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---Toxikologie: Müllverbrennung- die chronische Vergiftung

 
Müllverbrennung ...... 
Toxikologie: 
Müllverbrennung - die chronische Vergiftung 

Prof. Dr. med. Harry Rosin 
40699 Erkrath 


Der Abbrand von Tabak erzeugt mehr als 40 identifizierte Karzinogene. um wie viel toxischer muss der Abbrand von Restmüll in 
Verbrennungsanlagen (MvA) sein? Es kann keine Filtertechnik geben, die die pro Sekunde im Rauchgas gebildeten ca. 1026-28 
Reaktionsprodukte von Radikal- und Radikalkettenreaktionen „giftfrei“ filtert. Da in MvA nur unvollständige Verbrennung, nur unvollständige 
Oxidation, erfolgt, muss es zu zahlreichen halogenorganischen Giften -neben chlorierten auch zu bromierten, fluorierten und gemischt 
halogenierten Dioxinen/Furanen - kommen. MvA vergiften chronisch unsere Gesundheit, vergiften chronisch die Natur, vergrößern das 
„Ozonloch“ und verändern das Klima durch Treibhausgase und große Abwärmemengen. 

Schlüsselwörter: Zigarettenabbrand, Radikale durch Thermolyse, unvollständige Verbrennung, Akkumulationsgefahr, 
Bioassay 


——————— Analogie zum Zigarettenabbrand 

Zur Einführung in die toxikologische Problematik der Müllverbrennung bietet sich ein Vergleich mit dem Zigarettenabbrand an. 
Nikotin und Cadmium, das in Tabakpflanzen ähnlich wie in Pilzen angereichert wird, sind die natürlichen Schadstoffe des 
Tabaks. Doch sobald Tabak angezündet wird, entstehen noch viele andere Gifte, die es so vorher in der Zigarette nicht gab, 
insbesondere Krebs erzeugende. Wie in Abb. 1 dargestellt, besteht Tabak analog zu anderen Pflanzenzellen aus 
ungefähr 300 natürlichen Substanzen, u.a.: 
• 
aus dem Zuckerpolymer Zellulose in den Zellwänden und Fasern; 
• 
aus dem physiologischen Kochsalz, Natriumchlorid. Wird Tabak angezündet, zerreißt die Hitzeenergie Kohlenstoffbindungen 
in der Zellulose. Das ZellulosePolymer wird in viele kleine Bruchstücke zerkleinert. Diese thermolytische Dissoziation 
erzeugt typischerweise Bruchstücke mit ungepaarten Elektronen, also hochreaktive Radikale (BECKER 1975). 
Ab 800°C zerfällt aber auch das Kochsalz in Radikale. Die ChlorRadikale reagieren mit den ZelluloseBruchstücken 
zu ChlorKohlenwasserstoffen. Auch größere polychlorierte Biphenyle und Dioxine/Furane werden im Anschluss an die Glutzone in der kühleren 
Kondensationszone der Zigarette gebildet. Halogeniert wird umso mehr, je weniger Sauerstoff in die Zigarette 
gezogen wird, wenn sie nur so vor sich hin glimmt, also unvollständig verbrennt. Die hohe Elektronegativität der Halogene 
treibt diese an den Kohlenstoff der Zellulosebruchstücke, die noch nicht oxidiert wurden (BECKER 1975, PAULING 1962). Der 
sog. Nebenstromrauch der nur passiv glimmenden Zigarette wird dadurch um das 100 bis 1000fache toxischer als der aktiv gezogene 
Hauptstromrauch. Der Schutz der Nichtraucher vor dem Passivrauchen ist dadurch zweifellos geboten. 
Insgesamt synthetisiert der Verbrennungsprozess aus den ca. 300 Naturstoffen des Tabaks mehr als 4.000 neue Substanzen. Davon 
sind übe  40 als Karzinogene identifiziert (BERATUNGSKOMMISSION 1995, JÖCKEL 2000). 
Die Zigarette wird zwar kürzer, sozusagen „beseitigt“, dennoch verschwindet kein einziges Atom. Die Atome werden nur auf 
radikalische, unregulierbare Weise neu miteinander kombiniert, teils zu harmlosen, teils zu sehr giftigen Substanzen. 
Wer diese Kenntnisse von der Tabakauf die Müllverbrennung überträgt, dem muss zwangsläufig Angst und Bange werden. 

