Isaac-Casaubon-Haus
das Bisdahin abreißend vom Seither:
das geht uns an; das einzuordnen wird
die Arbeit sein, die wir mit allem tun.
Rilke
das Bisdahin abreißend vom Seither:
das geht uns an; das einzuordnen wird
die Arbeit sein, die wir mit allem tun.
Rilke
Durs Grünbein-Twiete / zu Durs Grünbeins Gedicht „Hannah-Arendt-Straße“ in der FAZ, 16.9.2026
Scharf ist die FAZ weiter auf die Grünbeinsche Pilateslyrik.
Ecke Wirtschaftsredaktion: Hier wohnten mal Günther Gillessen
(1928 geb.), Adelbert Weinstein (1916–2003) und Friedrich
Karl Fromme (1920–2007). Von denen sind neue Herrenreiter abgezweigt,
sauber ihren Monatslohn quittieren, Montanschmocks,
auf dem Prinz-Albrecht-Gelände Autodrom bis Einbalsamierung.
Denken (laut Psychophysiker Klix): „Meine Lage war schwierig.“
(Wissenschaftskolleg zu Berlin, Jahrbuch 1988/89, S. 47)
KI–Grünbein–KI: Das Gesabbel ist die Message.
Waffe: Hirn. ChatGPT: Schalldämpfer.
Liebte Eva die Geometrie, weil die das Ende der Welt
so besser ausmessen konnte? vgl. Adriaan Beverlands
Untersuchung von dem Menschen in der Erbsünde. 1746
Seite 222.
Und Frischs Don Juan und seine scheiss Liebe zur Geometrie?
EIne Eisdiele ist eine Eisdiele ist eine Eisdiele,
ein Herbst ditto.
mit singt`s, ich singe leise,
nach alter schelmenweise.
dem
aerzteblatt@aerzteblatt.de
unseren alten Wumms APATHIE DER ÄRZTE zum Neudruck angeboten.
Zum ontischen Status gelöster, ungelöster und unlösbarer Probleme und zum rhetorischen Phänotyp:
Rhetoric Society Quarterly: Vol 56, No 3
Der Alte:
Leser kenne ich nur aus Büchern.
Junge Leser kenne ich aus alten Büchern,
Tonio Kröger, Freund Hein, Unterm Rad etc.
Der Junge:
Und Bücher kenn ich aus dem Fernseher,
den ich aus dem Internet kenne.
Weltende redivivus nach von Hoddis (Hans Davidsohn)
Dem und jenem bricht das Piercing, wird Tattoo,
Pilates-Lyrik und halb-gelehrte Nullen machen auf Kantate,
Kinderlose drücken beide Augen zu
und Herr Maschine platonisiert mit Frau Granate.
Flauten legen ihre Eier faul in Flauten
und üben sich ins Lügen ein,
sie weinen tränenreicher als ein verurteilt Schwein,
„Wie viele auf sie schauten!“
Maschinenstürmerei heute:
Muellers Studie zur literarischen Imagination der Corporation im 19. Jh. lässt sich produktiv mit Achbar/Abbotts The Corporation (2003) lesen: Aus der literarischen Figur des neuen Gesellschaftswesens wird die filmisch diagnostizierte „psychopathische“ Institution der Moderne.
https://academic.oup.com/alh/article/38/3/1/8761163
https://thecorporation.com/film/
Ruinen des Archivs. Wieland, Tieck, Grillparzer
Robert Holunder untersucht drei unvollendet gebliebene Editionsprojekte des Deutschen Klassiker Verlags: die geplanten Werkausgaben Christoph Martin Wielands, Ludwig Tiecks und Franz Grillparzers. Im Zentrum steht die Frage, was es editionswissenschaftlich bedeutet, wenn ambitionierte, auf Vollständigkeit und langfristige wissenschaftliche Erschließung angelegte Ausgaben als Torso zurückbleiben. Anhand der überlieferten Editionspläne, der erschienenen Bände und ihrer editorischen Konzeptionen rekonstruiert der Beitrag die Entstehung dieser „editorischen Ruinen“. Dabei wird die Ruine nicht lediglich als Metapher für das Scheitern eines Verlagsprojekts verstanden, sondern als eigene Form der Überlieferung: Was bleibt von einem Editionsunternehmen, wenn seine geplante Vollständigkeit nicht erreicht wird? Der Vergleich von Wieland, Tieck und Grillparzer eröffnet zugleich eine Reflexion über die materiellen, institutionellen und wissenschaftsgeschichtlichen Bedingungen großer Klassikereditionen am Ende des 20. Jahrhunderts. Die unvollendete Ausgabe erscheint so nicht als bloßes Defizit, sondern als aufschlussreiches Archiv ihrer eigenen Entstehungs- und Abbruchgeschichte.
