18.5.17 Shark Cage Diving in Port Lincoln
Am Donnerstag um 06.00 früh war der Treffpunkt im Büro der Adventure Bay Charters, wo wir ein Zmorge bekamen. Gegen 07.00 fuhren wir mit dem Boot „Shark Warrior“ hinaus aufs Meer.
Die Crew bestand aus drei Personen, Elise, Sarah (Meeresbiologin) und dem Skipper Shep. Unterwegs wurde uns erklärt, dass wir zu zwei Standorten (zuerst South Neptune Island, dann North Neptune Island) fahren würden. An diesen beiden Stellen sei die Wahrscheinlichkeit einer Haisichtung am höchsten. Nur sehr wenige Weisse Haie bei den Neptune Islands verhalten sich aggressiv, bestätigte uns die Biologin. Viel eher sind Weisse Haie neugierig und wagen sich ganz vorsichtig an Neues heran. Man könnte als Mensch sogar dem Weissen Hai vors Maul ins Wasser springen und er würde einem nicht angreifen, sondern eher die Flucht ergreifen, weil er den Menschen nicht als Beute ansieht. Bei dem Shark Cage Diving besteht also nie eine lebensgefährliche Situation. Alles andere ist Hollywood.
Die Fahrt dauerte gut 3 Stunden und trotz Medikamenten und ein paar "Trick 77" wurden wir beide innert kürzester Zeit seekrank. Unsere Matrosen-Karrieren waren somit, nach der Kangaroo-Island-Fähre, definitiv dahin. Zum Glück haben wir noch nie ernsthaft mit dem Gedanken gespielt ;-)
Um ca. 10.00 gelangten wir zum ersten Standort. Um die Haie anzulocken werden keine Köder oder Fisch-Öl verwendet wie von anderen Touranbietern, sondern wird Musik auf Unterwasserlautsprechern abgespielt. Zusätzlich wird mit Gegenständen etwas Lärm auf der Wasseroberfläche gemacht, um zusätzlich die Neugierde der Haie zu steigern. So folgen die Haie lediglich den natürlichen Trieben, und gewöhnen sich nicht fälschlicherweise an die Fütterung durch Menschenhand. Wir konnten beide Neoprenganzkörperanzüge (sog. Wetsuits) anziehen, inkl. Haube und Schuhe. Für den Tauchgang gabs noch Gewichte, eine Taucherbrille und Pressluft-Schlauch. Da es auf dem offenen Meer immernoch ziemlich geschaukelt hat, ist der Abstieg in den Käfig gar nicht so einfach. Man muss ganz vorsichtig rückwärts das Leiterli ins kalte Wasser hinabsteigen. Dass das Wasser so kalt ist, merkt man dank dem Wetsuit fast nicht. Einzig an den Händen kann man die Temperatur fühlen. Unterwasser war auch das Geschaukle vom Boot kaum bemerkbar. Es hatte viele „Snapper“, die uns etwas an kleine Versionen von Thunfischen erinnerten. Sie kamen recht nahe an den Käfig heran, schwammen teilweise sogar hindurch. Aber vom Hai war keine Spur. Irgendwann begannen wir im Wasser zu frieren bzw. „mir händs gseh“. Der Captain wollte sich schon bereit machen um zum zweiten Ort zu fahren, da tauchten die Prädatoren doch noch auf. Zwei Haie aufs Mal, deren Rückenflossen hollywoodmässig an der Wasseroberfläche aufgetaucht waren.
Nach dem Mittagessen, von dem wir wegen unseren Magen-Kapriolen nichts probiert haben, fuhr die Crew weiter zum zweiten Standort. Aber auch dort war vorerst keine Spur eines Hais. Als der Skipper um 15.00 ankündigte, bis in 30min wäre der letzte Tauchgang möglich, danach müssten wir wieder zurück, ging Silvan nochmals in den Käfig. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es war bereits nach 15.30 und kurz bevor Silvan als letzter zum Käfig aussteigen wollte, als tatsächlich ein Weisser Hai wie aus dem Nichts auftauchte. Es ist schon ein unglaubliches Gefühl, diesem Raubfisch Unterwasser zu begegnen! Die Tiere sind ausserdem perfekt getarnt! Sie erscheinen aus dem Blau des Ozeans und verschwinden genauso schnell wieder, um kurze Zeit später aus einer ganz anderen Richtung wieder zu erscheinen.
Kaum hatte Silvan die Crew über die Sichtung informiert, war der Käfig voll von anderen Tauchern. Überglücklich über die Sichtung war die Seekrankheit auf der fast dreistündigen Rückfahrt wie verflogen.
Wieder zurück, mit "festem Boden" unter den Füssen waren wir überglücklich, einen tollen und einmaligen Ausflug erlebt zu haben.
Unser liebes Innenohr hat dann auch noch dafür gesorgt, dass wir in den Schlaf "gewiegelt" wurden. ;-)
19.5.2017 Port Lincoln
Leider war in unserem Hotel keine Verlängerung des Zimmers möglich, also mussten wir um 10.00 das Zimmer verlassen. Auch Zmorge gab es um 10 Uhr keinen keinen mehr im Hotel. Dazu kam, dass das Hotel am Hafen lag, ausserhalb des Stadtzentrums. Der Airport Shuttle fuhr erst wieder um 13.15 und ein Taxi wollten wir uns nicht rufen. Also gingen wir zu Fuss mit allem Gepäck ca. 3 km zum Stadtzentrum. Zum Glück hatten wir nur eine Weekender-Tasche dabei, und nicht unser ganzes Gepäck!
Bis wir dort ankamen war bereits Mittagszeit und wir gönnten uns einen ausgiebigen Zmorge-Zmittag. Danach riefen wir ein Taxi, das uns zum Flughafen brachte.
Dort angekommen, fiel uns auf, dass es auf diesem Mini-Flughafen keinerlei Security Checks bei den zwei Gates gab. Als wir die Boarding Passes abholen wollten, gab uns die Dame am Schalter die Tickets, ohne nach einem Ausweis zu fragen, da wir unsere vollen Namen nennen konnten. Dieser Flughafen besteht aus genau einer Starte- und Landepiste und es sind nur Inlandflüge (meistens nach Adelaide) möglich. Die Flugzeuge sind auch entsprechend klein und haben Turboprop-Antriebe. Der Flug von Port Lincoln nach Adelaide dauerte keine 50 min. Danach nahmen wir wieder den Bus zum Hotel. An der Busstation am Flughafen trafen wir wieder auf den gleichen Mitarbeiter wie schon bei der Hinreise. Er sagte uns, wie froh er doch sei, uns heil wieder zu sehen, das sei für ihn die Nachricht des Tages.
Zum Znacht gab es endlich einen richtigen Käse anstatt nur immer komischen Cheddar:
Gruyère AOP (sauteuer...!)
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