——————————— Müllverbrennungsanlage: Fast ein Allesschlucker 

Denn in die Müllverbrennungsanlage (MVA) strömen im Vergleich zum Naturstoff Tabak viel mehr Schwermetalle, viel 
mehr Halogene, viel mehr Primärgifte bzw. Vorstufen für neue Giftbildungen ein. Der neunseitige „Positivkatalog“ des Marktführers 
Braunschweigische KohlenBergwerke (BKB) AG, die seit dem 31.3.2008 als Ausdruck der geplanten globalen Geschäftserweiterung 
in E.ON Energy from Waste (BKB, E.ON 2008) umbenannt wurde, gibt Auskunft über das breite Spektrum von 
Abfällen, die als BRAM, als Brennstoff aus Müll, angenommen werden. Aus der Medizin und Tiermedizin gehören Verbände, 
Chemikalien, abgelaufene Arzneien, Tierkadaver, Schlachthofabfälle usw. dazu. Seit der Neufassung der 17. BImSchV 
(BundesImmissionsschutzVerordnung) im Jahr 2003 können auch Abfälle zur Mitverbrennung beigemischt werden, die früher 
als sondermüllpflichtig galten (17. BImSchV 1990, 17. BImSchV 2003). 
Mancher fragt sich, warum so viel unbrennbares, auch wasserreiches Material, wie z.B. Klärschlamm, der heizwertreichen Fraktion 
aus AltKunststoffen und Holzresten hinzugefügt wird. Das hat feuerungstechnische Gründe: 
1) Die Erhitzung von Kunststoffen über einem Feuerrost erzeugt zuerst zähfließende Schmelzen. Diese würden das Feuerrost 
und die Steuerung des Verbrennungsprozesses verkleben und blockieren, wenn sie nicht von genügend unbrennbarem 
Ballast im Brennmaterial aufgefangen würden (BANK 1994). Deshalb wird z.B. der Inhalt der Gelben Tonne immer zusammen 
mit dem Inhalt der Grauen Tonne verbrannt. Ein Verzicht auf genügend Aufsaugmasse für die Kunststoffschmelze ist nicht möglich. 

2) Je höher die Temperaturen im Feuerraum, also am Kessel steigen, desto stärker greift das aggressive Rohgas die 
Anlagenwände korrosiv an. Das lässt sich z.T. durch die Art der abkühlenden Luftzufuhr 
in den Feuerraum und durch die Führung der Rauchgasschwaden kompensieren, aber auch der kühlende Effekt 
der Wasserverdampfung ist zusätzlich nötig. Der BRAM, Brennstoff aus Müll, neuerdings auch EBS, Ersatzbrennstoff, 
genannt, braucht einen größeren heizwertarmen Anteil als sog. „Kühlschrott“ (BANK 1994). 

Dadurch wird BRAM jedoch ein sehr inhomogenes Brennmaterial viel inhomogener als Tabak, Kohle oder gar Erdgas. Je inhomogener 
Brennmaterial ist, je unterschiedlicher die Schüttdichten und die Strömungswiderstände im Feuer sind, desto unmöglicher 
ist es, eine vollständige Verbrennung, eine vollständige Oxidation, zu erreichen. In jeder MVA, in jeder noch so modernen 
MVA kann es nur zur unvollständigen Verbrennung kommen. Ein Beweis dafür ist u.a. schon die Tatsache, dass neben dem 
vollständig oxidierten Kohlendioxid (CO2) aus jeder MVA auch in beträchtlicher Menge Kohlenmonoxid (CO) emittiert wird. Gemäß 
17. BImSchV sind davon 50 mg/m3 zugelassen ! Zwei unbestreitbare Umstände lassen sich also von der 
Müllverbrennung nicht wegdiskutieren: a) die stets nur unvollständige Verbrennung, b) die Thermolyse, die hochreaktive 
Radikale erzeugt, welche bevorzugt mit Halogenen also Chlor, Brom und Fluor neue, oft giftige Verbindungen eingehen. 
Deswegen lässt sich Giftbildung in der MVA keinesfalls vermeiden! Feuerungsanlagen sind entgegen der allgemeinen Ansicht 
ChemieReaktoren, d.h. Syntheseanlagen (GÜNTHER 1988), allerdings solche, bei denen die chemischen Synthesen nicht gezielt, 
sondern durch die Feuersbrunst angetrieben auf sehr chaotische Weise ablaufen! 

