Band 11

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 Band 11

Lebensbilder von Diakonen des Rauhen Hauses

 

 Das nach der Kriegszerstörung wieder neu aufgebaute "alte" Rauhe Haus

gegründet von Johann Hinrich Wichern   

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   Johann Hinrich Wichern und das Rauhe Haus in Hamburg-Horn 

   Rauhes HausRauhes Haus 1959er              

   Diakon  Götzky Christoph Friedrich - Christoph Friedrich Götzky , * 1822, † 1894

   Diakon  Drojewsky Johann Conrad   -  Johann Conrad Drojewsky , * 1857 - Zeugnis von 1857

   Diakon  Schmidt PhilippPhilipp Schmidt , * 1869 † 1957 Stadtmissionar in Bremen

   Diakon  Bretschneider Otto  -  Otto Bretschneider , * 1889, † 1983

   Diakon   Füßinger August  -  Füßinger - August Füßinger              

   Diakon  Jahnke FriedrichFriedrich Jahnke             

   Diakon  Hatje Paul  -  Paul Hatje, * 1903, †                        

   Diakon   Hugo Wietholz , * 1909 † 1992 - Herkunft, Kindheit      

   Diakon   Hugo Wietholz, Jugendzeit  

   Diakon   Hugo Wietholz, * 1909 † 1992 - Krieg und Gefangenschaft           

   Diakon   Hugo Wietholz, Gemeindediakon in Hamburg-Horn ab 1948              

   Diakon   Hugo Wietholz, Gemeindediakon in Hamburg-Horn ab 1953               

   Diakon   Hugo Wietholz , Gemeindediakon in Hamburg-Horn ab 1970       

   Diakon Gerhard Niemer   -   Gerhard Niemer         

   Diakon Sigismund  Muelenz , * 1910, † 2002                                 

   Diakon und Diakoniepastor in Herford Siegfried Strathmeier * 1921, † 2007                

   Diakon   Karlheinz Franke , * 1930        

   Diakon   Kai Antholz  -  Kai Antholz  * 1936 - + 2010      

   Diakonenunterricht um 1955 im Rauhen Haus                    

   Start der Diakonenausbildung im Rauhen Haus 1954      

   Reflexion über die Diakonenausbildung in den 1950er Jahren              

Verbandstreffen Rheinland-Westfalen 1960 -  Dortmund und Soest (Westf) 

   Studienreise mit Ruhestandsdiakonen nach Luckenwalde, Wittenberg, Spreewald, Berlin     

Schwester- und Brüdertag 2006

v. l. n. r.: Heinz Löffelmacher , † 2007 - Karlheinz Franke - Gottfried Wendt - Hans Niethhammer -

hintere Reihe: Horst Schönrock - 2006

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Diakone Rauhes Haus_/klack.org

  Start der Diakonenausbildung im Rauhen Haus 1954

Diakonenunterricht um 1955 im Rauhen Haus

    Füßinger

   Diakon Gerhard Niemer

 Antholz Kai


Das Rauhe Haus gilt als „Brunnenstube der Inneren Mission“ und ist die Wiedergeburtsstätte des Diakonenamtes in den Kirchen der Reformation nach über tausendjährigem Dornröschenschlaf während der Kirchengeschichte.

Lebensbilder von Diakonen des Rauhen Hauses

Das Buch mit Lebensportraits von Diakonen des Rauhen Hauses

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Beitrag in der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags" von Jürgen Ruszkowski


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Johann Hinrich Wichern hatte das Rauhe Haus 1833 als junger Kandidat der Theologie mit Hilfe einflussreicher Hamburger Bürger in dem Dorf Horn vor den Toren Hamburgs aus kleinsten Anfängen als „Rettungshaus“ für gefährdete Kinder und Jugendliche gegründet und aufgebaut. Für seine immer umfangreiher werdende pädagogische Arbeit  benötigte er schon bald Gehilfen. Aus dem Kreis dieser Gehilfen entwickelte sich später der Beruf des Diakons.

