Schilddrüse – was steckt wirklich hinter Funktionsstörungen?
Hier findest du meine Mitschrift zum Vortrag „Schilddrüse – was steckt wirklich hinter Funktionsstörungen?“
In diesem Vortrag geht es darum, die Hintergründe von Schilddrüsenproblemen besser zu verstehen und genauer hinzuschauen, was wirklich hinter Über- oder Unterfunktion, Knotenbildungen oder hormonellen Schwankungen steckt, statt nur die Symptome zu behandeln.
Beleuchtet werden mögliche hormonelle, stoffwechselbezogene und immunologische Zusammenhänge, unter anderem rund um T3/T4-Hormonhaushalt, Schilddrüsenregulation, Jodversorgung, Entzündungsprozesse und Belastungen des Körpers. Ziel ist es, weg von vorschnellen Diagnosen oder pauschalen Therapievorschlägen hin zu einem differenzierten, ganzheitlichen Blick auf die Schilddrüse zu kommen.
Der Vortrag wurde von Alessandro Rochira gehalten und basiert auf viel Erfahrung aus der Praxis. Der Text ist als Mitschrift entstanden und folgt bewusst dem gesprochenen Wort.
Bitte sieh mir Rechtschreibfehler oder Ungenauigkeiten nach – es handelt sich um eine Mitschrift, nicht um ein ausgearbeitetes Lehrskript.
Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen und Mitnehmen 🌱
Vortrag Schilddrüse und Gewichtsregulation 13.05.2025
Wir werden heute nicht nur über Gewicht sprechen, sondern alle wichtigen Aspekte der Schilddrüse beleuchten, denn sie ist ein äußerst komplexes und zentrales Organ im menschlichen Körper.
Was ist eigentlich die Schilddrüse?
Bevor wir über ihre Auswirkungen sprechen, stellen wir uns erst einmal die grundlegende Frage:
Wozu ist die Schilddrüse da? Welche Aufgabe erfüllt sie?
Man kann sich die Schilddrüse vorstellen wie einen Regler – sie steuert unsere Energie. Und zwar nicht im übertragenen Sinn, sondern ganz konkret:
Sie steuert den Umgang mit Treibstoffen wie Glukose und Fetten.
Die Schilddrüse ist der Taktgeber für die Körperenergie – in allen Geweben und Zelltypen, ohne Ausnahme.
Viele denken, dass vor allem die Bauchspeicheldrüse für den Zuckerstoffwechsel zuständig sei – was auch stimmt –, aber was oft übersehen wird, ist, dass die Schilddrüse eine zentrale Rolle spielt. Ohne sie läuft nichts.
Sie ist sozusagen die „graue Eminenz“ im Hintergrund, die bestimmt, ob der Körper Energie produziert oder nicht.
Beispiel: Glukose in Energie umzuwandeln – also in Wärme und chemisch verwertbare Stoffe – ist ein komplexer Vorgang, bei dem die Schilddrüse maßgeblich mitspielt.
Es reicht nicht, dass die Hormone nur da sind – sie müssen auch richtig wirken können, und da hängt viel zusammen, was wir heute Schritt für Schritt beleuchten werden.
Anatomische Lage und Struktur:
Die Schilddrüse sitzt am Hals, sieht aus wie ein kleiner Schmetterling, besteht aus zwei Lappen und einem verbindenden Steg.
Darin eingebettet liegen vier kleine Nebenschilddrüsen, über die selten gesprochen wird.
Doch auch sie sind hormonell aktiv – Stichwort: Parathormon und Calcitonin – und sie haben wichtige Funktionen, über die wir ebenfalls noch sprechen werden.
Steuerung durch das Gehirn:
Die Schilddrüse arbeitet nicht autonom, sondern wird direkt vom Hirnstamm gesteuert – genauer gesagt vom Thalamus.
Hier beginnt ein hormoneller Regelkreislauf, der weit über die Schilddrüse hinausreicht.
Das Hormonsystem folgt einem einfachen Prinzip: „Messen und Regeln“.
Das heißt: Der Körper schüttet Hormone aus, überprüft die Wirkung und reguliert nach Bedarf nach.
Der Schilddrüsen-Regelkreis:
Startpunkt: TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) aus dem Hypothalamus
Weiterleitung an die Hypophyse (Hirnanhangdrüse)
Diese schüttet TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) aus
TSH wirkt auf die Schilddrüse und regt die Produktion und Freisetzung von T3 und T4 an
TSH ist der Laborwert, den Ärzte meistens messen.
Wenn er „normal“ ist, gilt die Schilddrüse als gesund.
Aber das greift oft zu kurz.
Denn viele Zusammenhänge und Feinregulationen bleiben dabei unberücksichtigt – darauf werden wir noch eingehen.
Wie wirken die Schilddrüsenhormone?
Sie gelangen über das Blut zu den Zellen
Sie aktivieren z. B.:
Immunzellen (die Treibstoff brauchen, um zu funktionieren)
Muskelzellen (z. B. bei körperlicher Belastung)
Hormondrüsen (z. B. Eierstöcke, Hoden – also weibliche und männliche Hormonproduktion)
Leber, Herz, Nieren, Nervensystem – alle werden beeinflusst
Sogar der Darm – Schilddrüsenhormone sind wichtig für Verdauungsenzyme und Stoffwechselprozesse
Wer z. B. Herzrhythmusstörungen hat, denkt vielleicht nicht sofort an die Schilddrüse – aber sie spielt dabei oft eine große Rolle.
Der Kreislauf schließt sich:
Die Hormone T3 und T4 werden ausgeschüttet
Sie wirken im Körper
Ihre „Rückstände“ melden sich wieder im Hirnstamm, woraufhin neu reguliert wird
Wichtige Bausteine der Schilddrüsenhormone:
Jod – essentielles Spurenelement
Tyrosin – eine Aminosäure
Diese beiden sind unverzichtbar für die Hormonproduktion
Ihr müsst euch das so vorstellen: Wenn ich Zucker verbrenne, zum Beispiel durch das Essen eines Apfels, dann gelangt die Glucose ins Blut. Der Körper sagt: „Gut, Treibstoff“, und beginnt mit der Verbrennung. Das ist prinzipiell nicht schlecht – auch wenn Zucker durch Diabetes oft negativ belegt ist. Was aber viele nicht wissen: Diabetes hängt auch von der Schilddrüse ab.
Wenn Schilddrüsenhormone nicht korrekt ausgeschüttet werden, macht auch die Bauchspeicheldrüse Fehler: Sie produziert zu viel oder zu wenig Insulin, was zu Schwankungen des Blutzuckerspiegels führt. Der Körper möchte aber einen stabilen Glucosepegel, ebenso wie stabile Schilddrüsenhormonspiegel. Keine Schwankungen – sondern ausgeglichen und konstant.
Jetzt kommt ein wichtiger Aspekt: Wir leben in Europa – nördlich der Alpen. Das ist geologisch bedeutsam, denn in der Eiszeit wurde das Jod aus dem Boden ausgespült. Das bedeutet: Unsere Böden und Feldfrüchte enthalten kaum noch Jod. Und genau da beginnen die Probleme: Woher soll der Körper das Jod bekommen, um Schilddrüsenhormone zu bilden?
Zur Herstellung dieser Hormone braucht der Körper Tyrosin (eine Aminosäure) und Jod. Nur wenn sich beide verbinden, entsteht ein funktionstüchtiges Schilddrüsenhormon. Fehlt Jod, gibt es kein Hormon. Dann wird häufig künstlich substituiert, was aber problematisch ist – denn das Hormonsystem funktioniert nach dem Prinzip „Messen und Regeln“. Wenn extern Hormone zugeführt werden, „sieht“ der Körper das und reduziert seine eigene Produktion. Das führt zur Fehlfunktion der Schilddrüse.
In Mitteleuropa kommt fast kein Jod aus dem Boden. Jod ist ein Halogen, ein Salzbildner, das leicht verdampft (sublimiert). Jod geht direkt von der festen in die gasförmige Phase über – dadurch verliert es sich. Am Meer sublimiert das Jod aus dem Salzwasser – dort atmet man es ein oder nimmt es über die Haut auf. Meeresbewohner haben also eine natürliche Jodversorgung, wir nicht.
Ein Beispiel: Der Bodensee (Schwäbisches Meer) ist ein Süßwassersee – kein Jod, kein Meer. Auch der Rhein führt kein Jod mit. Wenn man von „Meer“ spricht, muss auch Salz vorhanden sein – und das fehlt hierzulande.
Fazit: Wir müssen Jod über die Ernährung zuführen. Die Schilddrüse ist darauf eingestellt, kleine, regelmäßige Jodmengen zu bekommen – nicht zu viel, nicht zu wenig. Der Stoffwechsel liefert Jod in Paketen, die dann verarbeitet werden. Fehlt Jod, wird die Hormonproduktion gehemmt – der Arzt spricht dann von Schilddrüsenunterfunktion, obwohl oft nur das Jod fehlt. Das Gehirn (z. B. Hypophyse) erkennt das nicht und befiehlt „mehr machen“, aber es kann nicht produziert werden, weil der Baustoff fehlt.
Tyrosin ist in vielen Lebensmitteln enthalten, daran liegt es nicht. Das Problem ist das fehlende Jod am Ende der Molekülkette.
Ein weiterer Punkt: Was passiert bei zu viel Jod?
Dann produziert die Schilddrüse übermäßig Hormone – man spricht von Schilddrüsenüberfunktion. Betroffene wirken dann nervös, überdreht, rastlos – wie ein Hamster im Rad. Es fehlt die Bremse, die Regulation. Deshalb ist das Ziel ein stabiles Gleichgewicht, vor allem durch die Ernährung: z. B. Meeresfisch, Meeresalgen, Meersalz.
Warum kein künstliches Jod?
Natürliches Jod ist an organische Moleküle gebunden. Diese werden im Darm verarbeitet, das Jod abgetrennt und dosiert aufgenommen. Künstliches Jod (z. B. Kaliumjodid) dagegen wird sofort resorbiert, bereits über die Magenschleimhaut, ungefiltert ins Blut – und zwar schnell und massiv.
Ein Beispiel:
Wie viele Minuten nach dem Essen einer Salzbrezel mit Jodsalz gelangt das Jod ins Blut?
Antwort: Nach 14 Minuten ist das Jod bereits vollständig im Blutkreislauf und trifft die Schilddrüse mit voller Wucht.
Ergebnis: Pegel steigt sprunghaft an, die Schilddrüse reagiert mit Produktion, es kommt zur Überversorgung, danach zum Absinken – ein Auf und Ab. Statt gleichmäßiger Hormonspiegel erleben wir Hormonschwankungen, die den gesamten Organismus stören – allen voran das Herz.
Das Herzleitungssystem reagiert empfindlich auf Schilddrüsenhormone – zu viel davon kann zu Herzrhythmusstörungen führen.
Und ihr steht dann da und sagt: Jetzt habe ich Panik, ich habe Angst, ich bin unsicher, ich verliere die Kontrolle – weil die Pumpe hier anfängt zu schlagen, was sie gar nicht tun sollte.
Und wenn zu wenig da ist, macht die gar nichts. Dann geht ihr auf allen Vieren durch die Welt und sagt: „Mir scheint, man hat mir den Stecker gezogen, ich kann gar nichts machen.“
Das heißt: von einem Extrem ins andere. Und dieses Hin und Her nennt man Dysfunktion.
