20. Juni 2017
Da sich in dieser Region rund um den Free Camping - Platz beim Boyne River keine Flughäfen in nächster Nähe befanden und sich die Area in keinem Nationalpark oder sonstigem „no fly“ Gebiet befand konnten wir wieder einmal Silvans Drohne starten lassen.
Diesmal filmten wir auch, wie lange und wie genau das alles vor sich geht, bis die Drohne einsatzfähig ist. Silvan ist aber schon sehr versiert, und kann die Handgriffe fast blind. Ein "Erklärvideo" also wurde es.
Zu unserem Erstaunen lag da am Ufer noch „etwas“. Beim näheren betrachten stellte es sich als Überbleibsel eines frisch gefangenen Fisches heraus, der sicher 50-60 cm lang war. Allein der Kopf war so lange wie Sandras Schuh; das einzige zum Vergleich, das wir gerade da hatten. ;-) Der Fischer hatte ihm offenbar seine guten, essbaren Teile abgelöst und den Rest wieder der Natur überlassen.
Weiter führte uns unser Weg, entlang der Zuckerrohrfelder, nach Agnes Water und dem Ort 1770 / Seventeen Seventy. Die Zahl ist uns langsam geläufig; das Jahr indem Captain Cook das erste Mal das Great Barrier Reef erkundigte. Irgendetwas musste also an diesem Küstenort vor sich gegangen sein. ;-) Übrigens ist dieser Ort (gemäss Wikipedia) der weltweit einzige Ort, dessen Name nur aus Ziffern besteht. Seine Postleitzahl ist jedoch ungleich seines Namens 4677 ;-)
In der Bucht von 1770 haben wir zuerst etwas zMittag gegessen und sind dann noch am Strand entlangspaziert.
Hier muss einmal noch etwas angemerkt werden, dass wir bisher in ganz Australien angetroffen, aber immer versäumt aufzuschreiben haben: Es ist Alles, aber wirklich Alles, auch das hinterletzte öffentliche Örtchen behindertengerecht (accessible). Der Picknickplatz hatte hier z.B. eine für Rollstühle befahrbare Rampe. Die WC’s haben sowieso immer mindestens eine rollstuhlgerechte Kabine. Und wenn etwas einmal nicht rollstuhlgerecht sein sollte (z.B. ein Bergwanderpfad), so ist immer mindestens für ein paar hundert Meter ein „Boardwalk“ eingerichtet, also so, dass zumindest zum ersten Lookout auch mit einem Rollstuhl hingefahren werden kann. Zudem hat es in den meisten öffentlichen WC-Anlagen (die es in jedem Ort gibt) meistens auch noch ein „Parents Room“, also ein WC mit Wickelstation und genügend Platz um die grossen und kleinen Kinder zu versorgen. Echt gut. Könnte man sich in Europa etwas abgucken. Wir finden diese Handhabung einfach genial. Ach ja, übrigens gibt’s auch viele Taxis, die rollstuhlgerecht eingerichtet sind. Die Aussies denken an alles.
In der Bucht haben wir übrigens noch einen Pelikan rumschwimmen gesehen. Ein weiteres „Hööggli“ auf unserer Tierbeobachtung-Liste! ✓
Es hatte auch noch „lustige“ Fische. Für uns nicht-Biologen sahen sie aus wie schwimmende Mäuse ohne Schwanz und ohne Beinchen ;). Was genau für Fische es waren, fanden wir nicht raus.
Die Nacht verbrachten wir in Bundaberg, dem Ort des weltberühmten Rums, wo wir am nächsten Tag die Distillerie besuchen wollten.
Vorab wollten wir in der Stadt noch die Tourist Info besuchen und haben uns (leider) auf unser sonst so zuverlässiges Navi verlassen.
Offenbar war das Info-Büro umgezogen, und man schickte uns mehrere Male „nur zwei Blocks“ weiter, bis uns dann schliesslich eine Frau zähneknirschend zugab, dass wir wohl doch noch gute 20 Minuten zu Fuss hätten. Aber wir waren schon zu weit von unserem Wohnmobil weg, und so gingen wir halt zu Fuss der Strasse entlang und hatten so immerhin wieder einmal ein paar Schritte getan. In letzter Zeit waren nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch die Wanderwege rarer geworden.
