Der Name Comanche ist eine spanische Abwandlung von Kɨmantsi oder Kohmáhts – „Fremde, Feinde, wörtlich: Jene, die immer mich bekämpfen möchten“, der Bezeichnung der Ute für ursprünglich alle feindlichen Stämme (Arapaho, Cheyenne, Kiowa, u.a.). Da die ersten Comanche in Begleitung der damals mit ihnen verbündeten Ute in New Mexico auftauchten, übernahmen die Spanier diese Bezeichnung zuerst als Komántcia und wandelten es später in Comanche ab. Als jedoch ab 1726 die Ute-Comanche-Allianz zerbrach und die beiden Völker zu erbitterten Feinden wurden, begannen die Ute allein die Comanche mit diesem Namen zu bezeichnen. In der Zeichensprache auf den Plains – der sog. Plains Indian Sign Language – waren die Comanche als Schlangen bekannt, die Comanche hingegen bezeichneten die Ute und Shoshone als Schlangen. ... Die Cheyenne nannten sie Šé'šenovotsétaneo'o („Schlangen-Volk“), die später verbündeten Kiowa Bodalk Inago („Schlangen-Volk“) oder Sanko („Schlangen“), daher im Französischen als Gens du Serpent („Schlangen-Volk“) und (zusammen mit den Shoshone) im Englischen Anfangs ebenfalls als Snakes („Schlangen“) bezeichnet. Wie viele indigene Völker bezeichneten sie sich selbst je nach Dialekt einfach als Nʉmʉnʉʉ (Numunuu), Numinu, Nemene, Nermernuh, Nimma oder Nömöne („das Volk“).
Ihre Sprache, das Comanche oder Nʉmʉ Tekwapʉ (Aussprache: Nɨmɨ rekʷapɨ, „Sprache des Volkes “), ist eine indigene Sprache Nordamerikas und zählt zusammen mit dem Dialektkontinuum des Shoshoni (Shoshone) und dem Timbisha zu den Westlichen Numic-Sprachen, dem nördlichsten Zweig der Uto-aztekischen Sprachfamilie. Einst bildete das Comanche (Nʉmʉ Tekwapʉ) neben dem Spanischen (Yuhu Taibo Tekwapʉ) die Verkehrs- und Handelssprache der Stämme auf den Südlichen Plains und im Südwesten.
Nach der Übernahme des Pferdes ab etwa 1650 verdrängten die Comanche zusammen mit den ihnen verwandten Ute sowie mit den Wichita, Caddo, Tonkawa und Hasinai (Stämmen, die unter den Raubzügen der Apachen stark gelitten hatten) die bis dahin dominierenden Apachen aus den Plains. Gegen 1740 hatten die Comanche die Apachen fast vollständig von den Südlichen Plains verdrängt und das Gebiet zwischen dem Oberlauf des Arkansas in Oklahoma, dem östlichen Teil des Llano Estacado und bis zum Edwards Plateau in Süd-Texas wurde als Comancheria bekannt. Vom Erstarken der Comanche waren besonders die Jicarilla, Mescalero und Lipan betroffen, da jede Bisonjagd auch einen möglichen Konflikt mit den Comanche bedeutete. Im späten 18. Jahrhundert bis ca. 1830 zählten die Comanche ca. 30.000 bis 40.000 Menschen und waren somit das größte Volk auf den Südlichen Plains und im angrenzenden Südwesten.
