Band 63 - Das glückhafte Schiff

Band 63

 

 

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Das glückhafte Schiff

Wie auf ein braunstichiges Foto blickt der Leser zurück auf die Kindheit des Jungen Achim Petersen, der in einer Kleinstadt an der Küste aufwächst.  Gezeiten, Schiffe, der Atem des Meeres und die enge Bindung an den Großvater in Hamburg, der ihm die Bedeutung der Seefahrt vermittelt, prägen ihn früh.  Und dass auch kleine Fahrzeuge die hohe See befahren können und dabei noch nicht einmal einen Motor brauchen, lernt er bald. – Doch in seiner Familie gibt es Geheimnisse, über die nicht gern gesprochen wird.  Und der große Bruder lebt ihm vor, dass Seefahrt auch eine erfolgreiche Flucht sein kann.  Petersen geht wie sein großer Bruder zur See.  Und von da an bekommt sein Leben Farbe.  Dort durchläuft er in langen Jahren die klassische Karriereleiter vom Schiffsjungen zum Kapitän.  Aber selbst seinem mitunter naiven Blick, den er sich wie mancher Fahrensmann stets bewahrt, bleibt am Ende nicht verborgen, dass die moderne Seefahrt eine Knochenmühle ist, in der Privatleben, Partnersuche und Glück oft auf der Strecke bleiben… Da muss ein passender Ausstieg her. 

 

Aus dem Inhalt:

Autorenvita & Inhaltsübersicht                                                                                                

 

  1. Die Villa in der Windallee                                                                                  

  2. In Langenhorn                                                                                                  

  3. Sindbad, der Seefahrer                                                                                     

  4. Die „ILSE SCHULTE“                                                                                        

  5. Hansopa                                                                                                          

  6. Vaters Geheimnis                                                                                             

  7. Am Zwischenahner Meer                                                                                   

  8. In der Mosesfabrik                                                                                            

  9. Die „MAGDALENE VINNEN“ in Gabun                                                              

10. Im Persischen Golf                                                                                        

11. Auf der Seefahrtsschule                                                                                 

12. Im ‚Tal der Schlangen’                                                                                    

13. Von Antalya nach Bodrum                                                                             

14. Auf der „URANUS“                                                                                         

15. Veränderungen                                                                                               

16. ‚Briefing’ auf der „AQUILA“                                                                              

17. Der Sturm                                                                                                    

18. Anneke                                                                                                         

19. „JAN VAN GENT“                                                                                           

20. Zwischen Nordsee und Atlantik                                                                       

21. Fair Isle                                                                                                        

22. Wiedersehen in der „Kulturetage“                                                                    

23. Start Point                                                                                                     

24. Das glückhafte Schiff                                                                                     

 

In diesem Band 63 finden Sie einen autobiographisch geprägten Roman eines noch aktiven Kapitäns.  Carl Johan erzählt gekonnt und feinfühlig in farbigen und bewegten Bildern und sehr informativ über Achim Petersens Entwicklung vom Kind über den seine Identität suchenden und findenden Jugendlichen, den langen herkömmlichen Weg zum Nautiker– und dann über dessen Suche nach einer sinnvolleren Alternative zu der nervenaufreibenden Container-Business-Seefahrt.  Carl Johan: Deswegen bin ich unter anderem von der Christlichen Seefahrt weg!  Hatte keine Lust mehr, auf Frachtern durch die Weltmeere zu schippern, die ’ne Ölspur hinter sich herziehen und tonnenweise Schwefel aus’m Schornstein hauen, weil alles an Bord auf den Flurplatten liegt.  Hier bewegen wir uns immerhin mit Windkraft durch die Gegend, nehmen den Müll wieder mit und machen nichts kaputt.  Siehe auch das Kapitel: Autorenvita & Inhaltsangabe.

In einer Rezension über ein anderes Werk des Autors schreibt Kai Hippen: „Seine Bücher sind kleine Meisterwerke seemännischer Erzählkunst.“

In einer weiteren Rezension sagt Peter Hahne: …wie großes Kino, man taucht förmlich ein in die Leinwand, und der Film beginnt, im eigenen Kopf abzulaufen.  Ohne es recht zu merken, verkeilt man sich im behaglichen  Lesesessel daheim gegen die heranrollende Sturmsee.

Dieser Band ist mehr als nur der authentische Bericht eines Zeitzeugen über die Seefahrt der jüngsten Vergangenheit, sondern eine Auseinandersetzung mit dem Sinn des Nautikerberufs in der heutigen Überseetransportindustrie, er ist große Seefahrtsliteratur der Gegenwart.

 

Leseprobe:

Hitze brütete über dem alten Frachter.

Nur undeutlich, in matten Farben waren durch den feuchtheißen Dunst die Ufer des Flusses mit den stumpfgrünen Mauern aus Mangroven zu erkennen.

Die Sonne musste irgendwo in der Nähe des Zenits stehen.  Wo genau, war nicht auszumachen.  Der ganze Himmel war von einem gleichmäßigen, ungeheuren Weiß, in das man kaum hineinblicken konnte.

Vom Bug her flog ein hartes, metallisches Knacken übers Schiff.  Ganz langsam begann die „MAGDALENE VINNEN“, an ihrer Ankerkette herumzuschwoien und ihr rundes Heck wieder Richtung See zu drehen.

Die Tide kenterte auf dem Gabun River.  Der hereindrängende Strom wurde schwächer, und die angestauten Wassermassen des mächtigen Ästuars mit den vielen Seitenarmen begannen, wieder in den Atlantik zu strömen.

Kein Lüftchen hatte sich zur Hochwasserzeit gerührt.  Die zurückweichende Flutwelle aber schien mit der unbewegten Luft in Verbindung zu stehen: Fast unmerklich zuerst, dann häufiger fächelte schwüler Lufthauch über den Fluss. –

An der rostigen Backbordseite lag an diesem Vormittag ein mitgenommenes Arbeitsfloß im Wasser.

Das über und über farbbekleckste Ding war mit Wurfleinen an der Bordwand vertäut.  Die beiden Jungen, die auf der schwankenden Plattform standen, teilten sich den Job.

Rotter, der lange Jungmann aus Frankfurt mit dem spaßigen Dialekt, den sie alle nur Unkas nannten, hatte einen langstieligen Roststecher, mit dem er lose Farbe von der Bordwand abstach, dass die Splitter flogen.  Sein nackter Oberkörper glänzte schweißnass, und er machte lange Pausen.

Der kleine Flunky aus Bremen mit den schulterlangen blonden Haaren hatte sich einen ausgedienten Stuhl heruntergefiert.  Jetzt schwankte das Floß bedenklich, und er setzte sich auf die wackelige Sitzgelegenheit.  Verschmitzt grinste er hoch über seinen kühnen Einfall – sein Peiniger, der Bootsmann, laschte vorn mit den Decksleuten, weit weg.

Vor dem Jungen stand ein zerbeulter Pott mit orangeroter Bleimennige.  Angelegentlich tauchte er seine Farbrolle ein und rollte die Stellen über, die Unkas abgestochen und mit der Drahtbürste bearbeitet hatte.

