Herz & Gefäße – Zusammenhänge verstehen
Hier findest du meine Mitschrift zum Vortrag
„Herz und seine Gefäße – wenn Versorgung, Regulation und Rhythmus aus dem Gleichgewicht geraten“.
In diesem Vortrag geht es darum, welche zentrale Rolle Herz und Gefäßsystem für unsere Gesundheit spielen und wie eng sie mit anderen Körperprozessen verbunden sind.
Es werden Zusammenhänge zwischen Herzfunktion, Gefäßgesundheit, Durchblutung, Stoffwechsel, Nervensystem, Entzündungsprozessen und Belastungen des Körpers erklärt. Dabei wird verständlich gemacht, warum Störungen im Herz-Kreislauf-System nicht isoliert entstehen, sondern immer im Zusammenspiel verschiedener Regulationsmechanismen zu betrachten sind.
Der Vortrag wurde von Alessandro Rochira gehalten, der dabei seine Erfahrung und sein Wissen praxisnah weitergibt. Der Text ist als Mitschrift entstanden und folgt bewusst dem gesprochenen Wort.
Bitte sieh mir Rechtschreibfehler oder inhaltliche Ungenauigkeiten nach – es handelt sich um eine Mitschrift, nicht um ein ausgearbeitetes Lehrskript.
Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen und wertvolle Impulse zum Mitnehmen 🌱
Vortrag: Das Herz und seine Gefäße vom 24.07.2024
Warum dieses Thema komplexer ist, als viele denken
Viele Menschen stellen sich das Herz-Kreislauf-System sehr simpel vor: Ein Herz als Pumpe, Röhren als Gefäße, Blut fließt hindurch – fertig. Doch der Vortrag macht sofort klar: So einfach ist es nicht. Wenn es so wäre, gäbe es kaum Herzkrankheiten.
Das Herz-Kreislauf-System ist ein hochkomplexes Zusammenspiel aus:
Herzmuskulatur
Blutgefäßen
Blut als Transportmedium
Hormonen
Enzymen
Lymphsystem
Leber
Nieren
Lunge
Stoffwechselprozessen
Jede dieser Komponenten kann Störungen verursachen – und oft greifen sie ineinander.
Das Herz ist keine einfache Pumpe
Das Herz arbeitet nicht wie eine mechanische Pumpe, die nur auf und zu macht. Es schraubt – eine spiralförmige Bewegung, die den Blutfluss effizient vorantreibt.
Wichtige Punkte:
Das Herz ist ein Hohlmuskel, der rhythmisch arbeitet.
Blut ist keine einfache Flüssigkeit, sondern ein komplexes Gemisch aus:
roten Blutkörperchen
weißen Blutkörperchen
Thrombozyten
gelösten Stoffen
Das Herz muss einen stabilen Druck erzeugen, damit alle Organe versorgt werden.
Blut als Stoffträger des Lebens
Blut transportiert:
Sauerstoff
Nährstoffe
Hormone
Enzyme
Abfallstoffe
Alles, was im Körper verarbeitet wird, landet irgendwann im Blut. Damit dieser Austausch funktioniert, muss das Herz kontinuierlich und präzise arbeiten.
Arterien und Venen – zwei Drucksysteme
Der Vortrag nutzt ein anschauliches Beispiel: die Heizung.
Arterien = Vorlauf
hoher Druck
sauerstoffreich
Venen = Rücklauf
niedriger Druck
CO₂-reich
Deshalb misst man zwei Werte beim Blutdruck:
systolisch (oberer Wert)
diastolisch (unterer Wert)
Das Herz produziert selbst Hormone und Enzyme
Ein oft unbekannter, aber zentraler Punkt:
Das Herz ist ein hormonaktives Organ. Es produziert:
eigene Hormone
eigene Enzyme
Diese gelangen direkt ins Blut und beeinflussen:
Gefäßweite
Blutdruck
Flüssigkeitshaushalt
Herzrhythmus
Das Herz ist also nicht nur mechanisch, sondern auch biochemisch aktiv.
Das Lymphsystem mischt mit
Das größte Lymphgefäß mündet direkt in den rechten Herzbereich. Das bedeutet:
Blut wird ständig mit Lymphflüssigkeit verdünnt.
Das Herz pumpt also kein reines Blut, sondern ein Mischmedium.
Wenn die Lymphe nicht stimmt, beeinflusst das:
Blutviskosität
Druckverhältnisse
Herzbelastung
Die Leber mischt ebenfalls Blut
Die Leber kann venöses und arterielles Blut mischen, bevor es in den Körper gelangt. Wenn sie falsch mischt oder überlastet ist, kann das Herz-Kreislauf-Probleme verstärken.
Die Bedeutung der Blut-Zähigkeit
Ein eindrückliches Bild aus dem Vortrag:
„Versucht mal, mit einer Wasserpumpe Diesel zu pumpen.“
Wenn das Blut zu dick, zu fettig oder falsch zusammengesetzt ist:
Das Herz kann nicht richtig „schrauben“.
Blut pendelt zurück.
Druckprobleme entstehen.
Gefäße werden belastet.
Die Blutzusammensetzung ist daher ein zentraler Faktor für:
Bluthochdruck
Herzrhythmusstörungen
Gefäßverengungen
Lungenhochdruck
allgemeine Herzschwäche
Hormone reden beim Herz-Kreislauf-System entscheidend mit.
Und zwar nicht irgendwelche Hormone, sondern:
bei Frauen: die weiblichen Geschlechtshormone
bei Männern: die männlichen Geschlechtshormone
bei beiden: die Nebennierenhormone (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol)
Zwischen Mann und Frau gibt es hier klare Unterschiede – biologisch, funktionell und klinisch.
Warum ist das wichtig?
Weil weibliche Hormone bei Frauen eine Schlüsselrolle spielen:
Sie erneuern die Muskelstrukturen von Arterien und Venen
Sie halten Gefäße elastisch
Sie schützen vor Gefäßschäden
Diese Erkenntnis ist relativ neu. In Kardiologiebüchern der 1990er Jahre fehlt sie – in aktuellen Ausgaben ist sie korrigiert.
Männer und Stresshormone – warum Männerherzen schneller leiden
Männer schütten bei Stress:
viel Adrenalin
viel Noradrenalin
viel Cortisol
… und das oft unkontrolliert.
Folgen:
Gefäße verengen sich
Blutdruck steigt
Gefäßwände werden beschädigt
Herzrhythmus wird instabil
Darum unterscheidet die Kardiologie heute sehr bewusst: „Habe ich einen Mann vor mir oder eine Frau?“
Die Mechanismen sind unterschiedlich – und die Risiken auch.
Die Schilddrüse – das „Gehirn des Herzens“
Ein besonders faszinierender Teil:
Die Schilddrüsenhormone steuern das Herzreizleitungssystem.