Marginalie II zu Louis Zukofskys "A"
nicht thomas mann, doch seine lächerlich-
kümmerlich-eitlen (lke) chargen müller-
zischler-stahl kränken den guten geschmack,
wie stupid german money oder andere
beihilfe zum nonsens.
Ein Dinggedicht
Ja, kränkt es etwa nicht den Furz an seinem Orte,
Dass selten er passieren darf mit Lärm die hint’re Pforte!
Noch größre Kränkung fühlt der Schluck,
Der einsam bleibt im Glas zuruck.
Doch größte fühlet allemal,
Das Einweckglas im Bückregal.
Ralf Frodermann V 2013
Universität Bockwurst - Amplifikation (1)
Universität Bockwurst - 2019 (30)
Universität Bockwurst - Bungalow 1 (gegen Benn, für Bobbio)
Zur Geschichte, Poetik und Paradoxie der gelehrten Autoritätsinszenierung von Johann Burckhard Mencke und Johann G. B. Büschel bis Dr. Holunder von der Universität Bockwurst
Ausgangspunkt der Dissertation ist der jüngst erschienene Aufsatz von Viktoria Ehrmann, „Charlataneske Paratexte. Johann G. B. Büschels Kritik an gelehrten Paratexten“, Euphorion 120 (2026), S. 167 ff. Der Beitrag rückt Büschels Kritik an den gelehrten Verfahren der Autoritätsproduktion in die Nähe der älteren Scharlatanerie-Kritik Johann Burckhard Menckes und eröffnet damit eine Forschungsperspektive, die über die bloße Geschichte des Scharlatanbegriffs hinausführt.
Ausgehend von Menckes De Charlataneria Eruditorum soll untersucht werden, wie sich der gelehrte Scharlatan vom Gegenstand der Polemik zum Gegenstand einer gelehrten Kritik derjenigen Verfahren entwickelt, durch die Wissenschaft selbst Autorität erzeugt. Büschels Kritik der gelehrten Paratexte bildet hierbei eine entscheidende Zwischenstufe: Titel, Vorreden, Fußnoten, Zitate, Gelehrtennamen und wissenschaftliche Apparate erscheinen nicht mehr als neutrale Formen der Wissensvermittlung, sondern können selbst zu Instrumenten einer charlatanesken Autoritätsinszenierung werden.
Daran anschließend fragt die Dissertation nach der Entstehung einer eigentümlichen Scharlatanforschung: Was geschieht, wenn der Scharlatan nicht mehr nur entlarvt, sondern wissenschaftlich klassifiziert, historisiert und mit einem gelehrten Apparat versehen wird? Entsteht dadurch eine performative Paradoxie? Muss derjenige, der den Missbrauch gelehrter Autorität untersucht, nicht seinerseits genau jene Formen von Autorität mobilisieren – Titel, Fußnoten, Zitate, Apparate, Institutionen und akademische Selbstbeglaubigung –, deren Funktion er kritisch analysiert?
Als abschließender Prüfstein dient die satirische Figur Dr. Holunder, Scharlatanforscher der Universität Bockwurst. An ihr lässt sich die historische Bewegung bis zur Gegenwart zuspitzen: Der Scharlatan wird zum Forschungsgegenstand; der Forschungsgegenstand erzeugt den Scharlatanforscher; und der Scharlatanforscher kann schließlich selbst zur Figur einer gelehrten Scharlatanerie werden.