Im Sommer 1834 zog ein Bäckergeselle, namens Josef Baumgärtner, zu Fuß von Basel nach Hamburg, um Wichern als erster Gehilfe für ein mageres Taschengeld von 100 Mark im Jahr bei freier Kost und Logis als Betreuer einer „Knabenfamilie“ zur Hand zu gehen. Nach drei Jahren übernimmt Baumgärtner ein eigenes neu gegründetes Rettungshaus in Mitau im Kurland. Aus seinen „Gehilfen“, die Wichern aus ganz Deutschland ruft und die ihn bei seiner Erziehungsarbeit im Rauhen Haus unterstützen und von den Jungen der Erziehungsfamilien „Brüder“ genannt werden, baut er den hauptberuflichen Mitarbeiterstab der Inneren Mission auf, die „Berufsarbeiter“, die als Hausväter in „Rettungshäusern“, als Strafvollzugsbetreuer oder als Stadtmissionare in ganz Deutschland und im Ausland bis hin nach Übersee tätig sind.

„Treue, gottesfürchtige Männer, so ernst als wahr, so klug als weise, in der Schrift bewandert, im Glauben gegründet, voll Liebe zum armen Volke, geschickt zu solch einem Umgang, der Menschen fürs Himmelreich gewinnt, wünschen wir in Scharen unter das Volk.“

Erst Jahrzehnte später wird man diese „Gehilfen“ entgegen Wicherns ursprünglichen Vorstellungen Diakone nennen. Bis in die 1970er Jahre sprach man von der männlichen Diakonie. Daneben gab es den Beruf der Diakonisse. Danach wurden Ausbildung und Beruf im Rahmen der allgemein sich durchsetzenden Emanzipation auch für Frauen geöffnet. Aus der Brüderschaft wurde die Brüder- und Schwesternschaft des Rauhen Hauses. Heute bildet die Fachhochschule des Rauhen Hauses in Hamburg Frauen und Männer zu Diplom-Sozialpädagog(inn)en und Diakon(inn)en aus.


Diakone des Rauhen Hauses

Beiträge aus dem Buch

Diakon Philipp Schmidt wurde am 17. Juni 1869 geboren. Am 11. September 1893 trat er zur Ausbildung als Gehilfe ins Rauhe Haus - noch unter Johannes Wichern - ein. Er wirkte ab 1. Mai 1899 58 Jahre lang als Stadtmissionar an der St. Pauli-Gemeinde in der Bremer Neustadt. Philipp Schmidt verstarb am 24. Juli 1957 im Alter von 88 Jahren.


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Gugo Freese, Valparaiso, berichtet über den Rauhäusler Diakon und Seemannsmissionar:

Karl Titze

Wer hat ihn nicht gebannt, den Hafenmissionar von Valpsraiso. Alle, aber auch alle Deutschen in Valparaiso, wenn nicht in ganz Chile, kannten diesen edlen Menschen, der am 9. August 1929, morgens 7 Uhr nach langem, schwerem Herzleiden in seinem Hause im Deutschen Seemannsheim sanft entschlafen ist.

Herr Titze stammte aus Damsdorf in Schlesien, geboren am 24. November 1978, hatte er also eben "Fünfzig" überschritten, als er viel zu jung noch aus dem Leben gerissen wurde. Ihm war zueigen der echte biedere, schlesische Volkscharakter, verbunden mit einem ganz besonders offenherzigen Wesen und mit einer gewissen Frömmigkeit, welche Eigenschaften ihn allgemein sehr beliebt machten.

Der Verstorbene erhielt seine vorzügliche Ausbildung im "RAUHEN HAUSE" zu Hamburg, woselbst er sechs Jahre tätig war und kam dann in Jahre 1912 als Leiter des Deutschen Seemannsheims nach Valparaiso. Dank seiner Überaus tatkräftigen Leitung gelang es ihm nach und nach, zusammen mit seiner braven Frau, die allen Seeleuten durch ihre gute Küche rühmlichst bekannt tat, das Seemannsheim welches bei seiner Übernahme nicht sehr groß war, zu einem erstklassigen Hause umzugestalten.