Das Herz besitzt:
ein eigenes elektrisches Steuerzentrum
bestehend aus „Nervknoten“, die aber keine Nerven, sondern Muskelzellen sind
diese Zellen verhalten sich wie Nervenzellen
sie können sich aber regenerieren (anders als echte Nervenzellen)
Das ist eine biologische Ausnahme.
Bedeutung:
Schilddrüsenstörungen → Rhythmusstörungen
Schilddrüsenunterfunktion → schwacher Puls, niedriger Druck
Schilddrüsenüberfunktion → Herzrasen, hoher Druck, Panikattacken
„Schaut nicht nur auf die Pumpe. Fragt euch: Arbeitet die Schilddrüse richtig?“
Wenn man die Schilddrüse korrigiert, verschwinden viele Herzsymptome an der Wurzel.
Herz und Lunge – ein untrennbares Paar
Pneumologie (Lunge)
Kardiologie (Herz)
Denn:
Ohne Sauerstoff kein Herzschlag.
Wenn das Herz zu wenig Sauerstoff bekommt:
Herzmuskel stirbt → Herzinfarkt
Gehirn stirbt → Schlaganfall
Organe versagen
Der Sauerstoffaustausch in der Lunge ist daher lebensentscheidend.
Warum muss das Blut aus dem Herzen zur Lunge kommen?
Weil:
der Druck in der Lunge niedrig sein muss
sonst könnte man nicht einatmen
ein Überdruck würde die Lunge „verschließen“
das nennt man Lungenhochdruck (COPD)
Das Herz steuert daher zwei Drucksysteme:
hoher Druck für den Körper
niedriger Druck für die Lunge
Ein fein abgestimmtes System – jede Störung wirkt sofort auf das Herz zurück.
Energiehaushalt: Zucker, Fette und Cholesterin
Jede Zelle verbrennt Zucker mit Sauerstoff → CO₂ entsteht.
Darum atmen wir:
Sauerstoff ein
CO₂ aus
Der Kohlenstoff im CO₂ stammt aus der Zuckerverbrennung.
Was passiert bei zu wenig Zucker?
Der Körper schaltet sofort um auf:
Fettverbrennung
Wenn er das nicht kann → Energiekrise → Herzprobleme.
Cholesterin ist kein Giftstoff – es ist ein Grundbaustein.
Daraus entstehen:
weibliche Hormone
männliche Hormone
Cortisol
Vitamin D
Zellmembranen
Ohne Cholesterin:
keine Hormone
keine Stressregulation
keine Regeneration
Problematisch wird Cholesterin nur, wenn:
die Leber es falsch verarbeitet
das Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fetten nicht stimmt
die Blutzusammensetzung kippt
Dann entstehen Ablagerungen – aber nicht wegen Cholesterin selbst, sondern wegen Fehlsteuerung.
Was verbrennt das Herz als Treibstoff?
Das Herz nutzt:
Sauerstoff
Zucker
Fette
Genau dieselben Stoffe, die im Blut zirkulieren.
Darum ist die Blutzusammensetzung entscheidend:
zu dick → Herz überlastet
zu fettig → Gefäße verstopfen
zu wenig Zucker → Herz bekommt keine Energie
zu wenig Sauerstoff → Herzmuskel stirbt
Das Herz ist ein Hochleistungsmotor – aber nur, wenn der Treibstoff stimmt.
Herzverfettung – wenn zu viel Fett das Herz umhüllt
Zu viel Fett um das Herz – die sogenannte Herzverfettung – ist eine der ungünstigsten Ausgangslagen für ein gesundes Herz.
Warum?
Fettgewebe rund um das Herz drückt mechanisch auf den Herzmuskel.
Es stört die Beweglichkeit der Herzmuskelfasern.
Es verändert die Stoffwechselprozesse im Herzgewebe.
Es führt zu Entzündungsreaktionen, die das Herz zusätzlich schwächen.
Das Herz arbeitet dann wie ein Motor, der in zu dickem Öl läuft – schwerfällig, überhitzt, ineffizient.
Diabetes und Zuckerschwankungen – warum sie das Herz massiv belasten
Diabetes ist nicht nur ein „Zuckerproblem“. Es ist ein Stoffwechselproblem, das tief in die Herzfunktion eingreift.
Warum ist das so gefährlich?
Der Körper braucht Insulin und Schilddrüsenhormone, um Zucker und Fette zu verbrennen.
Wenn diese Schlüsselmoleküle fehlen oder falsch reguliert sind, bricht der Verbrennungsmechanismus zusammen.
Herzmuskelzellen bekommen nicht mehr die Energie, die sie brauchen.
Das Herz reagiert mit:
Rhythmusstörungen
Schwäche
Druckproblemen
Entzündungen
Zuckerschwankungen wirken wie ständige Stromausfälle in einem Kraftwerk – irgendwann brennt etwas durch.
Die Blutzusammensetzung – ein empfindliches Gleichgewicht
50 % des Blutes = Zellen
50 % = Wasser
Die gelösten Stoffe (Fette, Eiweiße, Vitamine, Mineralien) machen nur ca. 7 % aus.
Warum ist das wichtig?
Wenn die Konzentration der gelösten Stoffe zu hoch wird:
reagieren Stoffe unkontrolliert miteinander
das Blut wird zu „dick“
der Druck steigt
das Herz muss härter arbeiten
Gefäße verlieren Elastizität
Das Blut ist also kein „beliebiges Medium“, sondern ein präzise abgestimmtes System.
Warum Herz und Gefäße von vielen Faktoren abhängen
Herz und Gefäße sind keine isolierten Einheiten.
Sie hängen ab von:
Leberfunktion
Nierenfunktion
Hormonen
Stoffwechsel
Stresshormonen
Lebensstil
Blutzusammensetzung
Wenn eines dieser Systeme ausfällt, geraten die anderen ins Schleudern.
Warum steigt der Blutdruck? Die Frage, die kaum jemand stellt
Viele Menschen haben Bluthochdruck – besonders im Alter. Doch kaum jemand fragt: Warum erhöht der Körper den Druck?
Es gibt mehrere Mechanismen:
a) Gefäßverengungen durch Ablagerungen
Wenn Stoffe im Blut falsch verteilt sind, lagern sie sich in den Gefäßen ab.
