Krumbach (Schwaben) bis Venedig 2.0. Ein Fazit zur Tour.
Es war eine sehr schöne Tour die aber auch wieder einige Herrausforderungen bereit hielt. Die gut geplanten Tracks zahlten sich auf der ganzen Tour aus. Keine verlassenen oder aufgegebenen Wege sondern lediglich kleinere Baustellen die nicht vorhersehbar waren. Auch musste ich nur sehr selten das Smartphone nutzen um Wege nachzusehen.
Die erste Tagesetappe war natürlich eher zu lang, dies war aber den Unterkünften geschuldet.
Was ich in jedem Fall etwas unterschätzt habe sind die vielen Auf und Ab Passagen. Diese waren jedes mal komplett unterschiedlich. Hier habe ich nah kurzer Zeit gemerkt das mich diese Passagen einiges an Energie kosten. Hier werde ich für die nächste Planung etwas mehr Rücksicht nehmen.
Geboten wurde mir im ganzen Verlauf der Tour einiges. Es gab sehr viel zu sehen. Die Möglichkeiten Proviant Einzukaufen waren fast immer sehr gut. Die Trinkwasserversorgung war ab Österreich bis zum Ende der Tour durch die Brunnen jederzeit gesichert, was bei den hohen Außentemperaturen überhaupt das wichtigste ist.
Interessant war es nochmals einen Abschnitt der ehemaligen Römerstraße Via Claudia Ausgusta in Deutschland zu fahren.
Der Abschnitt von Toblach bis Cortina d'Ampezzo bzw. Pieve di Cadore war wirklich beeindruckend und hat richtig Spaß gemacht. Auf der Strecke der ehemaligen Dolomitenbahn kommt man sehr gut voran.
Die Tiefe Schlucht des Flusses Piave war sehr unheimlich da alles gut ausgebaut, aber mehr oder weniger verlassen ist. Aber diese Abschnitte schaden bei solchen Touren nicht um mal etwas runter zu kommen.
In allem ein positves Fazit für eine sehr spontan geplante Tour!
Rückreise
Die Rückreise ist leider seit den neuen Zügen der ÖBB nicht mehr so einfach von Verona nach München möglich. Die neuen Züge haben eine begrenzte Kapazität für Fahrräder. Die alten Garnituren mit Fahrradwagen fahren zwar noch des öfteren, aber wieso dort keine zusätzlichen Fahrradplätze gebucht werden können.
Ich habe dann den Umweg über den Brenner und Innsbruck genommen. Also Venezia - Verona - Brenner - Innsbruck - Garmisch-Partenkirchen.
Die Idee hatte ich natürlich nicht allein. Verona - Brenner ist kein Problem das der Zug einen 3 fach Fahrradwagen dabei hat. Dennoch war es natürlich chaotisch voll. Dies ist aber leider auch vielen Radreisenden geschuldet. Man steht 20 Minuten am Bahnhof, wartet auf dem zug und spielt am Smartphone. Wenn der Zug dann einfährt bricht erstmal Panik aus. Dann versucht man sein schweres E-Bike mitsamt den Taschen in den Zug zu hieven was natürlich eher nicht gelingt. Zeit wäre genug gewesen sich vorzubereiten. Die Taschen müssen zum Aufhängen des Fahrrades sowieso abgenommen werden. Aber es ist leider jedes mal das selbe.
Ab Brenner bis Innsbruck sieht es da leider anders aus. Hier fährt nur eine kleine Bahn der ÖBB wo geschätzt 20 Fahrräder rein passen.
Hier hatte ich aber Glück das ich relativ schnell aus dem Italienischen Zug in den Österreichischen Zug umsteigen konnte, und ich mir so noch einen Platz sichern konnte. Geschätzt haben wir mindestens 30 Radfahrer zurückgelassen.
Ich habe mir dann noch einen Nachmittag Innsbruck angesehen, bevor ich am nächsten morgen mit der Werdenfelsbahn in Richtung Garmisch-Partenkirchen gefahren bin.
Hierzu ein wichtiger Hinweis zu den nötigen Bahntickets:
Abschnitt Venezia - Brenner
Benötigt wird: Personenticket + Fahrradticket (Bici) für Italienische Bahn (Trenitalia)
Achtung! In Italien müssen Bahntickets (Personen + Bici) vor Betreten des Bahnsteiges entwertet werden. Das Ticket ist sonst nicht gültig, und dies wird als Schwarzfahren gewertet! Sollte dies vergessen werden, umgehend nach dem Einsteigen selbstständig das Zugepersonal aufsuchen. Diese können das Ticket ebenfalls entwerten. Je nach Personal kann es hier aber zu Diskussionen kommen.
Abschnitt Brenner - Innsbruck
Benötigt wird: Personenticket + Fahrradticket für Österreichische Bahn (ÖBB)
Abschnitt Innsbruck - Mittenwald
Benötigt wird: Personenticket + Fahrradticket für Österreichische Bahn (ÖBB)
Abschnitt Mittenwald - Garmisch-Partenkirchen oder weiter
Benötigt wird: Personenticket + Fahrradticket für Deutsche Bahn (DB)
Wer ein Deutschlandticket besitzt kann quasi ab Mittenwald mit diesem weiter fahren, und benötigt lediglich ein Fahrradticket dazu.
Das Fahrradticket der ÖBB gilt im gesamten VVT (Verkehr Verbund Tirol) und gilt zum Beispiel auch für Fahrten der Ausserfernbahn bis Vils-Stadt.
