Toskana 2018

Juni 2018

Planung und Vorbereitung

Nach dem letztjährigen Urlaub mit Blahwas, Tremor und Manuel in den Cevennen und Pyrenäen stand diesmal die Toskana auf dem Programm. Wir hatten noch zwischen Sardinien, Korsika und der Toskana geschwankt, aber dann kurzerhand abgestimmt. Also auf in die Toskana.

Wie zuletzt hatten wir uns auf die Anreise mit zwei Autos und jeweils einem Anhänger geeinigt. Die ausschlaggebenden Vorteile für uns ist die entspannte Anfahrt mit Fahrerwechsel. Dadurch sparen wir Zeit, die wir vor Ort einsetzen können. Zudem ist im Auto auch Platz für einen Pavillon, einem Tisch und 4 Stühlen sowie dem allerwichtigsten: Eine kleine Kühlbox, die unsere Getränke temperiert. Ein weiterer Vorteil: Wir können die Tagestouren ohne Gepäck absolvieren und müssen morgens nicht ab- und abends wieder aufbauen. Dafür geht ein bisschen Abenteuergefühl verloren. Beim nächsten Mal werden wir wieder neu entscheiden.

Die Toskana ist zu groß, um sie von einem einzigen Basislager aus mit Tagestouren zu erkunden. Daher wählten wir zwei Basislager aus, müssen dazu allerdings auch einmal umziehen. Mit Hilfe von Google Maps und Zoover schlug ich zwei Campingplätze vor, einer im Norden, einer im Osten der Toskana. Wir wurden uns schnell einig und wir konnten mit der Planung beginnen.

Blahwas hatte in kurzer Zeit alle irgendwie greifbaren Passknacker-Punkte jeweils zu Tagestouren rund um die beiden Campingplätze zusammengefasst. So schnell kann die Planung gehen. Da sich mein Bedürfnis Punkte zu sammeln in sehr engen Grenzen hält, und ich mir auch einige Sehenswürdigkeiten ansehen wollte (u.a. Siena, Volterra, Mugello), habe ich noch einige Alternativrouten geplant, um auch ein paar schöne Fotomotive zu sammeln. Mal sehen, was dabei rauskommt. Wie in vergangenen Urlauben auch, werden wir die eigentliche Routenauswahl für den nächsten Tag am Abend vorher festlegen.

Zusatzinformationen

Alle im Reisebericht verwendeten Fotos plus einige mehr sind in dem folgenden Fotoalbum enthalten. Die Tracks zu unseren Touren je Basislager sind in Google-Karten aufgeführt und können dort einzeln ein- und ausgeblendet und exportiert werden.

Anfahrt

Blahwas und ich einigten uns darauf, Samstag abends los zu fahren, was Blahwas nicht davon abhielt tagsüber mal eben noch 23 Passknacker in Belgien und der Eifel einzusammeln. Verrückter Passknacker-Junkie!

Ich sammelte ihn abends in Koblenz auf, und wir machten uns auf den Weg in Richtung Schweiz. Wie ich erfahren hatte, benötigt dabei nicht nur mein PKW eine 35€-Jahresvignette, sondern auch mein Anhänger. Also 70€ für die Schweiz. Das kommt einem schon recht viel vor, es relativiert sich allerdings, wenn man in Italien für eine Strecke vom Gotthard bis nach Massa rund 50€ Mautgebühr zahlen muss. Na ja, egal. Verwundert war ich allerdings, dass an der Grenze ein Zöllner angelaufen kam, als er uns kommen sah und unseren Anhänger kontrolliert hat. Als er die Plakette sah, die ich auf Anraten der freundlichen Verkäuferin auf der linken Anhänger-Seite aufgeklebt hatte, zeigte er den Daumen hoch und winkte uns freundlich durch. Das wird vermutlich öfters aus Unwissenheit an der Grenze zu überraschten Gesichtern führen.