————————— MvA eine „Schadstoffsenke“? 

Es ist falsch, dass der Verbrennungsprozess in einer MVA Problemstoffe wie 

• 
schwermetallhaltige Farben, Pigmente, Stabilisatoren oder 
• 
halogenhaltige Weichmacher, Flammschutzund Konservierungsmittel sowie Herbizide, Insektizide oder als Nebenprodukte 
enthaltene Dioxine usw. einfach nur beseitigt, „Klar Schiff“ macht, nach dem Motto: „Aus 
den Augen, aus dem Sinn“. Es ist absolut falsch, wenn E.ON Energy from Waste in einer aktuellen Presse-Information schreibt: „Bei der 
Abfallverbrennung entziehen die modernen Anlagen der Umwelt nahezu sämtliche Schadstoffe und leisten somit einen bedeutenden 
Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, denn die Erzeugung der Energie ist überwiegend CO2-frei“ (E.ON 2008). 
Es ist genau umgekehrt ! Der BRAM geht zwar „Aus den Augen“, aber viele De-novo-Syntheseprodukte der Verbrennung gehen 
dann in den Sinn, in die lipophilen Strukturen unserer Haut, unseres Nerven-, unseres Immunsystems, in die Nahrungskette, 
in die Natur ! Gesund waren die Reaktionsprodukte von Verbrennungsprozessen im Abgas, in Asche und Schlacke noch nie!
 
                                                             In einer Feuerstätte von der üblichen Größe einer MVA werden ca. 
1026 - 1028 Radikale pro Sekunde erzeugt, die mit dem Sauerstoff aus der Verbrennungsluft reagieren (GÜNTHER 1988). Noch riesiger 
ist die Zahl der von der Hitze der Oxidationen angeregten anderen chemischen Radikalreaktionen und Radikalkettenreaktionen, 
die sich im Feuerraum und vor allem in der anschließenden Abkühlphase während der Rauchgasreinigung Sekunde für 
Sekunde ereignen. Strömungswirbel und Strömungsturbulenzen bringen die Reaktionspartner angetrieben von der kinetischen 
Energie auf chaotische Weise mehr oder weniger gut zueinander. Ebenfalls in Sekundenschnelle müssen sie dann in Strömen von 
bis zu 1m Dicke über die Abgaskanäle zum Schornstein hinaus. Es erscheint jetzt befremdlich, dass die 17. BImSchV für die 5.000 
bis 8.000 m3 Abgas, die pro Tonne Abfall entstehen, nur einen Dioxin-Anteil von 0,1 ng/m3 vorschreibt. 
Dennoch verteidigen auch namhafte Umwelthygieniker „moderne MVA“ als „klassische Schadstoffsenken“ (EIKMANN & EIKMANN 
2008). Sog. moderne MVA sind solche, die den Vorschriften der 17. BImSchV entsprechen. „Mit der 17. BImSchV trat am 1. Dezember 
1990 eine Regelung in Kraft, die für MVA in Deutschland die weltweit strengsten Emissionsgrenzwerte vorschrieb - insbesondere 
für Dioxine und Furane (0,1 ng/m3) sowie für Schwermetalle“ (EIKMANN & EIKMANN 2008). 
Ingenieure und Chemiker bewerten die MVA deutlich kritischer, wie eine ausführliche Diskussion kürzlich ergab (BÜRGERBEWEGUNG 
2008). Man konnte sich dabei auf zwei einschlägige VDI-Tagungen berufen (VDI 1986, VDI 1987). Dort stellte 
z.B. Herr Dipl.-Ing. G. Bröker fest: „Sog. ‚gute Verbrennungsbedingungen‘, wie hohe Temperaturen, angemessene Verweilzeiten 
bei hohen Temperaturen, hohe Turbulenzen durch verbesserte Feuerungsgeometrie, ausreichender Sauerstoffüberschuss, haben 
zu keinen sicheren und signifikanten Verminderungen der Dioxine/ Furane geführt“ (BRÖKER 1987). 
Die Dioxin/Furan-Bildung ist im wesentlichen materialabhängig. Feuerungstechnisch lässt sie sich kaum verhindern. Deswegen 
müssen sich die Propagandisten der „MVA als Schadstoffsenke“ fast allein auf die Effektivität der Rauchgasreinigung verlassen 
- und das bei 1026-28 Rauchgasprodukten pro Sekunde! Es gibt allerdings Untersuchungsberichte, wonach das in den 
1990er-Jahren eingeführte Quasitrockenverfahren - die abwasserfreie Sprühabsorption durch ins Rauchgas eingedüste Kalkmilch, 
evtl. plus Herdofenkoks - höhere Abscheidegrade für Dioxine/ Furane zeigt als zuvor die Nasswäsche (BRÖKER 1987). 
Aber, da der dabei entstehende Kalkstaub neben den Dioxinen/ Furanen auch Säuren, Stickoxide, Kohlendioxid und andere organische 
Komponenten abscheidet, wirft das Vielstoff-Gemisch „MVA-Abgas“ noch viele Fragen nach Verdrängungsprozessen auf 
dem Reinigungskalk oder nach dem Verbleib von MVA-Feinstaub und -Ultrafeinstaub auf! Wie wir aus der Dieselruß-Problematik 
im Straßenverkehr wissen (siehe auch den Beitrag von Frentzel- Beyme), erzeugt der direkt lungengängige 
Feinstaub und Ultrafeinstaub (Nanopartikel) eine viel gravierendere Toxizität als der in der 17. BImSchV genannte und 
gemessene Gesamtstaub, der gem. TA-Luft eine Partikelgröße > 10 µm hat. 

