Autoimmunerkrankungen – wenn das Immunsystem sich selbst angreift
Hier findest du meine Mitschrift zum Vortrag „Autoimmunerkrankungen – verstehen, was im Körper aus dem Gleichgewicht gerät“.
In diesem Vortrag geht es darum, wie unser Immunsystem ursprünglich aufgebaut ist, wie es zwischen „eigen“ und „fremd“ unterscheidet – und was geschieht, wenn diese feine Regulation verloren geht.
Der Blick richtet sich nicht nur auf einzelne Diagnosen, sondern auf das größere Bild: Regulation statt Unterdrückung, Stabilisierung der körpereigenen Balance und das Verständnis für individuelle Auslöser und Verstärker.
Der Vortrag wurde von Alessandro Rochira gehalten, der dabei seine Erfahrung und sein Wissen praxisnah weitergibt. Der Text ist als Mitschrift entstanden und folgt bewusst dem gesprochenen Wort.
Bitte sieh mir Rechtschreibfehler oder Ungenauigkeiten nach – es handelt sich um eine Mitschrift, nicht um ein ausgearbeitetes Lehrskript.
Ich wünsche dir viel Klarheit beim Lesen und wertvolle Impulse für ein tieferes Verständnis dieses sensiblen Themas.
Vortrag Autoimmunerkrankungen vom 11.07.2023
Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn das Immunsystem seine grundlegende Aufgabe – Schutz vor äußeren Eindringlingen – nicht mehr zuverlässig erfüllt und stattdessen körpereigenes Gewebe angreift.
Grundidee des Immunsystems
Das Immunsystem besteht aus vielen spezialisierten weißen Blutzellen, die wie ein koordiniertes Team zusammenarbeiten. Ihre Aufgabe ist es, alles zu erkennen, was nicht zum Körper gehört, und darauf angemessen zu reagieren. Dieses Erkennen funktioniert normalerweise sehr präzise – vergleichbar mit einem Radar, das ständig die Umgebung scannt.
Fehler können jedoch auftreten. Zwei typische Fehlreaktionen sind:
Allergien: Das Immunsystem interpretiert einen harmlosen Stoff als gefährlich und reagiert übermäßig stark.
Autoimmunität: Das Immunsystem greift körpereigene Strukturen an – ohne äußeren Auslöser.
Die Rolle der „Toleranzblockade“
Ein zentrales Element des Immunsystems ist eine Art interne Kontrollinstanz. Die Toleranzblockade. Sie besteht aus älteren, erfahrenen Immunzellen, die neu gebildete Zellen überprüfen:
Arbeiten sie korrekt?
Erkennen sie körpereigenes Gewebe als „freundlich“?
Reagieren sie angemessen?
Wenn diese Kontrollinstanz geschwächt ist, können fehlerhafte Immunzellen „durchrutschen“. Genau daraus entsteht die Grundlage für Autoimmunreaktionen.
Die Effizienz dieser Toleranzblockade lässt sich in Prozent ausdrücken:
Über 50 %: gute Funktion
15–16 %: kritischer Bereich, in dem Autoimmunität aktiv ist oder durch Medikamente unterdrückt wird
0 % wäre nicht überlebensfähig
Eine Autoimmunerkrankung bedeutet nicht, dass das gesamte Immunsystem „verrückt spielt“. Nur ein bestimmter Teil der weißen Blutzellen arbeitet fehlerhaft, während der Großteil weiterhin normal funktioniert.
Seronegativ und seropositiv
In der Schulmedizin wird zwischen zwei Formen unterschieden:
Seropositiv: Autoantikörper sind im Blut nachweisbar.
Seronegativ: Die Erkrankung ist vorhanden, aber im Blut nicht messbar. Die Diagnose erfolgt über Symptome.
Beispiele:
Fibromyalgie: autoimmunes Weichteilrheuma, nur über Symptomkriterien diagnostizierbar
Psoriasis (Schuppenflechte): äußerlich klar erkennbar, immunologisch aber schwer messbar
Warum Autoimmunität unterschiedliche Bereiche trifft
Autoimmunreaktionen richten sich bevorzugt gegen die schwächsten Strukturen im Körper. Deshalb treten sie oft nicht isoliert auf. Menschen können gleichzeitig mehrere Autoimmunerkrankungen entwickeln, etwa:
Hashimoto-Thyreoiditis
Psoriasis
Vitiligo
Je mehr Schwachstellen vorhanden sind, desto breiter verteilt sich die Fehlreaktion.
Zwei Lager im Immunsystem
Bei einer Autoimmunerkrankung stehen sich zwei Gruppen von Immunzellen gegenüber:
funktionierende Zellen, die weiterhin korrekt arbeiten
fehlgeleitete Zellen, die körpereigenes Gewebe angreifen
Die Aufgabe einer Therapie besteht aus dieser Perspektive nicht darin, das gesamte Immunsystem zu unterdrücken, sondern die Toleranzblockade zu stärken, damit fehlerhafte Zellen gar nicht erst entstehen oder sich vermehren.
Wenn die Kontrollmechanismen wieder greifen:
schrumpft das Lager der fehlgeleiteten Zellen
nimmt die Intensität der Erkrankung ab
kann der Verlauf moduliert werden, ohne das Immunsystem insgesamt zu schwächen
Grundprinzip jeder Therapie: Die Toleranzblockade stabilisieren
Unabhängig davon, ob es sich um Vitiligo, Multiple Sklerose, Lupus, Sjögren oder eine andere Autoimmunerkrankung handelt, beginnt jeder therapeutische Ansatz mit einer Analyse der Toleranzblockade. Sie entscheidet darüber, wie gut neu gebildete Immunzellen kontrolliert werden.
Wenn diese Kontrollinstanz gestärkt wird:
gelangen weniger fehlerhafte Immunzellen in den Blutkreislauf
das „fehlgeleitete Lager“ schrumpft
die Intensität der Autoimmunreaktion nimmt ab
Entzündungen flauen ab, weil weniger Zellen aktiv angreifen
Das Ziel ist nicht, das Immunsystem zu unterdrücken, sondern seine Regulationsfähigkeit wiederherzustellen.
