Nachdem die Vortragsthemen zu Fasern, Färben und Textilien schon mit Filz, Loden und Seide aus natürlichen tierischen Ressourcen hergestellte 'Kleidungsstücke' benannt haben und im Teil 1 (TC Vortrag 14) die Gerberei das Hauptthema war, fehlt eigentlich noch das ursprüngliche, möglichst naturbelassene Produkt: Fell und Pelz. Die hiermit verbundenen Bearbeitungsprozesse zielen vor allem darauf ab, den instabilen Fleisch- und Fettanteil von dem an sich schon robusten Anteil aus Horn zu trennen oder die Gewebe ausreichend robust zu machen, sodass unter normalen Umständen keine Fäulnis eintritt, die Haarseite aber unbeschadet bleibt oder den modischen Wünschen angepasst wird..
Neben der mechanischen Bearbeitung ist eine chemische Behandlung in mehreren Schritten erforderlich und die Gerberei dürfte wohl eines der ältesten Gewerbe sein, selbst wenn es 'erst' bildlich ca. 5.000 v. Chr. bei den Ägyptern belegt ist. Was Mensch sich so alles hat einfallen lassen, soll Hauptthema dieses Vortrags sein. Fangen wird dann am besten wieder mit einem Gedankenspiel in der Steinzeit an, als man mit Fellen am rauchenden Feuer saß und betrachten dann ein wenig die potentielle Entwicklung bis ins Mittelalter, wo die Lohgerber noch einem unreinen Stand angehörten und unter gefährlichen Bedingungen Leder herstellten. Um 1700 begann die wissenschaftliche Betrachtung der Prozesse in der Gerberei und im 19. Jahrhundert trat eine Technisierung durch die Dampfkraft ein (Gerbereimaschinen). Umweltschutzgedanken und Fortschritte in der chemischen Industrie begleiten die Entwicklung der Gerberei im 20. Jahrhundert, chemische Ersatzstoffe konkurrieren mit dem Leder - doch das wird uns im Vortrag mit Fokus bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nur noch am Rande interessieren.
Wie es zur Trennung zwischen Gerbei und Kürschnerei gekommen ist und was ein Kürschner mit Pelzen so machen kann ist das Hauptthema dieses Vortrags (TCV15).
Durch Veränderungen der zum Zeitpunkt des Vortrag verfügbaren Datenquellen kann es hier zu toten Links kommen - ich bitte um Verständnis.
Faksimile aus dem Deutschen Rechtswörterbuch zur Krakauer Zunftordnung (S. XVII) : Tafel XIV. Der Hofraum des Gerbers.
Der Meister in lichtblauem Pelzrocke bearbeitet das Fell auf einem Schabebaum, der Knabe in Graublau mit rothem Kragen hat den halen zum Festhalten der Felle beim Einweichen in der Hand, vor ihm liegen Spielkarten. Im Mittelgrund ein Arbeiter am Ziehbrunnen, ein Hund, der seine Notdurft verrichtet. jenseits der mauer an dem belebten Hafen einer Stadt ein Feldlager, auf der Anhöhe vor dem überhängenden Felsen der Galgen. Lederfarbenes mit Gold gehöhtes Rollwerk in den Eckstücken.
Quelle: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/F3/krakzfto/g064t14.jpg
Dass auch die Kürschnerei gewisse Berührungspunkte mit der Gerberei hat, mag einleuchten. Hier liegt der Fokus jedoch eher auf dem Erhalt der Haare als klimatisch wie auch modisch relevanter Aspekt der Kleidung. Die Kürschnerei soll daher heute zentrale Thema sein.
Bruno Bucher: Die alten Zunft- und Verkehrs-Ordnungen der Stadt Krakau. Gerold, Wien 1889, S. 17Tafel 14.
Faksimile aus dem Deutschen Rechtswörterbuch zur Krakauer Zunftordnung, S. XV: Tafel IV. Das Kürschnerwappen.
Grauwerk auf rothem Grunde. Der eine Schildhalter in grünem Rock, citronengelbem, roth ausgeschlagenen Mantel, Turban mit grosser Agraffe und naturfarbenen Lederstiefeln dürfte einen Bewohner der türkischen Nebenländer vorstellen. Der andere trägt graues Wams mit gewüfeltem Besatz um den tiefen Ausschnitt, das linke Bein ist gepaltenm das rechte und das Barret roth. Links in der ecke fängt eine Katze eine Maus. Die Einfassung besteht aus geschnitztren Holzsäulen mit Zwickelornament, dem auf Tafel III. ähnlich. - theilweis Goldhöhung.
Der öffentliche Vortrag vom 11. September (1867 in AZ Arizona) steht unter dem Arbeitstitel "Die zweite Haut". Er schließt gewissermaßen an den zuvor schon thematisierten Bereich von Textilien und Fasern an. Der Vortrag fand im Theater von Tucson statt und wurde auch mit Voice abgehalten. Dieser Vortrag ist der Teil 2 dieser Reihe (Teil 1: Geschichte und Anatomie des Fells, Zurichten, Gerben und Lederherstellung sowie Teil 2 Kürschnerei und Pelze).