Dort angekommen erklärte man uns einige Dinge zur Distillerie und auch zur nahen Fraser Island, die wir in den nächsten Tagen besuchen wollten.
Überhaupt merkten wir am Abend, dass wir gar nicht mehr soo viel Zeit zur Verfügung hatten (ok, immer noch 2 Wochen). Jedoch erstellten wir das erste Mal so etwas wie einen Plan, damit wir uns die restliche Zeit noch gut einteilen konnten und alle Sehenswürdigkeiten genügend Platz hatten. (übrigens nur, um diese täglich wieder umzustellen, aber das ist das Schöne am Reisen im Camper ;)).
Wir hatten nämlich feststellen müssen, dass wir im viel erwähnten Hervey Bay gut eine bis zwei Wochen zu früh dran waren, um unsere geliebten Buckelwale zu beobachten. Die Touren starten alle erst Anfangs Juli… schade schade!
Doch durch Zufall stiessen wir auf ein Whale Watching - Angebot in Brisbane, also weiter südlich. Die Wale schwimmen nämlich nordwärts. Warum sind wir nicht früher auf diese Idee gekommen den Walen entgegenzureisen??
Diese Firma in Brisbane bietet schon Touren im Juni an, und gemäss den Bildern auf Facebook sowie einigen weiteren Online-Berichten waren die Tiere tatsächlich täglich zu sehen! Wow, bei Sandra setzte Schnappatmung ein ;).
Dabei wollten wir doch Buckelwale beobachten auf unserer Hochzeitsreise? ;-) Egal! Buckelwale sind schon seit unserer Kindheit die Lieblingstiere von uns beiden, warum also nicht öfters diese sanften Riesen beobachten?
Ab sofort drehte sich unsere Tourenplanung nur noch um das Whale Watching, dass Prio 1 erlangte neben allem anderen. Plötzlich ganz ungeduldig stellten wir fest, dass es noch über eine Woche dauern wird, bis wir nahe genug waren um an einer Tour teilzunehmen. Zur Schnappatmung kam nun noch der hohe Puls ;)!
21. Juni 2017
Am Morgen fuhren wir als erstes zur Bundaberg Rum Distillery. Dort erkundigten wir das Musem zur Entstehungsgeschichte des Rums und nahmen dann um 11 Uhr an einer Führung durch das Herz der Distillerie teil.
Wir erfuhren, dass jede Flasche hier noch einzeln von Hand abgefüllt wird. Sollte also irgendwo bei jemandem zu Hause eine solche Flasche stehen, oder man eine in der nächsten Bar am Tresen sehen, kann man davon ausgehen, dass da noch echte Handarbeit dahinter steckt.
Weiter erfuhren wir auch, warum genau eigentlich ein Eisbär das Logo des Rums ziert. So wie uns mitgeteilt wurde, wollte man einfach ein möglichst ungewöhnliches Tier für Australien wählen. Das ist der Eisbär ungefragt. Eine weitere Theorie besagt auch, dass man damit bekräftigen wollte, dass man Rum auch in den kalten Tagen geniessen kann, nicht nur im Sommer, wie es damals wohl üblich war.
Leider scheiterte an diesem Tag unsere Technik, die SD-Karte der Kamera ist futsch und die Bilder konnten wir leider bis auf ganz wenige bisher nicht wiederherstellen. Daher leider keine Fotos. ;-)
Die Fotos auf Tripadvisor sagen aber alles: Bundaberg Rum Distillery
Den Prozess vom Zuckerrohr bis zum Kristallzucker hatten wir bereits in der Zuckermühle in Sarina erlernt. Der Rum-Prozess ist ganz ähnlich, es wird auch eine Melasse erstellt. Dieser wird noch Hefe hinzugefügt. Diese Masse wird dann aber für mehrere Monate in einem riesigen Becken gelagert und ganz langsam umgerührt. So langsam, dass man es von blossem Auge kaum sehen kann.
Dann wird die Masse mehrere Male aufgehitzt und so Stück für Stück der hohe Alkoholgehalt im Brennkessel und im Destillierkolben "herangezüchtet". Zugegeben, wir verstehen den Prozess nicht ganz, aber es war spannend die ganze Maschinerie anzusehen und mitzuverfolgen.
