26. Juni 2017
Countdown bis zu den Buckelwalen: nur noch 1 x schlafen!! (dafür 2 Ausrufezeichen)
Unsere Vorfreude auf den morgigen Dienstag wuchs ständig. Die Facebook-Berichte der Whale Watching-Touroperatoren liess echt grosse Hoffnungen aufkommen. Die Wale waren dieses Jahr so zahlreich und aktiv wie kaum einmal vorher.
Von Noosa bis Mooloolaba (ausgespochen „Maluulaba“), etwas südlich vom Ort Sunshine Coast, dauerte kaum eine Stunde. Jedoch hielten wir an einigen Stränden entlang der gleichnamigen Sunshine Coast (Marcus Beach, Peregian Beach) an. Noosa ist eine der nördlichsten Surf-Beaches von Queensland, und je weiter südlicher wir kamen, desto mehr Surfer hatte es. Die Wellen am Strand waren bestens dafür geeignet. Uns jedoch lockte dieser typisch australische Sport immer noch nicht ;). Und so spazierten wir dem Strand entlang und genossen die wunderbare Aussicht.
Der Campingplatz für die Nacht war ebenfalls direkt am Strand und der Ort hatte sogar eine kleine Einkaufsmeile, wo wir ein paar Souvenirs und „Heibringsel“ erstanden. Hier bestätigt sich der Name Sunshine Coast. Selbst jetzt Anfang Winter scheint die Sonne den ganzen Tag und man kann ohne zu frieren mit kurzen Hosen spazieren.
Ansonsten war dies einer der weniger erwähnenswerten Campingplätze, allerdings war er an der perfekten Lage für unser morgiges Vorhaben. Wir mussten nur über die Strasse fahren und waren schon am Hafenparkplatz, wo wir wie schon so oft mit unserem „Monster“ mehr als einen regulären Parkplatz belegten. Stören tut dies hier jedoch niemanden.
27. Juni 2017
Countdown bis zu den Buckelwalen: fertig Countdown!
Heute war er also, unser langersehnter Whale Watching Tag!
Unsere Lieblingstiere auf einmal so nah zu sehen, diese „sanften Riesen“, wie sie Peter Reber so schön besingt [YOUTUBE].
Ganz unkompliziert wurden hier beim einsteigen lediglich die Namen auf einer Liste abgestrichen. Ticket zeigen? Braucht hier niemand ;).
Unser Boot war gut gefüllt, jedoch war immer noch für alle genügend Platz.
Etwa eine Stunde fuhren wir aufs Wasser und schon bald konnten wir am Horizont die Fontänen, die beim von den Tieren ausgestossen beim Auftauchen wird, entdecken. Oder waren es die riesigen Wasserspritzer („Explosionen“), die ein solch riesiger Buckelwal beim aus dem Wasser springen machte? Wir sollten es bald sehen.
Das Wasser war heute sehr ruhig, und dennoch wurde es uns leicht schwindelig.
Die beste Medizin, wie sich herausstellte, waren jedoch die Adrenalin-Einschübe, die wir erlebten, wenn die Tiere neben dem Boot auftauchten. Wow, da waren sie, und sie waren zahlreich. Anfänglich konnten wir „nur“ die Fontänen sehen beim Auftauchen, dann aber immer öfters auch Rücken- und Schwanzflossen. Majestätisch wie diese ca. 15 Meter langen Tiere durchs Wasser gleiten. Immer wieder einmal tauchen sie für mehrere Minuten ab, und tauchen dann ganz unerwartet wieder auf. Sie sind sehr neugierig, und deshalb schauen sie sich um, wer da rund um sie herum ist. Um die Tiere nicht zu erschrecken, wurde der Motor auf ein Mininmum an Schubkraft heruntergefahren.
Die Tiere schwammen am Boot vorbei, aber schon folgten die nächsten. Sie sind unterwegs aus den arktischen Nährgründen nordwärts Richtung wärmere Gewässer, wo sie ihre Jungen zur Welt bringen. Ca. auf Höhe Whitsunday Islands kehren sie dann wieder und schwimmen wieder südwärts; Jahr für Jahr.
Buckelwale gelten als die aktivsten Wale an der Wasseroberfläche und sind deshalb bei Whale Watching Touren sehr beliebt. Einige Tiere waren tatsächlich sehr aktiv, „winkten“ mit den langen, charakteristischen Brustflossen und tauchten dann wieder ab.
Als wir wieder Richtung Land fuhren, schwamm plötzlich eine Gruppe sehr neugieriger und aktiver Wale an unserem Boot vorbei. Urplötzlich sprangen sie aus dem Wasser und platschten mit ihren tonnenschweren Körpern kaum 50 Meter vor uns wieder ins Wasser.