„Nu schlaf man nicht ein da unten“, sagte Achim Petersen eine Spur zu lässig in Richtung Floß und ließ die natürliche Autorität des befahrenen Leichtmatrosen spielen.

Seine stämmige, braungebrannte Gestalt mit den ausgeblichenen Locken lehnte mit aufgestützten Ellbogen an der Verschanzung.  Er sah hinunter und grinste  kopfschüttelnd über den im Sitzen malenden ‚Moses’.  Jetzt nestelte er die Beiholleinen fester, damit die beiden nicht zu sehr wegtrieben und zündete sich eine Zigarette an.  Er rauchte jetzt Gauloises, die Stange kostete an Bord nur fünf Mark achtzig.

Bald würde die Strömung stärker werden.

Er drehte sich um, so dass er mit dem Rücken am heißen Schandeckel lehnte, und sah über Deck.

Die beiden Afrikaner auf dem Windenhaus hockten unter dem wackeligen Dach aus Stauholzbrettern, das sie als Schutz gegen die höllische Mittagssonne gebaut hatten, und machten Pause.  Der Ladungsnachschub stockte.

In den seitlichen Gangbords an Deck neben den Luken türmte sich eine Whooling aus abgekappten Drahtseilenden, Hieven aus Stauholzbrettern, rostigen Schäkeln und schmierigen Spannschrauben.

Der schwarze Kruboy mit dem Turban aus Putzlappen zündete sich eine Zigarette an.  Seine Zähne schimmerten perlweiß, als er die Schachtel hochhielt und fragend zu Petersen hinübersah.

Der schüttelte den Kopf, hielt seine brennende Kippe hoch und wies mit dem Kinn über die offene Luke auf den Fluss.

Ein uralter kleiner Binnenschlepper kroch gegen die Strömung auf das Seeschiff zu.

Dort wurde Nachschub herangezogen.  Die kurze Pause würde bald um sein und das Laden weitergehen, bis tief in die Nacht hinein.  Und dann musste seeklar gemacht und das Laschen der Decksladung beendet werden.

Zehn Tage lagen sie jetzt schon auf der Flussreede.

Der Gabun River war nach Abidjan und Douala ihr dritter Ladeplatz.  Hier bekamen sie die Restladung.  Von hier würden sie zurückfahren nach Europa.  Nach Deutschland, nach Bremen – wo es schön eingerichtete Häuser gab und Schulen mit holzgetäfelten, düsteren Aulasälen…

 

...Ein rostzerfressener kleiner Mast lugte jetzt über die Verschanzung der MAGDALENE VINNEN.

Er schlenderte an der Achterkante der Mittschiffsaufbauten vorbei auf die Steuerbordseite des Frachters.  Ein helles Sisaltau flog dort über die Reling an Deck, der Schlepper musste festgemacht werden.

Petersen nahm den Tampen auf, warf ihn mit gekonntem Schwung von außen über die Reling und ergriff das ausgefranste Ende durch eine Klüse von innen mit der anderen Hand, schlang einen Palstek hinein und warf das Auge über eine verbogene Preventerklampe.

Er stieg eine Treppe höher auf das Palaverdeck, schnippte seine Zigarette über Bord und blickte hinunter aufs Wasser.

Auf den ersten Blick sah es aus, als habe das altersschwache Boot nur einen riesigen Afrikaner im Schlepp, der, seltsam genug, aufrecht und breitbeinig im Wasser stand.  Nur mit einer Badehose bekleidet, bis zu den Knöcheln, dann wieder bis zu den Knien eingetaucht balancierte der, wobei er eine Art eisernen Schürhaken in der Hand zu Hilfe nahm.  Jetzt gestikulierte er zu den Winschleuten an Bord unter ihrem vorsintflutlichen Sonnendach hinauf.  Die kamen in Bewegung.

Sie rissen, die Zigaretten im Mundwinkel, an den Stauholzlatten, die sie als verlängerte Fahrhebel irgendwie an den Rädern der uralten Kontroller angebändselt hatten.  Jaulend fuhren die Elektrowinden an und begannen sich zu drehen, fierend und hievend.  Der plattgedrückte, verkinkte Stahldraht lief durch die Geienblöcke und zog den Schwergutbaum nach außen übers Wasser, bis der Lasthaken an der sechsscheibigen Talje über dem Waterboy schwang.

Der bückte sich, versenkte seinen langstieligen Haken neben sich und fischte damit im Wasser herum.  Zähnebleckend vor Anstrengung förderte er das Auge eines schweren Stahlstropps hervor, das er geschickt über den Doppelhaken streifte.

Damit war sein Job erledigt.  Er sprang die fehlenden ein, zwei Meter an die Knüppelleiter, die inzwischen jemand über die Bordwand geworfen hatte, und enterte katzengleich auf an Deck.

Etwas Dunkles kam an die Oberfläche getaucht.

Die Winschleute hievten an, und der Stropp kam unter singende Spannung.

Die Drähte auf den Trommeln liefen langsamer, begannen zu knacken und zu knirschen.  Die Windenmotoren gingen in die Knie, und die MAGDALENE VINNEN neigte sich ganz langsam immer mehr auf die Seite.  Vom Dach des Deckshauses lief ein Schwall stehengebliebenes Regenwasser vom letzten Tropenguss zur Steuerbordseite und strömte über die Süllkante.  Klatschend ging es als kleiner Wasserfall an Deck nieder.

Aus der Brückentür trat in weißer Tropenuniform Kapitän Buchholz in die Nock und blickte nach achtern.

Wie ein Walrücken tauchte ein mächtiger Baumstamm aus dem Wasser, etwa mittig in der Schlinge des Drahtstropps hängend.  Immer höher hievten sie das Ungetüm, bis sein unteres Ende über dem Schanzkleid schaukelte.

Ströme von Wasser klatschten in den Fluss zurück.  Borkenstücke standen sperrig ab, lösten sich und fielen an Deck, als sie das Stück Urwaldriese jetzt herüberschwenkten, in der Luke versenkten und erst einmal ein Ende absetzten.

Damasceno, der Zimmermann, hatte sich neben Petersen ans Geländer gestellt.

Zu zweit sahen sie zu, wie die Kruboys in der Luke ihrer gefährlichen Arbeit nachgingen.  Sie turnten unter lautem Geschrei barfuß über die glitschigen Stämme, mit denen der Raum schon fast gefüllt war, und schlugen ohne Handschuhe die Bullropes an: ausrangierte, mit Fleischhaken gespickte Drahtseile, von denen der Baumstamm über Fußblöcke zur Seite an die Bordwand gezogen wurde.