Folgen:
Gefäße verlieren Elastizität
Der Durchmesser wird kleiner
Der Druck steigt automatisch
Wie bei einer Wasserleitung, die von einer breiten in eine enge Röhre übergeht – der Druck schießt hoch.
b) Die Leber steuert den Fetthaushalt – nicht das Herz
Ein zentraler Punkt:
„Die Zusammensetzung des Blutes ist Sache der Leber, nicht des Herzens.“
Wenn die Leber zu viele Fette produziert oder falsch verarbeitet:
steigen LDL/HDL-Werte
entstehen Ablagerungen
steigt der Blutdruck
Blutfettsenker lösen das Grundproblem nicht, weil sie:
nicht das Cholesterin senken
sondern das Transporteiweiß (LDL/HDL) reduzieren
Das Cholesterin bleibt in der Leber – das Problem bleibt bestehen.
c) Stress, Temperament und Dauerbelastung
Menschen, die ständig „auf 180“ sind:
schütten permanent Stresshormone aus
treiben das Herz zu Höchstleistungen
gewöhnen das Herz an einen unnatürlich hohen Grundrhythmus
Das Herz wird wie ein Motor, der dauerhaft im ersten Gang mit 180 km/h fährt – irgendwann brennt er durch.
„Warum werden Spitzensportler so selten sehr alt?“
Weil Dauerbelastung das Herz übertrainiert und auslaugt.
d) Nierenprobleme – der übersehene Faktor
Die Nieren regulieren:
Wasserhaushalt
Blutvolumen
Blutdruck
Wenn sie nicht richtig arbeiten – z. B. durch:
zu wenig Trinken
Stoffwechselstörungen
Entzündungen
steigt der Blutdruck automatisch.
Der Vergleich aus dem Vortrag:
„Ein verstopfter Kraftstofffilter lässt keinen Motor laufen.“
Genauso führt eine „verstopfte“ Niere zu Druckanstieg im gesamten System.
Das besondere Verhältnis von Venen und Arterien in den Beinen
In den Beinen ist das Gefäßsystem nicht wie im restlichen Körper aufgebaut.
75 % der Gefäße in den Beinen sind Venen
25 % sind Arterien
Im übrigen Körper ist das Verhältnis 1 : 1
Warum diese Besonderheit?
Die Beine dienen als größter Blutspeicher des Körpers. Sie können enorme Mengen Blut aufnehmen – viel mehr als der Bauchraum oder die Milz.
Warum die Beine so viele Venen brauchen
Die Beine sind anatomisch so gebaut, dass sie:
Blut aufnehmen
Blut langsam zurückführen
als Volumenpuffer dienen
Das bedeutet:
Wenn im Körper kurzfristig mehr Blutvolumen gebraucht wird, kann der Körper es aus den Beinen „abrufen“.
Wenn zu viel Blut im System ist, können die Beine es „parken“.
Das ist ein Regulationsmechanismus, der Herz und Kreislauf entlastet.
Warum wir an den Beinen weniger frieren
Viele Menschen laufen im Winter in kurzen Hosen herum – und frieren erstaunlich wenig an den Beinen.
Warum?
Blut transportiert Wärme.
Die Beine haben viele Venen, also viel warmes Blut.
Dadurch geben sie kontinuierlich Wärme ab.
Die Beine sind also ein Wärmetauscher des Körpers.
Die Beine als Herzschutz – und als Risiko
Weil die Beine so viel Blut speichern, sind sie entscheidend für die Herzgesundheit.
Was passiert, wenn die Beine nicht richtig funktionieren?
Wasser sammelt sich → Ödeme
Blut staut sich → Rückstau zum Herzen
Venenklappen versagen → chronische Stauung
Blut gerinnt → Thrombosen
Die Folge: → Der Blutdruck steigt.
„Wie ein Gartenschlauch, der gefüllt wird, aber vorne ist der Hahn zu.“
Das System baut Druck auf, bis es überhitzt.
Das nennt man Überdruck in der Peripherie – und das belastet das Herz massiv.
Wie man Blutdruck richtig misst
Viele Menschen messen ihren Blutdruck falsch – und bekommen dadurch Werte, die nichts mit ihrem tatsächlichen Zustand zu tun haben.
Der Weißkittel-Effekt
Beim Arzt steigt der Blutdruck oft automatisch:
Nervosität
Stress
Erwartungshaltung
Das nennt man Weißkittel-Effekt.
Darum sind Arztwerte oft nicht repräsentativ.
Die richtige Blutdruckmessung – neue Erkenntnisse
Die beste Zeit: nach 18 Uhr
Warum?
Der Körper beginnt die Schlafphase einzuleiten
Der Blutdruck sinkt natürlicherweise
Man sieht, ob der Körper diesen Prozess selbstständig schafft
So misst man richtig:
Nach 18 Uhr
10 Minuten Ruhe
kein Fernsehen
kein Streit
keine Aufregung
keine Ablenkung
Sitzen, linke Oberarmmanschette
Ein gutes Gerät verwenden
Zweimal pro Woche messen
Werte aufschreiben
Was bedeuten die Werte?
Gleichmäßige Werte → Das System reguliert sich gut.
Starke Schwankungen → Das System ist instabil.
Dann muss man fragen:
Liegt es an den Beinen?
Liegt es an der Leber?
Liegt es an den Nieren?
Liegt es am Lymphsystem?
Liegt es an der Lunge?
Liegt es an Stress oder Emotionen?
Emotionen und Blutdruck
Wenn wir uns aufregen – durch Nachbarn, Schwiegermutter, Alltagssituationen – schießt der Blutdruck hoch.
Das Herz kann man nicht „abschalten“, aber:
Das Herz sendet Signale ans Nervensystem
Das Nervensystem sendet Signale zurück
Stress erzeugt sofort messbare Druckanstiege
Ein Selbsttest:
„Messe deinen Blutdruck, wenn du richtig wütend bist.“
Das Ergebnis ist fast immer: → viel zu hoch
Warum Ausdauersport den Blutdruck senkt
Körperliche Aktivität ist auch Stress – aber ein anderer Stress.
Beim Kraftsport steigt der Blutdruck
Beim Ausdauersport sinkt er nach kurzer Zeit
Warum?
Das Herz erkennt:
„Das ist kein Alarmstress, das ist Arbeitsstress.“
Es stellt um auf:
effiziente Energieverteilung
niedrigeren Druck
längere Ausdauer
Darum senken:
Gehen
Wandern
Schwimmen
Radfahren
Joggen
den Blutdruck langfristig.
Wissenschaft bedeutet: messen, nicht glauben
„Fakten vor Theorie. Messungen vor Meinung.“
Viele Lehrmeinungen wurden widerlegt, weil jemand endlich gemessen hat.
Das Herz-Kreislauf-System zeigt seine Wahrheit in Zahlen, nicht in Vermutungen.
Wenn der Ultraschall Ablagerungen zeigt – was bedeutet das wirklich?
Ein typischer Befund:
Die Halsschlagader (Carotis) zeigt Kalkablagerungen
Die Herzkranzgefäße sind verengt
Der Arzt misst „Plaques“ oder „Stenosen“
Doch was misst er eigentlich?
Er misst:
Arterielle Gefäße, also Hochdruckleitungen
Ablagerungen, die den Blutfluss bremsen
Druckerhöhungen, die durch diese Engstellen entstehen
Das Problem: Der Ultraschall zeigt nur die großen Gefäße.