Biologen sind sich sicher, dass diese Sprünge aus Spass sind, oder den Tieren zur Kommunikation mit weiter entfernteren Tieren dienten.
Nicht nur einer sprang aus dem Wasser, nein gleich mehrere, einmal sogar zwei miteinander. Dieses Schauspiel war einfach unglaublich und einmalig.
Für Sandra wurde es sehr schnell sehr emotional, die Freudentränen wollten nicht mehr aufhören. Der Puls stieg vor Freude in grosse Höhen ;-)!
Wir fühlten uns kaum einmal so glücklich wie an diesem Tag. So geheimnisvoll, so majestätisch, so elegant sind diese Tiere. Ein Kindertraum erfüllte sich für uns, obwohl wir vor noch 2 Wochen nicht daran geglaubt hätten. Wir waren nun auch definitiv sicher, dass wir die Tiere auf unserer Honeymoon-Reise wieder sehen möchten :-).
Zum Glück für die Spezies, die vor 20 Jahren noch fast ausgerottet war, hat sich der Bestand bis heute fast verzehnfacht und er steigt weiterhin an. Dennoch sind die Tiere weltweit weiterhin bedroht.
Wir freuten uns sehr über unseren vorherigen Entscheid, auch für morgen nochmals eine Tour gebucht zu haben. Eine solche Gelegenheit würde sich uns nicht gleich wieder bieten.
Diese zweite Tour wollten wir aber von Redcliffe, kaum 30 Minuten nördlich von Brisbane, unternehmen.
Nachdem wir uns von unseren vielen Emotionen erholt hatten, fuhren wir also weiter südwärts bis Redcliffe. Die Endorphine hielten jedoch weiterhin an.
Am Abend stiessen wir mit einem „Chlöpfmost“ auf unsere erste aber definitiv nicht letzte Begegnung mit diesen wunderbaren Tieren an.
28. Juni 2017
Am nächsten Morgen starteten wir wieder recht früh, denn die Wale warteten wieder!
Da wir dann doch etwas gar früh unterwegs waren, hatten wir noch Zeit einen Kaffee zu trinken. Die Cappuccinos hier sind echt gut, und auch an die Espressi (double shot) haben wir uns gewöhnt. „Long black“, Espresso mit viel Wasser ist weiterhin ungeniessbar ;).
Die „Eye Spy“, der Katamaran, der uns heute in die Moreton Bay und noch weiter hinaus führte wartete bereits am Jetty, australisch für Pier.
Dieses Schiff wird von der einzigem Frau Australien gesteuert, die das Whale Watching Brevet innehat. Selbst ist sie aber ein „Kiwi“, also Neuseeländerin.
Wir hatten uns dank VIP-Tickets Plätze im Oberdeck gesichert, und an unseren Tisch wurde auch noch ein älterer Herr gesetzt, Keith. Mit Keith hatten wir den ganzen Ausflug über sehr gute und angeregte Gespräche. Ein richtig "gesprächiger" Aussie.
Bald einmal erreichten wir die Gewässer, wo sich auch die Humpbacks befanden. Redcliffe befindet sich wie gesagt etwas südlicher als Mooloolaba, die Tiere sind aber nordwärts unterwegs, und so trafen wir schon bald einige von Ihnen an.
Heute waren sie etwas weniger „springfreudig“ als gestern, jedoch keineswegs weniger neugierig. Zwei schwammen sogar unter dem Boot durch. Man konnte die dunkeln Schatten klar und deutlich erkennen. Was für ein Bild!
Sie kamen so nah, dass wir fast meinten, sie berühren zu können. Es war nach gestern nicht mehr einmalig, aber zweimalig einmalig. Einfach genial, unbeschreiblich schön für uns. Wir konnten uns kaum sattsehen und von der Gegenwart der Tiere genug kriegen.
So war der Ausflug dann auch gefühlt viel zu schnell vorbei, obschon wir mehrere Stunden auf dem Wasser verbracht haben.
Auch heute waren die Tiere und das Adrenalin der beste Seasickness-Killer.
Am Abend hiess es für uns das erste Mal auch etwas ans Ende unserer grandiosen Reise zu denken. Seit über 9 Wochen waren wir nun schon unterwegs und lediglich zwei Nachtessen blieben uns noch im Wohnmobil. So galt es, Reste zu verwerten und gut einzuteilen, was für die beiden letzten Tage noch blieb.
Resultat: Weissweinrisotto mit Wein aus Childers (etwa eine Stunde südlich von Bundaberg) mit Champignons und Salat zur Vorspeise.