Zum Schluss durften wir noch je 2 Varianten des Rums probieren. Die "Probiererlis" waren aber keineswegs "lis", sondern richtige Drinks. Hobbla, und das um die Mittagszeit! ;-) ....ganz gemäss dem Motto "Irgendwo ist ja immer 17 Uhr". Doch der Rum setzte uns logischerweise schon nach wenigen Schlucken zu, und so musten wir wohl oder übel die Drinks stehen lassen, da wir noch weiterfahren wollten ;).
Weiter fuhren wir durch die Maryboroughregion, wo es einige Weingüter gibt, bei denen man in den uns bereits bekannten „Cellar Doors“, also Probier-Kellern, die Weine der jeweiligen Rebberge probieren und erstehen kann. Wir entschieden uns für einen Weisswein, den wir dann zu einem zNacht mit Risotto geniessen wollten.
In der Stadt Maryborough sind wir an einem Bauernmarkt vorbeigekommen und haben kurzerhand angehalten. Neben den Frischwaren waren die „üblichen“ Stände vertreten, die genau denselben „Ramsch“ verkaufen, wie bei uns zu Hause ;). Einiges scheint also sehr global zu sein… Wir haben uns Gemüse und Gewürze gekauft und eine „German Bratwurst“ zum zMittag geholt. Schlecht war sie nicht ;)
In Maryborough wurde die Autorin der Geschichte von Mary Poppins 1899 geboren; was wir bis dahin nicht wussten. In der Strasse des Geburtshauses von Helen Lyndon Goff war an jeder Strassenampel das „Männlein“ ersetzt durch eine Mary Poppins. Ein lustiges Detail.
Online haben wir recherchiert, dass die kleine Helen 1902 bereits mit ihrer Familie den Ort verlassen hat, und dort nie mehr zurückgekehrt ist. Scheinbar konnte sie den Ort aber nie ganz vergessen, und deshalb wurde er auch im Namen der Figur verewigt.
In den nächsten Tagen feiert dort die ganze Stadt sogar das „Mary Poppins Festival“. Man schlägt also Profit daraus dort ;-).
Wir sind jedoch nach dem kleinen Einkauf weitergefahren bis Hervey Bay, wo erstmals richtig viele Plätze bereits besetzt waren auf dem Campingplatz. Es war das erste Mal an der Ostküste richtig viel los. Ein Vorgeschmack jedoch nur, was noch kam ;).
Jedoch haben wir uns auch den bestgelegenen Caravan Park ausgesucht, nämlich den direkt am Meer. Von unserem Standplatz aus waren es nur wenige Meter bis zum Strand, wo wir noch vor Sonnenuntergang etwas entlangspazierten und den Möwen zuschauten. Der Sonnenuntergang war wieder einmal einer der schöneren, da die Sonne fast direkt über dem Meer unterging. Die Bucht liegt geografisch nicht direkt gegen Osten, was diesen Sonnenuntergang ermöglichte.
22. Juni 2017
Von Hervey Bay aus war es nicht allzuweit (für australische Verhältnisse) bis Rainbow Beach, wo wir am nächsten Tag auf eine Tagestour nach Fraser Island wollten.
Im ebenfalls schönen Camping Village hatten wir wieder einmal eine sehr nette Begegnung mit 2 Australiern. Der Abwasch nach dem zNacht dauerte plötzlich fast 2 Stunden. ;-)
Eine solche Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit wie von den beiden hier haben wir wirklich noch nie erlebt. Obschon viele interessante Gespräche entstanden, so lange „verhockten“ wir sonst nie ;-). Wir sprachen über die Geschichte der Welt, über die Europareisen des anderen Ehepaares, über den Brexit etc.
Da wir uns gewundert hatten, dass in jedem Dorf ein „ANZAC“ War Memorial stand, erkundigten wir uns bei ihnen. Sie erklärten uns dann, dass vor allem der erste Weltkrieg ein sehr prägendes Ereignis für Australien war. Kaum einer der damals beteiligten Staaten hatte prozentual so viele Verluste wie Australien. 1914 hatte Australien gerade einmal 4 Mio. Einwohner. Viele junge Männer wurden dann eingezogen und kehrten nicht mehr lebend zurück. So ist fast eine ganze Generation von Australiern ausgelöscht worden. Deshalb finden sich in fast jedem Dorf War Memorials mit Schildern, die jeden Gefallenen mit Namen in Ehren halten.
