29.4.17 Flug
Um 2 Uhr morgens standen wir bereits auf, in der Hoffnung, dem Jetlag etwas entgegenzuwirken. Ein folgeschwerer Irrtum, wie sich das noch zeigen würde….
Heinz, Sandra’s Vater, holte uns ab, und brachte uns zum Flughafen Kloten, wo wir eincheckten und auch noch Willy & Cécile (Silvan’s Eltern) dazutrafen, und wir in der „Bye Bye Bar“ einen letzten, feinen Schweizer Kafi genossen.
Die hochgelobte Singapore Airlines erhielt aus unserer Sicht etwas zu viel Vorschuss-Lorbeeren. Die Sitze des A380 sind weder grösser, komfortabler, noch weniger altbacken als in anderen Flugzeugen. Stundenlang kriegten wir kein Wasser und der Abfall wurde nicht eingesammelt. Im grossen Ganzen ist das aber „gmotzed uf ganz höchem Niveau“; der Flug war ruhig und grösstenteils angenehm, das Essen war auch gut, wenn man diverse andere Airlines vergleicht. Einzig schlafen konnten wir nicht wirklich, und so kündigte sich der Jetlag schon bald an...
30.4.17 Singapur China Town & Marina Bay
Wir landeten um 6 Uhr früh Ortszeit (Mitternacht Schweizerzeit), und waren zu dieser Zeit schon viel zu lange wach.
Über die Singapore-Airlines konnten wir ein Stopover-Programm buchen, welches diverse sehr grosszügige Inklusiveleistungen beinhaltete, so auch den Gratistransfer vom und zum Flughafen.
Das Hotelzimmer war jedoch „erst“ um 12 Uhr bereit. Daher erkundeten wir zu Fuss etwas die Umgebung, z.B. die Supertrees und das Marina Bay Sands. Zeitweise fiel es uns aber sehr schwer, die Augen offen zu behalten, da halfen nicht einmal mehr Kaffees aus Chinatown.
Zur Erholung gönnten wir uns dort aber noch eine fernöstliche Massage, eine sehr sehr wohltuende Massage! Bald konnten wir uns dann völlig entgegen dem Tagesverlauf in das bequeme, grosse Hotelbett legen und verdient ein paar Stunden schlafen.
1.5.17 Singapur
Am Montag haben wir dann bis ca. 9 Uhr ausgeschlafen. Wir waren dann am Montagmorgen frisch für den neuen Tag.
Gefrühstückt haben wir im nahen Chinatown. Danach fuhren wir zur Harbour Front, der „Talstation“ für das Gondelbähnli nach Sentosa-Island. Es führt ein Schweizer CWA-Gondelbähnli von Singapur zu der kleinen, vorgelagerten Insel Sentosa. Die Station an der Harbour Front befindet sich im 15. Stock des Gebäudes. Die Bahn führt somit recht hoch über das Meer, aber sie ist nicht besonders lang. Da eine Gondelbahn hier offenbar ein Novum für viele Touristen darstellt, ging das „Boarding“ relativ langsam von statten. Für knapp 30 Personen benötigten wir mehr als 5 Minuten, obwohl eine Gondel bis zu 8 Personen fasst. Optional gäbe es noch ein sauteures Erinnerungs-Foti dazuzukaufen, worauf wir aber gerne verzichteten.
Sentosa ist ein einziger Vergnügungspark mit Achterbahnen und Erlebnisfahrten. Wir waren lediglich auf dem "Tiger Tower" und im Nachbau der Merlion Statue. Unser Stopover-Programm ermöglichte uns diverse Gratisfahrten. Der "Tiger Tower" ist eine drehende Kabine die auf ca. 50 m hochfährt, damit man eine schöne Panoramasicht über ganz Sentosa und im Hintergrund Singapur erhält.
