vollenweider mittels einer Guillotine vollzogen. Das Militärstrafgesetz (MStG) sah die Todesstrafe nur für Kriegszeiten, z. B für Landesverrat, vor und hatte noch Bestand bis 1992. Die letzte Hinrichtung, die gestützt auf das Militärrecht vollzogen wurde, fand im Jahre 1944 statt. Erst seit dem Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung am 1. Januar 2000 ist die Todesstrafe auch verfassungsrechtlich wieder vollständig verboten. Im Artikel 10 Absatz 1 der Bundesverfassung heißt es: „Jeder Mensch hat das Recht auf Leben. Die Todesstrafe ist verboten."
In der Bundesrepublik Deutschland fand die letzte Hinrichtung durch das Fallbeil 1949 statt. Am 12. Mai 1949 wurde Berthold Wehmeyer mit der Guillotine hingerichtet. 12 Tage später wurde die Todesstrafe per Grundgesetz in Deutschland abgeschafft.
www.todesstrafe.de
Die Guillotine, mit der in der Schweiz zwischen 1845 und 1940 die meisten zivilen Todesurteile vollstreckt wurden.
Eigentum des Kantons Luzern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Guillotine#/media/File:Guillotine_suisse.jpg
http://www.todesstrafe.ch/schweiz-fallbeil.jpg