Ich erinnere mich gerade daran, wie wir zum ersten Mal in Berlin im Pergamonmuseum schlenderten. Bereits die vergangen Tage gingen wir an der Spree schlendern. Ich genoss jede Minute an deiner Seite und schwärmte dir ständig von meiner anstehenden Ausbildung zur Ärztin vor.
Ich spürte, wie mein Geist, deinem Geist nahe sein wollte. Eifrig zählte ich dir die Gegenstände auf, die bei den Ausgrabungen in Babylon, Uruk, Assur und Ägypten gefunden wurden. Detailliert erklärte ich dir die Bedeutung jeder Rille am großen Tor. Obwohl mein Geist entspannt wirkte, bebte mein Körper, ich sehnte mich nach einer Berührung von dir. Ich wollte deine Hände ergreifen und wie ein junges, verliebtes deutsches Paar; wollte mit dir Hand in Hand durch die Gänge des Museums schlendern.
Doch was sollte ich tun? Die Gepflogenheiten unserer Kultur, unsere Erziehung - alles ist anders. So etwas gehörte sich nicht.
Ich neigte mich beim Schlendern durch die Gänge des Museums leicht an deine Seite, ließ meinen Arm und meine Hand frei schwingen, vorsichtig näherte sich meine Hand, leise, fast zärtlich der deinen. Vorsichtig strich mein Handrücken über den deinen. Im Gleichklang der Gefühle schritten wir durch die Gänge. Der unbeteiligte Besucher, sah zwei japanische Museumsbesucher, welche in wissenschaftlichem Gespräche vertieft waren. Unsere Herzen kommunizierten durch das sanfte Reiben unserer Handflächen. Ich wollte, dass du wissest, mein Leben soll ein Leben an deiner Seite sein. Mit meinen fast 18 Jahren war ich eine glückliche Frau.