Gedeihen welches erst vor er erst vor ungefähr1 ½ Jahren durch Verlegung in die Nähe des Hafens neben der Bella-Vista-Station vergrößert und verbessert wurde, ist zum großen Teil sein Werk. Es bot nicht allein den Seeleuten, sondern auch vielen anderen neu zugereisten Deutschen eine billige und dem guten Zweck dienende Unterkunft, der Deutschen Kolonie dadurch helfend zur Seite stehend.

Aus ganz Chile und sozusagen aus allen Weltteilen liegen zu Hunderten die Briefe von Leuten vor, die im Seemannsheim Zuflucht gefunden hatten, und welche nicht genug Worte des tiefen Dankes finden können, wie das Ehepaar Titze ihnen seinerzeit einmal geholfen hat. Die Deutsche Kolonie verliert an dem Verschiedenen einen ganz vortrefflichen Mann, der so nicht nieder zu ersetzen sein wird, denn Herr Titze hat mit nimmermüdem und freudigem Herzen das Deutsche Seemannsheim volle 17 Jahre lang geleitet.

Unter sehr großer Beteiligung wurde der Seemannsvater am 10. August nachmittags 4 Uhr zur letzten Ruhe bestattet. Der Deutsche Sängerbund zu Valparaiso gab der Feier noch durch ein passendes Lied im Hause ein würdiges Gepräge. Bei strömendem Regen- wurde der Leichnam dann hinausgetragen – „ein echtes Seemannsgrab“.

Auf den Deutschen Friedhof zu Playa, Ancha sprachen Pastor Schmidt und der Generalkonsul Dr. Soehring ergreifende Worte. Letzterer hob besonders hervor, dass Herr Titze Tausenden von Landsleuten an der ganzen Westküste, so auch drüben in der Heimat unvergesslich bleiben wird, und schilderte in schlichten Worten das Leben und Wirken des so früh Dahingeschiedenen.

Mögen viele seiner, treuen Freunde bei ihrer Durchreise hinaufgehen nach Beinar Ruhestätte und ihn nicht vergessen!

Valparaiso, August 1929


Diakon Otto Bretschneider, geboren am 29. März 1889 in Roßwein Kr. Leipzig, trat am 3. Januar 1911 zur Ausbildung zum Diakon ins Rauhe Haus ein. Ab 1. November 1919 wirkte er zunächst in schwerer Zeit als Stadtmissionar in Bremen. 1920 heiratete er Magdalena Götzky. 1927 übernahm er die Leitung eines Heimes des Jugendamtes Bremen für jugendliche Wanderer. Nach Übernahme dieses Heimes durch die HJ arbeitete er ab 1933 beim Jugendamt in Bremen und wurde dort 1935 Sachbearbeiter in der Gefährdetenfürsorge. Ab 1946 wirkte er beim Evangelischen Hilfswerk in Bremen, ab 1951 bei der Evangelischen Auswanderermission und Volksmissionar bei St. Martini in Bremen. Am 1. Januar 1957 trat er in den Ruhestand und verstarb 1983 im Alter von 94 Jahren.


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Diakon August Füßinger bestimmte zwischen 1927 und 1966 als graue Eminenz, Konviktmeister und Erziehungsinspektor, später zeitweise auch als Brüderältester, das Leben im Rauhen Haus und für jeden einzelnen Ausbildungsbruder und für die Jungen im Internat in jener Zeit entscheidend mit. August Füßinger wurde am 13.09.1900 in München geboren und römisch-katholisch getauft. Die Familie konvertierte später. Ins Rauhe Haus trat er am 1.10.1923 ein. Das Diakonenexamen bestand er am 21.3.1927, wurde am 22.3.1927 Oberhelfer im Rauhen Haus, am 1.10.1927 für Erziehungsarbeit und Wirtschaft verantwortlicher Anstaltsinspektor und am 1.7.1928 der für die praktische Brüderausbildung verantwortliche Konviktmeister.