Bis es dann draussen zu kalt wurde, und wir uns dann doch noch verabschiedeten.
Noch vor dem Nachtessen jedoch besuchten wir noch den „Carlo Sandblow“, eine riesige Sanddüne über dem Örtchen. Man hat von dort einen fantastischen Ausblick über die ganze Küste. Captain Cook hat 1770 bei seiner Entdeckung der Sanddüne den Namen eines seiner Besatzungsmitglieder gegeben.
23. Juni 2017
Viel Sand erwartete uns auch am nächsten Tag auf Fraser Island, der grössten Sandinsel der Welt. Die Insel steht unter UNESCO-Weltnaturerbe-Schutz und kann nur mit 4 WD-Fahrzeugen befahren werden. Übrigens heisst die Insel in der Sprache der lokalen Aborigines „K’gari“, was so viel wie Paradies bedeutet.
Wir buchten die „Nature Tour“ von „AdventureFree Tours“. Bereits um 7.30 ging unsere Tour los. Wir wurden mit einem mittelgrossen Allrad-Lastwagen abgeholt. Interessant ist die Überfahrt auf Fraser Island. An einem scheinbar wahllosen Ort hält eine kleine Autofähre (engl. barge) am Strand, ohne weitere Bauten. Nach der Übersetzung hält sie wiederum an einem solchen Ort, direkt am Strand. Und kaum war das Touren-Fahrzeug dort angelangt ging es auch schon los. Der Fahrer fuhr uns gekonnt über die Sandbänke des Strands. Wir fuhren weiter zur „75 Mile Beach“. Dieser Strand ist wirklich 75 Meilen lang und wunderschön anzusehen. Man fährt direkt am Wasser entlang auf dem Sand.
40 Stundenkilometer waren erlaubt, mit gut 85 fuhr er uns den Strand entlang. ;-) Aber auch die Inselpolizei war mit einiges mehr als den 40 unterwegs…. No worries also ;-).
Der Fahrer erzählte uns während der Fahrt viele Details zur Geschichte und Nutzung der Insel. Heute wird sie jedoch nur noch vom Tourismus besucht. Früher wurde auch Holzbau betrieben.
Zwei Hotel-Resorts befinden sich auf der Insel, der Rest ist eigentlich ein einziger riesiger Campingplatz für 4WD-Autos. Viele von ihnen campen direkt am Strand und haben eine wunderbare Aussicht oder einen idealen Angelplatz.
Weiter ging‘s durch den einen Resort (wo‘s ausnahmsweise ein paar Meter Teer hat) rein ins Innere der Insel. Fraser Island ist fast ganz bewaldet. Je nach Lage einmal mehr mit „normalem“ Wald, einmal mehr mit Regenwald. Die Strassen jedoch bleiben alle nur Sand. Dies hat zur Folge, dass der Sand zwar stellenweise etwas plattgedrückt wird, doch noch lange nicht überall. Die Schaukel- und Schüttelpartie war perfekt. Doch ausser ein paar Mal den Kopf etwas an der Scheibe anzuschlagen war diese Fahrt ein lustiges Erlebnis.
Wir hielten am Lake Birrabeen, einem Süsswassersee (beim kleinen Cousin des weit berühmteren aber auch viel mehr frequentierten Lake McKenzie) für einen kleinen Morning Tea. Es gab Tee, Kaffee und Biscuits.
Der See ist einer der wenigen auf der Welt, die weder einen Zu- noch einen Abfluss und auch keinen Kontakt zu Grundwasser haben, sondern nur von Regenwasser leben. Solche Seen werden „perched lakes“ (schwebendes Grundwasser) genannt.