Die Augen der Winschleute auf dem Deckshaus hingen unverwandt am Tallymann, der am Lukensüll stand.  Der hob die Hand, spähte hinunter in den Raum und ließ sie jetzt unvermittelt fallen: „Area jib!  Heave bullrope!“

Die Winden wurden gefiert und jaulten auf, der Ladebaum quietschte und krachte und schüttelte sich.  Es gab einen hohlen Bums, der durch den ganzen Schiffskörper ging, als sie den 45-Tonnen-Koloss mit Winden und roher Gewalt zur Seite an die Spanten zerrten, um Platz für die nächsten Stämme zu machen. –

 

„Jetzt weißt du, warum Afrikadampfer so zerhauen sind, Akim.  Nix mehr heil, Reling verbogen und Verschanzung verbeult.  Alles kaputt.“

Damasceno sprach ein schnelles Deutsch, deutlich und in einem melodischen Singsang.  Er war ein dunkler Caboverde und der geschickteste Schiffszimmermann, den man sich vorstellen konnte.  Außerdem spielte er Gitarre und sang dazu – so gut, dass alle zuhörten.  Man brauchte ihm nur eine bestimmte Melodie vorzusummen, schon konnte er sie spielen und nach Belieben variieren.

Und er kannte sich in der Loggfahrt aus wie sonst niemand, ihren Bootsmann Antonio vielleicht ausgenommen.  Aber mit dem war nicht gut Kirschen essen.

„Zweihundert Mahagonisorten gibt es, weißt du das?“ sagte Damasceno und stellte den Holzwerkzeugkasten ab.

„Diese hier sind schwer wie Bongossi und haben soo lange im Wasser gelegen…, schwimmen grade noch.  Keine leichte Arbeit für den Waterboy.  Säuft er fast ab damit.“

 

Petersen nickte.  Das sowieso, er wusste schließlich, was gespielt wurde.  Dieses Land wurde ausgeplündert – genau wie der Kongo und andere Ex-Kolonien.  Die schwarzen Kruboys, die ihr eigenes Holz auf die Schiffe der Weißen schafften, wurden mit zehn Mark am Tag abgespeist.  Aber irgendwie war er auch solidarisch mit ihnen – schließlich verdiente er auch nur dreihundert Mark im Monat.

„Und alles, damit in Deutschland die Chefetagen getäfelt werden im Siemens-Hochhaus“, murmelte Petersen.  „Dafür wird der Regenwald abgeholzt!  Verdienen sich ’n goldenen Arsch damit…  In meinem Atlas, damals auf der Schule – da konntest du das sehen.  Da waren Karten von Regenwaldvorkommen, und in Afrika ist schon über die Hälfte weg.“

Der Zimmermann lachte ein bisschen spöttisch.

„Wie klug sie sind, auf deiner Schule!  Und – hat das was geändert?  Den Kongo hoch ist noch mehr davon!  Was bist du für ein Junge? – Warum zum Teufel bist du mit der Schule aufgehört, und was machst du hier – auf diesen Dampfer?  Rebell oder was?“

Er schüttelte milde den Kopf und nahm seinen Werkzeugkasten wieder auf.

„Nix mehr rebelliern.  Du willst doch unbedingt zur See fahren… also komm lieber und hilf den Laufsteg bauen.  Ich brauch einen Mann – die beiden Flunkies auf dem Floß können sich allein versorgen.  Kommen sowieso zu nix.  Sollen den Geientampen hochentern!“

Petersen nickte und kam mit nach vorn.

Er hatte sich ein bisschen mit dem Zimmermann angefreundet.  Man konnte mit ihm über alles reden, er hörte zu.  Und er wusste viel.

An der Vorkante der Brückenaufbauten schritt der Caboverde zielstrebig auf eine schon fertige, steile Treppe aus roh zugeschnittenen Abfallbrettern zu.  Sie hatte Stützen und ein Geländer aus hellen Fichtenlatten.  Eine elektrische Kettensäge lag davor.  Alles war mit Sägemehl überstaubt.  Die provisorischen Stiegen führten eine fünf Meter hohe Wand aus längsschiffs liegenden Mahagonistämmen hinauf, die den Weg nach vorn komplett versperrte.  Sie ragte über die gesamte Schiffsbreite vor ihnen auf, ließ nur oben noch einen Spalt weißblauen Himmels frei.

Alle drei vorderen Laderäume waren schon voll, geschlossen und seefest verschalkt.  Auch die darüber liegende Decksladung war komplett: Bis unter die Fenster der Kommandobrücke stapelten sich die roten Stämme dicht an dicht.  Nach vorn wurde die Schicht allmählich dünner.  Lediglich die erhöhte Back war frei von Stämmen.

In Abständen an beiden Seiten der Verschanzung waren meterhohe, stabile Deckslaststützen gesetzt, an denen die äußeren Stämme lagen.  Sie verhinderten, dass alles gleich über Bord rollte.

Der spanische Bootsmann Antonio laschte mit seinen Leuten die heikle Ladung.

Schwere Kettenenden, außen an der Bordwand hängend, damit sie von den Stämmen nicht eingeklemmt wurden, waren vorbereitet und mussten jetzt an Deck gezerrt werden.  Die Männer zogen sie von beiden Seiten zu dritt, zu viert hoch auf die Stämme und schäkelten in der Mitte, wo sie sich fast trafen, lange Spannschrauben dazwischen.  Die wurden mit eisernen Törnstangen angezogen, bis die Ketten knackend steif kamen.

Die Sonne tauchte weißglühend aus dem Dunst.  Sie stand senkrecht über ihnen wie ein titanischer Schweißbrenner und knallte auf die noch feuchten, dampfenden Stämme.

Die Männer schwitzten wie die Stiere, der Schweiß lief ihnen in die Augen.  Wenn sie die Köpfe schüttelten, um besser sehen zu können, stoben Tropfen davon wie bei Boxern, deren Kinn ein Hieb getroffen hatte.

Hier unten aber vor der hohen Mahagoniwand war es auszuhalten.

Es herrschte dämmeriges Halbdunkel.  Durch die schmale Lücke zwischen Aufbauten und Stämmen strich ein leichter Wind.  Der Geruch nach gärender Baumrinde war zwar stark und allgegenwärtig, aber nicht unangenehm.  Er gehörte zur Westafrikafahrt dazu.

Wie die feuchte Hitze, die mörderische Sonne und die Kruboys, die in Liberia mit Sack und Pack an Bord kamen, ihr gackerndes Federvieh im ausgeräumten Lampenstore einquartierten und die ganze wochenlange Ladezeit, in der sie Hafen auf Hafen und Land auf Land abklapperten, an Bord blieben und die im Regenwald geschlagenen Baumstämme luden, die nach Bremen in den Holzhafen gebracht wurden. –

Damasceno zog einen Zollstock aus der Tasche seines Overalls, lief leichtfüßig die Treppe hinauf und maß Längen aus, wobei er aus Petersens Blickfeld verschwand.  Dann erschien er wieder und rief hinunter: „Vier mal zweifunfzig, und noch drei Stützen mach fertig“, und Petersen griff sich die Kettensäge und legte sich Kanthölzer zurecht.  Bis ganz nach vorn musste für die lange Seereise der Laufsteg mit Geländer über die Decksladung genagelt werden, damit die Leute auch in der Biscaya sicher nach vorn kommen konnten. –

 

Am späten Abend des nächsten Tages hatten sich einige Matrosen und Decksleute achtern versammelt.