Dissertationspreisfrage:
Wann wird aus dem Scharlatan ein Forschungsgegenstand, aus dem Forschungsgegenstand ein Scharlatanforscher – und aus dem Scharlatanforscher schließlich ein Scharlatan?
Die Dissertation versteht sich damit zugleich als Fortschreibung und kritische Volte zu Ehrmanns „Charlatanesken Paratexten“: Nicht nur der Paratext des Scharlatans, sondern auch der wissenschaftliche Paratext über den Scharlatan wird selbst zum Gegenstand der Untersuchung.
Marginalie I zu Louis Zukofskys "A"
TROSTTORSO I`ve conjectured all day
Boethius` TROST DER PHILOSOPHIE hat niemanden
mehr getröstet als Ignatius J. Reilly. Zukofsky in
"A" wusste das sicher, ganz sicher, ganz sicher.
Paschasius Radbertus: "On the Virgin Birth" and
"On the Assumption of the Blessed Virgin Mary."
Mind the Text! Neurohermeneutics for Suspicious Readers | Poetics Today | Duke University Press
Auf der Haut der Gegenwart ist das Buch
nur eine Alterswarze. Die Buchgelehrten besprechen
sie noch, während vor den Stadttoren der Pöbel lärmt
und den Stadtpöbel zum Grenzverkehr reizt.
Der trojanische Esel löst die Siegel.
Annaseidelpofel macht auf Cavalcanti russki.
Mr. 800 pages, the MAIMONIDES for the better
beggars, Louis Z., wir hören den Sirenengesang,
der Hunde hinter Öfen lockt.
Project MUSE - The Zemblan Treasure: Whose Is It?
Die Gelehrte aus Novi Sad, eine Meta-Kinbote, von
Nabokov präfiguriert, beschwört die Ali-Baba-Mythe.
In Serbien das Feuer hüten. In Serbien in das
Gemälde treten, Kritikerpriester, Vertumnusjünger.
Dass nur der Ungeist den Ungeist entzünde, endlos endlich oder
endlich, endlos. wer hat angst vor sledge hammer?
Introduction: The Poetics of Endlessness | Modern Philology: Vol 124, No 1
Geht der DeutungsDax durch die Decke? Kauft keine Deutungen, setzt nicht auf sie.
Alice, Alice, im Wunderland verschlafen? Im Wunderland?
Indexical Fracture in Moore and Zukofsky | Oxford Literary Review
Unsere Neuübersetzung von De errore profanarum religionum des Firmicus Maternus wird an dieser Stelle sukzessive erscheinen.
Paganer Lesestoff war unter gebildeten Christen willkommen.
Doch ging es ans Eingemachte, war nur die Bibel gefragt:
Weltskribenten und Poeten
Haben ihren Glanz und Schein,
Mögen auch zu lesen sein,
Wenn wir leben außer Nöten;
In dem Unglück, Kreuz und Übel
Ist nichts Bessers als die Bibel.
Paul Gerhardt, dessen 350.Todestag eben gefeiert wird,
markierte die Grenze zwischen heiliger und unheiliger
Schrift.
Aus Herders Adrastea habe ich mir von Zeit zu Zeit etwas vorlesen lassen,
auch selbst hineingesehen. Es ist keine Kost für mich. Herder wird in seinen
Produktionen immer loser und lockerer, madreporischer. Ich vergesse, indem
ich ihn lese, eher was ich weiß, als daß ich von ihm etwas lernte; er zerstreut
mich, ohne mich zu erfrischen.
Friedrich Heinrich Jacobi an Jean Paul 28. April 1803
ad Arturo Ui
"Fascism = nationalisation of gangsterism, the state itself turning to gangsterism"
Alfred Sohn-Rethel: Schriften III,2 S. 1114
Freiburg, 2026
concupiscentia
Wär nicht die Gier in Geld getränkt,
sie könnte niemals trinken,
geldhaft uns das Schicksal lenkt,
allein um zu versinken.
Give Your Ideas Some Legs: The Positive Effect of Walking on Creative Thinking