Aber selbst wenn die Rauchgasreinigung mit dem Quasitrockenverfahren so sensationell leistungsfähig sein sollte, liegen 
höhere Konzentrationen an halogenierten Dioxinen/Furanen in den Poren der MVASchlacke und in der viel Ruß enthaltenden 
Flugasche vor. Die früheren Erfahrungen mit dem Marsberger „Kieselrot“, das auf Sportplätze ausgebracht und dann 
wegen hoher DioxinEmissionen abgeräumt werden musste (MÜHLENDAHL 1992), und ein Münchener Gerichtsurteil, dass 
die Verwendung von Schlacke im Straßenbau verbot (PROBST 1995), widersprechen verharmlosenden Empfehlungen der MVABefürworter 
(EIKMANN & EIKMANN 2008). 

—————————————————— Zweifel an der „MvA als Schadstoffsenke“ 

Analysetechnische Zweifel 

Weitere Zweifel daran, die MVA als „klassische Schadstoffsenke“ anzusehen, ergeben sich aus der hohen Haftfähigkeit der halogenierten 
Dioxine/Furane an Rußund Staubpartikel. Diese planaren, symmetrisch geformten Moleküle haften in den 
tiefen, verwinkelten Nischen der Rußund Staubpartikel so fest, dass sie nur mit mehrstufigen Verfahrensschritten, kaum 
mit einer routinemäßigen Elution herausgelöst werden können. Die Gefahr, dass die anschließende Gaschromatographie/ 
Massenspektrometrie (GC/MS) zu niedrige Messergebnisse liefert, ist groß. Auf den VDITagungen wurde betont, dass das 
eigentliche Problem der „Dioxin“Messung vor der Analyse liegt. Der besonders erfahrene DioxinAnalytiker Prof. Dr. Hagenmaier 
und seine Mitarbeiter bestätigten: „Die nachfolgenden Verfahrensschritte im Laboratorium können perfekt durchgeführt werden 
und das Ergebnis kann dennoch bedeutungslos werden oder zu Fehlinterpretationen führen. Bei allen Feststoffproben (Flugaschen, 
Schlacken, Klärschlämmen, Sedimenten, Böden, Gewebeproben etc.) ist der Extraktionsschritt, d.h. das Herauslösen der PCDD und PCDF 
aus einer Probenmatrix mit einer Unsicherheit verbunden, die auch nicht durch Zugabe entsprechender interner Standardverbindungen 
gelöst werden kann“ (HAGENMAIER et al. 1987). 