Petersen hatte Geburtstag und vom Steward zwei Kisten Becks besorgt.  Die waren schon mittags in den Kühlraum gekommen.

Das Schiff war fertig beladen.  Auch das Laschen der Stämme hatten sie mit ‚all Hands’ erledigt.

Heute kam kein Lotse mehr, und die Tide war erst morgen früh günstig zum Auslaufen.

Natürlich gab es keinen Landgang, aber sie waren eh von der schweren Arbeit in der Hitze geschafft.  So saßen sie auf der Poop zusammen, dem erhöhten Achterdeck über den hinteren Mannschaftsunterkünften.

Der Kapitän, die Offiziere und der Koch wohnten mittschiffs.  Dort war auch die Kombüse: Flunky, der Decksjunge, musste in einem Traggestell, in dem mehrere Aluminiumtöpfe passgenau aufeinander standen, jeden Mittag das Essen über den hölzernen Laufsteg auf den Baumstämmen nach achtern tragen.  Dort hausten die seemännischen Arbeiter und Junggrade in engen Zweimannkammern, auch die Schmierer und Reiniger.  Nur die Vorleute, der Bootsmann und der Zimmermann, hatten eine Einzelkabine.

Unkas und Flunky teilten sich die kleinste Doppelkammer, das ‚Hotel Zur Schraube’.

Es lag ganz achtern an Steuerbord neben der Rudermaschine und hatte schräge Seitenwände, an denen das Schwitzwasser herunterlief.  Unterwegs war das Rütteln der Propellerwelle infernalisch.  Vor allem bei schwerer See, wenn das Schiff die Nase wegsteckte und das Heck hochstieg. –

Zu ihrem Poopdeck führte außen eine angedetschte Eisentreppe hinauf.

Das Deck war zwar mit Holz belegt und mit einem Rohrgestell für Sonnensegel überzogen.  Aber die Persenning darüber, der eigentliche Sonnenschutz, fehlte.

Die Gluthitze des Tropentages war nächtlicher Schwüle gewichen.  Statt der Sonne war der rote Vollmond da und stieg riesig über dem Ufer auf.

Damasceno, der Zimmermann, lag schaukelnd in seiner kunstvoll geknüpften Hängematte, die an den Rohren über ihm befestigt war.  Er hatte einen Fuß an Deck aufgestützt, seine Gitarre lehnte an ihm wie eine Braut.

Eine alte Messinglaterne stand auf dem Spillkopf und gab einen schwachen gelben Schein ab.

Vom Ufer hörte man entferntes Hundebellen.  Orangerote Punkte glühten auf und zeigten an, wo offene Feuer waren.

Von den Lichtern einer Stadt, eines Dorfes war nichts zu sehen, auch kein Schein am Himmel.  Libreville lag weiter abwärts, hinter der großen Krümmung der verzweigten Meeresbucht.

Im einsetzenden Flutstrom streckte das tief abgeladene Schiff an seiner Ankerkette den Bug nach Westen, dem offenen Atlantik zu.  Schwer hing der Geruch nach nassem Hartholz in der Luft.

Petersen stand an der Heckreling und starrte ins dunkle Wasser.  Er dachte an seinen elften Geburtstag, als er das erste Mal von zu Hause fortgelaufen war.

 

Leises Glucksen und Plätschern drang herauf.  Es gab ein sachtes Kielwasser, als mache das Schiff noch ganz langsame Fahrt.  Leuchtende Klumpen stiegen hinterm Heck aus der Tiefe an die Oberfläche und schimmerten phosphoreszierend.  Es funkelte und blitzte in ihnen, sie drehten sich und sanken langsam wieder ab, trieben achteraus und verschwanden.  Kleine Blitze zuckten durchs Wasser und ließen kurze, rasch verglühende Schweife aus grünen Funken hinter sich, wenn Fische an der Oberfläche nach Beute jagten oder flohen.

Flunky und Unkas hatten jeder einen Doppelpoller an der Reling belegt.  Auf dem einen saßen sie, auf dem anderen vor ihnen stand die Bierflasche.

Der Zimmermann nahm seine Gitarre an die Brust und strich einige Male langsam, prüfend über die Seiten.  Dabei legte er den Kopf schief, stimmte etwas nach und ließ ein paar Akkorde folgen.  Die vollen, dunklen Töne flatterten durch die Dunkelheit davon.

Danach schien die Stille über dem nächtlichen Fluss das alte Schiff noch intensiver einzuhüllen.

„Timmy, mach doch mal Achims Lied jetze“, sagte Rotter.

„Des glingt so Klasse bei dir, Mann…“

Und das war klar untertrieben, auch wenn Rotter meist übertrieb.

Damasceno nickte und begann zu spielen.

Petersen fühlte schon bei den ersten vertrauten Tonfolgen der Gitarre, wie ihm etwas die Kehle hochstieg, so dass er sich gar nicht umdrehte und weiter achteraus blickte.

Niemand, außer vielleicht Hilton Valentine selbst, konnte die Gitarre bei dieser Ballade vom House Of The Rising Sun so spielen wie Damasceno, der Zimmermann aus Fogo.

Nur dass seine Stimme viel weicher klingt als die zornige, leidenschaftliche von Eric Burdon, dachte Petersen und wischte unauffällig ein paar halb bierselige, halb heimwehkranke Tränen aus dem Auge.

Leseprobe:

„Waaahrschau!!  Festhalten…“

Obwohl Petersen mit aller Kraft brüllte, hörte er seine Stimme nur wie von fern.

Zu höllisch war das Konzert des Sturms im Rigg.  Die erste wirklich harte Bö kam mit Macht.  Und jetzt wurden seine Lungen wie Ballons aufgeblasen, weil er den Mund nicht gleich schloss.

Das schrille Pfeifen der letzten Stunden wich dem brausenden Orgelton, den Luftströme über fünfzig Knoten an Wanten und Stagen verursachen.  Nur scheinbar, für einen trügerischen Moment durch seine tiefe Frequenz Beruhigung verheißend – wie der Anblick himmelhoher Seen, die von Orkanböen flacher gepeitscht werden… um dann durch die waagerecht fliegende Gischt, die den Atem wegriss, klarzumachen, dass an der Sturmorgel jetzt auch die Bassregister gezogen waren.

Wie Sand peitschte fliegendes Seewasser gegen die Augäpfel, ins Gesicht.  Es lief ihm wieder aus dem Mund, salzig, fast bitter schmeckend.  Er wandte den Kopf ab, presste die Lider zusammen und griff blind in die Speichen, um noch anzuluven.

Aber an Backbord wurde es dunkel, es war zu spät.