Nach dem Gotthard-Tunnel, es muss um die 1:00 Uhr Nachts gewesen sein, waren wir beide durch und haben uns im Auto auf's Ohr gehauen. Wirklich schlafen war das allerdings nicht. Mein Auto ist für sowas zu klein. Das rächt sich am nächsten Tag. Ich bin für 4 Stunden Halbschlaf nicht gebaut worden. Das muss zukünftig anders werden. Übernachtung auf einem Campingplatz oder einem Hotel - mal sehen.

Morgens um 5 ging's weiter ohne Stau bis zu unserem ersten Basislager auf dem Campingplatz Pian d'Amore , den wir gegen Mittag erreichen. Wir besichtigten den Campingplatz und suchten uns zwei schöne Plätze aus, die uns ausreichend Schatten boten. Da Der Platz an einem Hang liegt und in Terrassen angelegt ist, können die PKW nicht bis zum Zeltplatz gefahren werden, doch unsere beiden Plätze lagen nur wenige Meter von einigen Stellplätzen für PKW und Motorräder entfernt, was uns einiges an Schlepperei erspart hat. Ein Hoch auf die Nebensaison. Bei Tremor und Manuel, die sich erst Sonntag früh auf den Weg gemacht hatten, lief es nicht so rund und sie verpassten das Essen in der Pizzeria. Die Bedienung ist sehr freundlich und die Pizza sehr lecker. Der Campingplatz war schon mal eine gute Wahl.

Wir nutzen den Nachmittag, um unsere Getränkebox in einem großen Supermarkt zu füllen. Das ist hier Sonntags natürlich kein Problem. Dazu mussten wir allerdings mit den Motorrädern erstmal zig kurven den Berg herunter und wieder hinauf bewältigen. Manchmal hat man einfach Pech. Zwischendurch war noch etwas Zeit für ein paar Schnappschüsse des Ortes, in dem wir uns niedergelassen hatten. Es hätte uns schlimmer treffen können.

Auf eine größere Tour verzichten wir, da wir durch die Anfahrt und wenig Schlaf noch ziemlich müde sind.

Was lange fährt, kommt endlich an

Gegen 22:00 Uhr treffen dann auch tremor und Manuel auf dem Campingplatz ein. Gemeinsam werden noch schnell die Motorräder abgeladen und dann dürfen die zwei unter unseren kritischen Blicken ihre Zelte aufbauen. Ein wenig mitgeholfen haben wir dann doch, auch wenn's schwer fiel. Anschließend gibt's zur Belohnung für die Nachzügler ein kühles Bier - man ist ja schließlich professionell vorbereitet. Der erste Fahrtag wartet!

Warmfahren in der Toskana - Schwierige Straßenverhältnisse, Fahren im Nebel und eine zerbrochene Sonnenbrille...

Ein Skelett auf Marmor, Chillen am Strand und zwei Motorräder auf Abwegen...

Straßenpizza und eine neue Kurventechnik


Straßenpizza und eine neue Kurventechnik







Das war's dann schon wieder für diesen Urlaub. Die Rückfahrt verläuft ohne Zwischenfälle, nur der Anhänger benötigt vor dem nächsten Urlaub neue Radlager, die waren schon vor Reiseantritt deutlich zu hören.

Die Toskana ist landschaftlich einfach schön und bietet sehr schöne Strecken, auch wenn der Asphalt oft einiges zu wünschen übrig lässt. Verhungern muss man in Italien auch nicht und die Italiener sind ausgesprochen freundlich und gelassen.

Für mich persönlich wünsche ich mir für den nächsten Urlaub etwas mehr Abwechslung, vielleicht einen Tag in einem Enduro-Park oder einen Tag am Strand, mal sehen. Das Sammeln von Passknackerpunkten gibt mir leider gar nichts und ist eher lästig. Ich könnte mir auch wieder eine Rundreise nur auf dem Motorrad vorstellen, d.h. ohne Auto und Basislager, was zwar weniger Komfort, aber auch mehr Spannung mit sich bringt. Mal sehen.

Meinen Mitreisenden danke ich für den tollen Urlaub! Knatsch oder Streit hatten wir noch nie, passen fahrerisch und menschlich alle gut zusammen. Besser geht's kaum.