Die kleinen Gefäße – Arteriolen, Venolen, Kapillaren – sieht man nicht. Und genau dort entstehen dieselben Ablagerungen, oft sogar früher.
Diese kleinen Gefäße kann man:
nicht operieren
nicht mit Stents versorgen
nicht überbrücken
Wenn sie verstopfen, fehlt dem Gewebe Sauerstoff – egal wie gut die großen Gefäße behandelt wurden.
Warum entstehen Ablagerungen überhaupt?
„Die Blutzusammensetzung ist der wesentliche Punkt.“
Ablagerungen entstehen nicht, weil das Herz krank ist, sondern weil:
die Leber den Fettstoffwechsel falsch steuert
die Blutzusammensetzung aus dem Gleichgewicht gerät
gesättigte Fette nicht richtig verarbeitet werden
ungesättigte Fette fehlen
Entzündungen im Körper bestehen
das Lymphsystem überlastet ist
Das Herz ist nur der Leidtragende – nicht der Verursacher.
Die Leber als Chemielabor – und warum sie der Schlüssel ist
Die Leber entscheidet:
welche Fette ins Blut gelangen
wie sie zusammengesetzt sind
ob sie sich ablagern oder nicht
wie Cholesterin recycelt wird
wie viel „Müll“ im Blut bleibt
Viele Menschen glauben, Cholesterin sei das Problem. Doch der Vortrag zeigt:
Cholesterin ist nicht das Problem – die Leberchemie ist es.
Gallensteine bestehen fast zu 100 % aus Cholesterin
Sie haben eine kristalline Struktur
Gibt man sie in ein fettlösendes Medium, lösen sie sich auf
Das Gleiche passiert mit Ablagerungen in den Arterien.
Gesättigte vs. ungesättigte Fette – das entscheidende Gleichgewicht
Warum haben manche Menschen:
hohes Cholesterin, aber keine Ablagerungen, während andere
niedriges Cholesterin, aber starke Ablagerungen haben?
Die Antwort:
Es kommt auf das Verhältnis an – nicht auf den Wert.
Ungesättigte Fettsäuren (z. B. Omega‑3, Olivenöl) wirken wie ein Lösungsmittel
Sie halten gesättigte Fette flüssig
Fehlen sie, kristallisieren Fette aus → Ablagerungen entstehen
Die Leber entscheidet, wie dieses Verhältnis aussieht.
Warum Blutfettsenker das Problem nicht lösen
Blutfettsenker (Statine) senken nicht das Cholesterin selbst, sondern:
sie blockieren die Produktion der Transporteiweiße (LDL/HDL)
Das Cholesterin bleibt in der Leber – das Problem bleibt bestehen.
„Bevor ich an die Fette gehe, saniere ich die Leber.“
Wie regeneriert man die Leber?
Internet-Mythen:
Grapefruit-Öl-Kuren
Olivenöl-Zitronen-Kuren
„Gallenstein-Ausleitungen“
Diese erzeugen nur Fettklumpen im Darm, keine echten Gallensteine.
Was funktioniert?
Bitterstoffe.
Warum?
Sie regen den Gallenfluss an
Sie aktivieren die Kupffer-Sternzellen (Leber-Immunzellen)
Sie lösen eingelagerte Stoffe
Sie fördern die Regeneration
Sie verbessern die Fettverarbeitung
Die Leber hat:
1/3 aktives Gewebe
2/3 Reservegewebe
Sie kann sich vollständig regenerieren – sogar nach Teilentfernung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Der Vortrag erzählt von Alkoholikern mit:
Leberzirrhose
Transplantationsprognose
Nach gezielter Bitterstofftherapie:
regenerierte sich die Leber
normalisierten sich die Blutfettwerte
lösten sich Ablagerungen in den Gefäßen
sank der Blutdruck
verschwanden Gallensteine
Der Ultraschall zeigte: Die Ablagerungen waren verflüssigt und verschwunden.
Warum sich dadurch der Blutdruck normalisiert
Wenn sich die Blutzusammensetzung verbessert:
sinkt die Viskosität
werden Gefäße elastischer
öffnen sich Engstellen
verbessert sich der Fluss
sinkt der Druck automatisch
Ohne:
Betablocker
ACE-Hemmer
Blutverdünner
Statine
Hildegard von Bingen – frühe Erkenntnisse
Hildegard wusste bereits:
Herzprobleme haben viele Ursachen
Man kann sie nicht alle gleich behandeln
Es braucht differenzierte Ansätze
Darum hatte sie 150 verschiedene Herz- und Blutdruckmittel.
Das Lymphsystem – der übersehene Faktor
Das Lymphsystem:
baut Eiweißreste ab
transportiert Fette
mischt seine Flüssigkeit ins Blut
beeinflusst die Blutzähigkeit
beeinflusst den Blutdruck
Wenn es nicht funktioniert:
entstehen Lymphödeme
lagert sich Fett in Lymphknoten ein
steigt der Druck im System
wird das Herz belastet
Ein einfaches Mittel:
Andornkraut (Marrubium vulgare) – regt Enzyme an – fördert Eiweißabbau – aktiviert Lymphfluss
Die Schulmedizin hat kein einziges Medikament für das Lymphsystem.
Die Schilddrüse – ein unterschätzter Faktor für Herzrhythmus und Blutdruck
Zentraleuropa hat ein Joddefizit.
Deutschland, Österreich, Schweiz – alle liegen in einem „Jodloch“. Das bedeutet:
Die Böden enthalten zu wenig Jod
Die Nahrung enthält zu wenig Jod
Die Schilddrüse kann nicht ausreichend Hormone bilden
Schilddrüsenhormone steuern:
Herzrhythmus
Herzfrequenz
Blutdruck
Stoffwechsel
Energiehaushalt
Trotzdem wird dieser Zusammenhang in der Praxis oft übersehen.
Statt die Ursache zu suchen, wird häufig nur ein Ersatzhormon (Thyroxin) gegeben. Der Vortrag kritisiert das:
„Ich will wissen, warum die Schilddrüse nicht arbeitet – und dann wähle ich eine Strategie, damit sie wieder arbeitet.“
Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle.
Die Lunge – nicht nur Bronchien, sondern ein Drucksystem
Wenn die Lunge nicht richtig arbeitet, greifen viele sofort zu:
Bronchienerweiterern
Lungendrucksenkern
Inhalatoren
Die Lunge muss reguliert werden, nicht nur symptomatisch beruhigt.
Die Natur bietet zahlreiche Wirkstoffe, die:
Entzündungen reduzieren
den Gasaustausch verbessern
die Lunge entlasten
Der Hinweis: 80 % aller schulmedizinischen Medikamente basieren ursprünglich auf Pflanzenstoffen.
