Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung Ulms sind bedeutende Teile heute noch sichtbar. Dazu gehören das Zundeltor mit dem Seelturm, der Gänsturm und der Metzgerturm. Die Stadtmauer ist noch vorhanden im Bereich der Straßen "Neuer Graben" und "Frauengraben", bei der Adlerbastei sowie an der Donau.
Der Metzgerturm schafft einen Durchgang von der Altstadt zur Donau. Der schiefe Metzgerturm ist ein wuchtiger Zeuge der Befestigungskunst um die Mitte des 14. Jahrhunderts. Der im Jahr 1349 errichtete Turm hat eine Höhe von 36,1 Metern. Die Mauerstärke ist 1,7 Meter, der Grundriss 7 mal 7 Meter. Die Neigung der Turmachse des schiefen Turms vom Boden zum First ist 2,05 Meter nach NNW. Der Durchbruch durch die Mauer unterhalb des Turms erfolgte erst 1930.
Der Gänsturm hat eine Höhe von 37,5 Metern, einen Grundriss von 12,5 mal 11,5 Metern und eine Mauerstärke von 2,3 Metern. Der Turm wurde um 1360 aus Buckelquadern der abgetragenen staufischen Stadtmauer errichtet. Im Jahr 1495 wurde der Turm um den Oberteil aus Backstein erhöht. Das ursprünglich hohe Spitzdach mit Glockenlaterne und Erkerkern wurde 1796 durch Beschuss von österreichischen Truppen zerstört. Im Jahr 1823 wurde ein neues, niedrigeres Pyramidendach mit Glockenlaterne aufgesetzt. Dieses Dach ist im Jahr 1944 abgebrannt. Im Jahr 1957 wurde der Turm mit einem am Metzgerturm orientierten schlichten Walmdach gedeckt.
Das Zundeltor und der Seelturm sind Bauten des 14. Jahrhunderts. Sie wurden im 19. Jahrhundert verändert. Der Seelturm ist ein Wehrturm der inneren Mauer. Das Dach des Turms ist noch original vorhanden. Ursprünglich diente der Turm als Lager für Pulver und Zunder, der für die Zündung des Pulvers erforderlich war. Das Zundeltor, das seinen Namen vom Zunder herleitet, wurde im Jahr 1870 durch die Stadtmauer gebrochen und im Jahr 1897 erweitert.
Diese Seite wurde erstellt am 02.04.2014.