Der Besitz von Pferden war das zentrale Element in der Entstehung der Comanche als eigenständiges Volk und Kultur (es gibt die Vermutung, dass es nicht die Suche nach reicheren Bisonjagdgründen, sondern die Pferde der Siedler von Neu-Spanien waren, die die Comanche veranlassten, sich von den Shoshone zu lösen). Mitte des 19. Jahrhunderts versorgten sie französische und amerikanische Händler sowie Siedler und Migranten (auf dem Weg zum kalifornischen Goldrausch) sowie andere indianische Stämme mit Pferden. Viele dieser verkauften Pferde waren gestohlen, da die Comanche berühmte Pferde- und später Viehdiebe waren. Ihre Opfer waren Spanier, Mexikaner, Amerikaner sowie andere Plains-Stämme. Zudem hatten die Comanche Zugang zu großen Mustang-Herden, die ungefähr zwei Millionen Tiere in der Comancheria und den angrenzenden Gebieten zählten. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert benötigte ihr nomadischer und kriegerischer Lebensstil mindestens ein Pferd pro Person. Bei einer Bevölkerung von mindestens 30.000 besaßen die Comanche Herden, die diesen Bedarf mehrfach übertrafen. Daher hatten die Comanche für den Handel immer einen Pferdeüberschuss von ca. 90.000 bis 120.000 Tieren. Laut übereinstimmenden Augenzeugenberichten von Spaniern, Mexikanern, Amerikanern sowie gefangenen Weißen wirkten die Comanche, im Gegensatz zu den leichtfüßigen und als besonders ausdauernde Läufer berühmten Apachen, zu Fuß plump und schwerfällig. Saßen sie jedoch erst einmal im Sattel, änderte sich dieser Eindruck sofort – dann boten sie einen eleganten und souveränen Anblick. Die Comanche wurden bald als die Lords of the Plains bezeichnet und galten allgemein als hervorragende Reiter.
Die Comanche trieben nach einem Bündnis mit Mexico Handel in New Mexiko und dem nördlichen Mexiko. Im Gegenzug schlossen Sie Frieden mit den Diné, Pueblo, Jicarilla-Apachen sowie mit ihren ehemaligen Verbündeten, den Ute. Die Mexikaner forderten dafür Unterstützung durch die Comanchen gegen die Apachen. Zum Vertragsinhalt, der gemeinsame militärische Aktionen gegen die Apachen vorsah, gehörte auch, dass die Comanche für jeden getöteten Apachen eine Prämie erhielten, für einen getöteten Krieger (ab 14 Jahre) ca. 100 Pesos, für eine Frau 50 Pesos und für ein Kind 25 Pesos (damals entsprach ein Peso in etwa einem Dollar, nach dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg wurden die Prämien für Apachen-Skalps zum Ausgleich der Inflation deutlich erhöht).
Da den Apachen im Gegenzug der Zugang zu Waffen und Handelsgütern durch die Spanier streng verwehrt blieb, mussten sie sich immer weiter vor den zahlreicheren und besser bewaffneten Comanche und deren Verbündeten (den Norteños – Wichita, Caddo, Hasinai sowie Tonkawa) von den Südlichen Plains in die Berge zurückziehen und ihre Raubzüge gegen die Spanier und Mexikaner sowie sesshafte, Ackerbau treibende Indianer verstärken, um an dringend benötigte Lebensmittel, Handelsgüter, Pferde sowie Sklaven zu gelangen. Die hierbei erbeuteten Güter reichten die Mescalero- und die südlichen und nördlichen Lipan-Gruppen an die östlichen Gruppen der Lipan weiter, die diese im Austausch gegen Waffen und Munition bei den Biloxi eintauschten, so dass bald auch die Apachen entsprechend bewaffnet waren und ihren indianischen sowie weißen Feinden besser Gegenwehr leisten konnten.
Diese von den Apachen immer brutaler und verzweifelter ausgeführten Raubzüge setzten den Spaniern und den mit ihnen verbündeten Stämmen (Coahuiltec, Jumano und Tobosos im Osten, Sobaipuri, Obere Pima und Opata im Westen) besonders stark zu, so dass die Spanier viele kleinere Stammesgruppen in Missionen ansiedelten und durch Presidios (vergleichbar mit den amerikanischen Forts) vor den Apachen schützen mussten. Die teilweise Vernichtung und Vertreibung einzelner Stämme (sowie die Konzentration von einst nomadisierenden Stammesgruppen in festen Missionssiedlungen durch die Spanier und Mexikaner) durch die nach Süden in die Wüsten und Berge Nordmexikos vor den Comanche ausweichenden Apachen hatte zur Folge, dass diese die Apacheria nach Süden und Südwesten extrem ausdehnten und somit den weißen und indianischen Siedlungen viel näher (und für diese gefährlicher) waren als je zuvor. Da den Spaniern und Mexikanern stets bewusst war, dass sie nicht zugleich gegen Apachen und Comanche erfolgreich vorgehen konnten (und sie die Comanche als Gefahr durchaus fürchteten), versuchten sie, jegliche Anbahnung von friedlichen Beziehungen zwischen beiden Völkern zu verhindern, und verstärkten und erinnerten die Comanche immer wieder an deren Feindschaft zu den Apachen.