Überbeanspruchung des Herzens – warum Regeneration schwierig ist
Ein Teilnehmer fragt nach Herzvergrößerung, Herzkammererweiterung und Überlastung.
Die Antwort:
Das Herz ist kein regenerationsfreudiges Organ wie die Leber
Einmal überdehnt, lässt es sich nur schwer zurückbilden
Regeneration ist möglich, aber nur begrenzt
Was hilft?
Optimale Blutzusammensetzung
Gute Lungenfunktion
Ausdauernde Bewegung
Regelmäßige körperliche Aktivität in der Natur
„Der Sportler darf nicht aufhören, sich zu bewegen. Sonst kippt ihm das System weg.“
Das Herz gewöhnt sich an Belastung – und braucht sie dann auch.
Warum Waldspaziergänge den Blutdruck senken
Ein besonders schöner Abschnitt:
Alle Pflanzen geben Aerosole ab:
komplexe Zucker
Terpene
Duftstoffe
Diese wirken:
beruhigend auf das Nervensystem
regulierend auf das Immunsystem
blutdrucksenkend
Darum:
Sport gehört in die Natur – nicht ins Fitnessstudio.
Leberreinigung – wie der „Lebertee“ wirkt
Eine Kräutermischung:
Tausendgüldenkraut
Weidenröschen
Rosenblüten
Mariendistel
Fenchelsamen
Diese Kräuter:
geben wasserlösliche Wirkstoffe ab
bilden im Tee neue Komplexe
regen die Galle an
lösen Gallensteine
lösen arterielle Ablagerungen
aktivieren die Leberimmunzellen (Kupffer-Sternzellen)
Wichtig:
Der Tee ist kein Freifahrtschein, um ungesund zu essen
Ungesättigte Fettsäuren müssen über die Ernährung zugeführt werden
Der Tee wirkt am besten über 30–40 Tage
Bei chronischen Problemen sollte ein Heilpraktiker begleiten
Autoimmunität – Beispiel Hashimoto
Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Schilddrüse angegriffen wird.
Wichtig:
Der TPO-Antikörper muss gemessen werden
Ziel: TPO auf Null
Das Immunsystem muss beruhigt werden
Eine Selbstbehandlung ist nicht sinnvoll
Es gibt ein spezifisches Produkt, das aber dosiert werden muss
Autoimmunerkrankungen sind nicht unheilbar, aber sie brauchen präzise Steuerung.
Lymphödeme – praktische Lösungen für zu Hause
Der Vortrag erklärt, wie man Lymphödeme differenziert behandelt:
Für Männer:
Goldruten-Tee
Bei starken Ödemen: afrikanischer Kalk (eine Messerspitze pro Tag)
Für Frauen:
Mit Periode: Frauenmanteltee
In den Wechseljahren: Ehrenpreis
Zusätzlich: afrikanischer Kalk bei Bedarf
Warum diese Unterschiede?
Der weibliche Hormonhaushalt beeinflusst das Lymphsystem stark
Männer und Frauen haben unterschiedliche Regulationsmechanismen
Warum es kein 08/15-Heilmittel gibt
Jeder Fall ist individuell.
Kein Mensch hat dieselbe Ursache
Kein Symptom hat dieselbe Wurzel
Medizin muss differenzieren
Therapie muss maßgeschneidert sein
Niedriger Blutdruck – das „Gegenteilproblem“
Während hoher Blutdruck gefährlich ist, ist niedriger Blutdruck vor allem lästig:
Man fühlt sich schlapp
Man hat wenig Energie
Man läuft „mit gezogenem Stecker“ durchs Leben
Einfaches Mittel:
Bertramwein am Morgen
Die Bertramwurzel:
zieht Gefäße leicht zusammen
regt den Kreislauf an
hebt den Blutdruck sanft an
Wichtig:
Nur für Menschen mit niedrigem Blutdruck
Nicht geeignet bei Bluthochdruck
Galle, Gallensteine und Gallenkolik
Die Galle ist kein aktives Organ, sondern ein Speichergefäß für das, was die Leber produziert.
Wenn die Leber:
zu viel Cholesterin liefert
zu dicke oder zu feste Galle produziert
… kristallisiert das Material → Gallensteine.
Eine Gallenkolik entsteht, wenn:
der Gallenfluss blockiert ist
sich Galle staut
der Stein den Ausgang verstopft
Lebertee zur Auflösung von Gallensteinen
30–40 Tage prophylaktisch - Länger bei bestehenden Problemen
Der Tee:
regt den Gallenfluss an
löst kristalline Cholesterinsteine
reinigt Leber und Galle
verbessert die Blutzusammensetzung
Gefäßregeneration – gleiche Hormone für Kopf, Herz und Beine
Eine Frage aus dem Publikum:
„Sind für die Regeneration der Herzkranzgefäße dieselben Hormone verantwortlich wie für die Gefäße der Beine?“
Antwort:
Ja.
Alle Gefäße – egal ob:
Kopf
Herz
Beine
Organe
… werden durch dieselben Hormone regeneriert.
Darum ist ein funktionierender Hormonhaushalt für Frauen lebenswichtig, auch nach den Wechseljahren.
„Eine gesunde Frau im Alter hat einen funktionierenden Hormonaushalt. Das ist ihre Lebensversicherung.“
Krampfadern – was wirklich das Problem ist
Krampfadern entstehen nicht durch die Form der Vene, sondern durch:
defekte Venenklappen
Wenn die Klappen nicht mehr schließen:
fließt Blut zurück
staut sich
die Vene weitet sich ballonartig
Schmerzen und Schweregefühl entstehen
Was hilft?
Edelkastanienbad (Hildegard von Bingen)
Kastanienextrakte stärken die Venenklappen
von außen einmassieren – immer herzwärts
regelmäßig anwenden
Ziel:
nicht perfekte Ästhetik
sondern funktionale Regeneration
weniger Beschwerden
bessere Durchblutung
Hormonmangel in den Wechseljahren erkennen
Woran merkt eine Frau, dass sie zu wenig Hormone hat?
Sehkraft lässt nach
Haut wird dünner
Blutgefäße werden schwächer
Gelenke schmerzen
Haare werden brüchig
Das sind degenerative Effekte eines Hormonmangels.