Gefährliche Auslassungen 

Es ist zwar möglich, die 210 Isomere (Kongenere) der chlorierten Dioxine/Furane einzeln zu bestimmen, weil inzwischen entsprechende 
Standardsubstanzen kommerziell erhältlich sind. Aber die ebenso zahlreichen und mindestens ebenso toxischen bromierten 
und die fluorierten sowie die gemischt halogenierten Dioxine/Furane werden gem. 17. BImSchV nicht berücksichtigt. 
Dadurch wird ein beachtlicher Teil toxischer MVAEmissionen unterschlagen. Auch die sog. „diffusen Emissionen“, die beim Abreinigen sowie 
beim Verladen und Abtransport der großen Mengen an Feststoffen Schlacke, Flugstaub, Filterstäube aus MVA anfallen  werden gerne ausgelassen. 

——————————————Akkumulationsgefahr 

Die große biologische und chemische Stabilität der halogenierten Dioxine/Furane, ihre lange Persistenz in der aeroben 
Umwelt, die nur noch von den überhaupt nicht zerstörbaren Schwermetallen übertroffen wird, führt zwangsläufig zu einer 
kontinuierlichen Anreicherung dieser Gifte in der Umgebung ihrer Emissionsquellen, aber auch über weitere Distanzen. 
Die toxischsten Substanzen sind die 4fach und in der 2,3,7,8Position sehr symmetrisch substituierten Formen vom Typ des 
„Seveso“Giftes. Ihre Halbwertzeit im menschlichen Körper wird auf etwa 6 Jahre geschätzt. Dagegen haben die höher bis zu 8fach 
substituierten Dioxine/Furane einen sterisch sperrigeren Molekülquerschnitt. „Dadurch wird der Durchtritt durch 
Membranen stark vermindert. Sie können nur schwer zu den eigentlichen Zielorganen gelangen“ (GEYER et al. 1987). 

Die Hauptquelle für die Resorption und Akkumulation der PCDD/PCDF im Menschen ist tierische Nahrung Milch, Fleisch, 
Fett . Die Anreicherung in Pflanzen ist wegen des geringeren Fett/Lipidgehaltes in ihnen deutlich geringer. Niedrige DioxinKonzentrationen 
in Pflanzen können daher nicht als Beleg für die Harmlosigkeit von MVA- Abgasen gewertet werden. 

Auch bei uns heften sich die PCDD/PCDF aber ebenso die vielen anderen lipophilen halogenierten Verbindungen vom einfachen 
Vinylchlorid bis zu den polychlorierten Biphenylen (PCB) , die alle in MVA- Abgasen nachgewiesen wurden, aber gerne verschwiegen 
werden, bevorzugt an Fett oder fettähnliche Lipidstrukturen des Nervensystems, des Immunsystems und der Haut (BECK et 
al. 1987, GEYER et al. 1987, POIGER 1987). Wegen ihrer langen Persistenz verursachen sie dort vor allem funktionelle Störungen, 
die zunächst zu diffusen Beschwerdebildern führen, ehe sie sich als eindeutig mit Luftverunreinigungen assoziierbare Krankheiten 
ausprägen: Allergien, Asthma, Neurodermitis, atopische Ekzeme oder Erkrankungen des Nervensystems von nervösen Irritationen, 
wie Unduldsamkeit und sozialem Fehlverhalten, bis zu schweren psychischen Syndromen. Die chronische Volksvergiftung nach 
dem DosisZeitPrinzip ist in vollem Gang. 

Wie sich die lipophilen Umweltchemikalien also auch die MVAEmissionen weltweit verteilen und in die Nahrungsketten gelangen, 
wurde am Beispiel des Insektizids DDT (Chlorphenotan) analysiert (FORTH et al. 1992). 