Beispiel Vitiligo: Was passiert wirklich?
Bei Vitiligo richtet sich ein Teil der weißen Blutzellen gegen die Melanozyten, also die pigmentbildenden Hautzellen. Diese werden zerstört, Melanin fehlt – es entstehen weiße Flecken.
Wichtig ist die Unterscheidung:
Kernproblem: die fehlgeleitete Immunreaktion
Folgeschaden: Verlust der Melanozyten und damit der Hautfarbe
Der Folgeschaden ist im Erwachsenenalter irreversibel, weil Melanozyten nicht nachwachsen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Erkrankung nicht beruhigt oder gestoppt werden kann. Die Therapie zielt darauf ab, die Attacken zu beenden, damit sich die Flecken nicht weiter ausbreiten.
Warum die Schadensbegrenzung so wichtig ist
Autoimmunerkrankungen haben immer zwei Ebenen:
Schadensbegrenzung: weitere Angriffe verhindern
Schadensfolgen: das, was bereits zerstört wurde
Ein Beispiel aus der Neurologie verdeutlicht das: Bei Multiple Sklerose können Nervenschäden bestehen bleiben, selbst wenn die Erkrankung immunologisch zur Ruhe kommt. Die Autoimmunreaktion kann gestoppt werden – der entstandene Schaden bleibt jedoch bestehen.
Deshalb ist es entscheidend, frühzeitig die Fehlsteuerung des Immunsystems zu korrigieren.
Lebensdauer und Entstehung weißer Blutzellen
Weiße Blutzellen leben nicht alle gleich lang. Manche überleben nur wenige Tage, andere viele Monate. Besonders wichtig:
T‑Lymphozyten teilen sich selbst weiter und werden im Erwachsenenalter nicht mehr neu gebildet
jede neu entstehende Immunzelle durchläuft ein „Training“
dieses Training findet im Darm statt, in den Peyer-Plaques
dort lernen die Zellen, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden
Wenn die Toleranzblockade geschwächt ist, können in diesem Trainingsprozess Fehler entstehen – und fehlerhafte Zellen gelangen unkontrolliert in den Körper.
Wer oder was ist die Toleranzblockade?
Die Toleranzblockade besteht aus alten, erfahrenen Immunzellen, die wie ein Generalstab arbeiten. Sie prüfen jede neue Zelle:
funktionieren die Rezeptoren?
reagiert die Zelle korrekt?
erkennt sie körpereigenes Gewebe?
Wenn diese Kontrollinstanz schwach ist, rutschen fehlerhafte Zellen durch – und Autoimmunität entsteht.
Warum „Ich werde nie krank“ kein Zeichen eines starken Immunsystems ist
Viele Menschen glauben, ein seltenes Auftreten von Infekten bedeute ein starkes Immunsystem. Doch:
ein Immunsystem kann gleichzeitig infektstabil und autoimmun fehlgesteuert sein
fehlende Infekte sagen nichts über die Qualität der Toleranzblockade aus
Autoimmunität ist immer ein Zeichen einer Regulationsstörung, nicht eines „zu starken“ Immunsystems
Ein Immunsystem, das körpereigene Zellen angreift, ist per Definition nicht gesund, auch wenn Infekte selten auftreten.
Der Darm als zentrale Steuerstelle
Der Darm spielt eine Schlüsselrolle:
er trainiert neue Immunzellen
er entscheidet selektiv, welche Stoffe aufgenommen werden
die Darmflora produziert Polysaccharide, die als Botenstoffe für das Immunsystem dienen
alte Immunzellen im Darm überwachen die Aufnahmeprozesse
Eine gestörte Darmflora oder eine schwache Darmbarriere kann die Fehlsteuerung des Immunsystems verstärken.
Wie die Toleranzblockade gemessen wird
Erfahrene Immunzellen schütten spezifische Eiweiße und Botenstoffe aus. Diese gelangen ins Blut und können dort nachgewiesen werden. Die Zusammensetzung dieser Marker zeigt:
wie aktiv die Toleranzblockade ist
ob sie korrekt arbeitet
wie stark die Fehlsteuerung ausgeprägt ist
Bedeutung der Darmflora für die Immunregulation
Die Darmflora ist eine der zentralen Säulen des Immunsystems. Sie beeinflusst:
die Reifung neuer Immunzellen
die Qualität der Toleranzblockade
die Selektivität der Nährstoffaufnahme
die Produktion immunaktiver Botenstoffe
Ein praktisches Beispiel ist Birnbrei, der im Vortrag als Methode beschrieben wird, um die Darmschleimhaut zu regenerieren und die Flora neu anzusiedeln. Dieser „Reset“ schafft Bedingungen, unter denen Immunzellen im Darm wieder korrekt trainiert werden können.
Die meisten Menschen in westlichen Ländern haben jedoch nie aktiv etwas für diese Ebene ihres Immunsystems getan. Die Toleranzblockade ist deshalb bei vielen deutlich geschwächt.
Warum die Toleranzblockade im Westen so schlecht ausgeprägt ist
Die Selbstkontrollmechanismen des Immunsystems werden selten bewusst gepflegt. Weder in der Schulmedizin noch in der allgemeinen Gesundheitsvorsorge wird vermittelt, wie wichtig diese Ebene ist. Obwohl die Toleranzblockade seit Jahrzehnten in der Immunologie beschrieben wird, existiert kein schulmedizinisches Medikament, das gezielt dort ansetzt.
Das führt dazu, dass ein zentrales Problem unbehandelt bleibt: Die Fähigkeit des Immunsystems, fehlerhafte Zellen zu erkennen und auszusortieren.
Warum pflanzliche Wirkstoffe die Toleranzblockade ansprechen
Alte, erfahrene Immunzellen reagieren besonders stark auf pflanzliche Wirkstoffe. Das liegt daran, dass der menschliche Organismus evolutionär darauf ausgelegt ist, Naturstoffe zu erkennen und zu verarbeiten. Viele Pflanzen enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die Immunprozesse modulieren.