Lunge: Allergien, Asthma, Raucherlunge
Unterscheidung:
a) Allergiker
→ Lungenkrauttee
öffnet die Lunge
senkt allergische Reaktionen
stabilisiert die Bronchien
Allergien sind laut Vortrag ausheilbar, sollten aber fachlich begleitet werden.
b) Raucher, Asthmatiker, geschädigte Lunge
→ Alantwein
Wein dient als Lösungsmittel für die Wirkstoffe
Alantwurzel erweitert Bronchien
fördert Ausheilung
Bei schweren Fällen: → Pulmonaria-Tropfen (unter Begleitung)
Nieren: Spülen vs. Entwässern
Ein wichtiger Unterschied:
Entwässern
entzieht dem Blut Wasser
verändert die Blutzusammensetzung
belastet das System
Spülen
reinigt die Niere
erhält das Blutvolumen
verbessert den Blutdruck
Spülende Mittel:
Goldrute
Frauenmantel (bei Frauen)
Omega‑3-Fettsäuren (EPA/DHA) → „Fettspülung“ der Niere
Wenn die Niere gut spült:
sinkt der Blutdruck
stabilisiert sich das System
Essentieller Bluthochdruck – eine angeborene Besonderheit
Manche Menschen haben von Geburt an:
einen genetisch höheren Blutdruck
Das ist kein Fehler, sondern eine Variante.
Wichtig:
Diese Menschen werden oft unnötig mit Medikamenten behandelt
Sie haben kein erhöhtes Infarktrisiko
Sie werden oft sehr alt
Ihr Körper hat sich angepasst
Darum müssen ihre Zielwerte anders angesetzt werden.
Herz–Kreislauf‑Vortrag: Wenn der Blutdruck sinkt und was unser Körper dann leistet
Der Blutdruck ist kein starres System. Er reagiert auf Reize, auf Temperatur, auf Atmung, auf Emotionen – und manchmal auf Dinge, die wir gar nicht erwarten würden. Ein Beispiel dafür ist der Trigeminusnerv. Sobald dieser Gesichtsnerv mit kaltem Wasser in Berührung kommt, löst er einen Reflex aus, der den Blutdruck senkt. Viele kennen das aus dem Alltag: Man taucht ins Wasser, kommt wieder hoch, misst den Blutdruck – und er ist niedriger als vorher.
Beim Tauchen wird dieser Effekt noch deutlicher. Besonders beim Freitauchen, also ohne Sauerstoffflasche. Einige von euch haben schon davon gehört, andere vielleicht nicht: Die extremen Leistungen von Apnoetauchern sprengen unser übliches Verständnis von Kreislaufphysiologie.
Stellt euch vor: Ein Mensch taucht 150 Meter tief, ohne Flasche, nur mit einem Atemzug. Dort unten herrschen 15 bar Druck, also das Fünfzehnfache des Oberflächendrucks. Und jetzt die Frage: Wie viele Herzschläge pro Minute hat dieser Mensch in dieser Tiefe?
Viele würden 40 schätzen. Manche vielleicht 30. Die tatsächliche Zahl liegt bei 5 Schlägen pro Minute.
Und dieser Mensch ist dabei quietschlebendig. Kein Kreislaufkollaps, kein Herzstillstand, keine Bewusstlosigkeit. Die Sportmedizin steht staunend daneben und fragt sich: Wie ist das möglich? Eigentlich müsste dieser Mensch – rein schulmedizinisch betrachtet – längst tot sein. Doch das Herz zeigt hier Fähigkeiten, die wir noch nicht vollständig verstehen. Es kann sich an extreme Druckverhältnisse anpassen und in einen Zustand wechseln, der physiologisch fast unglaublich wirkt.
Diese Beispiele zeigen: Unser Herz ist zu Leistungen fähig, die weit über das hinausgehen, was wir im Alltag wahrnehmen.
Essentieller Bluthochdruck – und warum er nicht immer ein Drama ist
Viele Menschen kommen zu mir und sagen: „Ich habe hohen Blutdruck, der Arzt macht mich verrückt, aber man findet nichts.“
In solchen Fällen lohnt es sich, genau hinzuschauen. Denn es gibt den sogenannten essentiellen Bluthochdruck – eine Form, bei der keine organische Ursache gefunden wird. Der Körper hat sich auf diesen Wert eingestellt. Er ist stabil, er ist funktional, und er ist nicht automatisch gefährlich.
Das bedeutet nicht, dass man ihn ignorieren soll. Aber es bedeutet: Nicht jeder erhöhte Blutdruck ist ein Notfall oder eine Krankheit. Manchmal ist er einfach eine individuelle Normvariante.
Ich sehe an euren Gesichtern, dass das für viele neu ist. Genau deshalb mache ich diese Vorträge: damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, wo ihr euch befindet, bevor ihr euch Sorgen macht.
Was wir selbst beeinflussen können
Die Behandlung – oder besser gesagt: die Pflege unseres Herz‑Kreislauf‑Systems – beginnt bei den Grundlagen:
Was esse ich?
Was trinke ich?
Wie bewege ich mich?
Wie viel Stress habe ich?
Und: Habe ich einen Überblick über meine inneren Werte?
Viele Dinge spüren wir nicht. Niemand fühlt seine Blutfette. Niemand merkt, dass der Zuckerhaushalt entgleist – bis es zu spät ist. Deshalb ist ein jährlicher Check‑up sinnvoll. Wenn Fette, Zucker oder Wasserhaushalt nicht passen, kann man sie anpassen. Vieles davon lässt sich durch Ernährung regulieren – zum Beispiel, indem man weißen Zucker aus der Küche verbannt.
Hildegard von Bingen empfahl im 11. Jahrhundert, am Ende einer Mahlzeit etwas Süßes zu essen – aber damals war Zucker so teuer wie Gold. Heute ist Zucker billig, allgegenwärtig und für viele eine Art Volksdroge. Kein Wunder, dass die westliche Welt ein massives Diabetesproblem hat.
Elektrolyte: Magnesium, Kalium, Natrium – und wo sie wirklich herkommen
Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln: Magnesium, Kalium, Natrium. Doch in einer gesunden Ernährung sind diese Stoffe reichlich vorhanden.
Magnesium steckt in Blattgrün – im Chlorophyll.
Kalium findet sich in Blüten, Kräutern, Gemüse, Hülsenfrüchten.
Natrium und Chlorid kommen über Kochsalz.
Wenn wir zu viel Kochsalz essen, entwässert der Körper. Die Niere schaltet um, der Blutdruck steigt. Alkohol und Kaffee verstärken diesen Effekt, weil sie ebenfalls entwässern. Besonders im Sommer – Grillzeit, Hitze, schwere Speisen – ist das eine Belastung für den Kreislauf.
Salz ist nicht gleich Salz
Salze entstehen, wenn Säuren und Basen reagieren. Kochsalz ist nur eines davon. Jodsalz enthält Kaliumjodid – und das ist für viele Menschen nicht empfehlenswert, weil es die Schilddrüse belasten kann.
Meersalz enthält oft sekundäre Pflanzenstoffe aus Mikroalgen, die in den Salinen wachsen. Steinsalz dagegen ist Millionen Jahre alt und enthält kaum noch organische Verbindungen. Die Begriffe „Kristallsalz“ oder „48 Elemente“ sind oft irreführend – chemisch betrachtet handelt es sich um Moleküle, nicht um Elemente.