Eine grüngraue Wand wuchs neben der AQUILA hoch bis zur Höhe der ersten Saling.  Der steile Hügel zischte, bekam einen weißen Kamm, grummelte durch das Sturmgeheul wie fernes Gewitter und warf sich plötzlich auf das Schiff.  Es gab einen dumpfen Krach, als poche eine riesige Faust machtvoll an.  Der Rumpf erbebte bis in den Mast, und eine Sturzflut eiskalten Wassers brach prasselnd über sie herein.  Die Jacht krängte immer weiter weg und machte gleichzeitig eine atemberaubende Seitwärtsbewegung.  Petersen fühlte sich erst schwer, dann leicht werden, als sie wie ein Balken in der Brandung nach Lee geworfen wurden.  Dann hörte die Bewegung auf, als bremse ein Fahrstuhl ab.  Donnerndes Rauschen und Rumpeln verklang.

Er merkte, dass er im Wasser hockte, in die Knie gegangen war und sich am Ruderrad festhielt.  Ihm war leicht übel, und als er aufblickte, bot sich eine unwirkliche Perspektive: Er sah vor sich das gesetzte, unversehrte Großsegel mit der Mastspitze, ohne hochschauen zu müssen, und dahinter den wogenden Horizont.  Weißschäumendes Seewasser schwappte in der Wölbung des Tuchs, ohne ablaufen zu können.

Wie in Zeitlupe kam das Schiff, der Mast wieder hoch, und das Segel goss seinen Inhalt sturzbachartig über die beiden Männer im Cockpit, die nun bis zu den Hüften im Wasser knieten.  Vor ihren Nasen trieb kreiselnd der orangefarbene Rettungskragen, den es aus seiner Halterung am Heckkorb gefetzt hatte: wie eine stumme Aufforderung, zuzugreifen.

Christoph war von der Cockpitbank gestürzt, aber sein eingeklinkter Sicherheitsgurt hielt ihn.  Nass wie eine Katze rappelte er sich auf.  Er griff hastig nach der Brille, die noch schief mit einem Bügel am Ohr festhing und sah tapfer, aber mit nur mühsam gebändigter Panik zu Petersen hinüber.

Der kam bleich wieder auf die Füße, ergriff das Ruderrrad mit beiden Händen und registrierte mechanisch das ablaufende Wasser in der gefüllten Plicht.

Sie hatten lange Sekunden fast platt auf dem Wasser gelegen.

Das Schiebeluk zum Salon war durch den Brecher halb aufgeflogen.  Konrads Kopf schaute heraus, sein schütteres Haar troff vor Nässe, er schrie: „…gut was ’reingekommen!  Bis in die Lotsenkoje alles nass… auch Instrumente!  Mädchen okay!“

Die AQUILA erklomm mit knatternden Tüchern den nächsten Wellenberg, aber sie richtete sich weiter auf.  Petersen sah die heilen Segel, von deren Achterlieken der Wasserstaub davonflog wie Rauch.  Er sah den kerzengrade aufragenden, zwanzig Meter hohen Mast und die unversehrten Wanten und Stagen.  Alles gut gegangen… braves Schiffchen.  Aber so einen k.o.-Schlag durfte es kein zweites Mal geben.

Die Kompassrose schwang noch einige Male wie betrunken hin und her und stabilisierte sich wieder auf Südwestkurs.  Dorthin, wo auch der Wind herkam.  Dort, wo ihr Zielhafen lag.

So bitter es war, gegen diesen Sturm kamen sie nicht mehr an.  Es war nicht zu erzwingen.

Wenden und ablaufen, hieß das.  Draußen bleiben, bis irgendwo wieder ein Einlaufen möglich war… und irgendwann vielleicht nach Lowestoft oder Great Yarmouth ’rein, wenn der Wind abnahm oder rechtdrehte.  Auch wenn sie die letzten Stunden hart gekämpft hatten, um Südbreite zu machen – vergebens.

Petersen gestand sich ein, dass er hoch gepokert und verloren hatte.  Er hätte rechtzeitig in Den Helder Schutz suchen müssen.  Stattdessen war er vorbeigesegelt.  Weil es so schön voranging, der Wind günstig blies, die Sonne schien und das Barometer noch stand.

Aber jetzt waren andere Prioritäten zu setzen.  Die Häkchenzirren hatten recht behalten.

‚Mackerel sky and mare’s tails – make lofty ships carry low sails…’

Ein waschechter Herbststurm zog auf in der südwestlichen Nordsee, er wehte ihnen genau auf die Nase, und er musste mit dem Boot auf See bleiben, im tiefen Wasser.  Die Themsemündung war bis weit draußen mit Sandbänken gespickt und ihnen bei diesem Wetter versperrt.

Vor allem, weil er weder eine genaue Wassertiefe noch eine sichere Position hatte.  Das Echolot widerstand allen Einstellungs- und Reparaturversuchen und war defekt, und das Deccagerät sprang seit Stunden zwischen zwei Hyperbelketten hin und her und lieferte wenig Brauchbares.

Und diese steilen Seen hier, die in der letzten Stunde immer furchterregender geworden waren…  Da stimmte etwas nicht.  Er musste wissen, wo genau sie waren.  Die Sicht wurde immer schlechter.

Mit Unbehagen dachte er an die Namen der Feuerschiffe hier weit vor der englischen Ostküste, die vor den flachen Sänden warnten: Sunk, Shipwash, Kentish Knock, Black Deep. –

Das Glas hatte in der zweiten Nachthälfte zu fallen begonnen, als sie Texel Feuerschiff bei günstigem Südost mit rauschender Fahrt schon weit hinter sich gelassen hatten.  Alles war gut gelaufen, keiner war mehr seekrank gewesen, und die AQUILA pflügte mit weichen Bewegungen auf Halbwindkurs dahin.  Aber sie hatten Norddeichradio auf Grenzwelle nur noch schlecht empfangen können.

Die BBC allerdings hatte Starkwind aus Südost bis Süd gemeldet für die Gebiete Dover und Themse.  Petersen hatte Ramsgate anlaufen wollen, das nur noch ein paar Dutzend Meilen entfernt lag.  Aber der Wind hatte geschralt und zugenommen, und dann war der Strom gekentert.  Sie hatten weiter herunterreffen müssen und waren immer langsamer geworden.

Ramsgate jedenfalls konnten sie nach diesem Niederschlag vergessen, es lag irgendwo meilenweit in Luv.  Und der Starkwind hatte sich unversehens zum vollen Sturm ausgewachsen.  Sie waren hinter der Warmfront und die Hammerböen würden erst noch kommen.

Nein, er hatte sich wie ein Greenhorn verkalkuliert.  Jetzt mussten alle die Suppe auslöffeln. –

„Klar zur Wende… gehen auf Nordkurs!  Danach Schoten fieren!“ rief er Christoph zu.

Im Wellental wirbelte das Rad herum, und die AQUILA gehorchte rasch, als sei nichts geschehen.

Christoph ließ den Traveller ganz nach Lee rutschen, riss die Schot durch und klemmte sie fest.  Mit einem dumpfen Schlag flog die Sturmfock back, als der Wind von der anderen Seite hineinfasste.  Sie holten sie gemeinsam herum und fierten die berstend steife Leinwand, dann das Großsegel.  Augenblicklich nahm die Jacht wieder Fahrt auf, vorangepresst von der Gewalt des Sturms.

