Schlauchwaage zur Drosselklappensynchronisation

Da die Synchronisation der Drosselklappen bei den KTM-V2 nicht Teil der Inspektionen ist und nicht mal von den Werkstätten durchgeführt werden darf, kann man den Werkseinstellungen entweder trauen oder auch nicht. Im Vergleich zu einem BMW-Boxer-Motor, sind die Fehlerquellen beim KTM-V2 sehr gering, weil die Drosselklappen direkt über ein Gestänge, das über eine Schraube justierbar ist, verbunden sind. Das Gestänge wird im Werk justiert und dann nicht mehr angerührt. Stellt sich also die Frage, wie viel Mühe sich der Monteur bei der Einstellung gibt und ob es sich nicht mit der Zeit verstellen kann. Es gibt jedenfalls einige Nutzer, die eine deutliche Verbesserung der Laufruhe und der Gasannahme festgestellt haben. Bei der GS habe ich auch eine erhebliche Verbesserung der Synchronisation hinbekommen.

Aber das eigentliche Thema ist das Messgerät. Es gibt am Markt dafür z.B. den TwinMax, der den Differenzdruck messen kann und ganz brauchbar funktioniert. Es geht aber deutlich genauer und viel billiger mit einer Schlauchwaage. Ich habe mich beim Bau an einer Anleitung von Gerd von PowerBoxer.de orientiert (meine Variante ist am Ende beschrieben). Das Prinzip ist sehr simpel: Ein mit Flüssigkeit gefüllter Schlauch wird hinter den beiden Drosselklappen angeschlossen. Bei laufendem Motor wird dann der Unterdruck hinter den Drosselklappen gemessen. Da nur der Differenzdruck gemessen werden muss, benötigt man nicht einmal eine Skala. Die Grundlagen kann man im o.g. Link im Detail nachlesen.

Ich habe ein Brett, dass noch von einem Regalbau übrig war, verwendet und eine 10mm breite und 8mm tiefe Fuge in das Holz gefräst. Zuerst unten den Bogen für den Schlauch und dann die beiden geraden Fugen für den Messbereich:

Am oberen Ende habe ich die Fuge durchgefräst, um den Schlauch auf die Rückseite durchzuführen. Dort wird später der 8/10mm-PVC-Schlauch (8mm Innendurchmesser; 10mm Außendurchmesser) verklebt. Erst wird nur lose zur Probe montiert:

Auf der Rückseite werden auf den zu verwendenden 8/10mm-Schlauch 8/4mm-Reduzierstücke aufgesteckt und mit dem 4/6mm-Schlauch verbunden. Der dünne Schlauch wird dann später am Motorrad angeschlossen.


Dann werden aus optischen Gründen noch die Kanten gefräst und die Bohrungen für die Befestigung gesetzt. Dann wird das Ganze geschliffen und weiß lackiert. Ich habe eine Sprühdose Rallye-Weiß-Matt verwendet, die ich noch übrig hatte.

Der Schlauch wird alle 10 cm mit einem Tropfen transparentem Kleber in der Fuge fixiert:

Zuletzt wird der Schlauch mit rotem Lampenöl (Parafinöl) befüllt, noch etwas verschönert und in der Garage an die Wand geschraubt. Der Anschlussschlauch wird nach oben herausgeführt und liegt darüber auf einem Regal. Ich habe 10m Schlauch gekauft, d.h. durch zwei geteilt habe ich 5m Anschlussschlauch. Das reicht locker.

Damit ist das Messgerät einsatzbereit. Die Anschlüsse bei der KTM muss ich noch herausführen, damit man bei montiertem Tank die Synchronisation durchführen kann. Das ist ein bisschen fummelig und wird noch etwas dauern. Ich werde dann berichten.

So eine Schlauchwaage lässt sich auch mit etwas weniger Aufwand herstellen, aber ich hatte Langeweile und bastle halt gerne