Man hätte dort baden können, das Wasser war traumhaft klar und wunderschön blau gefärbt in der Morgensonne. Jedoch war es uns noch etwas zu kalt. Nur ein einziger Tourteilnehmer getraute sich an diesem Morgen schon ins kühle Nass ;-) Ein amerikanischer Chemielehrer, der in Hong Kong unterrichtet. Er war einer der Sorte „wirklich netter, aber nie ruhig“ ;)
Weiter führte unsere Tour wieder durchs Dickicht der Regenwälder zur „Central Station“, die wie der Name schon sagt, in der Mitte der Insel liegt. Es ist allerdings keineswegs eine Bahnstation; Eisenbahnen gibt und gab es auf der Insel keine.
Dort „schickte“ uns unser Guide auf einen kurzen Spaziergang entlang eines herzigen Flüssleins mitten durch den Wald, während er unseren BBQ-Lunch vorbereitete.
Ein echter Service :-) Als wir zurückkahmen, warteten da schon die frisch grillierten Steaks, Salate und (einigermassen geniessbares, da wahrscheinlich heute früh gebackenes) Brot an einem gedeckten Tisch.
Eine schöne Auswahl von Allem, was das Herz begehrt. Sogar eine ganze Kühlbox voll Wein und Bier und andere Softdrinks waren auch da. Da der Rotwein allerdings auch gekühlt war, entschieden wir uns für Weissen ;).
Das gemeinsame Essen am langen Tisch war ein schöner Anlass, sich etwas mit allen Teilnehmern zu unterhalten. Ein gemütliches Mittagessen, mit leider einem etwas abrupten Ende. Der Fahrer musste einen „Zeitplan“ einhalten. Einer der Nachteile an einer geführten Tour ist immer diese Zeit… der ganze Tag wird von einem etwas gehetzten Unterton begleitet…. Jedoch wären wir wahrscheinlich mehr als 1 x stecken geblieben, hätten wir die Insel selbst befahren. ;-) Weiter also.
Wir fuhren noch etwas der Küste entlang zu einem Schiffswrack, der „SS Maheno“, die hier während eines Zyklons auf Grund ging. Eigentlich sollte sie nach Japan gebracht werden, um dort verschrottet zu werden. Jetzt hat sie ihren letzten Platz hier auf Fraser Island gefunden. Zugegeben, ihr verrostetes Äusseres hat an diesem Strand, in der gleissenden Sonne irgendetwas Schönes, etwas geheimes, und sie ergibt einfach ein schönes Fotomotiv.
Etwas weiter nördlich befinden sich noch die „Pinnacles“, Sandsteinformationen mit verschiedenen Farben. Jedoch waren diese kaum zu erkennen, da die Sonne genau von dahinter uns in die Augen schien.
Als Abschluss der Tour machten wir noch Halt beim „Eli Creek“, dem grössten der 125 Süsswasserflüsse der Insel. Das Wasser war wiederum sehr klar, etwas kühl, aber das ergab für uns eine schöne Erfrischung. Diesmal waren wir die einzigen, die ins Wasser gingen ;)
Und dann war es auch schon wieder Zeit retour zufahren. Da der Eli Creek sehr weit im Norden der 75 Mile Beach lag, fuhren wir fast eine Stunde lang dem Strand entlang zur Südspitze von Fraser Island, wo der Kahn auf uns wartete, um uns zurück zum Festland zu bringen.
24. Juni 2017
Am nächsten Tag fuhren wir nicht weit bis nach Noosa, wo uns fast der Schlag getroffen hätte. Wir wussten zwar, dass tags zuvor die Schulferien begonnen hatten, allerdings mit so vielen Leuten hätten wir dann doch nicht gerechnet. Nordring am Morgen, aber in einem kleinen Örtchen. Überall „wuselten“ Fussgänger herum, Parkplätze Fehlanzeige ;-).
Ja, hier war er wieder einmal, dieser „menschenscheue“ Teil in uns, den wir uns angewöhnt hatten. ;-). Wir waren uns aber auch bewusst, dass wir den nun endgültig hinter uns lassen mussten. Denn je mehr südwärts, und damit näher an Brisbane wir kamen, desto mehr Leute würden uns erwarten.