Ein richtiges Programm für morgen, den letzten Tag mit dem Wohnmobil hatten wir noch nicht. Jedoch wollten wir auf einem Campingplatz in Brisbane selbst übernachten, und hofften, dort einen Late-Check-Out zu erhalten, also nach 10 Uhr. Damit wollten wir genügend Zeit einplanen um das Wohnmobil einigermassen sauber der Vermietung zu retournieren.
29. Juni 2017
Am Morgen fuhren wir also los weiter südlich Richtung Brisbane. Weit war es allerdings nicht. So suchten wir auf Silvans Drohnen-App einen Ort, wo das Fliegen von den Behörden erlaubt war.
Schnell wurden wir auch fündig, beim Lake Samsonvale und dem kleinen Neben-See Lake Kurwongbah.
Von oben, also aus der Drohnen-Sicht, waren diese Seen noch schöner, da sie sehr zerklüftet waren und durch die Sonneneinstrahlung noch blauer schienen. Sie erinnerten uns an Seen, die wir auf Bildern aus Finnland gesehen hatten.
Beim Lake Samsonvale hielten wir in einer „Day Rest Area“ für ein paar Stunden und genossen einfach den Tag und das schöne Wetter.
Solche „Day Rest Areas“ sind grosse Picknickplätze, glichen in diesem Fall einer Badi ohne Bademeister, hatten verschiedene BBQ’s und WCs. Die Einrichtungen waren aufgrund der kürzlich angelaufenen Schulferien auch gut besucht. Dennoch war es nicht überlaufen und wir fühlten uns dort wohl.
Abends hiess es dann packen und entsorgen. Was soll überhaupt noch mit nach Hause? Und was nicht? Viele unserer Kleidungsstücke haben wir mit dem Hintergedanken mitgebracht, sie gar nicht wieder nach Hause zu nehmen. Wir fanden aber während unserer Reise keine wirklichen „Altkleidersammlungen“ oder ähnliches. Auch das Rote Kreuz hatte nur wenige Stellen. So fiel einiges an Kleidung einfach in die nächste Tonne. Es war allerdings auch wirklich keine Haute Couture mehr drunter ;).
So fand alles seinen Platz; auch die Souvenirs, für unsere Liebsten und uns selbst, suchten sich ihren Weg.
Zum Abschied von unserem Camper haben wir beim Campingplatz zum zNacht nochmal grilliert und den Kühlschrank von allen Resten befreit.
Hier merken wir ein weiteres Mal an, dass uns die frühen Sonnenuntergänge (gut 17 Uhr) langsam etwas auf den Wecker gehen ;-) Vielleicht denken wir auch einfach schon etwas an zu Hause, und freuen uns auf die langen Sommerabende, die uns nach unserer Rückkehr erwarten werden.
30. Juni 2017 - letzter Tag mit unserem Wohmobil
Die Reinigung des Wohnmobils und das Einpacken der letzten Habseligkeiten gingen schneller vonstatten als wir es erwartet hatten.
Ach ja, das Late-Check-Out hatte problemlos geklappt. Und so haben wir uns sogar noch die Freiheit genommen, etwas auszuschlafen und ein letztes Mal unser WoMo-Bett zu geniessen.
Die Rückgabe des Wohnmobils war ähnlich schnell wie die Übernahme. Es wurde kurz alles kontrolliert und schon wartete auch schon das vom Vermieter organisierte Taxi ins Stadtzentrum.
Nachdem das Taxi uns und unser Gepäck beim Hotel im Stadtzentrum abgeladen hatte gönnten wir uns erst einmal einen „Sprung“ auf das Hotelbett. Ach wie herrlich nach 3 Wochen im doch mehr-oder-weniger-bequemen WoMo-Bett, ein richtiges Bett zu haben.
Jedoch wollten wir auch noch etwas von der vielgelobten Stadt sehen.
Zurzeit gab es dort eine Ausstellung vom Comicverlag Marvel, wo man sich die Figuren und Geschichten des Marvel Cinematic Universums genauer ansehen konnte. Ein Paradies für Silvan. Und auch Sandra lernte noch einiges dazu bzw. überhaupt etwas mehr darüber wie Comicfiguren wie Spider-Man, Thor, Hulk und Captain America zusammenspielen.
Die Stadt hat relativ kurze Wege und schöne Ecken zu bieten. Der Fluss, äusserts ideenreich „Brisbane River“ benannt, und South Bank Parklands (Parkanlange) sind in diesem herbstlichen Sonnenschein ein idealer Ort um zu flanieren.
Da unser Hotel „zmitzt im Züüg“ war, waren wir auch umgeben von allen möglichen Shops. Dort erstanden wir noch einige Souvenirs und Kleinigkeiten, die wir nach Hause nehmen wollten.
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