Mehr Segelfläche war nicht wegzunehmen, sie konnten höchstens das schon dreifach gereffte Groß ganz bergen.  Dann konnten sie auch den Bullenstander in der Backskiste lassen.  Jetzt bei Tageslicht ging es zur Not erstmal ohne.

Von achtern wirkten die Seen kaum weniger steil und gefährlich.  Der Kurs schwankte zwischen Nordwest und Nord.

Wo lagen nur die verdammten Sände...

Petersen rief Konrad zu: „Tide ist gekentert!  Versuch einen Ort zu machen… mal was Genaueres!  Und gleich Kielbolzen kontrollieren… unterm Salontisch, Bodenbrett hochnehmen!“

Konrad warf einen Blick, der Bände sprach, an ihm vorbei auf die nun von hinten anrollenden Seen.  Aber dann nickte er, und sein Kopf verschwand im Salon.  Das Schiebeluk flog zu.  Man sah durch das dicke Plexiglas, wie diesmal der Riegel hereinfingert wurde. –

Nein, das hier hatte nichts mehr mit Starkwindsegeln im tiefen blauen Wasser der Ägäis zu tun, wo die Sonne schien, Delphine aus warmen Brechern hüpften und in der Ferne das türkische Festland zu sehen war.

Hier spielte der blanke Hans in einem ungleich zugigeren Konzertsaal auf.  Und jetzt war schon mal ein Flügel der Doppeltür aufgeflogen.

Hier war Nordsee, an deren Küsten im Herbst und Winter reißende Sturmfluten nagten… Nordsee, wo Orkanfelder graugrüne Wassermassen mit dem Gezeitenstrom vor sich her peitschten und über wandernde Sandbänke mit steilen Kanten pressten, von breiten Flussmündungen und den Seegatten vorgelagerter Inseln geschaffen: indem sie ihr Wasser gegen die Hauptwindrichtung in das flache Randmeer ergossen, das in den Zugbahnen von atlantischen Tiefdruckwirbeln lag. –

Petersen sah der Bö nach.  Sie verschwand vorm Bug als gelbgraue Wand im Norden.

Über ihren Köpfen bekam der Himmel Strukturen, bevor er plötzlich aufriss, und mit unerhörter Geschwindigkeit, wie Rauchwolken einer Feuersbrunst, jagten bleigraue Fractocumuli davon.  Dahinter sah man Lücken von eisigem, milchigen Blau.

Die AQUILA machte hohe Fahrt und lief jetzt den Wellen davon, in einem stets wiederkehrenden Rhythmus.  Das Deck neigte sich nach vorn, und die Geschwindigkeit wuchs, wenn das Heck abrupt von einer See angehoben und vorangestoßen wurde.  Petersen merkte, wie das Ruderrad sich immer leichter drehen ließ und immer weniger Wirkung zeigte.  Sie stiegen und stiegen, aber noch bevor der Kamm sie einholen konnte, nahmen sie durch das stoßartige Rollen der See noch mehr Fahrt auf und surften ihm wieder davon ins Tal.  Zu beiden Seiten des Vorstevens stieg die Fontäne der Bugwelle auf und sank zusammen.  Die Sicht nach vorn war plötzlich versperrt durch eisgrau gemaserte Wogenrücken, bis das Deck wieder horizontal lag und der Rumpf, langsamer werdend, tief in brodelnden Schaum sank.

Dann rollte es erneut von achtern heran, ließ das Heck ansteigen, und der Ritt begann von vorn.

Das Steuern erforderte hohe Konzentration.  Petersen wusste, dass er sie nicht unbegrenzt aufbringen konnte.  Er spürte am Verhalten des Bootes, dass Fehler hier nicht verziehen wurden.

Und das Schlimmste: Wo genau waren sie?  Er sah die Seekarte vor sich mit den flachen Sandbänken, die sich auf dem Papier wie langgezogene, graugrüne Würmer meilenweit vor der Küste erstreckten.

Christoph warf ihm einen Blick zu, wischte mit dem Handschuh über seine verschmierte Brille und blies bedenklich die Wangen auf.  Dann schaute er entschlossen nach vorn.

Das Schiebeluk öffnete sich.  Annekes Gestalt, in Ölzeug gehüllt, kletterte steif und eilig heraus und ließ sich auf die Backskiste fallen.

Petersen wurde das Herz schwer, und er verfluchte sich einmal mehr für seinen Leichtsinn.  Er ließ mit einer Hand das Rad los, griff sich den Karabinerhaken am Ende ihrer Sicherheitsleine und pickte ihn am Stahlbügel der Steuersäule ein.  Aufmunternd lächelte er ihr zu, bevor er sich auf den nächsten Ritt konzentrierte.

„Würg – da drinnen… wird mir schlecht!  Hab’ Wasser aus der Bilge gepumpt… hat Konrad mir gezeigt.  Das hätte ich nicht tun dürfen!“

 

Sie streckte mit einer mädchenhaften Grimasse die Zunge für einen Moment heraus, als öde sie etwas fürchterlich an.

Lauter rief sie, um sich besser verständlich zu machen: „Sonst ist alles klar da unten, nur Andrea ist von der Backbord- in die Steuerbordkoje geflogen!  Und Konrad arbeitet da noch mit dem Zirkel am Kartentisch… du liebes bisschen, das könnte ich jetzt nicht!

„Müssen wissen, wo wir sind!“ rief Petersen und wirbelte das Ruderrad herum.

„Decca ungenau… Antenne beschissen!“

Jetzt müsste man diesen neuen Kram mit den Satelliten haben, dachte er.

Das Schiebeluk flog auf.  Konrads Kopf schaute heraus, er schrie ins Cockpit: „Nichts zu machen… zeigt rot, springt höchstens mal für’n Moment auf gelb!  Wenn ich dann Position in die Karte übertrage, sitzen wir viel zu nah an der Küste.  Kann nicht sein… so schnell ist keine Jacht.  Soll ich versuchen, ’ne Funkpeilung zu machen?

Petersen zermarterte sich den Schädel, wie man bei diesen Jachtdingern die verdammte automatische Kettenwahl austrickste.  Warum gab es hier keinen properen Mark 21 mit Deccaspinne und Grobortung, wenn man schon kein Radar hatte… auf keinen Fall hätte er auf diesem Kurs das Ruder aus der Hand gegeben.  Auch der Bullenstander hätte längst gesetzt sein müssen.  Aber jetzt an Deck rumkraxeln… ein Niederschlag war mehr als genug.