-Ausbreitung persistenter chlororganischer Verbindungen 
-globale Verteilung 
-Verdampfung 
-Konzentration (mg/kg) 0,04 0,25 1,5 15 wie beim Insektizid DDT; 
aus FORTH et al. : PHARMAKOLOGIE und TOXIKOLOGIE, Bi-Wissenschaftsverlag 
Abb. 3: Ausbreitung persistenter chlororganischer Verbindungen DDT 

Jeder, der am Ende einer Nahrungskette steht, also auch der Mensch, wird automatisch zur „SondermüllDeponie“ für langlebige 
halogenorganische Produkte. Die „Neben“Wirkung des DDT fiel auf, als Albatrossen vor der Antarktis, die sich praktisch nur 
von Fischen ernähren, die Flügel während des Flugs zerbrachen. Es hatte sich in ihren Knochen zu viel vom DDT angereichert, das 
ursprünglich im Tropengürtel zur Vernichtung der AnophelesMücken, also indirekt zur MalariaBekämpfung, versprüht worden war. 
Die „Neben“Wirkungen von MVAEmissionen sind nicht so leicht zuzuordnen, weil ihre Verbrennungsprodukte mit denen anderer
Verbrennungsprozesse konkurrieren, z.B. dem Zigarettenrauchen oder dem Autoverkehr. 

So ist es fraglich, ob Tendenzen der MVALobby berechtigt sind, einen gewissen Rückgang der Dioxin/FuranKonzentrationen 
in der Umwelt, sogar in der Muttermilch (BGA 1993), in den zurückliegenden Jahren darauf zurückzuführen, dass MVA eben 
„Schadstoffsenken“ seien. Wahrscheinlicher ist es, dass dieser tatsächliche Rückgang dem Verbot von bleihaltigem Superbenzin 
folgt. Dieses Benzin enthielt neben BleitetraalkylVerbindungen als Antiklopfmittel auch halogenierte ScavengerVerbindungen 
(FangnetzVerbindungen), ein Gemisch aus Dibromund DichlorEthan. Sie sollten Bleirückstände im Motor verhindern. Man dachte 
ursprünglich, diese ScavengerVerbindungen würden in der Hitze des Motors völlig zersetzt. Inzwischen belegten 
Studien, dass daraus u.a. auch bromierte/chlorierte Dibenzodioxine und furane wurden. Daher nicht nur wegen der BleiEmissionen wurde 
der bleihaltige Sprit schnellstens verboten. Nach längerer Latenzzeit reduzierten sich folglich die Dioxinkonzentrationen in Umweltproben. 
Sie sollten nun aber nicht über mehr MVA wieder aufgefüllt werden! 


—————————————— Karzinogenität und hormonähnliche Wirkungen 

Das „Seveso“Gift, das TetrachlorDioxin (TCDD), gilt als das stärkste bekannte Karzinogen, um Größenordnungen wirksamer als 
andere bekannte Karzinogene, wie z.B. Aflatoxine (DEKANT et al. 1994). Aber es wirkt eben chronisch, nach dem DosisZeitPrinzip, 
über lange Zeit. Halogenierte Dioxine/Furane, wie das TCDD binden sich stark an einen speziellen Zellrezeptor, den AhRezeptor 
mit einer hohen Affinität zu polyzyklischen aromatischen Verbindungen (Ah = aryl hydrocarbon). Danach wandert der DioxinRezeptorKomplex 
in den Zellkern. Dort führt er zu einer Aktivierung der DNA und damit zu vermehrter EiweißSynthese. Am Ende können veränderte 
Enzymaktivitäten, Fehlfunktionen der Zellen und auch Entartungen der Erbsubstanz mit beschleunigter Zellvermehrung stehen, also die 
Tumorpromotion z.B. zum Leberkrebs ! 

Dioxine und andere technische polyzyklische aromatische Verbindungen, wie PCB, Lindan, DDT und andere Pestizide gehören 
aber auch zu den Umweltchemikalien mit nachgewiesener oder vermuteter hormonähnlicher Wirkung (GREENPEACE 
1996). Mehrere Wirkungsmechanismen werden diskutiert, z.B. die ÖstrogenHypothese: Die Schadstoffe (oder ihre Abbau
produkte) ähneln in ihrer chemischen Struktur dem Östrogen und rufen eine entsprechende Hormonwirkung hervor. Aber 
auch Androgenwirkungen können nachgeahmt werden. In utero kann die Oestradiolabhängige Hodenzellreifung beeinträchtigt 
werden, so dass später die Spermienproduktion reduziert und damit die männliche Fortpflanzungsfähigkeit behindert wird. 