Der Klassiker in den mittelalterlichen Pelzdarstellungen sind Feh und Hermelin.
Siegfried und Kriemhild mit Hermelinumhängen - unbekannter Künstler, Grafik aus Baker, Emilie Kip. 1914. Stories from Northern Myths. New York: The Macmillan Company. Facing page 240
http://en.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied
Titelbild für TVC15
Rohware und zugerichtete Felle
<<Bild 01>> Zobel Rohfelle
<<Bild 02>> Zobel zugerichtete Felle
<<= Werkzeuge des Kürschners, (1768)
P. N. Sprengels - Richard Maria Franke: 25 Jahre - 250 Jahr - 2500 Jahre. Von den Anfängen der Veredlung bis zur Schlüssel-Industrie der Rauchwarenbranche
In: Felle Farben Fantasie. Ein Porträt der deutschen Pelzveredlungsindustrie. Rifra Verlag Murrhardt, 1973,
S. 13 / Sammlung G. & C. Franke.
<<Bild 03>> Jahrescollection von Silberfüchsen aus einem Fort der HBC 1911 oder früher
<<Bild 05>>
Werkzeuge des Kürschners (1782), ==>
"Die Anzahl der vorzüglich einfachen
Werkzeuge des Kürschners"
Kupferstich aus P. N. Sprengels Künste
und Handwerke in Tabellen, 1782
Sammlung G. & C. Franke.
Aus: Die Pelzmotte,1977-02
<<Bild 04>>
<<Bild 06>>
Feh-Wammen-Tafel
<<Bild 07>>
Feh-Rücken-Tafel
<<Bild 08>>
Zuschnitt von Feh
<<Bild 09>>
Individuelle Galonierschablonen für einen Mantel
<<Bild 10>>
Zuschnitt für eine Boa aus zwei Waschbärfellen (Schuppen) http://de.wikipedia.org/wiki/Boa_(Schal)
<<Bild 11>> Deutsche Fellbezeichnungen in der Kürschnerei anhand eines Fawn Light (fawnlight) Fuchsfelles.
<<Bild 12>> Zur Ausstattung aller signiferi gehörte ein Tierfell über dem Helm, das wohl die Stärke des Tieres (meist Raubkatze, oft auch Bär) auf die Einheit übertragen sollte. Quelle: http://www.milites-bedenses.de/signifer.htm
<<Bild 13>>
Symmetrisches Fell-Cape, Zeichnung nach einem Fund aus einem dänischen Moor (True, Himmerlamd)
Quelle: http://hiltibold.blogspot.de/2014/04/die-fellkleidung-der-germanen-ein-mythos.html
<<Bild 14>>
Glasfenster von Chartes (1215-1240)
Medaillon von dem Fenster „St. Jakobus der Ältere“, gestiftet von der Kürschner- Zunft von Chartres, in der Kathedrale von Chartres: Der Kürschner zeigt einem Kundenpaar ein Fehwammenfutter. Rechts daneben der Lehrling mit einer Truhe mit Pelzen
<<Bild 15>>
Bilder 15-17: div. Zunftwappen der Kürschner
<<Bild 16>> <<Bild 17>>
<<Bild 18>> ein Zunftwappen der Gerber
<<Bild 20>>
Felle von Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)
<<Bild 21>> Europäischer Nerz (Mustela lutreola)
<<Bild 19>> Eichhörnchen im Winterfell
(Brehms Tierleben Kleine Ausgabe 1927)
<<Bild 23>>
Zobel (Martes zibellina)
(aus: Brehms Thierleben)
<<Bild 22>> Amerikanischer Nerz, Mink
(Neovison vison, früher Mustela vison)
Von Anna Wójtowicz - plWiki, uploaded by Arturek28, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1610479
<<Bild 24>> Nutria, Biberratte, Sumpfbiber (Myocastor coypus) am Fluss Ljubljanica in Slowenien. Quelle:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Myocastor_coypus_02.jpg
<<Bild 25>>
Nordamerikanischer Waschbär, Schupp, Racoon - Procyon lotor
<<Bild 26>> Waschbärfell zum Trocknen gespannt, South Dakota 1938 (Bildausschnitt von ARC ID 283850)
<<Bild 27>> Kappe aus Waschbärpelz
im Stil von "Davy" Crockett
<<Bild 28>> Marderhund, Tanuki, Enok
(Nyctereutes procyonoides)
<<Bild 29>> Biberfelle
<<Bild 30>> aufgespanntes Biberfell
<<Bild 31>> Polarfuchs
<<Bild 32>> Blaufuchs
<<Bild 33>> Korsak
<<Bild 34>> Wiesel und Hermelin im Sommerkleid
<<Bild 35>> Wiesel und Hermelin im Winterkleid
<<Bild 36>>
Halbfertigprodukt aus Fehkehlen, Rückseite
<<Bild 37>> Fehkehlen-Tafel, Vorderseite
<<Bild 38>> galonierter Seefuchs, Rückseite
<<Bild 39>> galonierter Seefuchs,Vorderseite
<<Bild 40>>
Muster zum Quer- galonieren eines Blaufuchses vor 1900
<<Bild 41>> Luftgalonieren
hier: maschinell geschnittenes Seefuchsfel
<<Bild 42>> Galonleder
<<Bild 43>> div. Kürschnermesser
<<Bild 44>> Zibellino "Flohpelz"
http://de.wikipedia.org/wiki/Flohpelz
<<Bild 45>> Flohfalle
Flohfalle in Ei-Form, sog. „Floh-Ei“
(vermutlich aus Coquilla-Nuss, Ende 19. Jahrhundert)
http://de.wikipedia.org/wiki/Flohfalle
Ein wenig Anschauungsmaterial ....