Am 23.3.1928 heiratete Augsust Füßinger Elisabeth Holve. - Nach Einführung der Wohlfahrtspflegerausbildung im Rauhen Haus bestand Füßinger das staatliche anerkannte Wohlfahrtspflegerexamen am 13.6.1930. Sowohl die Mitarbeiterführung als auch der sparsame Einkauf erforderten vom Ehepaar Füßinger außergewöhnlichen Einsatz.

Am 1. April 1966 traten August Füßinger und seine Frau nach fast 40jähriger aufopfernder Tätigkeit für das Rauhe Haus in den Ruhestand.

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Diakon des Rauhen Hauses, Paul Hatje , geboren 1903, 1931 Diakonenexamen, in den 1930er Jahren Landesjugendwart, später Posaunenwart in Schleswig-Holstein, hielt sich zur Bekennenden Kirche, war später Heimleiter in Schwerin, Hamburg und Dortmund, als Rentner Brüderältester


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Diakon des Rauhen Hauses,

Gerhard Niemer - geboren am 5. Mai 1916 in Cottbus

Diakon, Altenheimleiter und Verwaltunginspektor im Rauhen Haus



Sigismund Muelenz wurde am 22.02.1910 in Grevesmühlen im westlichen Mecklenburg geboren. An der Oberschule in Grevesmühlen machte er 1930 das Abitur, studiete mehrere Semester Theologie. Am 18. April 1933 trat er als Diakonenschüler ins Rauhe Haus ein, 1943 konnte er das Diakonenexamen machen, 1953 in Sausedlitz bei Delitzsch/Sachsen zum Pfarrer ordiniert. Verschiedene Pfarrstellen bis 1974. Verstorben am 12. Januar 2002.


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Diakon Karlheinz Franke wurde am 6. April 1930 in Franfurt an der Oder geboren, fand in der Evangelischen Heimvolkshochschule Herrmannsburg zur Kirche, weilte von 1954 bis 1959 zur Ausbildung im Rauhen Haus und wirkte ab 1959 Jahrzehnte als Leiter verschiedner Heime, zunächst 1959 bis 1962 in einem Lehrlingsheim in Schwelm/Westf., später in Altenheimen und zuletzt als Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Diakonischen Werk in Bremen. 1959 heiratete er Ilse Cohrs und hatte mit ihr drei Kinder. 1989 verwitwete er. Im Sammelband und in Extra-Autobiographie


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Diakon und Diakoniepastor

Siegfried Strathmeier wurde am 18.07.1921 in Löhne in Ostwestfalen geboren und verstarb am 13.12.2007 im Alter von 86 Jahren in Löhne.


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Seemannsdiakon Eckart Bluhm aus Nazareth/Bethel †
aus Nazareth/Bethel


Posaunenwart Richard Lörcher, ein Mann der Bekennenden Kirche, aus Nazareth / Bethel


Aus dem Buch von Beate und Winrich Scheffbuch „Dennoch fröhlich singen“ (Band 2) -Hänssler-Verlag - ISBN 3-7751-3545-6

Richard Lörcher und die mächtigen Klänge der Posaunen

Wir wollen Königsboten sein des Herren Jesus Christ!

Es war im Jahr 1937. Seit Jahren schon lagen weite Teile der evangelischen Jugendarbeit darnieder. Die Nationalsozialisten forderten mit ihrer Hitler-Jugend die totale Herrschaft über alle Jugendverbände.

Richard Lörcher, damals Diakon in Steinhagen bei Bielefeld und Posaunenwart im Kreis Gütersloh, radelte übers Land. Er sammelte hier und da junge Menschen um die Bibel. Für ihn gab es keine faulen Kompromisse. Er wollte ein Bote des auferstandenen Christus sein. So rief er auch die jungen Menschen, die hier und dort noch in den Orten zusammenkamen, in eine klare, eindeutige Nachfolge Jesu.

Die Nationalsozialisten erlaubten in den CVJM neben den Posaunenchören nur noch Bibelarbeit. Aber gerade diese Konzentration auf das Wesentliche tat den Vereinen gut. In diesen turbulenten Tagen sprach das Wort Gottes klar und deutlich. Richard Lörcher war rastlos unterwegs, um andere zu stärken und zu ermutigen.