Wichtig ist: Eine kleine Menge Salz ist gesund. Wir brauchen Natrium und Chlorid für die Nervenreizleitung und für die Magensäure. Aber zu viel davon bringt das System durcheinander – und der Blutdruck steigt.
Ein traditionelles Mittel zur sanften Blutdrucksenkung
Wenn jemand seinen Blutdruck sanft senken möchte, gibt es ein altes Rezept aus der Hildegard‑Tradition: Petersilienwein.
Warum Petersilie? Weil die Petersiliengewächse wahre Meister im Speichern von Kalium sind. Löst man die Wirkstoffe in Wein und etwas Essigsäure (z. B. Rotweinessig), entsteht ein Extrakt, der den Blutdruck sanft nach unten regulieren kann.
Das ist kein Ersatz für eine medizinische Behandlung, aber ein unterstützendes Mittel, das viele Menschen gut vertragen. Und man kann es sogar selbst herstellen.
Wie man Petersilienwein herstellt – ein traditionelles Rezept
Der Petersilienwein ist ein altes Hildegard‑Mittel, um den Blutdruck sanft zu senken und das Herz zu stärken. Die Zubereitung ist einfach, aber sie verlangt Sorgfalt.
Man nimmt einen Liter Rotwein – keinen schweren Bordeaux, keinen Fusel, sondern einen einfachen südländischen Wein mit mindestens 14 % Alkohol. Das ist wichtig, weil beim Kochen Alkohol verdampft. Sinkt der Alkoholgehalt zu stark, fehlt später die konservierende Wirkung.
In diesen Wein kommen:
3–4 Esslöffel Blütenhonig
mindestens 2 Esslöffel Rotweinessig
40 g glatte Petersilie – nicht die krause, sondern die große, aromatische, leicht scharfe Variante
Alles wird mit geschlossenem Deckel aufgekocht, dann abgeseiht und kühl gestellt. Die Petersilienblätter sollte man gut auspressen, denn darin steckt noch viel Wirkstoff.
Die Einnahme ist einfach: Nach dem Essen 20 ml, am besten in Zimmertemperatur.
Was passiert dabei? Durch die Kombination aus Petersilie und Essigsäure entsteht unter anderem Kaliumacetat, ein Salz, das blutdrucksenkend wirkt. Dazu kommen weitere sekundäre Pflanzenstoffe, die das Herz entlasten und stärken.
Dieses Rezept ist kein Ersatz für eine medizinische Therapie, aber ein traditionelles Werkzeug, um den Blutdruck vorübergehend zu senken – und gleichzeitig ein Hinweis, sich später unbedingt mit den Ursachen zu beschäftigen.
Kräutertee zur Herzstärkung und Blutdruckregulation
Wer lieber mit Kräutern arbeitet, kann eine einfache, aber wirkungsvolle Teemischung verwenden:
Weißdornblüten
Schafgarbe
Weidenröschen
Alles zu gleichen Teilen gemischt – zum Beispiel je 50 g oder je 100 g.
Für die Zubereitung nimmt man:
1 gehäuften Esslöffel der Mischung
auf ½ Liter Wasser
Aufbrühen, 4 Minuten ziehen lassen, nicht länger. Dann trinken.
Diese Kombination wirkt zweifach:
Sie stärkt das Herz, besonders die feinen Strukturen wie Bindegewebe, Sehnen und Drüsen, die alle eigene Gewebshormone besitzen.
Sie senkt den Blutdruck sanft, ohne den Kreislauf zu überfordern.
Die Pflanzen unterstützen die mechanische Funktion des Herzens und fördern die Stabilität des Gewebes – etwas, das in der modernen Medizin oft übersehen wird.
Wenn es stärker sein muss: Corazon‑Tropfen und Galgant
Für Menschen, deren Blutdruck gelegentlich stark ansteigt – über 180 mmHg – gibt es stärkere pflanzliche Mittel:
Corazon‑Tropfen (mild)
Corazon‑Forte (für Extremfälle / über 180)
Galgant‑Tropfen (bei Engegefühl, Druck, stechenden Schmerzen)
Diese Tropfen kann man direkt auf die Zunge geben, wenn man merkt, dass etwas „nicht stimmt“: Druck in der Brust, Ziehen in der linken Schulter, Überlastung, Stress.
Sie lösen die akute Spannung – aber auch hier gilt: Danach unbedingt prüfen, was der Auslöser war.
Wenn die Schilddrüse beteiligt ist
Die Schilddrüse beeinflusst den Blutdruck über den Hormonhaushalt. Bei Problemen kann man mit Enzian‑Tropfen arbeiten, die die Schilddrüse anregen und stabilisieren.
Wichtig ist eine Ernährung, die die Schilddrüse versorgt:
Aminosäuren (z. B. aus Getreide)
Jod (Fisch, Meeresalgen, Edelkastanie)
Und: Meeresaufenthalte tun der Schilddrüse gut
Die Schilddrüse sollte möglichst konstant arbeiten, ohne starke Schwankungen. Das entlastet Herz und Kreislauf.
Atmung, Nervensystem und die Fähigkeit, den Puls zu steuern
Jeder Mensch kann seine Herzfrequenz beeinflussen – über die Atmung, über mentale Zustände und über den Kontakt mit Wasser.
Beim Freitauchen lernt man, die Angstreflexe zu überwinden. In den ersten Metern spürt jeder einen Widerstand: Druck auf den Ohren, das Bedürfnis, wieder aufzutauchen. Doch wenn man diesen Reflex einmal bewusst überwindet, passiert etwas Faszinierendes:
Der Körper schaltet um
Der Puls sinkt
Der Blutdruck reguliert sich
Ein Zustand tiefer Ruhe entsteht
Dieses Gefühl kann man später im Alltag abrufen – ohne Wasser, ohne Tiefe. Das Nervensystem merkt sich den Zustand.
Blutdruckwerte und worauf es wirklich ankommt
Ein gesunder Blutdruck liegt – je nach Alter – etwa bei:
120–140 mmHg (oberer Wert)
unter 85 mmHg (unterer Wert)
Der untere Wert wird betont, weil er zeigt, wie viel Druck aus dem Körper zurück ins Herz kommt. Ist dieser Wert zu hoch, belastet er den Vorhof und die Herzklappen. Die Klappen können ausleiern, und dort entstehen die eigentlichen Schäden.
Deshalb ist der Abstand zwischen oberem und unterem Wert so wichtig.