Die Schulmedizin kennt das in dieser Form nicht. Sie kennt nur Unterfunktion oder Überfunktion. Und wenn ihr beim Arzt seid, wird nur gemessen, was gerade aktuell ist – und dann werdet ihr abgestempelt: Zack, Diagnose.
Keiner schaut nach, ob die Schilddrüse schwingt – und das ist ein Grundsatzfehler.
Die Hormonbilanz muss beobachtet werden – nicht nur der Ist-Zustand.
Man muss prüfen: Schwingt das Ganze hin und her?
Wenn ja, dann muss ich eine Regelung reinbringen, damit ein stabiler Hormonpegel entsteht.
Ich muss die Schwingung dämpfen. Ich muss das System regeln.
Ein anderes Beispiel:
Viele Menschen mit Darmproblemen – Verstopfung, Durchfall, Reizdarm – bei denen sagt der Arzt: „Ja, Symptome sind da, aber wir wissen nicht, warum.“
Weil man vergisst, dass die Schilddrüsenhormone ein Regler für die Darmfunktion sind.
In den Darmzotten befinden sich viele Immunzellen, und die verhalten sich wie ein Kindergarten, der durchdreht:
– Zu viele Hormone: überdreht
– Zu wenige Hormone: keine Aktivität
Das führt zu einem ständigen Hin und Her im Darm, das wiederum zu Beschwerden führt.
Dann beginnt man, Symptome zu behandeln – mit Abführmitteln, Mitteln gegen Durchfall, Entzündungshemmern – anstatt mal zu fragen:
Was macht eigentlich die Schilddrüse?
Auch das Nervensystem leidet darunter:
Wenn keine kontinuierliche Versorgung mit Schilddrüsenhormonen da ist, verlieren wir:
unsere geistige Leistungsfähigkeit
unsere Konzentration
unsere Lernfähigkeit
unsere Leistungsfähigkeit im Alltag
Dann sagen die Leute: „Ich funktioniere nicht mehr.“ – Aber es sind nicht die Nerven, sondern die Schilddrüse, die nicht richtig arbeitet.
Nun zum beliebten Thema: L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon als Medikament)
Wenn ich das von außen zuführe, sagt die Schilddrüse:„Na dann mach du doch. Ich schau zu.“ Sie stellt ihre eigene Produktion ein – sie steigt aus. Das ist gefährlich.
Denn bei der Einnahme entstehen Hormonspitzen im Blut:
Sie steigen stark an
Dann werden sie verbraucht
Und dann fallen sie rapide ab
Das führt zu:
Schlechter Schlafqualität
Blutdruckschwankungen
Herzrhythmusstörungen
Verdauungsproblemen
Cortisol-Störungen
Östrogen-Ungleichgewicht
Das gesamte Hormonsystem gerät aus dem Takt.
Auch das Gewicht ist betroffen:
Viele sagen: „Ich nehme nicht ab.“ – obwohl sie hungern, fasten usw.
Warum?
Die Schilddrüse sagt: Du willst abnehmen? Ich arbeite nicht.
Und dann läuft nichts mit Verbrennung.
Fazit:
Man muss diese Aspekte alle anschauen – in Ruhe – und dann in ein Gleichgewicht bringen.
Die Schilddrüse ist ein sehr strenges Organ, das auf Ordnung besteht.
Ein Hinweis:
Viele Menschen haben dauerhaft eine zu niedrige oder zu hohe Körpertemperatur –
Die Körpertemperatur hängt zusammen mit:
Zuckerverbrennung
Fettverbrennung
Und wird durch die Schilddrüse geregelt
Wenn ihr nie Fieber habt:
Achtung! Arbeitet die Schilddrüse?
Wenn ihr häufig unkontrollierte Fieberschübe habt:
Hat die Schilddrüse gerade eine Überreaktion?
Denn: Das Immunsystem kann nur Fieber erzeugen, wenn Schilddrüsenhormone vorhanden sind.
Lernt, euren Körper zu beobachten – und fragt euch:
Was läuft da gerade?
Wie ist das Zusammenspiel?
Und dann: gezielt nachsteuern.
Ein letzter wichtiger Punkt:
Viele machen den TSH-Wert zum alleinigen Maßstab.
Ich bin dagegen, denn das ist keine präzise Methode.
Warum?
TSH ist Teil eines Regelkreises, und die Rückmeldung über verbrauchte Hormone läuft über den Hirnstamm.
Wenn dort kein korrektes Signal ankommt, wird falsch gesteuert. Deshalb sollte man bei einer Schilddrüsenuntersuchung alle Parameter unabhängig messen:
· TSH
· T3, T4
· fT3, fT4 (freie Hormone)
· Calcitonin
· Parathormon
Nur dann kann man wirklich sagen: „Alles in Ordnung.“
Zudem:
Die Schilddrüse produziert auch weitere Hormone, die noch nicht vollständig erforscht sind. Der Körper tut etwas, das wir noch nicht ganz verstehen. Und wenn wir es verstehen, dann machen wir einen großen Schritt.
Unterschied zwischen Schilddrüsenerkrankungen und -dysfunktionen durch andere Systeme
Es gibt zwei grundlegende Formen von Schilddrüsenproblemen:
Eigene Schilddrüsenerkrankung
Induzierte Schilddrüsenproblematik durch andere Körpersysteme
Hashimoto-Thyreoiditis – Autoimmune Schilddrüsenzerstörung
Hashimoto ist eine autoimmune Reaktion:
Das Immunsystem erkennt die Schilddrüse fälschlich als fremd und will sie „entsorgen“.
Es werden Antikörper gebildet, die die Schilddrüse langfristig zerstören.
In einem Zeitraum von 10–20 Jahren kann die Schilddrüse dadurch komplett verschwinden.
Es handelt sich um eine nicht primär schilddrüseneigene Erkrankung, sondern um eine, die vom Immunsystem induziert ist.
Primäre Unterfunktion der Schilddrüse
Wenn die Schilddrüse einfach selbst nicht arbeiten will, spricht man von einer echten Unterfunktion.
Diese Form ist selten, da die Schilddrüse grundsätzlich ein arbeitswilliges Organ ist:
Sie ist eine „Nervensäge“, die immer mitreden will.
Sie sieht sich als „graue Eminenz“ mit dem letzten Wort im Körper.
Überfunktion der Schilddrüse – zwei Hauptursachen
1. Überfunktion durch zu viel Input:
o Zuviel Jod, zu viel Tyrosin
o Schilddrüse produziert zu viele Hormone – Gewebe nimmt Schaden, sie schrumpft.
o Diese Form ist gefährlich.
2. Überfunktion durch das Nervensystem / Lebensstil:
o Stress, Unruhe, Überforderung – Schilddrüse wird durch TSH stimuliert.
o Sie versucht mitzuhalten, läuft auf Vollgas – überhitzt wie ein Dampfkessel.
o Folge: funktionelle Schäden an der Schilddrüse.
Dysfunktion – das häufigste Schilddrüsenproblem in Europa
Die Schilddrüse pendelt zwischen Hoch und Tief, weil sie nach Verfügbarkeit arbeitet.
Ursache ist oft Jodmangel oder schwankende Versorgung.
Dysfunktion ≠ echte Über- oder Unterfunktion, sondern ein Regulationsfehler.
Diese Schwankungen sind schwer messbar, da die Schulmedizin oft nur alle 3 Monate misst – das ist nicht repräsentativ.
In Monitoring-Untersuchungen über 8 Stunden zeigt sich:
Hormonwerte schwanken stark – das ist typisch für eine Dysfunktion.
Schilddrüsenknoten – heiß oder kalt?
Knotenbildung ist ein Hinweis, dass die Schilddrüse überlastet oder fehlreguliert ist.
Man unterscheidet:
1. Heiße Knoten
Produzieren selbstständig Hormone, unabhängig vom restlichen System.
Führen zu massiven Dysfunktionen.
Schulmedizinisch wird oft operiert oder Radiojodtherapie eingesetzt.
Hintergrundfrage wird aber selten gestellt:
Warum entsteht ein Knoten?
Die heißen Knoten sind ein Zeichen, dass das Gewebe entgleist ist – auch das Immunsystem hat versagt.
2. Kalte Knoten
Kaum oder keine Hormonproduktion.
Diagnostik über Szintigrafie mit radioaktiven Substanzen
Diese Untersuchungen belasten die Schilddrüse, was nicht gut ist.
Bei kalten Knoten:
Abwehrlage überprüfen.
Risiko eines Tumors bedenken – nicht jeder kalte Knoten ist ein Tumor, aber es muss abgeklärt werden.
Zusammenfassung:
Schilddrüsenerkrankungen können eigenständig oder fremdinduziert sein.
Die Schilddrüse ist ein hochkomplexes Regelorgan, das fein balanciert arbeiten will.
Die häufigste Störung ist nicht eine Über- oder Unterfunktion, sondern die Dysfunktion.
Knotenbildung ist ein Warnzeichen, dass das System aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Diagnostik und Therapie müssen ganzheitlich erfolgen, mit Blick auf:
Hormonlage
Immunsystem
Nervensystem
Versorgungsstatus (Jod, Tyrosin, etc.)
Soll man jodiertes Salz oder reines Jod verwenden?
Jodiertes Salz enthält meist Kaliumjodid und andere chemische Jodverbindungen.
Diese werden nicht verstoffwechselt, sondern:
Direkt über die Schleimhaut aufgenommen – ohne Spaltung, ohne Verzögerung.
Sie gelangen ungefiltert ins Blut und dann direkt zur Schilddrüse.
Warnung:
Dadurch entsteht keine Regulation, sondern eine ungezielt hohe Jodzufuhr.
Künstliche JIodierung hat in der Vergangenheit (40er/50er Jahre) zu Schilddrüsenproblemen und teils psychischen Problemen geführt.
Empfehlung:
Verzicht auf künstlich jodiertes Salz.
Stattdessen: Meersalz, das natürlich an Algen gebundenes Iod enthält.
Z. B. in Salinen – rosa Färbung durch Mikroalgen, die das Salz mit Spurenelementen und organischem Iod anreichern.
Dieses Jod wird langsam über den Darm aufgenommen, der Körper kann dosieren.
Metapher zur Verdeutlichung:
Eine 9-Volt-Batterie an der Zunge: unangenehm.
220-Volt-Kabel an der Zunge: gefährlich.
Jodzufuhr ist vergleichbar – zu viel auf einmal führt zum Kurzschluss in der Schilddrüse.
Zusatz: Fluor – unterschätzte Gefahr
Fluor ist ein hochreaktives chemisches Element, gehört zu den Halogenen.
Es ist immunologisch aktiv und kann:
Massive Allergien auslösen.
Das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen.
Auch hier: Vorsicht bei künstlicher Zufuhr – Fluoridierung kann langfristig gesundheitliche Risiken bergen.
Welche Schilddrüsenwerte sollten gemessen werden?
Es braucht eine vollständige hormonelle Bilanz, keine Einzelfaktoren:
TRH, TSH, T3, T4, fT3, fT4, Calcitonin, Parathormon
Nur bei dieser 360-Grad-Analyse kann man fundierte Aussagen treffen.
Kritik an vereinfachter Diagnostik:
„Ich messe ein Hormon und leite alles daraus ab“ ist unseriös.
Vergleich: Zwei Unfallautos – man will nicht schätzen, sondern messen, wer wie schnell war und wer den Unfall verursacht hat.