Aus diesen Bibelarbeiten entstanden kurze, einprägsame Texte, die Richard Lörcher oft auch noch unterwegs beim Radeln in Reime fasste. So entstand 1937 auch jenes Lied, das überall in den bekennenden Kreisen gesungen wurde, als alle Welt nur noch von einem Namen, dem des Führers Adolf Hitler, sprach:

Jesus Christus, König und Herr,

sein ist das Reich, die Kraft, die Ehr.

Gilt kein andrer Namen

heut und ewig. Amen.

In des Jüngsten Tages Licht,

wenn alle Welt zusammenbricht,

wird zu Christi Füßen

jeder bekennen müssen:

Jesus Christus, König und Herr,

sein ist das Reich, die Kraft, die Ehr.

Gilt kein andrer Namen

heut und ewig. Amen.

Richard Lörcher war 1907 in einer württembergischen Pfarrerfamilie in Cleebronn geboren. Er war gelernter Maschinenschlosser und wollte eigentlich Ingenieur werden.

Vom ersten selbstverdienten Geld kaufte er sich ein Flügelhorn. Als in Oberboihingen, wo sein Vater inzwischen Pfarrer geworden war, ein Posaunenchor gegründet wurde, war Richard Lörcher verantwortlich dabei. Dass es beim Blasen der Posaunen um die Einladung zu Jesus und um die Ausbreitung seines Reiches geht, begriff Richard Lörcher bei einer Evangelisation.

Jetzt sah Lörcher trotz Zeichenbüro und Praktikum in einer Gießerei ein anderes Ziel vor sich: Gott hatte ihn in seinen vollzeitlichen Dienst gerufen. Um sich als Diakon ausbilden zu lassen, führte sein Weg nun in das Brüderhaus Nazareth in Bethel, das ihm bald zur zweiten Heimat wurde.

In Bethel fand Richard Lörcher nämlich seine Frau Anni, eine Tochter des Brüderhausvorstehers Dr. Paul Tegtmeyer. Sein Schwiegervater hat die Ziele der Posaunenarbeit einmal so umrissen: „Wir wollen keine Posaunenchöre, die kirchliche Musik nur zum Deckmantel einer fadenscheinigen, inhaltslosen Vereinsmeierei verwenden. Wir wollen aus unseren Posaunenchören Instrumente der Gemeinde Jesu schmieden, die glaubensmäßig und musikalisch bereit und fähig sind, das Evangelium von Jesus Christus der Welt zu bezeugen.“

In Bethel lernte er aber auch den originellen Posausengeneral Johannes Kuhlo kennen, der Lörcher schon bald in sein ausgewähltes Horn-Sext berief. Kuhlo hat ihn nicht nur musikalisch sehr gefördert, sondern ihn auch mit seinem unerschütterlichen Vertrauen in die Bibel und mit der missionarischen Zielsetzung aller Posaunenarbeit tief geprägt. Richard Lörcher wurde im besten Sinn des Wortes lebenslang Kuhlos Schüler.

Als am Ende des Zweiten Weltkriegs der Leiter der Betheler Anstalten, Pastor Fritz von Bodelschwingh, in seiner Karfreitagspredigt 1945 erstmals sein selbstgedichtetes Lied „Nun gehören unsere Herzen“ vorstellte, da hatte ein Jahr später schon Richard Lörcher die eindrückliche Melodie dazu geschaffen, nach der es heute meist gesungen wird:

Nun gehören unsre Herzen

ganz dem Mann von Golgatha,

der in bittern Todesschmerzen

das Geheimnis Gottes sah,

das Geheimnis des Gerichtes

über aller Menschen Schuld,

das Geheimnis neuen Lichtes

aus des Vaters ew’ger Huld.

Doch ob tausend Todesnächte

liegen über Golgatha,

ob der Hölle Lügenmächte

triumphieren fern und nah,

dennoch dringt als Überwinder

Christus durch des Sterbens Tor;

und die sonst des Todes Kinder,

führt zum Leben er empor.