Beispiele:
Vitamin C und Vitamin D wirken als Cofaktoren für Reparaturmechanismen
Quercetin macht Immunzellen besonders aufmerksam auf entartete Zellen
Milchsauer vergorene Lebensmittel erhöhen die Bioverfügbarkeit solcher Stoffe
Japanische Knospen (Kapern) sind ein Beispiel für ein Lebensmittel mit hohem Quercetin-Gehalt. Durch Fermentation steigt die Konzentration sogar noch weiter.
Diese Stoffe wirken nicht unspezifisch, sondern adressieren gezielt die Kontrollinstanzen des Immunsystems.
Warum fehlgeleitete Immunzellen anders reagieren
Fehlerhaft arbeitende Immunzellen unterscheiden sich biochemisch von gesunden:
ihr Stoffwechsel ist eingeschränkt
sie reagieren nicht auf alle Signale
sie können sich schlechter regenerieren
sie sind anfälliger für bestimmte Wirkstoffe
Das macht es möglich, die gesunden Zellen zu stärken, ohne die fehlgeleiteten zu fördern. Die Schulmedizin nutzt dieses Prinzip bei Leukämien – dort werden die Schwächen entarteter Zellen therapeutisch ausgenutzt.
Dasselbe Grundprinzip gilt auch bei Autoimmunerkrankungen.
Vitamin D als Beispiel für ein Missverständnis
Der Vortrag kritisiert den verbreiteten Vitamin-D-Hype. Die Kernpunkte:
Vitamin D wird in der Haut gebildet
Voraussetzung ist ein funktionierender Fetthaushalt und ausreichendes Provitamin D3
Quellen sind u. a. Waldpilze, Fisch, Meeresalgen
hohe Supplementmengen sind oft unnötig
viele Mangelzustände entstehen durch Hautpflegeprodukte, die die Synthese blockieren
Die Frage ist also nicht, wie viel Vitamin D supplementiert werden muss, sondern warum der Körper es nicht selbst bildet.
Pflanzenstoffe, die direkt die Toleranzblockade aktivieren
Ein besonders eindrückliches Beispiel ist Weihrauch. Es existieren verschiedene Arten:
indischer Weihrauch
afrikanischer Weihrauch
arabischer Weihrauch
iranische und omanische Varianten
Sie unterscheiden sich stark in ihren Wirkstoffen. Entscheidend sind die Boswelliasäuren, die im indischen Weihrauch besonders ausgeprägt sind. Diese Stoffe:
aktivieren gezielt die Toleranzblockade
markieren fehlgeleitete Immunzellen
ermöglichen Fresszellen, diese zu eliminieren
wirken nicht nur entzündungshemmend, sondern regulierend
Nur wild gewachsene Weihrauchsorten enthalten die volle Wirkstoffpalette. Zuchtformen verlieren diese Eigenschaften.
Der Vortrag betont, dass es auch in Europa Pflanzen gibt, die ähnliche Effekte haben. Alles, was durch den Verdauungstrakt geht, wird vom Immunsystem geprüft. Wenn ein Stoffgemisch immunologisch relevant ist, wird es aufgenommen und genutzt.
Pflanzenbeispiele und ihre immunologischen Wirkungen
Einige Pflanzen wirken nicht einfach allgemein „stärkend“, sondern greifen gezielt in die Regulation der Toleranzblockade ein. Dadurch beeinflussen sie die Qualität der Immunantwort und die Fähigkeit des Körpers, fehlgeleitete Zellen auszusortieren.
Andornkraut (Marrubium vulgare) Wirkt stark lymphreinigend. Bei Autoimmunerkrankungen, die das Lymphsystem betreffen, kann es die Toleranzblockade direkt anheben. Wichtig ist die Anwendung als alkoholischer Extrakt, nicht als Tee, damit das gesamte Wirkstoffspektrum verfügbar ist.
Wermutgewächse (Artemisia-Arten, Beifuß, Estragon) Enthalten Wirkstoffe, die sowohl die Leukozytenproduktion steigern als auch die Toleranzblockade aktivieren. Sie wirken nicht nur immunstimulierend, sondern regulierend.
Salbei-Arten Viele Salbeiarten besitzen immunmodulierende Eigenschaften. Die Vielfalt ist groß – von Muskatellersalbei über Gartensalbei bis zu weißen oder aromatischen Sorten.
Der entscheidende Punkt: Die Pflanzen produzieren diese Stoffe nicht für den Menschen. Der Mensch hat sich evolutionär an diese Stoffe angepasst und nutzt sie als Signalelemente. Das Immunsystem erkennt sie und reagiert darauf.
Warum Pflanzenstoffe gezielt wirken können
Fehlgeleitete Immunzellen unterscheiden sich biochemisch von gesunden. Sie:
reagieren nicht auf alle Signale
haben eingeschränkte Regenerationsfähigkeit
besitzen metabolische Schwächen
Das ermöglicht es, gesunde Immunzellen zu stärken, ohne die fehlgeleiteten zu fördern. Die Natur liefert Stoffe, die genau diese Unterschiede ausnutzen.
Therapiephasen einer Autoimmunerkrankung
Die Behandlung verläuft nicht linear, sondern in klar unterscheidbaren Phasen.
1. Akutphase
Der Patient kommt mit aktiven Symptomen. Das Immunsystem befindet sich im Angriff. Ziel: Stabilisierung, Beginn der Regulierung.
2. Abflauphase
Die Toleranzblockade wird gestärkt. Dadurch:
werden nur noch korrekt arbeitende Immunzellen neu gebildet
fehlerhafte Zellen werden nach und nach dezimiert
das Verhältnis verschiebt sich zugunsten der gesunden Zellen
Diese Phase kann bis zu drei Jahre dauern. Das ist normal, denn Immunzellen haben lange Lebenszyklen.
3. Symptomlose Phase
Die Entzündungszeichen verschwinden. Der Patient fühlt sich gesund. Wichtig: Die Erkrankung ist in dieser Phase noch nicht geheilt. Es existieren oft noch Restbestände fehlgeleiteter Zellen.