Nichts desto trotz machten wir erst einmal „rechtsumkehrt“ und fuhren stadtauswärts, Richtung Campingplatz. An der Promenade machten wir noch Halt, dort wo es etwas weniger belebt war, etwas… ;)
Der Noosa River ist bekannt für seine „Everglades“, ein Öko-System das wir nur aus Florida-Erzählungen kennen. Jedoch gibt es zwei Everglades-Flusssysteme, und eines war nun eben hier in Noosa. Es hat allerdings keine bissigen Alligatoren im Fluss wie in Florida, dafür Bullenhaie, die hier ihren Brutplatz haben. An baden war also schon mal gar nicht zu denken.
Dennoch mieteten wir für den nächsten Tag ein kleines Boot um ein paar Stunden auf dem Fluss zu verbringen. Und dann ging‘s retour, raus aus dem Gemenge. Die Ruhe auf dem Campingplatz war ein Segen. ;-)
25. Juni 2017
Auf diesem Campingplatz konnte man einen Stellplatz mit einem privaten Badezimmer mieten, „Ensuite Site“ nennt sich das. Da wir bereits auf vielen verschiedenen Plätzen waren, z.T. mit Duschen, bei denen man nicht ganz sicher war ob man vorher oder nachher sauberer war… jedoch auch auf solchen die wirklich die angegebenen 5-Campingsterne verdienten, wollten wir nun auch dieses Angebot noch ausprobieren. Schön war es natürlich als erstes, dass dieses Badezimmerlein mit WC und Dusche nur ein paar Schritte entfernt war. Hier müssen wir jedoch zugeben, dass wir auf den anderen Plätzen kaum mehr als ca. 50 Meter zum nächsten Sanitärblock (engl. amenities) gehen mussten. Und doch haben wir dieses Angebot wirklich genossen.
Da wir hier 2 Nächte gebucht hatten, war auch wieder einmal etwas ausschlafen angesagt. Obwohl das eher Silvan zu Gute kommt. Sandra schläft einfach auf diesem Camperbett eher schlecht bzw. weniger lang am Morgen.
Um 11 Uhr hatten wir unser Böötli gemietet. Nach einer kleinen Einführung und übrigens ohne notwendige Lizenz („because it’s too easy“) fuhren wir gleich los auf den Fluss.
Verschiedenfarbige Bojen gaben an, wo sich Untiefen und Sandbänke befanden. Glücklicherweise hat man uns aber noch einen Guide mitgegeben, denn wirklich merken konnten wir es uns nicht.
Auf dem Fluss herrschte Rechtsverkehr. Aha! Das können wir natürlich ;)
Kleiner Einschub hier; unser „Linksfahr-Fehler“-Contest steht 25:19. Sandra hat 25 Fehler…. Und es sieht ganz so aus, als würde Silvan das Restaurant in Sydney auf Sandras Kosten auswählen ;).
Das Boot selbst, genannt „Supa Cruiser“ war eine etwas lahme Ente ;). Richtig Pfupf hatte es keinen, aber dann schraubten wir halt unsere Abenteuer-Gene etwas runter und „chillten“ gekonnt auf dem Boot. Kein Wunder also, warum man keine Lizenz dafür braucht.
Der Fluss führt vorbei an den Villas der Schönen und Reichen von Noosa, das wie wir gelesen haben etwas das Pendant von St. Tropez in Australien ist.
Weiter nordwärts nahmen die Bauten dem Fluss entlang ab und der Fluss war schön ruhig und angenehm zu befahren. Einzig „brenzlig“ wurde es, als wir zu einer „Cable Ferry“, einer Autofähre an Stahlseilen, vorbeifahren mussten. Unser Boot hatte einfach zu wenig Speed, und so mussten wir etwas bangen, ob wir nicht der Fähre in den Zeitplan pfuschten. Denn die Strecke mit der Fähre ist sehr sehr kurz (hier fragen wir uns auch, ob nicht eine Brücke die bessere Lösung wäre...), jedoch mit einem solchen kleinen „Pfupfli“ wie wir es fuhren, konnten auch die paar Meter etwas ausmachen ;).
Nach dem wir das Boot wieder ganz retour gebracht haben, sind wir dann wieder retour zum Campingplatz, mit einem kurzen Halt bei Woolworths, um etwas BBQ-Fleisch zu ergattern für den zNacht.
Countdown bis zu den Buckelwalen: nur noch 2 x schlafen :-)