RP-Info: Ella Holly Johnson, kurz Hoella, kürzer Ella
*1845, Ames/Iowa, ledig
Eltern: ehrbare Pioniersiedler mit Wohnsitz in Johnson Grove bei Ames bzw. Roland/Iowa
Ole Johnson * 25.03.1829, Halla Johnson (* 1829)
Geschwister: Arthur Clarence (*1842), Sarah Belle (*1844), Dan Jeffrey (*1847)
Ihre Großeltern Iver Johnson und Julia Johnson (geb. Patterson) kamen aus Norwegen und hatten in der Pionierzeit mit Fallenstellerei und Sommerfarmen ein für die damaligen Verhältnisse kleines Vermögen erwirtschaftet. Ihr Sohn Ole Johnson bekam mit seiner Frau Halla (geb. Halverson) mehrere Kinder, von den vier lebenden Ella die drittgeborene ist. Die Eltern hatten (zusammen mit den Großeltern) in einigermaßen friedlicher Koexistenz mit den damals dort nomadierenden Indianern aus einem Fox-Stamm, dessen Mitglieder sich selbst Meshkwa`kihug’* nannten, nahe einer Talaue** in einem Landabschnitt gesiedelt, der schon mit dem Louisiana Purchase 1803 'amerikanisch' geworden war. Die Johnsons wurden somit inmitten der Prärie zwischen Missouri River und Mississippi River sesshaft und erweiterten unter der Führung von Ole ihren Besitz um 1840 nordöstlich von nunmehr Ames/Story County, dem geographischen Zentrum von Iowa. Sie wurden dort Großgrundbesitzer, Farmer und Händler, noch bevor Ortschaften wie Story City, Sheffield oder Nevada auf der Landkarte auftauchten. Sicher war früher, dass man dem Skunk River oder auch 'Shikagua' südöstlich folgend, den Mississippi River bei Des Moines erreichte, südlich von St. Louis. Der Shikagua durchschlängelt die Prärie zwischen dem Des Moins River im Westen und dem östlicher gelegenen Iowa River, ist aber deutlich schlichter.
Einen Teil der anfangs extem günstig erworbenen Flächen hat Ole um 1863 für Bahnverbindung der First Transcontinental Railroad von Mississippi (Cedar Rapids, 167 km östlich) nach Omaha/Nebraska (277 km westsüdwestlich) (Cedar Rapids und Missouri River Railroad) östlich des Skunk Rivers, nördlich der U.S. 30 (Lincoln Way) an John Insley Blair verkauft. Seitdem ist der private Kontakt zu seinem westlichen Nachbarn Samuel Hiestand merklich abgekühlt, für den das Stahlross nach wie vor ein 'Monster von der Türe' darstellt. Hiestand hatte zusammen mit weiteren Grundbesitzern (Issac Black und L. Q. Hoggatt) die Planungen des Eisenbahnbaus fast verhindert, da sie nicht an die Eisenbahnbetreiber verkaufen wollten und auch der Gründung einer Stadt skeptisch gegenüberstanden. Die angesehene Cynthia Duff kaufte unter einem Vorwand die notwendigen Teile für die Strecke und der Stadt von den widerspenstigen Grundbesitzern und Nachbarn auf und veräußerte das Land anschließend ohne Aufschlag an Blair.
Blair gründete die Stadt Ames an der Mündung des Squaw Creek an der Brücke über den South Skunk River, einem Zufluss des Mississippi. Die Stadt entstand Ende 1864 aus einem Depot an einer Stelle, die Blair zusammen mit seinem Freund Oakes Ames als ideale Position für die Kreuzung mit einer Nord-Süd-Strecke erkannt hatte. Diese Strecke verläuft zwischen Iowas Hauptstadt Des Moines (56 km südlich) und Minneapolis (344 km nördlich) und ihr Bau wurde 1866 begonnen. Oakes Ames war Kongressabgeordneter von Massachusetts und Förderer des Eisenbahnbaus, wohnte selbst aber nie in Ames. So tauchte Ames auch erst um 1866 auf Landkarten auf.
Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung der Region war die Gründung einer College Farm, dem Iowa Agricultural College und einer Modellfarm. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten begann der Bau und um 1869 konnten die ersten Studenten in spartanischer Unterbringung ihr Wissen um die Agrikultur mehren. Die Betten waren strohgepolstert und das College verfügte sogar über eine kostenpflichtige Badewanne.
Die Familien vom Erstgeborenen Arthur Clarence Johnson und Dan Jeffrey bewirtschaften mittlerweile den Großteil des Besitz östlich des Skunk Rivers. Hier werden auf den weiten freien Flächen vor allem Weizen und Mais angebaut sowie eine kleine Milch- und Holzwirtschaft betrieben, während die Eltern Ole und Halla in Johnson Grove so langsam in Ruhestand gehen und von Sarah Belle umsorgt werden. Ella wurde von Vater Ole mit einer großzügigen Reisekasse ausgestattet, damit sie das weite Land erkunden könne.
Ella ist eine selbständige Einzelgängerin, die auf Ihrem Weg schon ein paar Gelegenheitsjobs angenommen hatte. Sie kann Lesen, Schreiben, Rechnen - manchmal nutzt sie eine Brille. Ella hat Farm- und Ranchkenntnisse und kann daher auch mit groben Werkzeugen wie Spaten, Hammer oder Axt umgehen. Auf Entfernung und vor allem für die Kaninchenjagd vertraut sie ihrer 16-schüssigen Winchester, die sie oft seitlich geholstert trägt, da ihr Gewehr in einem Holster im Rücken im Wege wäre, wenn sie ihren Rücksack dabei hat. Ella mag es lieber sauber und warm statt nass und dreckig. Ihre Kleidung ist meistens zweckmäßig aber gepflegt. Für festliche Anlässe schlüpft sie sogar mal in ein hübsches Kleid.
Seit sie aus Nevada, wo sie sich für ein Jahr im Hotel Virginia Inn eingemietet hatte, nach Arizona kam, ist Ella Cowgirl und Köchin auf der Ranch High Chaparral westlich von Tucson und zudem TCWaAI-Händlerin. So ist sie auch häufig mal beim Ein- oder auch Verkaufen in Tucson anzutreffen. Einem Kampf geht sie meist aus dem Wege, aber an Wettbewerben nimmt sie gerne teil. Sie ist keine Abstinenzlerin, kommt aber lieber in den Saloon um zu tanzen, denn zu trinken. Mit ihrer Kutsche schlägt sie manchen Reiter, wenn ihr Sattelpferd 'Thunder' frisch ausgeruht ist.
* Meshkwa`kihug’ = ‘rote-Erde Leute’ weil sie dachten, sie seien von ihrem Schöpfer aus der roten Erde gemacht worden, ein Algonkin-Stamm mit Wurzeln am Lake Winnibago und dem Fox River/Wisconsin. Sie waren Vertriebene vom Mississipi und kamen aus dem Südosten (Illinois).
**Typisch für die Landschaft dort sind flaches Land oder sanfte Hügelketten. Die Flüsse oder Bäche mäandrieren und führen unterschiedlich viel Wasser. Daher empfiehlt es sich, sein Lager oberhalb der Flutline der Talauen aufzuschlagen. In den Auen finden sich mehr oder weniger große Wälder, je nachdem, wieviel die Stürme und rodenden Menschen zugelassen haben. Die stärker bewaldeten Auen- und Hainlandschaften werden gern auch als Groves benannt und tragen dann Familien oder Eigenschaftsnamen wie Walnut Grove, Pleasant Grove, Big Grove oder Johnson Grove. Inmitten einer offen Landschaft ziehen solche Hainwälder Siedler nahezu magisch an, bieten sie doch Wasser und Schatten im Sommer, Bauholz, Windschatten und Feuerholz für den Winter.
Auenlandschaft
Gandma Julia Johnson (Patterson), ?-1854
Grandpa Iver Johnson, ?-1852
weitere Bildquellen:
Nutzpflanzenverteilung Nordamerikas
Mineralogische Karte 1851 (Lage ungefähr von F in Colefield)