Steckbrief
Name: Gotische Verglasung des Chors im Ulmer Münster
Ort: Ulm
Stadt/Gemeinde: Universitätsstadt Ulm
Landkreis: Stadtkreis Ulm
Regierungsbezirk: Tübingen
erschaffen: 1390 - 1480, 1955/56
Stil: Gotik
Erschaffer: u.a. Peter von Andlau
Touristenstraßen: Oberschwäbische Barockstraße-Hauptroute
Weitwanderwege: Oberschwäbischer Jakobsweg, Martinusweg-Hauptweg, Main-Donau-Bodensee-Weg (HW 4)
Großlandschaft: Schwäbische Alb
Naturraum: Mittlere Flächenalb
Die zu einem Teil noch erhaltene gotische Verglasung des Chors im Ulmer Münster gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Münsters sowie aller Kirchen im Raum Bodensee-Oberschwaben.
Der Chor des Ulmer Münsters wird von neun Fenstern umgrenzt. Sechs dieser Fenster stammen aus dem Mittelalter und sind von unschätzbarem Wert. Die vier ältesten Fenster entstanden in den Jahren 1390, 1400, 1410 und 1420. Die beiden jüngeren mittelalterlichen Fenster datieren in das Jahr 1480. Die drei neuesten Fenster wurden als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg zerstörten mittelalterlichen Fenster eingebaut. Sie datieren von 1955/56.
Die sechs mittelalterlichen Fenster
1. Ratsfenster (nördlich benachbart zum Kramerfenster)
2. Kramerfenster (Mitte des Polygons, Peter von Andlau aus Straßburg, bester deutscher Glasmaler der Spätgotik)
3. Medaillonfenster
4. Marien-Freuden-Fenster
5. Annen-Marien-Fenster
6. Johannesfenster
Im Jahr 2015 werden zum ersten Mal nach vielen Jahren die Chorfenster wieder ausgebaut, um Schäden vorzubeugen, die bei der anstehenden Restaurierung an der Chorfassade verursacht werden könnten. Zuvor wird ihr Zustand sorgfältig kartiert. Die Einzelscheiben werden dann vom Glasrestaurator zunächst Stück für Stück ausgebaut. Erst danach werden sie fachgerecht gereinigt. Anhand der Zustandskartierung werden die notwendigen Sicherungsmaßnahmen genau festgelegt. So werden zum Beispiel festgestellte Glassprünge punktuell geklebt, Bleiruten und gerissene Lötstellen überarbeitet sowie Haltekonstruktionen und Windeisen gerichtet. In Verbindung mit diesen Maßnahmen wird die alte Schutzverglasung aus sogenanntem Gartenglas, die im originalen Fensterfalz eingesetzt ist, ebenfalls ausgebaut und durch eine neue Schutzverglasung aus hochwertigerem Glas ersetzt, dem sogenannten Goetheglas. Eine Metallrestauratorin reinigt und restauriert die Quereisen und Anker sowie die an der Außenseite davorgesetzten Schutzgitter aus Kupferdrahtgeflecht, wobei zum Schutz spezielle Konservierungs- und Deckanstriche aufgebracht werden.
Blick vom Langhaus des Ulmer Münsters zum Chor
Südseite des Chors des Ulmer Münsters, Zustand 2015
Nordseite des Chors des Ulmer Münsters, Zustand 2015
Diese Seite wurde erstellt am 08.05.2015.