In einer Bö ging das Boot wieder zu Tal, rauschend flitzten zu beiden Seiten der Bordwand breite Schaumstreifen vorbei.  Der weit aufgefierte Großbaum tauchte mit der Nock ein, kam lose und pflügte eine Furche ins Wasser, als Petersen einen Augenblick zu spät Gegenruder gab und die AQUILA im Surf weit wegkrängte, weil sie anluven wollte.  Einen irren Moment lang dachte er, jetzt habe sie ihren Kiel verloren.  Dann fing sie sich wieder, das Segel wurde von der Gewalt des Windes ruckartig nach vorn gepresst, es wummerte, und die doppelt geschorene Talje der Großschot zitterte wie Geigensaiten.

„Vergiss funkpeilen!  Im Kartentisch“, rief er und drehte wild das Rad, „kuck nach… da liegt das Handbuch für das Scheißding!  Gleich obenauf… hinten stehen die Nummern der Deccaketten, auf der letzten Seite glaub’ ich!  Gib’ die englische Kette per Hand ein, die hat ’ne Nummer…5 B oder B 52 oder was!  Schmeiß die automatische Senderwahl ’raus, geh’ ins Menü und hau wech die Scheiße!  Das kriegst du hin!“

Als das Schiebeluk zugeflogen war, zog die nächste Schauerbö von achtern über sie hin.  Wie ein kleines Trommelfeuer prasselte es waagerecht gegen seine Kapuze.  Die Sicht reduzierte sich schlagartig.

Er sah dicht vor sich die Regentropfen im Wasser auftreffen.  Jeder einzelne machte einen Einschlag mit kleinen Spritzern, und unter der Gewalt des Windes wurden die zu unzähligen halbdurchsichtigen Watteflocken, die gemeinsam wie Rauch über die Wogenrücken davonhuschten.  Es sah aus, als koche und dampfe die See.

Schlagartig hörte das Geprassel an seinem Hinterkopf auf, so plötzlich, wie es begonnen hatte.  Gleichzeitig wurde es um sie herum hell und heller.

Anneke hatte in angespannter Haltung dagesessen und auf die rauschende Wasserwüste geblickt, aber jetzt sah sie zum Himmel und zeigte achteraus: „Sonne!“  Er konnte das Wort mehr von ihren Lippen und ihrer Miene ablesen, als dass er es hörte.

Voraus zog die Bö ab.  Der grauweiße Teppich fiel aus der düsteren Wolke vor ihnen und trieb mit Windeseile davon.

Wieder stieg das Boot rückwärts eine hohe See empor.  Diesmal gab es keinen Kamm.  Wie von einem Hügel, der höher als seine Umgebung lag, hatte man gute Sicht nach allen Seiten.

Als sei ein Vorhang aufgezogen, ragten in der Ferne konturenscharf die Silhouetten weißgrauer Wolkentürme: Cumulonimben reckten ihre mächtigen Blumenkohlköpfe wie monströse Ambosse in den Himmel.

Kein Land, keine Küste, nirgendwo.

Der Wind wehte in plötzlichen, bösartigen Stößen.  Es schien, als habe er rechtgedreht, als sei es kälter als zuvor.  Aber das mochte auch an den durchnässten Kleidern liegen.  Kaum einer hatte mehr einen trockenen Fetzen am Leib.

An Backbord, erschreckend nah, waren gewaltige Brecher zu sehen und zu hören.  Sie schienen auf sonderbare Art auf der Stelle zu stehen und fielen unvermittelt kreuz und quer zusammen.

Jetzt brach eine bleiche Sonne sekundenschnell durch und gab dem tosenden Hexenkessel einen gelbgrünen Ton, als seien die Wellen mit Lehm oder Kreide durchsetzt.  Solch eine Farbe hatte er bis jetzt nur auf alten Ölgemälden flämischer Meister gesehen, auf denen gestrandete Pirogen ohne Masten abgebildet waren, die im Orkan zerschlagen wurden.

Er fröstelte so stark, dass es ihn schüttelte.  Der Mund war plötzlich trocken und das Herz schlug ihm im Hals.

Welcher ist das nun? dachte er.

Sie schienen diesen fürchterlichen Ort langsam zu passieren und ihm gleichzeitig näherzukommen.  Rund um die AQUILA lief die See enorm hoch, aber die Bewegungen waren weniger wild.  Immer mehr gingen die steilen Brecher, die sie geschoben hatten, in diese gewaltigen, runderen Hügel über.  Hier war tiefes Wasser, aber an Backbord querab… obwohl der Bug fortzeigte von der Untiefe, drifteten sie wegen des starken Stroms darauf zu.

Petersen legte das Ruder noch mehr nach Steuerbord.

„Da!  Da war was!“ schrie Christoph.  Er drehte ihm den Rücken, streckte den Arm aus und zeigte auf das tobende Inferno.

Ein neuer Wellenberg wuchs aus der Untiefe, haushoch und dicht neben ihnen, und auf seiner Vorderseite stieg wie eine ertrinkende Wespe ein schwarz-gelbes Seezeichen empor.  Als es fast oben war, verschwand es von der Oberfläche.  Die Welle bäumte sich auf, als habe sie ihr Opfer geschluckt, stürzte vorwärts und brach tosend zusammen.  Aus dem glatten Rücken hinter dem Kamm stob eingeschlossene Luft hervor: Ex-plosionen, die als Gischtwolken in den Himmel schossen.  Es war ein Anblick schierer Urgewalt, und Anneke presste die Lippen zusammen und wandte sich ab.

Aber Petersen hatte immerhin den Blick zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gehabt.  Sie waren dicht dran, und wie in einer überdeutlichen Momentaufnahme sah er für einen Augenblick die schwarzen Buchstaben auf gelbem Untergrund, über den die Roststreifen liefen, und just bevor die Kardinaltonne an ihrer zu kurz gewordenen Kette von der Oberfläche gerissen wurde und verschwand, las er: NORTH FALLS.

Und er hatte die Kegel mit der Spitze nach oben gesehen.

Zischend sog er die Luft durch die Zähne und gab Steuerbordruder, um weiter abzuhalten.  Eine neue Bö zog heran.  Im Wellental hatte fast Flaute geherrscht, es war allerhöchste Zeit.

„Schoten holen!“ brüllte er, luvte an und ging auf Ostkurs, fort von dem gelbgrünen Alptraum.  An Steuerbord, aber auch voraus war das Meer dunkler und die Seen weniger steil.

Christoph und Anneke stürzten an die Winden und zogen und kurbelten wie wild.

Die AQUILA wurde schneller und begann bockend, Lage zu schieben.

Spritzwasser stieg auf, als sie an den Wind gingen, und prasselte in die dichter geholten Segel.

In wildem Triumph reckte Petersen seine Faust: Er sah, dass sie langsam Raum machten, dass sie vorbeikamen; die zerzausten Brecher blieben zurück.  Ein schneller Blick achteraus: Weit und breit keine Tonne mehr zu sehen, dafür herrlich gurgelndes Kielwasser, als sie immer mehr Fahrt aufnahmen.

Anneke und Christoph starrten ihn konsterniert an, schwer atmend, und öffneten den Mund, aber da flog das Schiebeluk krachend auf: „Hart Steuerbord!  Wir sitzen mitten auf dem Sand!“ schrie Konrad.