Merlion ist der Legende nach ein Löwe mit einem Fischkörper und das Wahrzeichen von Singapur. Löwen sind aber nicht verbreitet in Singapur. Auf Sentosa wurde das Wahrzeichen, das auch an der Marina Bay zu finden ist, nachgebaut und man kann auf den Kopf des Fabelwesens steigen. Wobei steigen das falsche Wort ist, es führt ein Lift hoch. Wie überall in der Stadt...man muss sich kaum bewegen um von A nach B zu kommen. Massentourismus pur ;-)
Dort oben, auf dem Kopf des Löwens, stiessen wir auf vietnamesische Touristen, die unbedingt Fotos mit uns beiden machen wollten. Möglicherweise wegen unseren hellen Haaren und des europäischen Aussehens. Natürlich erfüllten wir unseren Reisefreunden diesen Wunsch gerne ;-)
Ein Taxifahrer erzählte uns auf dem Rückweg in die City viel von Singapur. Er diente früher der singapurischen Armee und war stationiert in Australien. Unter Anderem musste er dort den örtlichen Soldaten helfen, die zu grosse Anzahl Kängurus zu dezimieren (mit 5,6 mm Geschossen ;)). In einer Case-Study des Militärs lernte er zudem, dass die Schweiz immer noch eine Alpenfestung und somit schwer anzugreifen aber einfach zu verteidigen sei. Ein Mythos, der schon seit Jahrzehnten obsolet ist. Auch wusste er, dass alle Schweizer eine Waffe zu Hause haben.
Der Umrechnungskurs des Singapur Dollars ist ca. 1 SGD = 0.70 CHF. Dies berechneten wir mit quasi 30% Rabatt auf alles; eine schöne Rechnungsweise, die einem etwas in Shoppinglaune bringt. Manche Produkte (vor allem Import-Produkte und Alkohol) sind viel teurer als bei uns, und andere viel günstiger.
Die Orchard Road mit allen ihren Shops und weltberühmten Markenläden war interessant anzusehen, jedoch war es für Sandra etwas eine Tortur, dort nichts einzukaufen, da unser Gepäck nicht zu Beginn der Reise schon überladen sein sollte. Wir liefen die gesamte Orchard Road entlang, um einen Supermarkt zu finden. Ganz versteckt im Untergeschoss eines Einkaufszentrums fanden wir dann tatsächlich den Cold Storage, wo wir etwas zu Trinken und Znacht posteten. Nach der tropischen Hitze und den vielen Fusskilometern hatten wir uns eine kleine Auszeit verdient.
Ganz im Sinne der drakonischen Bussen für Ordnungswidrigkeiten, die in Singapur überall gross angeprangert sind, ein kleines Video von Silvan als Hobby-Outlaw.
Nach einem superfeinen zNacht in einem brasilianischen Rodizio spazierten wir gegen 22 Uhr zum Riesenrad „Singapur Flyer“ (auch "gratis" im Stopover-Programm!), in welchem man ganz Singapur inkl. den Supertrees und das Marina Bay Sands Hotel überblicken konnte.
Hier noch einige Panoramas von Singapur von Marina Bay aus.
Allgemein empfanden finden wir Singapur aber nicht sehr Besonderes. Es ist eine Grossstadt wie jede andere „grosse Stadt“ auch. Zugegeben, die Diversität in der Architektur ist schon eher selten anzutreffen. Trotzdem ist Singapur „over-rated“. Wir müssen ehrlicherweise aber auch erwähnen, dass Grossstädte besichtigen nicht der Hauptgrund unserer Reise sind.
Zwar sind praktisch alle Schilder und Informationen meist in Englisch angeschrieben, viele Einwohner sprechen aber kein wirklich verständliches Englisch. Teilweise verstehen die Leute nicht einmal Englisch (so schlecht ist unser Englisch nun auch nicht... ;-)).
Wikipedia hat uns verraten, dass in Singapur vor allem auch Chinesisch und Tamil sowie Malaiisch gesprochen werden. „Kaukasische“ (westliche) Touristen bilden ebenfalls die Minderheit.
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