Kann man Schilddrüsenhormone natürlich ersetzen, wenn die Schilddrüse entfernt wurde?
Antwort: Nein, nicht vollständig natürlich.
Die Schilddrüse regeneriert nicht – ist sie weg, bleibt sie weg.
Der Körper braucht Schilddrüsenhormone, sie werden nicht an anderer Stelle gebildet.
Substitution ist notwendig:
Der Körper muss von außen mit Hormonen versorgt werden.
Ohne Ersatz drohen schwere gesundheitliche Folgen.
Operative Besonderheiten:
Bei der Operation sollte man versuchen, Nebenschilddrüsen zu erhalten.
Auch Restgewebe (z. B. im Zentralappen) kann noch aktiv sein.
Therapievorgehen nach OP:
Messen, wie viel Restfunktion vorhanden ist.
Individuell dosieren – keine Pauschaltherapie nach Schema F.
Keine „Versuch-und-Irrtum“-Behandlung, sondern gezielte, kontrollierte Substitution.
Dosierungshinweise:
Die Einnahme über den Tag verteilt ist sinnvoll.
Morgens höhere Dosis, abends weniger – so ahmt man den natürlichen Tagesrhythmus der Hormonproduktion nach.
Wie viel Fisch, Algen, Meersalz sollte man essen, um genug Jod aufzunehmen?
Eine pauschale Empfehlung ist nicht möglich, da der Bedarf individuell unterschiedlich ist:
Körpergröße, Körpergewicht, Stoffwechseltyp, Immunreaktionen – all das beeinflusst den Jodbedarf.
Auch wenn Fisch, Algen und Meersalz Jod enthalten, muss dieses erst im Darm aufwendig aufgeschlossen werden:
Es reicht nicht, dass Jod „einfach da ist“ – es muss gelöst, gespalten, aufgenommen und dann ins Blut transportiert werden.
Ernährungsrealität & kulturelle Unterschiede
Zwar enthalten Fisch und Algen nennenswerte Mengen Jod – aber:
Die meisten Menschen essen keine Algen regelmäßig, v. a. nicht in mitteleuropäischen Kulturen.
Meersalz enthält zwar natürlich gebundenes Jod, doch der Verzehr ist oft zu gering, um den Bedarf allein zu decken.
Jodbedarf im Alter & geschlechtsspezifische Unterschiede
Mit dem Alter verändert sich die Schilddrüsenaktivität:
Bei Frauen: In den Wechseljahren sinkt der Hormonbedarf – wegen des Rückgangs der Fruchtbarkeit.
Bei Männern: Ab dem 40. Lebensjahr nimmt das Testosteron ab, was auch eine leichte Drosselung der Schilddrüsenfunktion nach sich zieht.
Dies fördert Vernunft und Ruhe – die „grauen Zellen“ sollen mehr arbeiten, die Impulsivität sinkt.
Die Veränderungen sind moderat: meist nur ca. 10 % Reduktion der Schilddrüsenaktivität.
Weitere Stoffe zur Schilddrüsenregulation
Es gibt Möglichkeiten, die Schilddrüse indirekt zu beeinflussen:
Selen spielt eine wichtige Rolle.
Auch der Vitamin-D-Haushalt hat einen Einfluss.
Aber: Vorsicht ist geboten, da die Schilddrüse sehr sensibel ist – „herumdoktern“ kann schaden.
Alpensalz & Steinsalz – ungeeignet zur Jodversorgung
Alpensalz enthält kein Jod:
Grund: Sublimation – das Jod ist über geologische Zeiträume verdampft.
Fazit: Ohne Jod kein Beitrag zur Jodversorgung – daher ungeeignet.
Wie kommt man vom Tyroxin weg?
Voraussetzung: Die Schilddrüse ist noch vorhanden und funktionsfähig.
Ziel der Therapie: Tyroxin reduzieren bis auf Null, eigene Produktion stimulieren.
Dies ist langfristig möglich, aber:
Vorsichtiger, schrittweiser Ansatz ist nötig.
Die Schilddrüse muss aktiviert werden, nicht überfordert.
Exkurs: Makro- und Mikroalgen zur Jodversorgung
Mikroalgen:
Beispiele: Spirulina, Chlorella, Haematococcus pluvialis.
Enthalten nur dann Jod, wenn es künstlich beigefügt wurde:
Bei der Zucht wird Jod in die Nährlösung gegeben.
Ohne Zusatz kein relevanter Jodgehalt!
Makroalgen:
Beispiele: Laminaria, Ulva, Fucus, Arame, Kombu, Nori.
Kommen aus dem Salzwasser – natürlich jodreich.
Besonders effektiv: Kaltwasser-Makroalgen (z. B. aus nördlichen oder südlichen Pazifikregionen).
Dort enthalten sie besonders viel natürlich gebundenes Jod.
Auch Queller („Meeres-Spargel“) enthält Jod – ist aber keine Alge, sondern eine salzresistente Pflanze.
Empfehlung für Vegetarier:
Statt Spirulina: lieber echte Makroalgen in kleinen Mengen alle 2–3 Tage in den Speiseplan einbauen.
Regelmäßigkeit vor Menge!
Schon geringe Mengen reichen zur täglichen Jodversorgung.
Frage: Was ist mit Tyronajod (Vorstufe von Tyroxin)?
Tyronajod wird zur Hormon-Vorstufensubstitution verwendet.
Wenn möglich, sollte man auch Tyronajod reduzieren oder absetzen, sofern die Schilddrüse noch aktiv ist.
Voraussetzung: Eine gründliche Diagnostik und ein individuell abgestimmter Therapieplan.
Der Therapeut muss Zeit und Präzision aufwenden, um zu prüfen, ob eine Reduktion sinnvoll ist.
Fazit dieses Abschnitts:
Der Jodbedarf ist individuell verschieden – pauschale Empfehlungen sind unseriös.
Makroalgen aus Kaltwasserregionen sind die beste natürliche Jodquelle.
Steinsalz und Mikroalgen ohne Zusatz sind keine verlässlichen Jodlieferanten.
Wer Tyroxin oder Tyronajod einnimmt, sollte die Möglichkeit prüfen, langsam davon wegzukommen, sofern eine funktionierende Schilddrüse vorhanden ist.
Eine gute Schilddrüsentherapie ist immer maßgeschneidert und kontrolliert, niemals pauschal oder blind.
Die Organ-Uhr und warum sie auf die Schilddrüse nicht anwendbar ist
In der traditionellen Medizin gibt es die sogenannte Organ-Uhr. Diese Theorie besagt, dass die verschiedenen Organe des Körpers zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten besonders aktiv oder weniger aktiv sind. Einige Organe arbeiten nachts verstärkt, andere wiederum tagsüber. Daraus ergibt sich in manchen therapeutischen Ansätzen der Versuch, bestimmte Organe gezielt zu bestimmten Zeiten zu versorgen oder zu entlasten.
Für die Schilddrüse allerdings gilt diese Regel nicht. Die Schilddrüse ist – ähnlich wie das Herz – ein ständig arbeitendes Organ, das keine Pausen kennt. Sie funktioniert rund um die Uhr, an jedem einzelnen Tag, zu jeder Stunde. Sie geht weder in den Ruhestand, noch kennt sie ein Wochenende oder eine Erholungsphase. In der Medizin wird sie deshalb scherzhaft auch als „Nervensäge“ bezeichnet – weil sie sich ständig einmischt, überall mitredet und nicht zum Schweigen zu bringen ist.
Wer den Fehler macht, die Schilddrüse zeitlich begrenzt versorgen zu wollen, beispielsweise mit Nahrungsergänzungsmitteln zu bestimmten Uhrzeiten oder im Rahmen einer Organ-Uhr-Therapie, der riskiert ernsthafte Folgen. Herzrhythmusstörungen oder starke Schwankungen des Blutdrucks können dann die Folge sein. Die Schilddrüse muss den Körper permanent versorgen, sie kann sich keine Auszeiten leisten – und wenn wir sie daran hindern, zeigt sie uns das sehr deutlich.
Jod – früher als Desinfektionsmittel, heute als Spurenelement
Früher wurde Jod sehr erfolgreich zur Desinfektion eingesetzt. Das hatte einen einfachen Grund: Jod ist ein hochreaktives Element, das eine starke oxidative Wirkung besitzt. Es wirkt dadurch effizient gegen Bakterien, Pilze und viele andere Keime. Diese Oxidationskraft ist es auch, die Jod zu einem so effektiven Desinfektionsmittel gemacht hat.
Heute spielt Jod vor allem als Spurenelement in der Schilddrüsenfunktion eine zentrale Rolle. Wird es auf die Haut aufgetragen, wie man es früher zum Beispiel in der Sowjetunion gemacht hat, dann gelangt es durch die Haut in den Blutkreislauf. Die Schilddrüse reagiert darauf unmittelbar und nimmt das angebotene Jod auf, ohne zu wissen, wie viel davon eigentlich zugeführt wurde. Sie fragt nicht – sie verwertet es einfach.
Früher hat man in Russland Schilddrüsenunterfunktionen dadurch behandelt, dass man Jodlösungen auf die Haut gestrichen hat, in der Hoffnung, dass so der Jodbedarf gedeckt wird. Diese Methode ist äußerst riskant und nicht kontrollierbar, da die individuelle Aufnahmefähigkeit der Haut sehr unterschiedlich ist. Deshalb: Große Vorsicht bei äußerlicher Jodgabe, denn es kann nicht genau dosiert werden.
Jodmangel und Supplementierung – ein strukturelles Problem
Immer häufiger wird heute propagiert, dass wir unsere Nahrung ergänzen müssen – mit Jod, mit Vitaminen, mit Mineralstoffen. Doch diese Entwicklung ist ein Ausdruck eines strukturellen Problems, nicht eines Mangels im Menschen. Wenn unsere Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion nach alten Qualitätsstandards arbeiten würden, bräuchten wir keine Nahrungsergänzungsmittel.
Ein Nährstoff ist nur dann in unseren Lebensmitteln enthalten, wenn er zunächst im Boden vorhanden ist. Die Pflanze kann ihn nur aufnehmen, wenn er im Boden steckt. Und wenn er nicht mehr in unseren Lebensmitteln auftaucht, dann müssen wir die Frage stellen: Warum fehlt er? Und wo liegt das Problem in der Produktionskette?
Hier ist vor allem die Landwirtschaft gefordert: Wollen wir Masse oder Qualität? Möchten wir möglichst viel produzieren, um die Supermarktregale voll zu machen – oder möchten wir lebendige Lebensmittel, die uns auch gesund halten? Die verbreitete Vorstellung, man könne durch Supplementierung jeden Mangel einfach „nachfüllen“, ist fragwürdig. Denn wer sich abhängig macht von der Nahrungsergänzungsindustrie, der rennt immer dem nächsten Loch hinterher, anstatt die Ursache zu beheben.
Einzige Ausnahme: Jodmangel im Boden – dafür kann der Landwirt nichts. Hier ist eine zielgerichtete Zufuhr über die Nahrung sinnvoll und notwendig, damit es nicht wieder zu Kropfbildung (Struma) kommt, wie man sie früher häufig sah – sichtbar als stark geschwollene Schilddrüse am Hals.