Die Comanchen nannten die Apachen (besonders die Mescalero und Lipan) Esikwita (graue Hintern, graue Scheiße) – dies drückt die Verachtung und den Hass der Comanche gegenüber den Apachen aus. Die Bezeichnung rührt höchstwahrscheinlich von der Gewohnheit der Lipan her, sich eine graue Paste auf die Haut und in die Haare zu schmieren (die Lipan nannten sich Hle-pai-Nde – ‘Hellgraues Volk’). Allgemein bezeichneten die Comanche die Apachen wegen ihrer hohen Stiefel, die vorne eine hochstehende Spitze zum Schutz vor Steinen und Dornen hatten, als Tá´-ashi (= "turned up").
Die komplexen Entwicklungen werden in der Wiki über die Comanchen wesentlich detaillierter dargestellt als ich hier in Auszügen darlegen kann. Als interessanter Aspekt sei hier noch erwähnt, dass die Comanche praktisch keinen Friedensvertrag mehr schlossen, unabhängig blieben und eine ernstzunehmende Militärmacht in Texas darstellten. Einzig der deutsche John O. Meusebach (1812–1897), Generalsekretär des Mainzer Adelsvereins, schloss im Frühjahr 1847 mit dem Comanchen-Häuptling Santa Anna einen Friedensvertrag, zum Schutz speziell der von deutschen Einwanderern in Texas gegründeten Siedlungen, der niemals gebrochen wurde und dessen Jahrestag deshalb noch heute von den Nachkommen beider Parteien – von deutschstämmigen Siedlern und von Comanche – gemeinsam in Fredericksburg im Rahmen eines Volksfestes gefeiert wird.
Der Niedergang der großen Zeit der Comanchen ist begleitet von Versuchen, die Natives in Reservaten anzusiedeln und nicht eingehaltenen Versprechungen, das Abschlachten der Bison- und Mustangherden durch weiße Jäger zu verhindern. Epidemien von Pocken (zuletzt 1862) und Cholera (zuletzt 1867) hatten die Natives nichts entgegenzusetzen. Von 1780 geschätzten 45.000 Comanchen bleiben 1860 4.700, 1884 1.382, 1910 1.171. Heute lebenüber 14.000 Stammesmitglieder, von denen ca. 7.763 im Lawton-Fort-Sill-Gebiet sowie in angrenzenden Bezirken im Südwesten von Oklahoma leben. Die Comanche-Nation, wie andere von der US-Regierung anerkannte Stämme eine souveräne Nation innerhalb der USA, zählte 2008 etwa 14.000 Mitglieder, von welchen etwa die Hälfte in Oklahoma (Stammeszentrum in Lawton) lebt. Fort Sill ist nach wie vor ein Armeestützpunkt, allerdings nimmt die U.S. Army auf die heiligen Stätten der Comanche wenig Rücksicht, obwohl es entsprechende gesetzliche Grundlagen und Urteile gibt. So setzte sich 2010 ein mehrjähriger Streit um den Ausbau eines Service-Zentrums am Medicine Bluff fort, eine Stelle, die Comanche, Kiowa, Wichita und Apachen gleichermaßen heilig ist.
Einer der bekanntesten Comanchen war Quanah Parker aus dem 19. und 20. Jhd. (* Ende 1840er-Jahre; † 23.02.1911), Sohn der weißen Amerikanerin Cynthia Ann Parker (unter den Comanche bekannt als „Naduah“ – „Die sich wohl bei uns fühlt“) und des Comanchenhäuptlings Nocona („Der Wanderer“; auch bekannt als „Tah-con-ne-ah-pe-ah“; von den Weißen „Peta Nocona“ genannt). Er war ein bedeutender Indianerführer in den Indianerkriegen, Oberhäuptling der Comanchen, Richter, Rancher, Farmer, Sheriff im Cache-Reservat, religiöser Führer (Mitbegünder der Native American Church) und Politiker. 'Teddy' Theodore Roosevelt ließ sich von Quanah Parker als persönlichen Freund bei der Gründung von Nationalparks beraten.