YouTube-Video: Winterfuchs fachgerecht abbalgen
YouTube-Video: Tierpraeparator beim Fuchs abbalgen
YouTube-Video: Fellgerberei (Zurichten)
YouTube-Video Biberjagd in Finnland
Kahlauer oder Kalauer?
Als Kahlauer benennt der Kürschner haarlose Stellen im Pelz, also Fellfehler. Der Kalauer ist nach allgemeiner Meinung ein anspruchsloser Flachwitz, seinen Namen der Stadt Kalau zugeschrieben. Nun ja, auch zum Thema der Leder- und Pelztiere gibt es ein paar davon, z. B.:
Was ist ein Cowboy ohne Pferd? Ein Sattelschlepper.
Was ist braun, zäh und fliegt nachts durch die Gegend? Eine Ledermaus.
Welches Tier ist wild und schlingt sich um andere Bäuche? Das Gürteltier.
Wieso haben Giraffen so einen langen Hals? Weil der Kopf so weit oben ist.
Was ist ein Pferd, wenn es regnet? Nass.
Was ist schwarz-weiß gestreift und berührt nicht den Boden? Ein Schwebra.
Was ist schwarz-weiss gestreift und kommt nicht vom Fleck? Ein Klebra.
Was stinkt und lebt in der Savanne? Ein Wassermüffel.
Welches Tier hat nur einen Buchstaben? Die Q.
Was ist das Gegenteil von Reformhaus? Reh hinterm Haus.
Wo lassen sich Rehe behandeln? In der Rehaklinik.
Was ist ein junges Reh im Winterwald? Ein Schneekitz.
Was kommt nach Elch? Zwölch.
Was bestellt ein Maulwurf im Restaurant? Ein Drei-Gänge-Menü.
Was ist schwarz, blind und weigert sich zu arbeiten? Ein Faulwurf.
Was hüpft über die Wiese und qualmt? Ein Kaminchen.
Was sitzt im Baum und trägt einen Turban? Ein Scheichhörnchen.
Welches Tier ist häufig erkältet? Das Niesel.
Was ist rot, hat lange Ohren und kommt aus der Nase? Hasenbluten.
Was ist groß, rot und gefährlich? Ein Himbär.
Was ist groß, braun und schreibt undeutlich? Ein Kritzlibär.
Welches Nagetier hat einen Sprachfehler? Ein Stotter.
Was ist klein, pelzig und riecht nach Asphalt? Ein Teerschweinchen.
Warum meiden Kängurus belebte Plätze? Weil sie Angst vor Taschendieben haben.
Welchen Preis gewinnen besonders ruhige und brave Hunde? Den No-Bell-Preis.
Wie nennt man ein Rudel aggressiver Wölfe? Wolfgang.
Was lebt in der Savanne und ist immer sauber? Die Hygiäne.
Wer verrichtet sein Geschäft in die Prärie? Der Klojote.
Was ist grün und macht die Toilette sauber? Ein Klokodil.
Was ist rund, braun und riecht unangenehm? Ein Stuhlkreis.
Was schwimmt im Wasser, ist gefährlich und aus Schokolade? Ein Schokodil.
Warum haben Fische Schuppen? Damit sie bei Regen ihr Fahrrad unterstellen können.
http://maps.secondlife.com/secondlife/NM%20New%20Mexico/119/182/32 Kaninchen und Kojote
http://maps.secondlife.com/secondlife/NM%20New%20Mexico/47/92/32 Kolkrabe
http://maps.secondlife.com/secondlife/AZ%20Arizona%20West/147/143/33 Wiesel
http://maps.secondlife.com/secondlife/AZ%20Arizona%20West/33/190/50 Wildsauen
http://maps.secondlife.com/secondlife/NM%20New%20Mexico/43/6/33 Kojote
http://maps.secondlife.com/secondlife/AZ%20Arizona/205/51/31 Hund ;-)