Nach Kriegsende, im Jahr 1947, berief der Westdeutsche Jungmännerbund des CVJM Richard Lörcher zu seinem Bundesposaunenwart. Er wurde beim Neuaufbau nicht müde zu betonen, dass die Posaunenchöre vollzählig in der aktiven Jugendarbeit der CVJM unter dem Wort Gottes und dem Gebet eingebettet sind.

In seiner weit gespannten Arbeit stellte er bei unzähligen Reisen und Besuchen im In- und Ausland überall gutes Musizieren als einen wichtigen Dienst des Evangeliums heraus. „Das wäre eine lahme Jugend, die nicht auch Neues erklingen ließe!“, konnte er sagen. Neben alten Sätzen und den Liedern der Erweckungsbewegung sollten auch neue Kompositionen geblasen werden.

Lörcher schrieb im Vorwort eines Notenbuchs für Posaunen: „Bei den Chorälen ist derText hinzugeschrieben. In einer dem Wort Gottes so entfremdeten Zeit gilt es für uns doppelt, an dem Wort festzuhalten. Das Wort Gottes hat die Lieder ausgelöst. Es ist das Ursprüngliche, das Erste und Wichtigste, der Kern unserer Lieder. Wir Bläser sind immer versucht, uns mit der Tongestalt der Lieder, mit ihrem Kleid zu begnügen.Aber nicht Musik, sondern nur Gottes Wort hat in den Kämpfen des Volkes Gottes die Verheißung des Sieges. Darum sei allen, die dieses Buch benutzen, zugerufen: Tut keinen Bläserdienst ohne das Zeugnis des Wortes Gottes. Gestaltet eure Stunden unter Wort Gottes und Gebet. Ruft und breitet das Wort aus überall, wo ihr mit euren Klängen Menschenherzen bewegt und erreicht.

Unvergesslich bleiben die großen Bundesposaunenfeste , ob in Bochum in einer demontierten Werkhalle eines Stahlwerks oder in der Dortmunder Westfalenhalle.Richard Lörcher berichtete von einem dieser Feste:

„Das Lied der Böhmischen Brüder, Luthers Choral, Cavins Psalm, Paul Gerhardts Trostlied, das Siegeslied des Pietismus, das Missionslied des letzten Jahrhunderts, alles wurde feierlich in unsere Mitte gebracht und als Gabe Gottes von uns aufgenommen. Und dann wandelte es sich zum tönenden Zeugnis der Herrlichkeit Gottes. Als dann der Rufer vom Kreuz her sein „Gehet hin!“ rief; da klang unser Fest aus in der Antwort: „Wir wollen Königsboten sein des Herren Jesu Christ!“

Aus gesundheitlichen Gründen musste Richard Lörcher mit 60 Jahren in den Ruhestand treten. Drei Jahre später, im Jahr 1970, starb er ganz unerwartet auf einer Reise. Unweit des Grabes von Johannes Kuhlo, mit dem er immer eng verbunden war, wurde er auf dem Friedhof in Bethel beerdigt.

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Herkunft und Kindheit und Jugend des Hugo Wietholz, mit Engagement in der evangelisch-bündischen Jugendarbeit der 1920er und 30er Jahre ehrenamtlich tätig, ein wackerer Mann der Bekennenden Kirche, trat am 31.3.1938 zur Ausbildung als Diakon ins Rauhe Haus ein. Am 19.9.1947 setzte er seine durch Kriegsdienst und Gefangenschaft unterbrochene Ausbildung im Rauhen Haus fort. Er wirkte ab 1948 und noch über seinen Ruhestand hinaus sehr engagiert als Gemeindediakon in in der Martins-Gemeinde in Hamburg-Horn. Im Sammelband und in Extra-Autobiographie


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Einer der ersten Diakone des Rauhen Hauses war Christoph Friedrich Götzky. Er wurde am 6. November 1822 geboren. Am 24. November 1845 wurde er zur Ausbildung in das Gehilfeninstitut des Rauhen Haus aufgenommen. Er wirkte ab 1847 43 Jahre lang als Hausvater des Rettungshauses Rothes Haus in Brüssow. Er verstarb am 28. März 1894 im Alter von 71 Jahren.
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