4. Konsolidierungsphase
Das Immunsystem hat alle fehlgeleiteten Zellen eliminiert. Dann passiert etwas Entscheidendes: Es merkt sich den Fehler und lässt diese spezifische Autoimmunreaktion nie wieder zu. Eine andere Autoimmunität kann theoretisch entstehen – aber dieselbe nicht erneut.
Warum Medikamente nicht abrupt abgesetzt werden dürfen
Viele Patienten kommen mit einer langen Liste an Immunsuppressiva. Wird ein Immunsuppressivum plötzlich abgesetzt:
steigt die Aktivität der fehlgeleiteten Zellen sofort
es kann zu schweren Schüben kommen
Deshalb müssen Medikamente schrittweise reduziert werden, während gleichzeitig die Toleranzblockade aufgebaut wird. So bleibt das Immunsystem stabil.
Effizienz statt Zellzahl
Eine hohe Zahl weißer Blutkörperchen bedeutet nicht automatisch ein funktionierendes Immunsystem. Entscheidend ist:
wie aktiv die Zellen sind
wie gut sie kommunizieren
wie präzise sie reagieren
Das Bild aus dem Vortrag verdeutlicht es: Ein kleines, gut koordiniertes Heer kann ein viel größeres besiegen. Genauso kann ein Immunsystem mit moderater Zellzahl hoch effizient sein, wenn die Zellen gut trainiert und korrekt reguliert sind.
Schadensbegrenzung als zweiter Therapieaspekt
Neben der Regulierung des Immunsystems muss auch das betroffene Gewebe unterstützt werden:
Nervengewebe bei MS
Gefäße bei Takayasu
Haut bei Psoriasis oder Vitiligo
Gelenke bei Polyarthritis
Diese Gewebeschäden verschwinden nicht automatisch, wenn die Autoimmunreaktion stoppt. Sie müssen gezielt begleitet werden.
Prävention und Wartung des Immunsystems
Wenn das Immunsystem optimal funktioniert, braucht es keine ständige Intervention. Aber wie bei einem Fahrzeug:
regelmäßige Überprüfung
gelegentliche Unterstützung
rechtzeitige Korrektur kleiner Störungen
…verhindern größere Probleme.
Einmal jährlich eine gezielte immunologische Unterstützung kann sinnvoll sein – besonders in einer Welt, in der Stress, Ernährung und Umweltfaktoren das Immunsystem belasten.
Autoimmunität in der Praxis: Warum der Name der Krankheit nicht reicht
Eine Diagnose wie MS, Hashimoto oder Endometriose beschreibt nur das betroffene Gewebe, nicht den Grund, warum das Immunsystem dort angreift. In der schulmedizinischen Praxis werden alle Betroffenen einer Diagnosegruppe meist gleich behandelt. Bei MS bedeutet das:
Immununterdrückung
Interferontherapie
Fokus auf das Verhindern weiterer Schübe
Dabei wird die Abwehr insgesamt gedämpft – und damit auch ihre Fähigkeit, Fehler zu korrigieren. Gleichzeitig entstehen oft zusätzliche Autoimmunreaktionen, weil die Toleranzblockade weiter geschwächt wird.
Der Vortrag stellt die Frage: Was wäre, wenn MS nicht eine einzige Krankheit ist, sondern drei verschiedene Autoimmunmechanismen, die nur das gleiche Gewebe treffen?
Drei mögliche Grundformen derselben Erkrankung
Die Entzündung der Myelinscheiden (Entmarkung) kann durch unterschiedliche Auslöser entstehen. Diese Auslöser bestimmen die Therapie.
1. Hormongetriebene Autoimmunität
Viele MS-Betroffene sind Frauen. Weibliche Hormone wirken immunmodulierend, können aber auch die Toleranzblockade schwächen. Wenn der erste „Kick“ hormonell war, muss das Hormonsystem Teil der Therapie sein.
2. Stoffwechsel- oder darmbezogene Autoimmunität
Wenn die Darmflora bestimmte Polysaccharide nicht produziert, fehlen dem Immunsystem wichtige Botenstoffe. Die Toleranzblockade wird schwächer – und eine MS kann entstehen. In diesem Fall ist die Erkrankung stoffwechselbedingt und muss über den Darm reguliert werden.
3. Erregerinduzierte Autoimmunität
Viren oder andere Erreger können die Toleranzblockade lahmlegen. Wenn das der Auslöser ist, muss der Erreger adressiert werden – nicht nur die Entzündung.
Diese drei Mechanismen führen äußerlich zur gleichen Diagnose, sind aber biologisch völlig verschieden. Deshalb sprechen manche Menschen auf Interferon an – und andere überhaupt nicht.
Das gleiche Prinzip gilt für andere Autoimmunerkrankungen
Begriffe wie Fibromyalgie oder Hashimoto sind ebenfalls Sammelbegriffe. Fibromyalgie umfasst verschiedene Formen von autoimmunem Weichteilrheuma. Hashimoto kann hormonell, stoffwechselbedingt oder durch Infekte beeinflusst sein.
Deshalb ist die Frage immer: Wie ist die Autoimmunität entstanden?
Erst wenn der Mechanismus klar ist, kann die Therapie gezielt wirken.
Hashimoto: Was bedeutet „steht still“?
Eine latente oder „stille“ Form bedeutet:
Die Autoimmunreaktion ist vorhanden
Sie ist aber nicht aktiv
Etwas bremst die Abwehr (z. B. Medikamente oder körpereigene Faktoren)
Die Erkrankung schreitet nicht voran
Das ist kein schlechter Zustand. Eine gebremste Autoimmunität lässt sich gut modulieren, weil die Toleranzblockade unabhängig davon aufgebaut werden kann. Die fehlgeleiteten Zellen können nach und nach eliminiert werden.
Der Vortrag betont: Jede Autoimmunität ist reversibel, wenn die Toleranzblockade vollständig wiederhergestellt wird.
Warum Autoimmunität die Heilung von Gewebe behindern kann
Wenn das Immunsystem ein Gewebe als „Zielgebiet“ markiert, wird es dort:
Entzündungen erzeugen
Reparaturprozesse stören
Heilung verzögern
Das gilt auch für Knochenheilung. Wenn das betroffene Gewebe die „schwächste Stelle“ ist, wird es bevorzugt angegriffen.