Schilddrüsentumore – kein Organversagen, sondern Immunsystemversagen
Tumore in der Schilddrüse – wie überall im Körper – entstehen nicht, weil das jeweilige Organ einfach „versagt“. Tumore entstehen, weil das Immunsystem geschwächt ist und nicht mehr in der Lage ist, fehlerhafte oder entartete Zellen zu erkennen und zu beseitigen.
Das bedeutet: Wenn ein Tumor auftritt, dann liegt das Problem nicht primär beim betroffenen Organ, sondern bei der körpereigenen Abwehr. Die Schilddrüse, die Leber, die Brust oder die Prostata – sie sind nicht „schuld“, sie sind nur der Ort, an dem das Immunsystem versagt hat. Der Fokus in der Therapie sollte also nicht nur auf dem Organ selbst liegen, sondern vor allem auf der Stärkung des Immunsystems.
Heiße Knoten – eine besondere Herausforderung
Bei sogenannten heißen Knoten in der Schilddrüse handelt es sich um überaktive Gewebeareale, die bereits zu viel Hormon produzieren. Diese sollte man nicht zusätzlich mit Jod versorgen, da man sie dadurch weiter stimulieren und damit die Situation verschärfen würde.
Diese heißen Knoten müssen zunächst beruhigt oder entfernt werden, bevor eine weitere Versorgung oder Regulation stattfinden kann.
„Einfach nachliefern“ – eine gefährliche Denkweise
Viele Menschen glauben, dass sie ihren Körper einfach wie eine Maschine behandeln können: Fehlt ein Stoff, wird er einfach ergänzt – wie Öl im Auto. Doch diese Denkweise ist kurzsichtig. Denn der menschliche Körper ist kein Motor, sondern ein komplexes System, das gesteuert und reguliert werden muss.
Vergleich: Man kann in einen Benzinmotor nicht einfach Nitro-Verdünner kippen – der Motor wird vielleicht kurz schneller laufen, aber dann geht er kaputt. Genauso ist es mit dem Körper: Ein Ungleichgewicht lässt sich nicht dauerhaft durch „Nachfüllen“ beheben, sondern muss durch gezielte Steuerung korrigiert werden.
Erzieht euren Körper, statt ihn ständig nur zu „füttern“.
Fasten – was passiert mit der Schilddrüse?
Was passiert, wenn wir keine Nahrung aufnehmen – wenn wir nur Flüssigkeiten wie Tees oder verdünnte Fruchtsäfte trinken?
Der Körper reagiert auf diesen Zustand zunächst mit Stress. Und Stress bedeutet: Die Schilddrüse drosselt ihre Aktivität. Der Körper greift auf Zuckerreserven, dann auf Fettreserven zurück und versucht, mit den vorhandenen Ressourcen zu überleben.
Wenn die Schilddrüse bereits geschwächt oder träge war, bevor das Fasten begonnen wurde, kann dieser Zustand den Körper zusätzlich belasten und zu unerwünschten Reaktionen führen. Wenn die Schilddrüse hingegen gut arbeitet, dann kann Fasten helfen, überflüssiges Gewicht abzubauen und den Stoffwechsel zu entlasten.
Entscheidend ist also immer: In welchem Zustand befindet sich die Schilddrüse vor dem Fasten? Nur dann kann man beurteilen, ob Fasten unterstützend wirkt oder kontraproduktiv ist.
Schilddrüsenmedikamente und das Risiko von Osteoporose – besonders bei Frauen in den Wechseljahren
Schilddrüsenmedikamente haben eine weitreichende Wirkung auf den Hormonhaushalt des gesamten Körpers. Besonders bei Frauen in den Wechseljahren ist hier große Vorsicht geboten. In dieser Lebensphase kommt es ohnehin zu natürlichen Schwankungen von Östrogen und Progesteron – zwei Hormonen, die eine zentrale Rolle für die Knochengesundheit spielen.
Wenn zusätzlich Schilddrüsenhormone verabreicht werden, kann das Gleichgewicht dieser Hormone weiter durcheinandergeraten. Die Folge: Der Körper beginnt, Kalzium aus dem Skelett ins Blut abzugeben. Es findet kein Aufbau, sondern ein Abbau von Knochensubstanz statt. Und das ist problematisch, denn:
Einmal ausgeschiedenes Kalzium aus den Knochen wieder zurückzubekommen, ist extrem aufwändig. Es braucht intensive therapeutische Maßnahmen und eine langfristige Strategie – oftmals gelingt das gar nicht vollständig. Deshalb kann diese Entwicklung direkt in eine Osteoporose führen, also in eine krankhafte Entkalkung und Brüchigkeit der Knochen.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man im Rahmen einer Schilddrüsentherapie das Herz mit Hormonen überversorgt, ohne genau zu messen, was im Körper tatsächlich passiert. Wird z. B. Krebs oder eine Entzündung übersehen, kann die zusätzliche Hormonversorgung unerwünschte Nebenwirkungen wie Kalziumverluste verstärken. Deshalb:
Schilddrüsenhormone gehören regelmäßig kontrolliert und individuell dosiert.
Was beeinflusst die Schilddrüse – und was passiert, wenn sie nicht funktioniert?
Die Schilddrüse beeinflusst viele wichtige Systeme im Körper. Wenn sie nicht ausreichend arbeitet, entstehen an ganz unterschiedlichen Stellen Funktionsstörungen, die man oft nicht sofort mit ihr in Verbindung bringt. Ein klassisches Beispiel ist das Herz-Leit-Reiz-System.
Das Herz-Leit-Reiz-System: Vom Schilddrüsenhormon abhängig
Im Herzen gibt es fünf spezielle Steuerpunkte, die als Taktgeber fungieren. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um Nervengewebe, sondern um hoch spezialisiertes Muskelgewebe, das sich jedoch wie Nerven verhält. Diese Taktgeber bestimmen, wie stark und wie regelmäßig das Herz schlägt – also den Rhythmus und die Kraft der Herzkontraktionen.
Damit dieses System fehlerfrei funktioniert, benötigt es eine ständige Versorgung mit Energie, vor allem in Form von Zucker – und: Schilddrüsenhormonen (T3 und T4). Ohne diese Hormone kann der Körper den Zucker nicht verwerten, und das System beginnt zu stottern.
Fehlen diese Schilddrüsenhormone, entsteht ein Problem im gesamten Herzsystem. Der Herzschlag wird unregelmäßig, es kommt zu Herzrhythmusstörungen, Panikattacken, Kaltschweiß, Atemnot und weiteren Symptomen. Die medizinische Fachbezeichnung lautet: Tachykardie.
In so einem Fall nützt es nichts, direkt am Herzen herumzutherapieren. Denn das Herz ist nicht das ursprüngliche Problem, sondern die Schilddrüse, die ihre steuernde Funktion nicht erfüllt. Deshalb gilt: Erst die Schilddrüsenfunktion prüfen und einstellen, dann reguliert sich das Herz in vielen Fällen von selbst.
Cortisol – das Hormon der Stressachse
Ein weiteres zentrales Thema ist das Hormon Cortisol, das von der Nebenniere produziert wird – genauer gesagt von der Nebennierenrinde. Wichtig ist hier die Unterscheidung:
Cortisol ist nicht dasselbe wie Cortison – es ist ein körpereigenes Hormon mit entzündungshemmender und stressregulierender Wirkung.
Wenn jemand unter starkem, anhaltendem Stress steht, kann es sein, dass der Körper zu viel Cortisol ausschüttet. Das hat weitreichende Folgen:
Gewichtszunahme, insbesondere an ungewöhnlichen Stellen (z. B. Nacken, Bauch)
Reizbarkeit, Gefühl von Überforderung, Nervosität
Konzentrationsprobleme und Erschöpfung
Schlafprobleme, vor allem das Gefühl, morgens völlig gerädert aufzuwachen, obwohl man ausreichend geschlafen hat
Die Schilddrüse spielt dabei eine wichtige Rolle, denn sie versucht, die Nebenniere zu regulieren – oft vergeblich, wenn ihre eigene Funktion gestört ist. Kommt es zu einer Cortisolverschiebung, kann der Spiegel entweder in die Höhe schießen oder massiv absinken. Beides ist problematisch.
Das Cortisolungleichgewicht wirkt sich nicht nur auf die Stimmung und Leistungsfähigkeit aus, sondern beeinflusst auch:
Das Immunsystem (es wird unterdrückt oder fehlgesteuert)
Den gesamten Steroidhaushalt des Körpers (inkl. Cholesterin)
Den Schlaf-Wach-Rhythmus (zirkadiane Rhythmik)
Der Referent warnt:
Ein gestörter Cortisolspiegel kann sogar zu einem Cholesterinanstieg führen – selbst bei schlanken, gesund lebenden Menschen.
Fazit: Hormonachsen verstehen und gezielt regulieren
Wenn es Probleme mit der Schilddrüse gibt, muss man immer auch die Nebenniere und die Stressachse mit in die Diagnose und Therapie einbeziehen. Eine Behandlung nur auf einer Ebene ist oft nicht ausreichend.
Der Körper ist wie ein fein abgestimmtes Zahnrad-System – alle Hormone greifen ineinander, wie in einem Uhrwerk. Wenn ein Zahnrad aus dem Takt gerät, gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht.
„Sorgt dafür, dass eure Hormon-Uhr wieder richtig tickt. Nur wenn alle Zahnräder ineinandergreifen, kann der Körper gesund und stabil funktionieren.“
Zucker, Schilddrüse und Diabetes
Logischerweise, wenn man über die Schilddrüse und ihre Zusammenhänge spricht, muss man auch über den Zuckerstoffwechsel und das Diabetesrisiko sprechen.
Wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet, kann das zu einem diabetischen Problem führen.
Neuere Publikationen berichten sogar über eine neue Diabetes-Form: Typ 5.
Diese Form betrifft schlanke, gesunde Menschen, die plötzlich diabetische Symptome entwickeln, ohne Übergewicht oder schlechte Ernährung.
Ursache: Fehlsteuerung der Bauchspeicheldrüse durch die Schilddrüse → Insulinschwankungen → Diabetesähnliche Zustände.
Fazit:
Nicht jeder Diabetes kommt vom Zuckerkonsum. Manchmal liegt die Ursache bei der Schilddrüse. Daher:
Nicht nur auf den Zuckerverzicht schauen.
Sondern: Gesamten Stoffwechsel mit Schilddrüse prüfen und steuern.
Langzeit-Zuckerwert auffällig – was dann?
Wenn jemand einen erhöhten HbA1c-Wert hat, aber gleichzeitig Zuckerschwankungen im Tagesverlauf, die nicht erklärbar sind, dann:
Frage: „Arbeitet die Schilddrüse richtig?“
In vielen Fällen liegt hier eine stille Schilddrüsenunterfunktion vor.
Gemütslage, Energie und Nervensystem
Viele kennen das: Phasen der Niedergeschlagenheit, Energielosigkeit.
Das ist häufig kein psychisches Problem, sondern:
→ Die Schilddrüse versorgt das Nervensystem nicht richtig.
Auch wenn nicht jede Depression durch die Schilddrüse kommt:
Bei Stimmungsschwankungen immer die Schilddrüse mit abklären!
Wenn die Hormone wieder stimmen, verschwindet oft das „komische Gefühl“ im Alltag – weil das Nervensystem wieder arbeiten kann.
Infektanfälligkeit & Immunreaktionen
Wiederkehrende Infekte, schlechte Wundheilung, entzündlicher Blähbauch, Unverträglichkeiten?