——————————— Bioassays geben schneller und umfassender Auskunft 

Die Umwelttoxikologie/Umwelthygiene wünscht sich schnelle, zunächst orientierende Auskunft über potentielle Schadwirkungen 
von technischen Chemikalien oder VielstoffGemischen, wie MVA- Abgas, auf Ökosysteme und die Rückwirkungen dieser 
Schäden auf den Menschen. Es ist empfehlenswert, sog. MikrokosmosModelle für Vorabinformationen zu nutzen, wie 
Dr. Hans Preisendanz und ich es früher für den Nachweis von des neuen Kältemittels R 134a (Tetrafluorethan) einsetzen wollten. 

Es besteht aus acht Säulen, in denen jeweils eine wirksame Komponente unserer Umgebung, unserer Biosphäre, repräsentiert 
ist: energiereiche UVStrahlung, die Blitzentladung, Süßwasser, Sandboden, grüne Pflanzen, Moorboden, Kalkboden 
mit Vegetation und anaerober Sumpf. Alle Teile dieses Mikrokosmos sind über Gasschläuche miteinander verbunden. 
Die Gaszufuhr wird über eine Regeleinheit gesteuert. Es bestand der Verdacht, dass das FKW 134a, wenn es nach Leckagen von 
Kühlschränken und Kühltruhen in die Atmosphäre gelangt ist, dort dem Sonnenlicht ausgesetzt, wasserlösliche Spaltprodukte 
bildet, nämlich Flusssäure und Trifluoressigsäure. Wenn diese mit dem Regenwasser zurückkommen, könnten sie nach weiteren 
Umwandlungen u.a. zur Monofluoressigsäure alles Leben in der Biosphäre bedrohen. Dieses potentielle Risiko galt es, frühzeitig zu erkennen. 
Auch Schadwirkungen der Abgase aus MVA könnten mit solchem Bioassay, mit dieser Art „Feldversuch im Mikrokosmos“, 
rasch offenkundig werden. Man müsste das Modell nur passend abwandeln, z.B. eine Säule mit Gemüsepflanzen, eine Säule mit 
Kleintieren oder eine Säule mit menschlichen Zellkulturen ergänzen. 
Es wird sich mit Sicherheit erweisen, dass die Müllverbrennung eine Technik zum Schaden der Menschheit ist. Eindeutig besser 
wäre die NiedertemperaturAufbereitung aller Abfälle. Neben dem in diesem Heft beschriebenen „KryoKunststoffrecycling“ 
(siehe Beitrag von Rosin in diesem Heft auf S. XX ff.) könnte eine Technikunterstützte BiologischMechanischeAufbereitung 
(BMA) (siehe Beitrag von Bittel & Rosin in diesem Heft auf S. XX ff.), eine toxikologisch einwandfreie nützliche Ergänzung sein. 