Er hielt die nasse Seekarte in der Hand und warf Petersen einen Blick zu, in dem sich Wut, Entsetzen und mühsame Selbstbeherrschung widerspiegelten.  Der steife Wind fuhr unterm Großbaum durch und ließ seine schütteren Haare senkrecht hochsteigen.

Aber nun hatte Petersen wieder Oberwasser.

Richtig gesprächig wurde er, als segle er auf dem Zwischenahner Meer; sah aber vorwiegend Anneke in die Augen, die an seinen Lippen hing: „Keine Panik auf der Titanic, Seemann!  Alles roger, wir sitzen nirgendwo… – zeigt grün jetzt, das Ding?  Klasse, dass du’s hingekriegt hast… aber ’n Notmast brauchst noch nicht aufzuriggen.  Der Sand ist dahinten, schon Backbord achteraus!  Kuck mal da hin – möchtest du da drauf sitzen?  Oberhölle hoch zehn, da saugt der Sand alles Wasser weg!“

Richtig elegisch wurde er: „Die Grauen Wölfe der Nordsee – da marschieren sie drauf los, die Wassertiefe nimmt ab, sie stolpern, bäumen sich zu Riesen auf und stürzen unter ihrem eigenen Gewicht zusammen…“

Aber in Wirklichkeit hätte er laut singen können, weil er die Seekarte mit ihrer Position vor seinem geistigen Auge sah.  Jetzt hatten sie gleich zwanzig Meilen tiefes und freies Wasser vor sich, und dann würde der Wind schon abnehmen.  Und wenn nicht, würden sie eben das Großsegel noch bergen.  Oder es flog aus den Lieken, das war jetzt auch egal.

Er wusste wieder, wo er war!  Hier war eine breite Lücke zwischen den Untiefen, eine Durchfahrt nach Westen – sie konnten frei navigieren und brauchten nur einen Haken Richtung Festland zu schlagen… jetzt würden sie es schaffen.  Und dieses Boot konnte einiges einstecken.  Er hatte Vertrauen zu ihm gefasst.  Es schien kein Joghurtbecher in Billigbauweise zu sein.  Und die Crew war voll einsatzfähig und meisterte jede schwierige Situation.

Aber Konrad war noch nicht fertig.  Und so unrecht hatte er nicht: „Da sind wir ’drüber weg gesegelt, meinst du wohl!  Du weißt ja nicht, wo wir sind!  Aber ich!  Das Decca hat jetzt ’n Ort!  Und danach sind wir hier!“

Er hackte mit dem Finger fast ein Loch in den kaum mehr leserlichen Seekartenlappen und warf ihm einen anklagenden Blick zu.

Aber Petersen lachte ihm ins Gesicht.  Es war unmöglich, sich von der Zuversicht, die er jetzt ausstrahlte, nicht anstecken zu lassen: „Don’t panic… das waren höchstens die Ausläufer!  Da drüben…“, – er zeigte mit dem Daumen nach Backbord achteraus, ohne hinzuschauen, „da segelt heute niemand drüber weg.  Da muss man rechtzeitig ’ne Ahnung haben, wo man ist.  Sonst geht’s ab zu Davy Jones, mit Eskimorolle!“

Petersen stach der Hafer vor Erleichterung.

Außerdem saß Anneke vor ihm wie ein schöner, neuer, ständig präsenter Gedanke; wie ein Geschenk.  Und gerade in diesem Moment musste er daran denken, wie beherzt und zupackend sie war und was für schöne und kluge Kinder sie haben würde eines Tages: „Aber ich weiß auch so, wo wir sind…“

Konrad schnappte nach Luft.

„Ach ja?  Wo denn?  Bitte, komm, nimm’s mir nicht übel, aber – wie heißt denn diese Bank hier?  Kein Mensch kann das wissen – wir haben seit sieben Stunden keine Position gehabt, und fünf Meter Wasser stehen hier gerade noch!“ –

Er ließ tatsächlich den strapazierten Übersegler sinken, auf dem kaum Seezeichen eingezeichnet waren, als könne Petersen vom Ruder aus sehen, wo sich sein neues Bleistiftkreuz befand.

Lieber Gott, ich danke dir, dass du wieder mal den Daumen dazwischengehalten hast, betete Petersen stumm, schaute aber markig wie ein Seewolf in die Ferne, ohne die Karte eines Blickes zu würdigen: „Nordspitze North Falls war das“, sagte er.

„Die nächste Bank ist Galloper, fünf Seemeilen nördlich.  Südlich liegen die verdammten Goodwins… mit über 1.000 Wracks drauf.  Wir halsen gleich und gehen auf Steuerbordbug.  Nordwestkurs ist das.  Führt auf Harwich zu.  Da ist Wasser satt und wenn der Wind weiter rechtdreht, kriegen wir mehr und mehr Schutz!“

Konrad faltete die pappige Seekarte auseinander, klemmte sich im Niedergang fest, schaute im Schutz der kleinen Sprayhood nach unten und musterte minutenlang stirnrunzelnd sein neues Bleistiftkreuz und die Umgebung.

Schließlich faltete er das Papier mehr schlecht als recht zusammen und warf es von oben auf den Kartentisch herab.  Und als er sich wieder den dreien im Cockpit zuwandte, rang er sich ein schiefes Lächeln ab.

„Okay… da muss ich jetzt passen.  Muss man anerkennen.  Vielleicht doch eine andere Liga, die Berufsschifffahrt.  Sechster Sinn, Intuition oder gutes dead-reckoning?“

Neben ihm drängte Andreas Kopf den Niedergang hoch.  Sie war blass wie Schneewittchen, trug volles Ölzeug und hatte eine äußerst kleidsame Wollmütze auf dem Kopf: „Komm, nun lass mich mal ’raus, Mann – will endlich  an die Luft…“ –

Sie zwängte sich mit gar nicht so sanfter Gewalt an ihm vorbei und ließ sich ins Cockpit neben Anneke plumpsen.  Sie beugte sich vor, sah ihr ins Gesicht und blies mit bedenklichem Gesichtsausdruck die Wangen auf, als wolle sie sagen: Das hast du nun davon!

„Komm man ruhig ’raus zu uns.  Ist gar nicht so schlecht hier“, sagte Petersen gelassen und erntete ein tragisches Lächeln.

„Knochen sind ja noch heil… und morgen früh sind wir im Hafen.  Ist zwar der Bär los in Harwich und Felixstowe, aber wir können den Orwell hochfahren nach Ipswich.  Da ist ’ne große Marina.  Und abends gehen wir alle in den Pub oder in die Disco!“

Er setzte noch eins drauf: „Kuck mal, der Windmesser fällt schon halbwegs wieder unter vierzig Knoten.  Gleich können wir halsen.  Und dann holen wir die Skatkarten ’raus – oder könnt ihr das gar nicht, ihr girlies?“ … –

Petersen sah, wie Christoph seinen Blick suchte.  Unauffällig begann er zu grinsen und kniff langsam ein Auge zu. –

 

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