Das kann alles mit einer Schilddrüsenfehlfunktion zusammenhängen.
Die Schilddrüse und das Immunsystem stehen in einer engen Wechselbeziehung.
Wenn die eine Seite nicht funktioniert, leidet die andere mit.
Deshalb gehört die Schilddrüse auch zur Standardabklärung bei Immunproblemen.
Blutdruck & Herzprobleme
Wenn jemand Bluthochdruck hat, aber:
Nicht raucht
Keinen Alkohol trinkt
Sich gesund ernährt
Sport treibt
... und trotzdem schießt der Blutdruck hoch:
Unbedingt Schilddrüse prüfen!
Übergewicht und Schilddrüse – ein zentrales Thema
Jetzt zum Kernthema des Vortrags:
Übergewicht ist kein reines Kalorienproblem – es ist ein Hormonproblem.
Wenn der Stoffwechsel sagt: „Ich muss bunkern“, speichert der Körper Fett als Reserveenergie.
Wenn jemand z. B. dauerhaft einen hohen Ruhepuls hat (~100), dann:
Zucker wird zuerst verbrannt, bei Mangel daran: Fettverbrennung setzt ein.
Beim Übergewichtigen ist dieser Mechanismus gestört.
Fettzellen als hormonaktive Zellen
Fettzellen sind keine leblosen Speicher, sie sind hormonell aktiv!
Frauen: Fettzellen produzieren v. a. Östrogene wie Estradiol.
Männer: Auch dort hormonelle Aktivität – sie beeinflussen vor allem das Herz-Kreislauf-System.
Frauen kommen mit Fett besser klar (evolutionär für Schwangerschaften nötig), Männer weniger:
Männer haben keine „Geburtsfunktion“ – daher geringere Stress-Toleranz gegenüber Fett.
Frauen brauchen mindestens 20 % Körperfett – für Hormonproduktion und Fruchtbarkeit.
Lebensstil, Stress und Gewicht
Beim Übergewicht unbedingt unterscheiden:
· Geschlecht
· Zeitpunkt des Gewichtsanstiegs (Kindheit? Wechseljahre? Stressphase?)
· Geschlecht
· Zeitpunkt des Gewichtsanstiegs (Kindheit? Wechseljahre? Stressphase?)
· Lebensgewohnheiten: Schlaf, Bewegung, Rauchen, Ernährung
· Stress: Cortisolverschiebung → kann Gewichtszunahme verursachen
Die meisten denken: „Ich esse weniger, also nehme ich ab.“
Das funktioniert bei manchen – aber nicht bei allen.
Es gibt Menschen, die regelmäßig fasten, sich kaputt machen, aber kaum oder gar nicht abnehmen.
Warum? Weil sie wichtige Faktoren nicht beachtet haben – zum Beispiel die Schilddrüse.
Auch Jo-Jo-Effekte weisen darauf hin, dass die Gewichtsregulation nicht stabil ist.
Dann muss man sich fragen:
Mache ich überhaupt das Richtige?
Ist diese Art der Gewichtsreduktion für meinen Körper geeignet?
Wenn der Körper das neue Gewicht nicht halten kann, dann stimmt etwas nicht – und genau dort muss man hinschauen.
Schilddrüse: Facettenreich und nicht mit einfachen Lösungen behandelbar
Wenn es um die Schilddrüse geht, ist das ein facettenreiches Thema.
Das funktioniert nicht pauschal nach dem Motto:
„Ich nehme ab und fertig“, oder:
„Ich nehme jetzt Tyroxin und die Schilddrüse läuft wieder.“
So einfach ist es nicht.
Fruchtbarkeit der Frau und Schilddrüse
Fruchtbarkeit hängt stark mit dem Gewicht zusammen – wie zuvor erwähnt:
Frauen brauchen mindestens 20 % Körperfett, damit der Körper fruchtbar bleibt.
Und: Das hängt auch direkt mit der Schilddrüse zusammen.
Viele Frauen, die nicht schwanger werden, bekommen vom Arzt automatisch Schilddrüsenhormone.
Danach werden sie oft schwanger, aber:
Die Schwangerschaft verläuft holprig
In der Stillzeit kommt es zu Problemen
Es muss ständig die Hormondosis angepasst oder abgesetzt werden
Es kommt zu Komplikationen
Wesentlich sinnvoller wäre es, zu sagen:
„Bevor du schwanger wirst, schauen wir, dass deine Schilddrüse ins Gleichgewicht kommt.“
Und: In der Pflanzenheilkunde gibt es unzählige Möglichkeiten, das zu unterstützen – einfach und effektiv.
Es ist nicht kompliziert.
Schilddrüse, Wechseljahre und Vitamin D
Gerade in den Wechseljahren spielt die Schilddrüse eine zentrale Rolle – auch bei Themen wie Osteoporose.
Und hier ein wichtiger Aspekt:
Die Schilddrüse reagiert auf Vitamin D.
Aktuell erleben wir einen regelrechten Hype um Vitamin D.
Fast jeder Arzt stellt einen Vitamin D-Mangel fest.
Aber: Das ist nicht automatisch ein echtes Problem.
Wenn der Vitamin D3-Spiegel (Achtung: nur D3 wird gemessen!) im Keller ist,
heißt das noch lange nicht, dass ein echter Mangel vorliegt.
Vitamin D ist ein Wachstumsfaktor.
Frage an alle: Wer von euch ist 1,40 m groß und wächst nicht mehr?
→ Keiner. Also passt das nicht ganz zusammen.
Vitamin D – was steckt wirklich dahinter?
Die Art und Weise, wie man isst und in welcher Lebenssituation, beeinflusst die Vitamin D-Bilanz.
Viele interpretieren die Werte falsch und füttern die Menschen mit Vitamin D3-Präparaten,
in der Hoffnung, dass der Körper daraus Vitamin D4 bildet (das eigene, aktive Vitamin D).
Dabei wird ein wesentlicher Faktor übersehen:
Kann der Körper überhaupt selbst Vitamin D herstellen?
Antwort: Ja.
In der Haut wird Vitamin D aus Fettsäuren gebildet – durch UV-Strahlung.
Nicht wenig, sondern sehr viel!
→ Die WHO zeigt: Es gibt klare Zusammenhänge zwischen Breitengrad, Ernährung und Vitamin D-Bilanz.
Nähe zum Äquator + fischreiche Ernährung → sehr hohe Vitamin D-Spiegel
Weit im Norden (z. B. Inuit) → kaum Sonne, aber sie essen ständig Fisch, also Vitamin D über die Nahrung
Fazit:
Der Vitamin D-Haushalt hängt ab von Ernährung und Hautfunktion, nicht allein von Sonne.
Wenn man ausreichend Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA) und auch einige Omega-6-Fettsäuren zuführt,
dann kann der Körper selbst Vitamin D herstellen.
→ Kein Mangel. Kein Problem.
Vitamin D und Schilddrüsenstöße
Vitamin D ist ein Verbrauchsstoff – kein Wundermittel.
Ein Zuviel kann gefährlich sein.
Ein Beispiel:
Früher gab es das Produkt Vigantoletten.
Auf dem Beipackzettel stand deutlich:
Achtung bei Schilddrüsenpatienten – nicht überdosieren!
→ Überdosierung kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen.
Heute ist Vitamin D frei verkäuflich – aber ohne Kontrolle.
Und: Nahrungsergänzungsmittelhersteller wollen ihre Produkte platzieren – und ich werde ständig angerufen.
Aber: Ich nehme kein Produkt ins Programm, das diesen Unsinn unterstützt.
Das ist populärwissenschaftlicher Unfug, der gesundheitlich gefährlich ist. Und: Die Pharmaindustrie macht mit.
Vitamin D früher – und heute
Frage:
Wie viel Vitamin D habt ihr früher vom Arzt verschrieben bekommen?
Antwort: Nichts.
Und ihr wart trotzdem gesund.
Heute misst man nur D3, einen kleinen Teil der Bilanz.
→ Fehlinterpretation ist vorprogrammiert.
Richtig wäre: Gesamte Bilanz messen:
Wie viel ist da?
Wie viel wird verbraucht?
Wie viel stellt der Körper selbst her?
Lebertran, Winter, Eskimos – natürliche Vitamin-D-Quellen
Lebertran enthält Vitamin D? → Ja, aber nicht in Unmengen.
Lebertran ist gesund, auch wenn er scheußlich schmeckt – die Tante von früher hatte Recht.
Im Winter fehlt nicht die UV-Strahlung – sie ist da, aber in anderer Form:
Sie wird reflektiert, z. B. vom Schnee – wir müssen nur rausgehen.
Wer sich bewegt, Fisch isst, auch mal Meeresprodukte, der ist gut versorgt.
Man muss nicht wachsen, wenn man über 20 ist.
Dann nutzt der Körper Vitamin D für das Immunsystem und andere Funktionen – aber in geringer Dosis.
Vitamin-D-Vergiftungen – ernstzunehmende Gefahr
Wer sich näher informieren will:
Begriff Vitaminintoxikation nachschlagen.
→ Vitamin-D-Überdosierung kann zu Organschäden oder Tod führen.
Gleiches gilt z. B. für Vitamin A und die Leber.
Schlussgedanke: Der Körper soll selbst herstellen
Weg von Überversorgung, hin zu einem gesunden Eigenaufbau:
Ich will, dass der Körper es selbst herstellt.
Wenn ein Eskimo am Polarkreis mit 6 Monaten Dunkelheit einen 5-mal höheren Vitamin-D-Spiegel hat als wir – dann muss man fragen: Wie macht er das?
Antwort:
Er isst regelmäßig Fisch und Meeresfett.
Kein Wundermittel, sondern gute Ernährung.
Vitamin D ist ein Verbrauchsartikel – und nicht das ganze Bild
Wenn ich nur einen Verbrauchsartikel messe, also einen Einzelwert wie Vitamin D3,
und den Rest ignoriere, komme ich schnell in eine Fehlannahme, wie das Ganze „funktioniert“.
Das ist falsch gedacht.
Stattdessen muss man sagen:
Stopp – ich messe ALLES, was mit dem Vitamin-D-Kreislauf zu tun hat.
Dann treffe ich eine Aussage – nicht auf Basis eines Teilaspekts.
Beispiel: TSH-Wert bei der Schilddrüse
Das ist das gleiche Prinzip wie beim TSH-Wert der Schilddrüse.
Ich messe nur den Steuermoment und sage dann vorschnell: „Die Schilddrüse arbeitet nicht.“ → Fehlannahme.
Ich will ALLE relevanten Werte gemessen haben. Nur dann kann ich eine verlässliche Aussage treffen.
Dr. Google und Apotheker Google – lieber lassen
Vitamin D ist ein sensibles Thema.
Und dafür sollte man nicht auf Dr. Google oder den Apotheker Google hören.
→ Das führt oft zu Irrtümern und Fehlinformationen.
Stattdessen:
Ein gutes, altmodisches Fachbuch zur Hand nehmen und den Vitaminhaushalt mal wirklich lesen.
Da erkennt man Zusammenhänge und merkt schnell:
Was mir der Arzt erzählt hat, muss ich hinterfragen – das passt oft nicht zusammen.
Schilddrüse: Hochsensibel und gefährdet
Gerade bei der Schilddrüse steht Vitamin D im Zentrum – wie vorhin erklärt.
