Die Ankunft in der Karawanserei ‘La Gazelle’ wurde von der Jugend der Oase Tataouine mit großem Gelächter aufgenommen. Solche Typen hatte man hier noch nicht gesehen.
Unsere Karawane hatte den beschwerlichen Weg von der Küste aus auf sich genommen und sich unterwegs noch einmal mit Proviant für das Lastenkamel eingedeckt. In einer kleinen Oase namens Zarzis umgingen wir geschickt den Markt der Berber, aber auch die örtlichen Restaurationsbetriebe umgingen wir.
Ich erinnerte mich dabei an meinen Besuch während der letzten Regenzeit. Mit meinem Begleiter Ismael konnten wir uns gerade noch knapp aus dem Wadi retten und bei einem Feuer wärmen, sowie an gebratenem Huhn und anderen orientalischen Köstlichkeiten laben.
Diesmal ging es jedoch gleich weiter. Wir wollten über die Meerenge Bahiret el Bibane zum Ben Gardane und dann nach Tataouine. Über die Meerenge lässt sich wenig sagen, der aktuelle Baedeker beschreibt die Landschaft gut genug. Die erwarteten Großvögel mit dem rosa Federkleid konnten wir in weiter Entfernung sehen. Leider waren heute meine Begleiter Ismael und Zacki nicht dabei, sie hätten dieses Ereignis mit ihren guten Augen bestimmt festhalten können.
Die Mittagshitze in Ben Gardane veranlasste uns dann doch einen der dortigen Restaurationsbetriebe aufzusuchen. Im Jewel Palace nahmen wir im Schatten alter Zypressen eine kurze Rast. Entgegen meiner sonstigen Art will ich dem Daheimgebliebenen aber nun doch einmal etwas über die unangenehmen Seiten der Reisen durch den wilden Orient schildern. In heimischen Gefilden ist es der Wanderer gewohnt, an vielen Stellen eine recht angenehme Möglichkeit für die Leerung der Gedärme zu finden. Je näher die Wüste kommt, desto seltener findet der Reisende solche Möglichkeiten. Der Juwelenpalast enttäuschte die Reisenden ungemein. Es ist halt doch nicht alles Gold, was glänzt.
In der Ferne sahen wir einmal eine große Herde von Kamelen.
Über die weitere Fahrt lässt sich eigentlich nur noch berichten, dass wir die örtlichen Wachmannschaften, welche die Reisenden vor dem unbill der Bösen bewahren sollen, uns genauestens inspizierten und über unsere Begründung für die lange Reise intensiv befragten. Unsere Kenntnisse der lokalen Gepflogenheiten ermöglichten uns jedoch eine schnelle Weiterfahrt. (Anm. des Übersetzers: gemeint ist der höfliche Respekt, den man den Wachmannschaften entgegenbringen sollte.)
Die Orientierung in der Wüste ist schwierig, moderne Geräte versagen oftmals ihren Dienst. Dank der Begleiter Ismael und Zacki auf meinen vergangenen Reisen konnte ich mich jedoch, sowohl bei Tag wie auch bei Nacht, bestens mittels der dortigen Sternbilder orientieren. Der Flash (ein Teil des Sternbildes Orion) wies uns den Weg. Sollten wir uns einmal unsicher sein, riefen wir die internationale Gottheit ‘spaM elgooG’ an.
Wenn der müde Wanderer, dann nach einer langen und beschwerlichen Reise die Oase Tataouine sieht, fällt alle Last von ihm ab. Alles Mühsal der Reise ist vergessen.
Nach einer kurzen er Rast in den Gemächern der Karawanserei geht es auf den Berg der Erleuchtung. Ein beschwerlicher Marsch durch die Oase (unter den Blicken der lokalen Jugend) und dann eine kurze Ausfahrt zu den historischen Stätten, dort begegnete ich einem Anhänger der Jedi-Religion, vermutlich sogar Obi Wan Kenobi selbst. Ein treffender Einstieg in die für morgen zu erwartenden Abenteuer.
Ähnlichkeiten mit wirklichen Personen und Ereignissen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.