Endometriose als Beispiel für eine fehlgeleitete Immunregulation
Endometriose wird schulmedizinisch nicht als Autoimmunerkrankung klassifiziert, zeigt aber typische Muster:
Schleimhaut wächst außerhalb der Gebärmutter
Das Immunsystem erkennt diese Fehlplatzierung nicht
Entzündungen entstehen
Gewebe wird zerstört
Schmerzen sind massiv
Die Frage lautet: Warum hat die Abwehr nicht eingegriffen?
Wenn die Toleranzblockade geschwächt ist, übersieht das Immunsystem Fehlentwicklungen – oder fördert sie sogar. Deshalb wird Endometriose im Vortrag als autoimmuner Prozess betrachtet.
Die Therapie folgt zwei Ebenen:
Toleranzblockade anheben
Hormonsystem regulieren
Beides ist notwendig, weil die Schleimhautbildung hormonabhängig ist.
Grundstruktur der Therapie
Zuerst wird die Toleranzblockade aufgebaut. Parallel dazu wird die spezifische Autoimmunerkrankung gezielt adressiert – je nachdem, ob Hormone, Darm, Erreger oder andere Faktoren beteiligt sind. Die Dauer hängt stark davon ab, wie schnell hormonelle und immunologische Systeme reagieren.
Bei Erkrankungen wie Endometriose zeigt sich, wie wichtig diese Kombination ist:
Die Toleranzblockade muss wieder lernen, fehlplatzierte Schleimhaut zu erkennen und abzubauen.
Das Hormonsystem muss stabilisiert werden, weil es die Entstehung der Endometriose maßgeblich beeinflusst.
Heilpflanzen wie Heilziest oder Betonikakraut können die Abwehr regulieren und gleichzeitig das Gewebe entlasten.
Solche Therapien müssen fachlich begleitet werden, weil sie auf präzisem Messen und Nachsteuern beruhen.
Autoimmunes Rheuma und seine Dynamik
Rheuma ist kein einheitlicher Begriff. Es gibt:
autoimmunes Rheuma
stoffwechselbedingtes Rheuma
genetisch bedingtes Rheuma
Im Vortrag geht es ausschließlich um die autoimmune Form. Hier richtet sich die Abwehr gegen den Bewegungsapparat:
Knorpel
Sehnen
Knochenhaut
Gelenke
teilweise auch die Haut (z. B. Psoriasis)
Die Rheumafaktoren zeigen an, wie aktiv die fehlgeleiteten Immunzellen sind. Die Abwehr „beschießt“ das Gewebe mit Antikörpern – ein militärisches Bild, das die Dynamik gut beschreibt. Die Therapie muss diesen Beschuss stoppen und die Toleranzblockade wieder in die Lage versetzen, fehlgeleitete Zellen auszusortieren.
Osteoporose – keine Autoimmunerkrankung
Osteoporose entsteht durch:
Hormonmangel
Kalziumstoffwechselstörungen
Sie ist nicht autoimmun. Therapien wie Denosumab oder Vitamin D wirken regenerativ, nicht immunologisch. Autoimmun relevant wäre erst eine Osteopenie, bei der das Immunsystem Knochenstrukturen direkt angreift.
Morbus Crohn und Colitis: spezifische Darm-Autoimmunitäten
Bei Morbus Crohn und Colitis richtet sich die Abwehr gegen die Darmschleimhaut. Die Entzündung schreitet voran, weil die Toleranzblockade fehlerhafte Zellen nicht stoppt.
Für Morbus Crohn wurde ein spezifisches Protokoll entwickelt, das auf Hildegard-Heilkunde basiert:
Sclarea-Mischung (Muskatellersalbei, Poleiminze, Fenchel) moduliert die Abwehr direkt im Darm.
Wermutwein erhöht die Leukozytenproduktion und stärkt die Toleranzblockade.
Die Kombination führt zu einer schnellen Remission – oft innerhalb von acht Monaten.
Bei Colitis ist der Prozess breiter verteilt, weshalb zusätzlich Weihrauchpräparate eingesetzt werden, um die Toleranzblockade im gesamten Darmbereich zu aktivieren.
Ein wichtiger Punkt: Wenn die Toleranzblockade selektiert, sinken Lymphozyten- und Leukozytenzahlen im Blutbild. Das ist kein Alarmzeichen, sondern Ausdruck der Reinigung: schlechte Zellen werden entfernt, gute bleiben.
Standortbestimmung und Analytik
Eine präzise Diagnostik ist entscheidend. Dazu gehören:
Blutabnahme
· Festkörperchromatographie (SSTC)
Analyse der Toleranzblockade
Bewertung der Entzündungsmarker
Beurteilung der Darmflora und Stoffwechselwege
Diese Analytik zeigt, wo die Autoimmunität steht und wie die Therapie angepasst werden muss. Jede Blutabnahme dient dazu:
den Fortschritt zu messen
die Therapie zu justieren
die Toleranzblockade gezielt weiter aufzubauen
Dieses „Messen und Regeln“ ist der Schlüssel, um Autoimmunität aus dem Hamsterrad zu holen.
Ernährung als Fundament
Eine Autoimmuntherapie funktioniert nicht ohne einen klaren Ernährungsplan. Der Darm ist Trainingszentrum des Immunsystems – jede Mahlzeit beeinflusst die Abwehr.
Wenn Ernährungsempfehlungen nicht konsequent umgesetzt werden:
entstehen ständig neue Reize
die Abwehr wird überlastet
die Therapie verzögert sich unnötig
Die Ernährungspläne dienen als Beschleuniger. Je konsequenter sie eingehalten werden, desto schneller erreicht man die symptomlose Phase und schließlich die Konsolidierung. Die Ernährung ist das A und O, jede Ausnahme führt zu einer Verzögerung.