Die Schilddrüse ist ein Schwamm – sie saugt Einflüsse auf und reagiert empfindlich.
→ Deshalb: große Vorsicht bei Vitamin D.
In unseren Breiten haben wir sehr viele Schilddrüsenerkrankungen,
und Vitamin D kann diese noch verstärken:
Nicht nur Unterfunktionen
Auch Überfunktionen, Dysfunktionen
Vor allem aber: Autoimmunreaktionen
Und sogar: Schilddrüsentumore
Warum? Weil das Immunsystem dabei aus dem Gleichgewicht gerät.
Jodierung in der Ernährung – ein kritischer Wendepunkt
Seit der gesetzlich verordneten Jodierung in Deutschland 1985 (unter Kanzler Helmut Kohl) hat sich die Häufigkeit von Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen um 30 % erhöht.
Das ist ein massiver Anstieg.
Die Frage ist berechtigt:
Warum hat sich das so entwickelt?
Die EMEA (Europäische Arzneimittelagentur) hat das gründlich dokumentiert – und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wir haben etwas falsch gemacht.
Gesundheit braucht Klarheit, keine Kompromisse
In Gesundheitsfragen gilt:
Keine Kompromisse.
Hinschauen.
Prüfen: Läuft es – oder läuft es nicht?
Und wenn nicht: Warum nicht?
Das ist Ursachenforschung. Nicht schönreden – sondern benennen, was schadet.
Jodsalz – nur mit Vorsicht
Gerade Jodsalz ist ein Thema, bei dem man sehr vorsichtig sein sollte (siehe frühere Ausführungen).
Jod ist ein flüchtiges Element – es verflüchtigt sich mit der Zeit.
Auch in Algen, Meersalz gilt:
Frische Produkte wählen!
Wenn das Produkt vor einem Jahr abgepackt wurde, → stehen lassen.
Immer das Verpackungsdatum anschauen.
Zusammenhang von Gewicht und Schilddrüse – das Kernthema
Jetzt wird es komplex, denn Gewicht und Schilddrüse hängen eng zusammen. Das ist das zentrale Thema des Vortrags: Wie gehen wir mit Übergewicht und Schilddrüsenstörung um?
Schritt 1: Nicht gleich auf die Schilddrüse fokussieren
Wenn jemand Übergewicht hat und eine Schilddrüsenerkrankung, dann darf man nicht sofort an der Schilddrüse „herumregeln“.
Erster Schritt:
Beobachte, wie der Körper grundsätzlich arbeitet.
→ Schilddrüse erstmal stehen lassen, nicht behandeln.
→ Zuerst analysieren:
Was macht der Darm?
Was macht die Leber?
Darm, Leber, Lymphsystem – die wahren Schlüsselorgane
Warum diese drei?
Die Leber koordiniert den Fettstoffwechsel.
Über das Lymphsystem wird das Fett im Körper verteilt.
Der Darm entscheidet, ob Fette aufgenommen oder ausgeschieden werden.
Die Fette (auch aus Zucker und Kohlenhydraten) gelangen über den Darm in den Körper.
Daher: Zuerst prüfen, wie diese drei Organe funktionieren.
Dann erst: Schilddrüse aktiv beeinflussen
Wenn klar ist, wie Darm, Leber und Lymphsystem arbeiten,
dann kann man sagen: → Jetzt triggern wir die Schilddrüse.
Fragen dabei:
Wie reagiert der Darm?
Wie reagiert die Leber?
Wie arbeitet das Lymphsystem?
Wird Fett von selbst verbrannt?
Oder braucht es eine Zündhilfe?
Fettgewebe ist hormonaktiv – kein totes Gewebe
Fett ist kein toter Ballast, sondern hormonell aktiv.
Der Körper behält es, wenn es „nützlich“ erscheint – besonders bei Frauen.
Kochvorgänge und Jod
Wenn ihr Jod verliert beim Kochen, dann nur,
wenn keine Flüssigkeit da ist, die Jod aufnehmen kann.
→ Wasser kann Jod binden, Öl nicht.
→ Erhitzen in Wasser = Jod bleibt enthalten.
Lymphsystem und die Warnsignale
Im Lymphsystem wird das Fett verteilt.
→ Wenn es dort fest wird, entstehen Lipödem
= Zeichen für Störungen im Fettstoffwechsel.
Warum wird Fett fest?
→ Wenn das Verhältnis zwischen den Fettsäuren nicht stimmt.
→ Die Leber ist der zentrale Trigger dabei.
Und: Die Leber ist direkt abhängig von der Schilddrüse.
Fazit: Es ist eine Interaktion
Zwischen:
Schilddrüse
Leber
Lymphsystem
Darm
→ Das sind eng verzahnte Systeme, die gemeinsam regulieren, ob man abnehmen kann – und ob man das Gewicht hält.
Wenn diese nicht abgestimmt sind, → bekommt man Jo-Jo-Effekte – ganz automatisch.
Therapie-Reihenfolge:
1. Prüfen, wie gut:
o Darm,
o Leber,
o Lymphsystem
arbeiten.
2. Diese regulieren.
3. Dann Schilddrüse abstimmen.
→ So nimmt man nachhaltig ab, ohne dass das Gewicht zurückkommt.
Frauen: Hormonelle Einflüsse besonders stark
Frauen, die:
eine Pille nehmen,
Hormone einnehmen,
oder Schilddrüsenmedikamente bekommen,
→ erleben oft Gewichtszunahme.
Warum?
Weil der weibliche Körper hormonell oszilliert – vor allem in der fruchtbaren Phase.
Wenn man dem Körper die Fruchtbarkeit „wegnimmt“, → reagiert er mit Fettzunahme zur Östrogenkompensation.
Wenn die Frau zuviel zugenommen hat, → läuft etwas im Stoffwechsel schief.
→ Ursachen:
Darm nimmt zu viel auf,
Lymphsystem verteilt falsch,
Leber speichert unkontrolliert gesättigte Fette.
Mehr Sport und Diät allein reichen nicht
Klar: Bewegung und Ernährung sind wichtig.
Aber: Wenn Organe wie Leber, Darm und Lymphsystem sich über Jahre falsch eingestellt haben, → bleiben sie in diesem Muster.
Dann hilft auch kein Weight Watchers – sobald man aufhört, → geht das Gewicht sofort wieder hoch.
Auch Männer: Bewegung ist Pflicht
Bei Männern gilt dasselbe: Zuerst prüfen, wie die Organe arbeiten.
Dann auf Gewohnheiten schauen. → Männer haben einen höheren Bewegungsbedarf.
Wer nur rumsitzt, lebt kürzer. Ein Mann soll sich bewegen, schwitzen, körperlich arbeiten.
→ So bleibt er gesund und alt.
→ Sonst: frühes Ableben.
Die Natur hat das so eingerichtet. Wer es ignoriert, zahlt die Zinsen.
Du musst keine Spitzenleistung erbringen.
Es geht um die Ausdauer, denn im Ausdauerverhalten verbrennen wir.
Beim Kraftsport passiert etwas anderes:
Wir bauen Muskelmasse auf und Fett ab.
Das Gewicht auf der Waage bleibt oft gleich, weil Fettmasse durch Muskelmasse ersetzt wird.
Beim Ausdauersport:
Wird kaum Muskelmasse aufgebaut, die Muskeln werden zäher.
Die Verbrennung steht im Vordergrund.
Beispiele für Ausdauersport:
Fahrradfahren
Schwimmen
Joggen
Dabei wird das Herz beansprucht, aber auf eine moderate Weise – in einer Frequenz, in der es Fett zur Energiegewinnung nutzt.
Ernährung & Fettverbrennung
Die Ernährung sollte ungesättigte Fettsäuren enthalten.
Nicht alle Fette sind schlecht!
Wichtige Fettsäuren:
Omega-3
Ungesättigte Triglyceride
→ Diese sind essentiell für unseren Körper.
Bezug zu Vitamin D:
Vitamin D ist fettlöslich, es braucht Fett, um aufgenommen zu werden.
Nur ungesättigte Fette sind reaktionsfreudig, sie können Vitamine wie A und E transportieren.
Beispiel:
Wenn du eine Möhre isst, aber kein ungesättigtes Fett dazu, dann geht das Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) einfach durch den Darm durch, ohne aufgenommen zu werden.
Intervallfasten nach eigener Methode
Konkretes Fastenmuster:
Frühstück: ja
Mittagessen: ja
Abendessen: nein
Warum kein Abendessen?
Über den Tag hat der Körper Glykogen (Zucker) gespeichert – vor allem in der Leber.
Die Schilddrüse steuert diesen Prozess.
Nachts:
Keine Bewegung → keine Verbrennung.
Der Körper lagert überschüssige Energie als Fett ein.
Folge: Zunahme im Schlaf.
Wenn man nach 15 Uhr nichts mehr isst, sagt der Körper: "Ich habe Hunger!" → Und er geht an die Reserven, verbrennt körpereigene Fette.
Ernährung bewusst gestalten
Worauf sollte man verzichten:
Gesättigte Fettsäuren (z. B. in Butter, harten Käsen, Fleisch- und Wurstwaren)
Gebratenes, fettiges Essen
Stattdessen:
Ungesättigte Fette verwenden
Den Körper zwingen, Ketonkörper aus Eigenfetten zu bilden
Stress, Kräuter & Organe regulieren
Wenn der Stress steigt, bringe ich Ruhe rein.
Wie?
Durch gezielte Unterstützung von:
Schilddrüse
Leber
Darm
Lymphsystem
Diese Systeme müssen harmonisch zusammenarbeiten.
Das Lymphsystem:
Offenes System, ohne Schranken
Braucht ständigen Fluss
Stau führt zu: Wassereinlagerungen, spannendem Gewebe, Lipödemen
Langfristige Gewichtsregulation als Ziel
Das Ziel:
Nicht 10 Kilo in 2 Wochen, sondern nachhaltige Reduktion, die bleibt.
Keine Sturzdiäten!
Besser: langsame Reduktion, die sich konsolidiert
"Ich reduziere Gewicht und bleibe bei dem Gewicht – sonst drehe ich mich im Kreis."
Konkrete Maßnahme bei Übergewicht & Schilddrüsen-Unterfunktion
Bei Übergewicht mit vermuteter Schilddrüsenunterfunktion empfiehlt der Referent:
Enziantropfen:
Unterstützen die Hormonproduktion
Regulieren sich auf einen ausgeglichenen Pegel
Können auch bei Herzrhythmusstörungen helfen → einige Tropfen auf die Zunge, Herzrhythmus beruhigt sich
Wichtig:
Die gelben Enziantropfen enthalten mehr als nur gelben Enzian – sie sind eine pflanzliche Komposition, sorgfältig abgestimmt.
Was benötige ich für die Leber, um den Fettstoffwechsel zu regulieren?
Wenn ihr Cholesterin-Überschüsse habt, Ablagerungen wie Gallensteine oder verstopfte Blutgefäße, dann heißt das: Der Fettstoffwechsel in der Leber funktioniert nicht richtig.
Auch wenn ihr sagt:
„Ich habe so einen Fettgürtel, eine komische Fettverteilung an Stellen, wo es nicht sein sollte“ – das ist ein Zeichen.
Also schaue ich mir die Leber an und frage: Warum macht sie das?
Im Klartext: Ich nehme Tees, denn die Leber reagiert besser auf Kräuter als auf Medikamente oder Alkohol.
