Lieber Professor Makino Tomitarō,
Die Bergmannsche Regel der Thermoregulation hatte mir immer großes Kopfzerbrechen bereitet. Wie ich gelernt hatte, wird sie vor allem bei Tieren mit großer geographischer Verbreitung wie Braunbären, Wildschweinen, Füchsen oder Pinguinen beobachtet.
Die Körpergröße nimmt mit der geographischen Breite zu, d. h., je näher der Lebensraum solcher Tiere an den Polargebieten liegt, desto größer sind sie. Bisher hatten wir den Zwergpinguin (Eudyptula minor) mit einer Größe von lediglich 30 Zentimetern und einem Gewicht von einem bis eineinhalb Kilogramm, bis zum Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) mit einer Größe von bis zu 1,20 Metern und einem Gewicht von bis zu 40 Kilogramm entdeckt. Damit hatten wir aber noch nicht die Größe erreicht, die wir bei Anwendung der Bergmannsche Regel in der Nähe des Südpols erwarten sollten. Die größten Neukiefervögel sollten da mindestens 1,80 Meter erreichen.
Die Bergmannsche Regel besagt, dass Tiere in kälteren Regionen größer sind, da dies zu einem günstigeren Verhältnis von Volumen zu Oberfläche des Tieres und damit zu weniger Wärmeverlust führt.
Aber bis heute haben wir solch großen Pinguine nicht gefunden. Bis jetzt … Lieber Professor, nach meiner Rückkehr werde ich Ihnen Beweise vorlegen, die eindeutig zeigen, dass es Pinguine von ca. 2 Meter Größe gibt.
Freundschaftliche Grüße
Haruko Obokata