Reversibilität als Grundprinzip
Unabhängig davon, ob es sich um MS, Hashimoto, Lupus oder Sjögren handelt, basiert die Therapie immer auf demselben Mechanismus:
Die Toleranzblockade wird aufgebaut
Fehlgeleitete Immunzellen werden selektiv entfernt
Das Immunsystem lernt, den Fehler nicht zu wiederholen
Die Erkrankung geht in die symptomlose Phase über
Schließlich konsolidiert sich der Zustand dauerhaft
Dieses Prinzip gilt auch für schwere Autoimmunerkrankungen, die schulmedizinisch als „chronisch“ oder „unheilbar“ gelten.
Beispiel Lupus erythematodes
Der Vortrag beschreibt eine Patientin mit schwerem Lupus, die jahrzehntelang Kortison und MTX einnahm. Die Medikamente unterdrückten die Abwehr, verhinderten aber nicht die Ursache der Erkrankung. Erst als die Toleranzblockade gezielt aufgebaut wurde, konnte:
die Autoimmunreaktion vollständig beruhigt werden
die Medikamentenlast abgebaut werden
die Patientin dauerhaft beschwerdefrei bleiben
Dieses Beispiel zeigt, dass selbst aggressive Autoimmunerkrankungen regulierbar sind, wenn die Abwehr wieder korrekt arbeitet.
Warum solche Therapien fachlich begleitet werden müssen
Die Regulierung der Toleranzblockade, die Anpassung der Ernährung, die Auswahl der Pflanzenstoffe und das Messen der immunologischen Marker erfordern Erfahrung. Es geht um:
präzise Diagnostik
kontinuierliches Nachsteuern
Interpretation der Blutwerte
parallele Behandlung von Hormonsystem, Darm oder Erregern
Deshalb gehört diese Arbeit in die Hände geschulter Therapeutinnen und Therapeuten.
Diabetes Typ 1 als Sonderfall
Diabetes Typ 1 ist eine totlaufende Autoimmunität. Das bedeutet:
Das Immunsystem zerstört die insulinproduzierenden Inselzellen
Sobald alle zerstört sind, endet die Autoimmunreaktion
Der Schaden ist irreversibel, weil keine neuen Inselzellen nachwachsen
Die Person bleibt dauerhaft insulinpflichtig
Trotzdem ist die Toleranzblockade entscheidend. Wenn sie nicht wiederhergestellt wird, folgt oft eine zweite Autoimmunerkrankung, weil das Immunsystem weiterhin fehlreguliert ist.
Weitere totlaufende Autoimmunitäten
Hashimoto verläuft ähnlich, aber viel langsamer. Die Schilddrüse wird über Jahre geschädigt, doch die lange Zeitspanne ermöglicht eine erfolgreiche Regulierung, bevor der Schaden vollständig ist.
Neurodermitis – keine Autoimmunität
Neurodermitis ist eine allergische Fehlreaktion, keine Autoimmunerkrankung. Sie entsteht durch:
Überreaktionen der Hautabwehr
Störungen im Darm
entzündliche Prozesse
Sie ist einfacher zu behandeln als Autoimmunität, folgt aber ebenfalls dem Prinzip der Toleranzblockaden-Regulation.
Asthma – verschiedene Formen, unterschiedliche Ursachen
Asthma ist ein Sammelbegriff. Es gibt:
Belastungsasthma
allergisches Asthma
immunologisch bedingtes Asthma (Vorstufe von COPD)
Nur die immunologische Form gehört in den autoimmunen Bereich. Wenn ein Erwachsener plötzlich Asthma entwickelt, sollte immer geprüft werden, ob eine beginnende COPD dahintersteht – eine ernsthafte, potenziell lebensbedrohliche Autoimmunreaktion der Lunge.
Nachweis einer Autoimmunität
Eine Erkrankung gilt nur dann als Autoimmunität, wenn nachgewiesen ist, dass:
das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift
die Reaktion unabhängig von äußeren Reizen stattfindet
spezifische Antikörper oder zelluläre Marker vorhanden sind
Erst dann spricht man von einer echten Autoimmunerkrankung.
Schnell verlaufende Autoimmunitäten
Einige Autoimmunerkrankungen greifen Gewebe so rasch an, dass kaum Zeit bleibt, um gegenzusteuern. Besonders betroffen sind:
Nierenautoimmunitäten Sie können innerhalb kurzer Zeit große Teile des Nierengewebes zerstören. Die Niere ist kein regeneratives Organ – was verloren ist, bleibt verloren. Wird nicht sofort gehandelt, endet der Prozess in Dialysepflicht.
Der zentrale Gedanke: Je schneller die Autoimmunreaktion, desto schneller muss die Therapie beginnen. Zögern führt zu bleibenden Schäden.
Prävention: Wie die Toleranzblockade gestärkt wird
Die Toleranzblockade ist die innere Kontrollinstanz des Immunsystems. Sie entscheidet, ob neu gebildete Immunzellen korrekt arbeiten oder fehlgeleitet sind. Prävention bedeutet, diese Kontrollinstanz regelmäßig zu unterstützen.
Wermutwein
Für Menschen mit niedrigen oder schwachen Leukozytenwerten kann Wermutwein präventiv eingesetzt werden:
Zeitraum: Mai bis September
Menge: ein Esslöffel morgens
Er stärkt die Leukozytenbildung und spricht die Toleranzblockade direkt an.
Anacahuita
Ein südamerikanischer Baum, dessen Tee starke immunregulierende Eigenschaften besitzt. Er enthält Harze und Resinoide, die die Toleranzblockade aktivieren.
Anwendung: gelegentlich eine Tasse Tee
Wirkung: Stärkung der erfahrenen Immunzellen
Diese Pflanze hat sich besonders während der Pandemie bewährt.
Stress als unterschätzter Feind der Toleranzblockade
Stress ist einer der stärksten Faktoren, die die Toleranzblockade schwächen. Der Mechanismus:
In der Nacht baut das Immunsystem Neurotransmitter-Abfallstoffe im Gehirn ab
Je mehr Stress, desto mehr Abfallstoffe
Nur erfahrene Immunzellen dürfen die Blut-Hirn-Schranke passieren
Diese Zellen verbrauchen sich dabei
Die Toleranzblockade verliert ihre wichtigsten „Veteranen“
Das bedeutet: Chronischer Stress führt direkt zu einer Schwächung der Selbstkontrolle des Immunsystems.
