Ravensburg weist eine sehr gut erhaltene Altstadt auf. Neben zahlreichen Türmen und Toren sowie Kirchen gibt es auch viele gut erhaltene Profanbauten.
Die wichtigsten Gebäude: Rathaus, Kornhaus, Seelhaus, Lederhaus, Waaghaus, Brotlaube, Vogthaus, Deutschordenshaus, Konzerthalle, Haus Marktstraße 26
Rathaus
Marienplatz 26, 88212 Ravensburg
Das Rathaus von Ravensburg wurde im Jahr 1386 erbaut und in den Jahren 1876 und 1930 umgestaltet. Es handelt sich um einen spätgotischen Steinbau mit repräsentativen Staffelgiebeln (aus späterer Erneuerung) und einem Glockentürmchen. Im Inneren befinden sich unter anderem zwei spätgotische Ratssäle. Von außen ist die Lage der Ratssäle an den Reihen schmaler Fenster erkennbar. An der Nordseite ist ein Renaissanceerker (Gerichtserker) aus dem Jahr 1571 (restauriert 1767). Am östlichen Eingang befindet sich eine Ravensburger Elle (reichsstädtisches Längenmaß von 61,59 Zentimeter).
Die beiden Ratssäle im Inneren besitzen gotische Holzdecken in Segmentbogenform. Die gotische Bank des 15. Jahrhunderts ist eine Seltenheit. Am westlichen Fensterpfeiler des Kleinen Saales befindet sich die Steinskulptur eines sitzenden Liebespaares (ca. 1400). Die Wandmalerei stammt aus dem Jahr 1581.
Kornhaus
Marienplatz 12, 88212 Ravensburg
Der spätgotische Fachwerkbau, der aussieht wie ein Steinbau, wurde im Jahr 1451/52 errichtet. Er ist mit einem Krüppelwalmdach ausgestattet. Das Kornhaus besteht aus der Erdgeschosshalle und drei übereinanderliegenden Kornböden. Im Jahr 1618 hat man das Sichtfachwerk durch ein vorgesetztes, teilweise bemaltes Blendmauerwerk aufgebessert. Das Kornhaus war Markt- und Lagerhaus für Getreide. Bis zum Jahr 1937 fand hier jeden Samstag der Kornmarkt statt. Seit dem Jahr 1984 beherbergt das Gebäude die Stadtbücherei.
Lederhaus
Marienplatz 35, 88212 Ravensburg
Das Lederhaus in Ravensburg wurde um 1400 als zentrales Verkaufslokal der Schuhmacher, Sattler und Gerber erbaut und 1512/13 vergrößert. Die Renaissancebemalung stammt aus dem Jahr 1574 mit Ergänzungen 1905/06. Dies ist eines der wenigen Gebäude in Ravensburg, das noch über Reste der ursprünglichen Bemalung verfügt. Die ursprüngliche Bezeichnung des Gebäudes ist Schuhhaus. Seit dem Jahr 1626 bürgerte sich der Name Lederhaus ein. Ab 1689 diente das Lederhaus als kaiserliches Proviantmagazin. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude als Spinnerei genutzt. Die Erdgeschosshalle beherbergte vom 17. Jahrhundert bis 1983 die Feuerspritze bzw. Feuerwache.
Waaghaus
Marienplatz 28, 88212 Ravensburg
Das Waaghaus befindet sich gegenüber dem Rathaus. Es wurde in den Jahren 1496/97 als städtisches Kaufhaus erbaut. Bemerkenswert sind die hohen Staffelgiebel. Auf dem Grundstück befand sich vorher das Heilig-Geist-Spital, das 1287 erstmals genannt wurde. Im Erdgeschoß des Waaghauses wurden die Waren auf spezifischen Waagen gewogen. Das erste Obergeschoß verfügt über einen Saal (die sogenannte Tuchhalle) mit spätgotischer Ausstattung und 14 Holzstützen. Der Saal wurde auch als Fest- und Tanzsaal genutzt. Der heutige Name Schwörsaal weist auf den Schwörmontag hin, an dem die Amtsträger und die Bürger der Stadt auf die Stadtverfassung schwörten. Das Gebäude wurde zuletzt in den 1970er Jahren renoviert. Dabei wurde leider die früher vorhandene Bemalung des Gebäudes im Renaissancestil nicht wiederhergestellt.
Brotlaube
Marktstraße 13, 88212 Ravensburg
Das Gebäude wurde im 15. Jahrhundert erbaut und im Jahr 1625 im Spätrenaissancestil erneuert. Es diente zunächst als städtisches Kaufhaus und später als Markthalle für die Waren der Bäcker, Metzger (Verkauf unter den Arkaden) und Kürschner (Verkauf im ersten Obergeschoss). Der im ersten Obergeschoss gelegene Renaissancesaal diente von 1698 bis 1881 als Theater. An der Fassade der Marktstraße befindet sich ein imposantes Prunkwappen. Heute ist im Haus die Städtische Galerie untergebracht.
Vogthaus
Charlottenstraße 36, 88212 Ravensburg
Das Vogthaus ist ein Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1474. Bis 1512 wohnte dort der Vogt der reichsstädtischen Herrschaft Schmalegg. Danach kam das Haus als Kaplaneipfründe an die Kirche St. Jodok. Von 1514 bis 1802 wurde das Haus von den Kaplänen der Katharinenpfründe bewohnt. In den Jahren 1955 bis 2004 war im Vogthaus das Städtische Museum untergebracht. Seit dem Jahr 2007 ist das Haus ein "öffentliches Wohnzimmer" der Stiftung Vogthaus.
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 22.12.2016.