Zum Beispiel:
Lebertee
Tausendgüldenkraut-Tee
Diese regen die Leberfunktion an und helfen, den Fettstoffwechsel neu zu strukturieren.
Im Lymphsystem gehe ich ähnlich vor:
Ich frage:
Ist die Person männlich oder weiblich?
Wie gut funktioniert der Wasserhaushalt?
Sind Wassereinlagerungen vorhanden? (z. B. geschwollene Füße oder Hände?)
Wenn Wasserstauungen vorhanden sind, dann empfiehlt sich ein Heilpraktikerbesuch, um zu prüfen, was das Lymphsystem leisten kann.
Wenn keine Stauungen da sind, ist es einfacher: Ich kann mit sanften Tees arbeiten
Nicht zur Entwässerung, sondern zur Anregung – das bringt das Lymphsystem in Schwung.
Parallel dazu: Intervallfasten
Abends nichts mehr essen
Frühstück und Mittagessen enthalten ungesättigte Fettsäuren
Gesättigte Fettsäuren sind quasi nicht vorhanden („Mit dem Elektronenmikroskop zu suchen“)
Wenn diese fehlen, sagt der Körper: „Dann geh ich an die Reserven“ – und beginnt zu verbrennen.
Das führt zu einem langsamen, stetigen Gewichtsabbau. Wichtig:
Vier Wochen Anlaufzeit
Dann kommt es in eine kontinuierliche Wirkung
Und jetzt kommt’s: Achtet auf euren Körper!
Je länger ihr übergewichtig wart, desto langsamer müsst ihr abnehmen. Warum? Das Herz muss sich an das neue Gewicht gewöhnen.
Ein Beispiel:
Wenn jemand 20 kg Übergewicht hat, dann nicht in 6 Monaten runter damit.
Ein bis anderthalb Jahre – dann bleibt das neue Gewicht auch stabil.
Was passiert beim Herz?
Das Herz ist es gewohnt, mehr Masse zu versorgen
Nach Gewichtsverlust muss es weniger pumpen, aber:
Es muss sich erst umstellen
Guter Nebeneffekt:
Der Blutdruck sinkt
Ohne Medikamente
Nur durch die Entlastung des Herzens
Viele Übergewichtige haben Bluthochdruck.
Warum?
Weil der Körper mehr Gewicht versorgen muss.
Wenn ich das reduziere, Zucker- und Fettstoffwechsel anpasse, dann:
Die Pumpe muss weniger leisten → Blutdruck sinkt
Wichtig:
Den Körper verstehen
Individuell vorgehen
Nicht blind „runterhungern“, sondern gezielt entlasten
Stichwort: Körperkonstitution
Fragen, die ihr euch stellen solltet:
Wie ist mein Körper gebaut?
Habe ich breite Schultern, kräftige Knochen, dichte Knochen?
Wenn ja:
Langsam abnehmen, weil das Skelett viel Eigengewicht mitträgt
Beispiel:
1,72 m Körpergröße, fast 100 kg Gewicht
Aber: Man sieht es der Person nicht an
Grund: Hohe Knochendichte
→ Der Orthopäde sagt: „Da ist nichts zu holen – das ist Skelettmasse!“
Kalziumcarbonat, das Gewicht macht – aber nichts mit Fett zu tun
Wichtig: Männer sind häufiger davon betroffen.
Wenn Männer mit starkem Körperbau abnehmen wollen:
Das Gewicht sinkt langsam
Aber: Fettanteil reduziert sich dennoch
Waage zeigt es nicht sofort
Warum?
Knochendichte + Muskelmasse wiegen mehr als Fett
Also:
Nicht auf die Waage schauen
Sondern auf das Körpergefühl und die Leistung
Den Menschen anschauen, nicht nur die Zahlen.
Was heißt das?
Ist die Konstitution kräftig?
Wie war das Gewicht in jungen Jahren?
Was sagt der Orthopäde zur Knochendichte?
Wenn man das weiß, dann: Erwartungen realistisch anpassen
Beispiel mit Auto und Anhänger:
Wenn ihr ein Auto habt und einen Anhänger mit 3–4 Tonnen dranhängt:
Wie fahrt ihr? → Vorsichtig!
Bremsweg? → Länger!
Trägheitsmoment? → Höher!
Genauso ist es mit dem Herz. Wenn ihr viel Gewicht tragt, muss es mehr leisten. Also: Gewicht sanft reduzieren, System unterstützen
Fazit:
Jeder Mensch ist anders.
Gewicht nicht einfach reduzieren, sondern verstehen
Welche Systeme hängen dran?
Leber
Schilddrüse
Lymphsystem
Herz-Kreislauf-System
Immunsystem
Wenn man sie unterstützt, dann: Bleibt das Gewicht, wo es hingehört.
Und ihr habt:
Mehr Energie
Weniger rheumatische Beschwerden
Stabileres Immunsystem
Mehr Freude an euch selbst
Schilddrüse & Stoffwechsel – Diagnose, Selbsttest & naturheilkundliche Unterstützung
Selbsttest zur Schilddrüsenfunktion (ohne Labor)
Verdacht auf eine Unterfunktion, aber Labor sagt, alles in Ordnung?
Einfacher Test:
14 Tage auf jegliche Jodzufuhr verzichten (kein Fisch, keine Algen, kein Meersalz, kein Jodsalz).
Wenn in den ersten 4 Tagen Symptome wie Schwäche, Herzrhythmusstörungen, Stimmungsschwankungen oder Darmprobleme auftreten → Hinweis auf zu geringe Schilddrüsenreserven.
„Dann versagt sie. Die hat keine Reserven.“
→ Bedeutet: In Stresssituationen kann die Schilddrüse nicht mehr richtig leisten.
Naturheilkundliche Unterstützung
Aktivierung der Schilddrüse
Ernährung spielt eine Rolle.
Enziantropfen regen Schilddrüsenfunktion an.
Rilassotropfen wirken wie ein Zündfunke:
3× täglich 20 Tropfen – bringt das System in Schwung.
Mehr Energie entsteht – diese aber nicht in Aktion „verheizen“, sondern zur Stabilisierung nutzen.
Diagnose durch Fachpersonen
Hausärzte testen oft nur bei akuten Schilddrüsenbeschwerden.
Empfehlung: Ganzheitliche Hormondiagnostik bei Heilpraktiker:innen oder Fachpersonen.
Häufige Diskrepanz: Hausarzt sagt „läuft“, der ganzheitliche Blick zeigt „läuft nicht“.
Wichtiger Unterschied: Schilddrüse vs. Immunsystem
Nicht immer ist die Schilddrüse krank – manchmal das Immunsystem!
Bei Hashimoto:
Nicht die Schilddrüse therapieren, sondern Immunsystem „umprogrammieren“.
Bildhafte Erklärung:
Schilddrüse = Haus, Immunsystem = Dieb.
Es bringt nichts, das Haus zu renovieren, wenn der Dieb immer wieder kommt.
→ Hashimoto ist behandelbar und heilbar, wenn rechtzeitig interveniert wird.
Voraussetzung: Schilddrüsengewebe ist noch erhalten.
Substitution – Ja oder Nein?
Substitution (z. B. L-Thyroxin, Euthyrox) nur notwendig, wenn:
Gewebe zerstört oder operativ entfernt wurde.
Chemisch kein Unterschied zwischen natürlichen und synthetischen Schilddrüsenhormonen:
Aminosäure-Komplexe → Funktionell identisch, egal ob aus Schwein, Rind oder Labor.
→ Wer anderes behauptet, hat die Chemie nicht verstanden.
Autoimmunität erkennen (TPO-Antikörper)
Wichtiger Laborwert: TPO-AK (Thyreoperoxidase-Antikörper):
Erhöht, aber unter der Schwelle? → Latenz: Schilddrüse arbeitet eingeschränkt, aber noch nicht geschädigt.
Über der Schwelle? → Akute Autoimmunerkrankung, sofort das Immunsystem behandeln, nicht nur die Schilddrüse.
Schilddrüse gezielt aufbauen – Wickel, Algen & Öle
1. Schilddrüsenknoten natürlich behandeln: Hildegard-Wickel
Hildegard von Bingen nutzte bei Schilddrüsenproblemen einen Wickel mit Liebstöckel und Gundelrebe
Diese Wickel wirken abschwellend und knotenzurückbildend, sowohl bei heißen als auch kalten Knoten.
Anwendung:
Liebstöckel und Gundelrebe werden aufgekocht, das Tuch wird darin getränkt und 20 Minuten auf die Schilddrüse gelegt.
Anwendung erfolgt intervallartig, z. B.:
5 Tage Wickel, 5–10 Tage Pause
14 Tage Wickel, 14 Tage Pause
Wichtig: Nur bei nachgewiesenen Knoten oder vergrößerter Schilddrüse anwenden – nicht bei gesunder Schilddrüse!
Wer das konsequent umsetzt, erhält spürbare Ergebnisse – auch Ultraschallbilder bestätigen Rückbildung.
2. Schilddrüse unterstützen bei Unterfunktion und Dysfunktion
Dafür gibt es die Arame-Kapseln:
Enthalten makroalgenbasierte Jodverbindungen zur natürlichen Regulierung des Jodhaushalts.
Anwendung: 3x täglich 1 Kapsel für konstante Jodzufuhr.
Nicht bei Überfunktion oder Hashimoto verwenden, da dort keine zusätzliche Jodzufuhr nötig ist bzw. schadet.
3. Aussage: Schilddrüsenprobleme sind meist behandelbar
Eine Schilddrüse kann sich vollständig regenerieren, wenn das Gewebe noch intakt ist.
Knoten und Zysten sind kein Dauerzustand, sondern mit Wickeln und Ernährung gezielt behandelbar.
Nur wenn Gewebe entfernt oder zerstört ist, ist eine Hormon-Substitution unumgänglich.
Fettsäuren, Ernährung und Untergewicht
1. Untergewicht: Ursachen und Lösungen
Ursachen:
Konstitutionelle Veranlagung (sehr schlanker Typ)
Schilddrüsenüberfunktion / überaktiver Stoffwechsel
Nahrung wird gegessen, aber nicht verwertet bzw. gespeichert
Empfehlung:
Nicht auf gesättigte Fette setzen, sondern gezielt mit ungesättigten Fetten arbeiten, z. B.:
Walnussöl: bei Untergewicht sehr wirksam, da hohe Bioverfügbarkeit und gute Aufnahme
Auch bei Magersucht zeigt Walnussöl schnell Wirkung.
Nicht geeignet bei Übergewicht – dort kann es zur Zunahme führen.
2. Öle bei Übergewicht und zur Fettlösung
Vermeide:
Raffinierte und erhitzte Öle
Diese liefern gesättigte Fettsäuren, die fettfördernd wirken
Grundsatz:
„Fett löst Fett“ – hochwertige, ungesättigte Fettsäuren helfen Fettablagerungen zu lösen
Gilt auch bei:
Gallensteinen
Arteriosklerose / Halsschlagaderverkalkung
Unterstützend durch Pflanzenstoffe wie Bitterkräuter
Bewegung und Fettverbrennung
Welcher Sport?
Ausdauersport statt Kraftsport!