Long Covid und Post-Vac – keine Autoimmunitäten
Long Covid ist kein autoimmuner Prozess, sondern ein organspezifischer Schaden durch das Virus. Er kann betreffen:
Lunge
Herz
Blutgefäße
Leber
Milz
Nervensystem
Hormonsystem
Post-Vac-Syndrome können immunologisch sein, müssen es aber nicht. Beides darf nicht über einen Kamm geschoren werden. Die Therapie richtet sich nach dem betroffenen Organ, nicht nach der Toleranzblockade.
Erreger in der Hypophyse
Wenn ein Virus die Blut-Hirn-Schranke überwindet und die Hypophyse erreicht, liegt ein Erregerproblem vor, keine Autoimmunität. Das bedeutet:
Die Abwehr hat die Barriere nicht geschützt
Die Toleranzblockade ist geschwächt
Der Erreger muss gezielt behandelt werden
Parallel muss die Abwehr wieder aufgebaut werden
Zahnprobleme und Mundflora
Zahnprobleme sind selten autoimmun, aber sie können das Immunsystem massiv belasten. Die Ursache ist fast immer:
eine gestörte Mundflora
falsche Ernährung
bakterielle Fehlbesiedlung
Eine stabile Mundflora wirkt wie eine erste Verteidigungslinie. Der Vortrag nennt ein Beispielprodukt, das die Mundflora reguliert – entscheidend ist das Prinzip: Die Mundflora muss genauso gepflegt werden wie die Darmflora.
Zwei einfache, aber hochwirksame präventive Mittel
Diese beiden Mittel stammen aus der Hildegard-Heilkunde und wirken direkt auf die Toleranzblockade.
Pelargonienpulver
roh über das Essen streuen
Menge: was zwischen zwei Finger passt
stärkt die Abwehr über den Darm
Eberwurzmischung
ebenfalls nur eine kleine Menge täglich
besonders wirksam, wenn bereits Allergien oder frühe Autoimmunzeichen bestehen
wirkt wie ein täglicher „Weckruf“ für die Toleranzblockade
Beide Mittel funktionieren, weil sie direkt im Darm wirken – dort, wo die erfahrenen Immunzellen sitzen.
Umweltdruck: der stille Saboteur
Viele Menschen schwächen ihre Toleranzblockade täglich, ohne es zu merken. Der Grund: Fertigprodukte und Zusatzstoffe.
In nahezu jedem industriellen Lebensmittel finden sich:
Lecithine
Stabilisatoren
Antioxidantien
Emulgatoren
künstliche Aromen
Farbstoffe
Konservierungsmittel
Diese Stoffe wirken immuntoxisch und belasten die Darmabwehr. Langfristig schwächen sie die Toleranzblockade – oft unmerklich, aber stetig.
Ölziehen und Ausleitung
Ölziehen erzeugt im Mund eine Emulsion aus Öl und Speichel. Diese Emulsion bindet Stoffe – sowohl belastende als auch nützliche. Die Ausleitung ist mild, weil:
nur die Mundschleimhaut beteiligt ist
die Menge der ausgeleiteten Stoffe gering bleibt
Bei stärkeren Ausleitungsverfahren muss vorsichtig gearbeitet werden, da sie auch wertvolle Substanzen entziehen können.
Honig und Pflanzenstoffe
Manuka-Honig ist kein Immunstärker, sondern:
antibakteriell
antiviral
ein natürliches Antibiotikum
Für immunmodulierende Effekte wären Propolis oder die Essenzen der Pflanze relevanter als der Honig selbst.
Blutschwämme in Leber und Gehirn
Blutschwämme entstehen, wenn die Abwehr eine Fehlentwicklung nicht stoppt. Sie sind ein Hinweis darauf, dass die Toleranzblockade nicht korrekt arbeitet.
Leber: Lebertees können lokal regulieren
Gehirn: Weihrauchkapseln (weiße) wirken über die Toleranzblockade und die Barrieren des Nervensystems
Das Ziel ist, die Abwehr wieder in die Lage zu versetzen, fehlgeleitetes Gewebe abzubauen.
Kochgewürze und Enzyme
Die sieben klassischen Kochgewürze wirken primär über die Enzymtätigkeit:
sie unterstützen Verdauungsenzyme aus Magen, Galle, Bauchspeicheldrüse
sie fördern die Darmflora
sie stärken die Abwehr indirekt
Wichtig ist, dass sie mitgekocht werden, damit die Wirkstoffe aktiviert werden.
Gelee Royale und Propolis
Gelee Royale ist ein epigenetisch aktiver Stoff. Er verändert bei Bienen die Entwicklung einer Larve zur Königin – ein Hinweis auf seine tiefgreifende biologische Wirkung. Eine Meisterleistung der Natur. Er ist kein Immunstärker, sondern ein Modulator, der in bestimmten hormonellen oder regenerativen Kontexten eingesetzt wird.
Propolis hingegen wirkt:
antimikrobiell
entzündungshemmend
immunmodulierend
Trockener Mund durch Medikamente
Wenn Medikamente Mundtrockenheit verursachen, ist das Symptom behandelbar – aber die Ursache bleibt das Medikament. Langfristig sollte geprüft werden, ob Alternativen möglich sind.
Blutschwämmchen auf der Haut
Auch kleine Blutschwämmchen zeigen, dass die Abwehr nicht reguliert. Die Therapie kombiniert:
äußerlich: Veilchensalbe
innerlich: Immunmodulatoren wie Wasserlinsenwein
Das Ziel ist nicht nur das Verschwinden des Blutschwämmchens, sondern die Wiederherstellung der Abwehrfunktion, damit keine neuen entstehen.
Leberflecken, die zunehmen
Leberflecken sind gutartige Tumoren der Melanozyten. Wenn sie zunehmen, bedeutet das:
die Abwehr kontrolliert Zellveränderungen nicht mehr zuverlässig
Tumorrisiken steigen
die Toleranzblockade ist geschwächt
Das ist ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte.