Nachweise 

BANK, M. (1994): Basiswissen Umwelttechnik. VogelVerlag: 507568, 789846. 
BECK, H., ECKART, K., MATHAR, W., WITTKOWSKI, R. (1987): Isomerenspezifische Bestimmung von PCDD und PCDF in Humanund 
Lebensmittelproben. In: VDIBerichte 634, Dioxin: 359382. 
BECKER, H.G.O. (1975): Elektronentheorie organischchemischer Reaktionen. H. Deutsch Verlag: 120121, 514536. 
Beratungskommission Toxikologie (1995): Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen. Dt. Ärztebl. 92: B1986B1987. 
BGA (1993): Dioxine und Furane ihr Einfluss auf Umwelt und Gesundheit. Bundesgesundhbl. 36: Sonderheft ‚93. 
BKB (oJ): Positivkatalog. www.bkbhannover.de 
BRÖKER, G. (1987): Maßnahmen zur Verminderung der Dioxinemissionen an Müllverbrennungsanlagen. In: VDIBerichte 634, Dioxin: 515539. 
BÜRBERBEWEGUNG für KryoRecycling und Kreislaufwirtschaft (2008): Müllverbrennung die chronische Volksvergiftung. Bericht der 
Pfingstumwelttagung, Schwerte, 10.05.2008: Gelsenkirchen im Druck. 
DEKANT, W., VAMVAKAS, S. (1994): Toxikologie für Chemiker und Biologen. Spektrum Akad. Verlag: 4345, 258262. 
E.ON Energy from Waste(2008): PresseInformation, Hannover 08.04.2008, http://www.eonenergyfromwaste.com/Presse/466.aspx [letzter Zugriff: 13.6.2008]. 
EIKMANN, Th., EIKMANN, S. (2008): Machen MVA, MBA und SVA die Menschen krank? RECYCLINGmagazin 01: 2425. 
FORTH, W., HENSCHLER, D., RUMMEL, W., STARKE, K.(1992): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. BIWiss.
Verlag: 783787, 809814. 
GEYER H., SCHEUNERT I., KORTE F. (1987): Bioakkumulation von 2,3,7,8Tetrachlordibenzopdioxin(TCDD) und anderer polychlorierter 
Dibenzopdioxine (PCDDs) in aquatischen und terrestrischen Organismen sowie im Menschen. In: VDIBerichte 634, Dioxin: 317347. 
GREENPEACE (1996): Angriff auf das Hormonsystem. Kurzfassung der Studie: Reproduktionsschäden und Umwelthormone ein 
neues Umweltproblem? Eigenverlag, Hamburg. 
GÜNTHER, R. (1988): Kraftwerksfeuerungen und Umwelt. Spektr. Wiss. NR??: 7082. 
HAGENMAIER, H., BRUNNER, H., HAAG, R., KUNZENDORF, H.J., 
KRAFT, M., TICHACZEK, K., WEBERRUSS, U. (1987): Stand der DioxinAnalytik. In: VDIBerichte 634: 6189. 
JÖCKEL, K.H. (2000): Gesundheitsrisiken durch Passivrauchen. Dt. Ärztebl. 97: B2417B2422. 
MÜHLENDAHL, K.E. von (1992): Dioxin auf Sportplätzen. Sozialpädiatrie 14: 481. 
PAULING, L. (1962): Chemie eine Einführung. Verlag Chemie: 202. 
POIGER, H. (1987): Aufnahme, Verteilung, Metabolismus von PCDDs und PCDFs Vergleich Mensch/Tier. In: VDIBerichte 634, Dioxin: 389397. 
PROBST R. (1995): Schlacke ist Abfall und kein Baustoff. Süddeutsche Zeitung 11.01.1995. 
VDISchriftenreihe Bd. 3 (1986): Dioxine Vorkommen, Bestimmung, Bewertung, . VDI Verlag Düsseldorf. VDIBerichte 
634 (1987): Dioxin Eine technische, analytische, ökologische und toxikologische Herausforderung. VDIVerlag Düsseldorf. 
17. BImSchV (1990): Verordnung über Verbrennungsanlagen für Abfälle und ähnliche brennbare Stoffe. BGBl. I: 2545. 
17. BImSchV (2003): Verordnung über die Verbrennung und die Mitverbrennung von Abfällen (Neufassung). BGBl. I: 1633. 
 
Abstract 

Smoking tobacco creates >40 cancerogenes. How much more toxic the emissions of waste incineration must be? Per second there result about 
102628 reaction products by radical and radical chain reactions in an incineration plant. It is impossible to filter that huge 
amount of newly synthesized products. The stack gases cannot be harmless. In incineration plants there occurs only uncomplete 
combustion, uncomplete oxidation. Consequently a ot of halogenated toxins are formed besides 
chlorinated dioxins/furans also brominated, fluorinated and mixed ones, too. The emissions of waste incineration cause slow chronic 
poisoning of our health and chronic poisoning of nature. They contribute essentially to further ozonelayer depletion and climate 
change by a lot of greenhouse gases and great amounts of waste heat. 

Key words: Smoking cigarettes, radicals by thermolysis, uncomplete combustion, accumulation risk, bioassay