Ziel: Fettverbrennung, nicht Muskelaufbau
Optimal:
Spaziergänge / Laufen an der frischen Luft (Wald, weicher Boden)
Schwimmen – besonders wirksam durch:
Höchste Sauerstoffkonzentration direkt über der Wasseroberfläche
Starker Gasaustausch → maximale Sauerstoffversorgung
Ideal-Puls für Fettverbrennung:
100 Schläge pro Minute
Damit langfristiger Fettstoffwechsel aktiviert wird
Bewegung und Schilddrüse – praktische Empfehlungen
Wenn Sie im Schwimmbad schwimmen gehen, dann, ja – gibt es das „Chlor-Problem“. Das sollte man nicht ignorieren.
Empfehlung: Lieber zum Baggersee, Freibad am See oder direkt ans Meer.
Wenn das nicht geht, dann:
Waldspaziergang (Stammermarsch)
Fahrrad fahren
Bewegung an der frischen Luft
Fazit: Es gibt keine Ausrede – Bewegung ist immer möglich.
Hat ein Nierenstein mit der Schilddrüse zu tun?
Nein, ein Nierenstein hat selten mit der Schilddrüse zu tun.
Er stammt meist von der Oxalsäure – einem Stoffwechselprodukt der Leber.
Gallensteine hingegen sehr wohl, da sie mit dem Fetthaushalt und damit indirekt mit der Schilddrüse zusammenhängen.
Was sind Gallensteine eigentlich?
99 % Cholesterin, das in kristalliner Form ausfällt.
Vergleich: Schokolade → der „Klick“ beim Brechen = Fettkristalle.
Bei Margarine schmeckt es „sandig“ – das sind zu grobe Kristalle.
In der Leber:
Zu viel Cholesterin → wandert in die Galle → kristallisiert → Gallensteine entstehen
Große, kleine Steine, die das Gewebe blockieren.
Was kann man gegen Gallensteine tun?
Zwei Möglichkeiten:
1. Diptampulver
→ Priseweise verwenden, nicht mit dem Löffel. Aufs Essen streuen.
→ Hilft, Gallensteine aufzulösen.
2. Lebertee
→ Wirkt regulierend auf den Fetthaushalt der Leber.
→ Ungesättigte Fette steigen, gesättigte sinken.
→ Schilddrüse reagiert direkt darauf, da sie auf den Energiehaushalt eingestellt ist.
Zusammenhang mit Schilddrüse
Wenn sich die Fettzusammensetzung verändert, hat das Einfluss auf die Schilddrüse.
Denn: Fette = Energieversorgung, und da hat die Schilddrüse das letzte Wort.
Enzianextrakt (z. B. Enzian Amer) hilft, Schilddrüsen-Dysfunktionen zu regulieren:
Zu hoch, zu tief → werden ausgeglichen.
Hinweis zu Thermalbädern
Thermalbäder = keine Ausdauersportstätten
Sie sind hilfreich bei:
Wärmeanwendung
Kreislaufproblemen
Regeneration
Detox-Tee vs. Lebertee
Detox-Tee:
→ Entfernt „schlechte Eiweiße“ aus dem Blut
Lebertee:
→ Besser bei Fettstoffwechselproblemen
→ Wichtiger Hinweis: Lebertee stößt keine Gallenflüssigkeit aus, sondern verändert den Prozess in der Leber selbst.
Regenerationskraft der Leber
Leber ist ein regenerationsfähiges Organ
→ Bis zu 2/3 kann entfernt werden, sie wächst nach
Im Gegensatz dazu:
Schilddrüse:
→ Nicht regenerationsfähig
→ Wenn einmal Gewebe verloren geht – z. B. durch OP – dann ist es dauerhaft weg.
Frage: Wie kriege ich ein Lipödem weg?
Definition:
Lipödem = festes Fett im Lymphsystem, das nicht kristallin, sondern amorph ist.
Was macht das Lymphsystem?
→ Es umfließt das Lipödem einfach, isoliert es.
Lösung: Fettzusammensetzung im Körper ändern
Wie?
Ungesättigte Fettsäuren erhöhen:
über Ernährung
über Leberhaushalt regulieren
Ergebnis: Das feste Fett wird verflüssigt, aufgelöst und abtransportiert
Kann zu leichtem Durchfall führen – durch die Mobilisierung der Fettüberschüsse
Lipödem & Gallenstein-Prinzip
Was passiert beim Lipödem, wenn man das Prinzip der Gallensteinauflösung anwendet?
Die ungesättigten Fettsäuren (z. B. durch Lebertee oder passende Ernährung) wirken auf das feste Fett im Lipödem.
Diese lösen das Fett nach und nach auf.
Die Schilddrüse registriert, dass im Fettstoffwechsel ein Umbau stattfindet – und erhöht ihre Aktivität.
Das bedeutet: Der Körper beginnt selbst, das Lipödem langsam abzubauen.
Fazit: Ein Lipödem kann von innen her gesteuert werden. Es braucht Zeit, aber es ist kein prioritäres Problem (es gefährdet keine anderen Organe direkt).
Therapeutische Hinweise:
Diptamwurzelpulver – in geringer Dosierung, nicht als Löffelportion, sondern als Prise zwischen zwei Fingern, aufs Essen gestreut.
Bitterstoffe in Kräutern lösen zwar Gallenfluss aus, wirken aber nicht direkt auf die Leber.
Beispiel: Enzianwurzel, Wermut – regen Galle an, aber haben kaum Wirkung auf die Leberfunktion.
Achtung bei Wermut-Tee in großen Mengen:
→ kann toxisch wirken, wasserlöslich, nicht alkoholisch.
→ Kann Stoffwechsel belasten.
Schilddrüse, Tyroxin & Rheuma
Tyroxineinnahme am Morgen: Wirkung hält nur ca. 4 Stunden an.
Danach: Plötzlicher Abfall, der Körper ist in einem Regeldefizit.
Hat man rheumatische Grunderkrankungen oder Harnsäure-Probleme, können diese verstärkt werden.
Nicht Tyroxin selbst, sondern die Sprunghaftigkeit der Verfügbarkeit ist das Problem!
Steuerungszentralen im Körper: Die Drüsen
Drüsen (Schilddrüse, Nebennieren, Eierstöcke etc.) sind die Steuerungsinstanzen des Körpers.
Vergleich: Drüsen = Sensor-Aktuator-Systeme, Nervensystem = Computer.
Will ich ein Organproblem lösen, muss ich zuerst das steuernde Drüsensystem regulieren.
Beispiel: Blutdruck, Hitzewallungen & Schilddrüse
Frau mit Wechseljahr-Symptomen + Schilddrüsenproblemen + Bluthochdruck:
Der weibliche Hormonhaushalt wird durch die Schilddrüse getriggert.
→ Östrogen- oder Progesteron-Ersatz bringt nichts, wenn die Schilddrüse schwach arbeitet.
Gleiches gilt beim Bluthochdruck:
Wird er durch Schilddrüsenprobleme verursacht, helfen Betablocker nicht zuverlässig.
Symptom wird behandelt, aber nicht die Ursache.
Wenn Medikamente keine Wirkung zeigen, ist das oft ein Hinweis auf ein übergeordnetes Steuerproblem (z. B. Schilddrüse).
Dome-Tropfen & natürliche Regulation
Viele Frauen verwenden erfolgreich die Dome-Tropfen.
Sie regulieren das Drüsensystem sanft und unterstützen das Gleichgewicht zwischen:
Schilddrüse
Eierstöcken
Nebennieren
→ Folge: Hitzewallungen verschwinden, Hormonsystem stabilisiert sich – ohne künstliche Hormongaben.
Vorsicht bei vorheriger Hormoneinnahme:
→ System ist gestört, braucht länger zur Selbstregulation.
Herzprobleme & Schilddrüse
Viele Frauen nach dem Wechsel erleben sogenannte „falsche Infarkte“:
Kein echter Herzinfarkt, aber eine Herzschwäche, die ernst zu nehmen ist.
Schilddrüsenfunktionsstörungen sind häufig beteiligt.
Symptome: Schwächeanfälle, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckprobleme.
Hinweis: Meist liegt auch ein Gewichtsproblem vor.
Zucker & Übergewicht
Zucker sollte konsequent gemieden werden, wenn man abnehmen will.
Der Körper erhält ausreichend Glukose über Kohlenhydrate aus:
Gemüse,
Getreide,
Hülsenfrüchten.
Wer ständig nach Süßem verlangt, hat meist ein Nervenproblem (Stresskompensation).
Das Gehirn sucht ein Belohnungssignal – oft aus emotionalen Gründen.
Rückschlüsse auf Schilddrüse sind immer möglich
Solange das Organ vorhanden ist, kann man immer Ursachenforschung betreiben.
Wichtig: Das Symptom ist nicht die Krankheit, sondern ein Signal.
Schilddrüsengetriggerte Erkrankungen – speziell nördlich der Alpen
Viele moderne Krankheiten haben eine Ursache in der Schilddrüse.
Besonders Menschen nördlich der Alpen sind davon betroffen.
Grund: Jodmangel, Lichtmangel, Stressbelastung, Bodenbeschaffenheit.
Es ist sinnvoll, bei jeder chronischen Erkrankung die Schilddrüse zu prüfen.
TSH ist nicht alles – Genau hinschauen!
Viele Laborwerte übersehen Schilddrüsenprobleme, weil nur TSH gemessen wird.
TSH „in Ordnung“ heißt nicht automatisch, dass die Schilddrüse funktioniert.
Auch fT3, fT4, rT3, Antikörper (TPO, TG-AK) sollten geprüft werden.
Die Schilddrüse versorgt den ganzen Körper mit Hormonen – vom Kopf bis Fuß!
Praktische Maßnahme für euch:
Wenn eine Erkrankung vorliegt, bei der die Schilddrüse eine Rolle spielen könnte – dann wird sie geprüft. Punkt.
Kein Herumdoktern an Symptomen, wenn die Steuerzentrale nicht überprüft wurde.
Sonst bleibt man ewig in der Symptombehandlung – ohne Erfolg.
Kopfschmerzen – ein Signal, keine Krankheit
Kopfschmerzen sind ein Signal des Nervensystems, das etwas nicht funktioniert.
Beispiele:
Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis)
Elektrolytstörung im Darm
Schilddrüsenstörung
Symptome gehören immer zugeordnet!
Nicht dem Symptom nachjagen, sondern fragen: Was will es mir sagen?
Symptom = Sprache des Körpers
→ Frage: Wo liegt das Problem?
Symptomorientiertes Denken → Ursachendenken
„Wenn ich kein Symptom habe, dann scheint das System zu funktionieren.“
Wenn man so denkt, gelingt der Wechsel vom Reagieren zum Verstehen.
Viele komplexe Probleme lösen sich, wenn man den Ursprung erkennt.
Blutdruck & Schilddrüse
Wenn Blutdruck nicht sinkt, trotz Medikamenten:
Kann an einer nicht erkannten Schilddrüsenstörung liegen.
Häufige Fälle:
Hohe Blutdruckwerte, mehrere Medikamente – kein Erfolg.
Dann:
Schilddrüse regulieren → Blutdruck sinkt plötzlich ab.
Keine Blutdruckmittel erhöhen oder tauschen, sondern Ursache (Schilddrüse) behandeln.
Zum Schluss noch:
Wenn du Fragen hast, etwas vertiefen möchtest oder Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir.
Ich bin von Herzen gerne für dich da 💚
Martina Vötterl - Bergstraße 17d - 86508 Rehling - Mail: martina.voetterl@gmail.com - Telefon/WhatsApp: 0171 8653416