Asthmaformen
Asthma ist ein Sammelbegriff. Es gibt:
allergisches Asthma
Belastungsasthma
immunologische Formen (Vorstufe COPD)
Nur die immunologische Form gehört in den autoimmunen Bereich. Bei COPD müssen Lungenkraut und andere spezifische Pflanzen eingesetzt werden.
Indol-3-Carbinol
Dieser Stoff aus Kreuzblütlern (z. B. Brokkoli) wirkt auf das Hormonsystem:
er reduziert lokale Östrogenüberschüsse in der Brust
er erhöht gleichzeitig die systemische Verfügbarkeit
er entzieht hormonabhängigen Tumoren die Grundlage
Indol-3-Carbinol ist ein Beispiel dafür, wie Naturstoffe gezielt in hormonelle Regelkreise eingreifen können.
Sur-Wein und Borreliose
Sur-Wein ist kein Mittel gegen Autoimmunität, sondern Teil eines Borreliose-Protokolls. Borreliose ist eine bakterielle Infektion durch Spirochäten. Die Therapie richtet sich gegen den Erreger, nicht gegen die Toleranzblockade.
Endometriose und hormonelle Verhütung
Die Pille unterdrückt den Eisprung, indem sie künstliche Hormone zuführt. Das führt zu einer Fehlinterpretation im Hormonsystem:
Die Hypophyse „denkt“, die Frau sei dauerhaft schwanger
FSH und LH werden kaum noch ausgeschüttet
Die hormonelle Achse gerät aus dem Gleichgewicht
Nach Jahren entsteht eine massive Dysregulation
In einer Welt voller hormonaktiver Umweltstoffe verstärkt die Pille diese Dysbalance. Gerade bei Endometriose ist sie kontraproduktiv, weil:
hormonaktive Stoffe die Erkrankung fördern
die Toleranzblockade zusätzlich geschwächt wird
die Schleimhautbildung außerhalb der Gebärmutter hormonabhängig ist
Wenn Progesteron bereits stark abgesunken ist, kann kurzfristig ein Progesteronspender nötig sein – aber nicht in Form der Pille. Pflanzen wie Betonikakraut und Mutterkraut wirken regulierend, ohne das System weiter zu belasten.
Hormonaktive Umweltstoffe
Viele Alltagsstoffe wirken wie Hormone:
Kunststoffe
Lacke
Farbstoffe
Weichmacher
künstliche Aromen
Ein Beispiel ist Vanillin, das künstliche Vanillearoma. Seine Molekülstruktur ähnelt Testosteron – der Körper erkennt es als hormonaktiven Stoff. Solche Substanzen können:
Endometriose fördern
hormonelle MS-Varianten auslösen
Autoimmunität begünstigen
Deshalb empfiehlt der Vortrag:
Glas, Keramik, Edelstahl statt Kunststoff
keine Tupperware für ölige Speisen
natürliche Aromen statt synthetischer Varianten
Nagelpilz und Immunschwäche
Nagelpilz ist eine Mykose, keine Autoimmunität. Aber: Wenn die Abwehr ihn toleriert, zeigt das eine Schwäche der Toleranzblockade.
Therapieprinzip:
lokale Behandlung des Pilzes
gleichzeitige Stärkung der Abwehr
Vorsicht mit systemischen Antimykotika (Lebertoxizität)
Hormonelle Dysbalancen
Ein Progesteronmangel bei gleichzeitigem Östrogenüberschuss ist ein klassisches Zeichen für:
hormonaktive Umweltstoffe
gestörte Steroidumwandlung
Belastung der Leber
Stress
Normalerweise wird Östrogen zu Progesteron weiterverarbeitet. Wenn das nicht geschieht, entsteht eine gefährliche Verschiebung, die Autoimmunität begünstigen kann.
MS-Typen unterscheiden
Die Unterscheidung der drei MS-Varianten (hormonell, stoffwechselbedingt, erregerbedingt) basiert auf Festkörperchromatographie. Die Analyse zeigt:
hormonelle Marker
Stoffwechseldefizite
Erregerbelastungen
Erst wenn klar ist, welcher Mechanismus die Autoimmunität ausgelöst hat, kann die Therapie gezielt wirken.
Myasthenia gravis
Diese Autoimmunität betrifft:
Bindegewebe
Muskeln
Blutgefäße im Augenbereich
Hier spielt die Nebenniere eine zentrale Rolle. Cortisol, Aldosteron und andere Steroide müssen analysiert und reguliert werden. Auch hier gilt: Auslöser identifizieren → Toleranzblockade aufbauen → spezifisch therapieren.
Der Startschuss jeder Autoimmunität
Jede Autoimmunerkrankung beginnt mit einem klaren Auslöser:
hormonell
metabolisch
infektiös
toxisch
stressbedingt
Dieser Startschuss muss gefunden und adressiert werden. Erst dann kann die Toleranzblockade nachhaltig aufgebaut werden.
Historische Perspektive
Vor 1940 war die Lehrmeinung der Immunologie eindeutig:
Autoimmunität ist heilbar
Allergien sind heilbar
Die Toleranzblockade ist der Schlüssel
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Ansatz verworfen – ein Fehler, wie der Vortrag betont. Die moderne Sichtweise, Autoimmunität sei unheilbar, widerspricht der früheren Forschung und den praktischen Ergebnissen vieler Therapeuten.
Kerngedanke des gesamten Vortrags
Autoimmunität ist kein irreversibles Schicksal. Sie ist ein regulierbarer Prozess, der sich vollständig beruhigen und konsolidieren kann, wenn:
die Toleranzblockade wiederhergestellt wird
der individuelle Auslöser identifiziert wird
Ernährung und Umweltfaktoren angepasst werden
Stress reduziert wird
die Therapie konsequent begleitet wird
Zum Schluss noch:
Wenn du Fragen hast, etwas vertiefen möchtest oder Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir.
Ich bin von Herzen gerne für dich da 💚
Martina Vötterl - Bergstraße 17d - 86508 Rehling - Mail: martina.voetterl@gmail.com - Telefon/WhatsApp: 0171 8653416