Natürlich müssen nicht alle Tickets einzeln so in den Abschnitten gebucht werden. Je nach Anbieter lassen die Apps es zu die Tickets übergreifend zu buchen. Ich habe aber jeden Abschnitt separat gebucht, da ich es einfacher fand, und ich bei verpassten Anschlüssen ggfs. rechtzeitig reagieren konnte.
Würde ich die gleiche Reise genauso nochmal machen?
Jaein! Fahren würde ich die Tour gerne nochmals. Würde allerdings bestimmte Abschnitte nochmals anpassen.
Kann man diese Tour so empfehlen?
Definitiv Ja!
Kann man die Tagesetappen als GPX herunterladen und verwenden?
Alle Tagesetappen sind unter GPX Tracks verfügbar. Hier sind die Tracks in Komoot verlinkt, und können dann dort heruntergeladen werden. Der Download ist allerdings nur mit einem Komoot Account sowie dem entsprechenden Paket (Region oder Welt) möglich.
Ein direkter Download der Tagesetappen wird aktuell nicht anboten. Auf Nachfrage verschicke ich die Tracks aber auch gerne per Mail.
Wie genau sind die GPX Tracks der Tagesetappen?
Die hier verlinkten Tagesetappen sind 1:1 die gefahrenen Tagesetappen wie diese durch den Wahoo Tacho aufgezeichnet worden sind. Diese wurde nicht bearbeitet.
Wichtig! Diese Tracks beinhalten auch Falschfahrten oder Ausreißer vom GPS. Dennoch kann man die Tracks als Vorlage für die Planung verwenden.
Gibt es auf der Strecke genügend Möglichkeiten um Verpflegung einzukaufen?
Pauschal nicht zu beantworten. Hängt immer von der gewählten Routenplanung ab.
Ich habe meist das Wasser aus den zahlreich vorhandenen Brunnen verwendet. Diese sind aber auch nicht in allen Gebieten so zahlreich vorhanden bzw. zu finden. Zum Essen habe ich mir am Vorabend immer für die Tour etwas gekauft. Natürlich gibt es aber auch viele kleine lokale Einkaufsmöglichkeiten.
Lohnt sich die Strecke von der Landschaft und den Aussichten her?
Auf jeden Fall!
Aber auch wenn nur Teilstücke gefahren werden lohnt es sich definitiv. Die Frage selbst ist meist mit den Bildern bereits beantwortet.
Wieviel Pannen gab es auf der Tour mit dem Fahrrad?
Ich hatte auf der ganzen Tour keine einzige Panne. Dies ist aber nicht selbstverständlich. Es ist ratsam diverse Gegenstände für die Reparatur des Fahrrads mitzuführen. Wer keine Möglichkeit hat sein Fahrrad selber zu reparieren, oder die Panne am Fahrrad zu groß wäre, dem empfehle ich ebenfalls die Tagesetappenplanung entsprechend auszulegen das Bahnhöfe, Werkstätten etc. in der näheren Umgebung sind.
Reichte der Platz in den Packtaschen wirklich aus?
Es ging... Die Taschen waren vor Abreise mehrmals gepackt worden, und jedes mal wurde wieder etwas entfernt um mehr Platz zu haben. Wichtig ist nur das man selber damit klar kommt, mit dem was man dabei hat. Kleidung kann man auch unterwegs waschen. Tagsüber hat man mehr oder weniger nur seine Fahrradbekleidung an. Für Abends zum Essen oder einkaufen hatte ich dann (2 Satz) andere Kleidung. Diese kann man wenn man aufpasst auch mehrmals tragen (wird ja in der Regel die wenigere Zeit getragen) bevor man diese dann ebenfalls unterwegs wäscht. Das muss aber jeder für sich selbst handhaben. Es gibt ja zum Beispiel auch noch Taschen für das Vorderrad.
Gibt es auf der Strecke die Möglichkeit die Tagesetappen oder ganze Abschnitte abzukürzen?
Es gibt teilweise die Möglichkeit bestimmte Abschnitte mit dem Zug abzukürzen. Beim Kauf der Tickets ist darauf zu achten das ein zusätzliches Fahrradticket notwendig ist.
Kann man am Ziel dann Venedig ebenfalls mit dem Rad erkunden?
Nein! Achtung bitte lesen!
In Venedig ist es verboten sein Fahrrad auch nur durch die Stadt zu schieben! Wenn man erwischt wird zahlt man, und die Strafen sind nicht gerade gering. Die Kontrolleure vor Ort gehen überhaupt keinerlei Diskussionen ein. Wenn man erwischt wird, zahlt man.
Die Gegend um den Bahnhof "Venezia Santa Lucia" gilt angeblich als Ausnahme, da man hier mit dem Zug auch An- und Abreisen kann. In wieweit diese Aussage stimmt weiß ich allerdings nicht. Bitte vorab in jedem Fall Informieren, oder vor Ort freundlich nachfragen.
Es gibt wenn man von Mestre kommt eine Fahrradgarage. Hier kann gegen Gebühr das Fahrrad in einer Box verstaut werden. Für E-Bikes gibt es Boxen mit Steckdosen. Über die genaue Funktionsweise kann ich leider keine Auskunft geben.
Außerdem: Es ist total sinnlos in Venedig mit dem Fahrrad zu fahren. Die zahlreichen Brücken und vielen Touristen machen dies mehr oder weniger auch unmöglich.
Wie funktioniert das mit dem Eintritt in Venedig?
Als ich in Vendig ankam war der Zeitraum für den Eintritt bereits vorbei. Bitte vorab selbst Informieren ob zum Reisezeitraum ein Eintritt bezaht werden muss oder nicht.