Warum Heilkräuter nicht gleich Heilkräuter sind
Viele Menschen kaufen Kräuter im Supermarkt und wundern sich, dass sie nicht wirken. Doch ein Heilkraut ist nur dann wirksam, wenn es:
richtig angebaut wurde
unter Stressbedingungen wachsen durfte
genügend Zeit hatte, Wirkstoffe auszubilden
korrekt geerntet wurde
Ein Beispiel: Blutwurz muss mindestens zwei Jahre im Boden bleiben, sonst entwickelt sie nicht genug Farbstoffe und Aromastoffe – und der Schnaps wird nichts.
Oder Petersilie: Die glatte Sorte bildet Wirkstoffe aus, weil sie trockene Böden liebt und unter Wasserstress kommt. Die krause Sorte tut das nicht.
Heilpflanzen brauchen Sonne, Regen, Bodenqualität und Zeit. Nur dann heilen sie.
Herz–Kreislauf‑Vortrag: Wie wir die Herzmuskulatur stärken
Nachdem wir lange über Blutdruck gesprochen haben, kommt jetzt der entscheidende Schritt: Wie stärken wir das Herz selbst? Wie bringen wir diese Pumpe dazu, kräftig, rhythmisch und zuverlässig zu arbeiten?
Das Herz ist nicht nur ein Muskel, sondern ein hochintelligentes Organ. Es produziert eigene Hormone, besitzt Drüsenzellen und bildet sogar eigene Enzyme – ähnlich wie die Bauchspeicheldrüse ihre Amylasen bildet. Damit das Herz all diese Aufgaben erfüllen kann, braucht es die richtigen Bausteine. Und genau hier kommen Pflanzen ins Spiel.
Warum Pflanzenheilkunde?
Pflanzen sind ausgewogen. Richtig eingesetzt, haben sie kaum Nebenwirkungen und unterstützen den Körper in seiner eigenen Regulation.
Eine Pflanze ist dabei besonders herzstärkend:
Galgant – das Herzgewürz
Hildegard von Bingen empfahl: „Füge dem Essen eine Prise Galgant bei.“
Galgant gehört zu den sieben heiligen Kochgewürzen in ihrer Tradition. Und tatsächlich: Wer ein kleines Stück Galgantwurzel auf die Zunge legt und kaut, merkt sofort die Wirkung. Der scharfe Geschmack macht wach, klar, präsent.
Was Galgant im Körper bewirkt
Die Galgantwurzel:
erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut
stärkt dadurch die Effizienz der Lunge
entlastet das Herz
liefert über 180 bekannte sekundäre Pflanzenstoffe
unterstützt die Herzmuskelkraft
verbessert Ausdauer, Konzentration und körperliche Belastbarkeit
Viele Menschen spüren nach wenigen Tagen mehr Energie, mehr PEP, mehr Klarheit.
Manchmal reagiert der Darm in den ersten Tagen mit vermehrter Aktivität – ein Zeichen dafür, dass sich die Enzymatik neu sortiert. Galgant gehört zwar botanisch zu den Ingwergewächsen, wirkt aber völlig anders und schmeckt auch anders.
Wichtig: Der rote Galgant (Alpinia galanga) ist der wirksame. Die Wurzel braucht zehn Jahre, um ihre volle Kraft auszubilden – ein Beispiel dafür, wie viel Geduld echte Pflanzenheilkunde braucht.
Galgant‑Tropfen sind ein konzentrierter Extrakt und können ebenfalls eingesetzt werden.
Herzklappen, Gewebshormone und warum Hormone eine Rolle spielen
Wenn es um die Regeneration von Herzklappen, Schließmuskeln und Bindegewebe geht, spielen Gewebshormone eine große Rolle. Und hier unterscheiden sich Männer und Frauen deutlich.
Teil 1: Männer – wie wir unseren Hormonhaushalt unterstützen
Viele Männer denken nicht über ihre Hormone nach. „Die haben zu funktionieren. Punkt.“ Doch diese Haltung führt oft dazu, dass Männer früher gesundheitlich abbauen.
Für Männer sind besonders wichtig:
Nebennierenhormone (Adrenalin, Noradrenalin)
Gewebshormone, die Herz und Kreislauf regulieren
Zwei Pflanzen können hier unterstützen:
1. Brennnesselwurzel
Nicht die Samen – die Wurzel. Sie wirkt auf die Nebennieren und unterstützt die hormonelle Balance des Mannes.
2. Triptera (Südamerika)
Eine sehr starke Pflanze, in Europa kaum ein Äquivalent. Triptera‑Tropfen:
senken den Blutdruck
regulieren Nebennierenhormone
beeinflussen teilweise auch männliche Hormone
stärken nebenbei die Manneskraft
„Nicht übertreiben – sonst gibt’s einen Kurzschluss.“ Also: bewusst einsetzen.
Männer haben einen statischen Hormonhaushalt – keine monatlichen Schwankungen. Deshalb ist Stabilität entscheidend.
Teil 2: Frauen – ein oszillierender Rhythmus
Frauen haben einen zyklischen, schwingenden Hormonhaushalt. Diese Oszillation ist notwendig, um den Zyklus aufzubauen und gesund zu bleiben.
Eine Frau sollte eine saubere, regelmäßige Oszillation haben – das zeigt, dass der Körper selbst steuert und unabhängig bleibt.
In der fruchtbaren Phase
Frauen sollten Lebensmittel essen, die Flavone enthalten – also pflanzliche Stoffe, die die körpereigene Hormonbildung unterstützen.
Diese Flavone stecken in:
allen Blüten (Artischocke, Kapernblüte, Kapuzinerkresse …)
Hülsenfrüchten, besonders Kichererbsen
Studien zeigen: Frauen, die schon in der Kindheit flavonreiche Lebensmittel essen, haben ein bis zu 50 % geringeres Brustkrebsrisiko.
Ein enormer Präventionseffekt – kostenlos, alltagsnah, wirksam.
In den Wechseljahren und danach
Hier arbeitet man eher mit Pflanzenextrakten:
Ehrenpreis
Weinraute / Weinrautentropfen
Sie regen die Hormonproduktion an, ohne Hormone zu ersetzen.
Und dann gibt es noch eine Frucht, die viele unterschätzen:
Granatapfelkerne
Sie enthalten ein Öl voller Flavone und Phytoöstrogene. Für ältere Frauen sind sie ein Segen.
Am wirksamsten:
Kerne zerstoßen
als Mus essen
Das Öl gibt es auch als Kapsel – aber teuer.
Ein spannender historischer Hinweis: In Asien galten Granatapfelkerne jahrhundertelang als Verhütungsmittel – so stark wirken sie auf den Zyklus. Deshalb empfiehlt man sie nach den Wechseljahren, nicht davor.
Zum Schluss noch:
Wenn du Fragen hast, etwas vertiefen möchtest oder Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir.
Ich bin von Herzen gerne für dich da 💚
Martina Vötterl - Bergstraße 17d - 86508 Rehling - Mail: martina.voetterl@gmail.com - Telefon/WhatsApp: 0171 8653416