12./13.5.2017 Naracoorte & Cape Jervis
Angekommen in Naracoorte machten wir uns zuerst auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht und wurden im Country Roads Motor Inn fündig. Es gefiel uns sogar so gut, dass wir gleich von Anfang an zwei Nächte buchten.
Tags darauf besuchten wir die Naracoorte Caves. Die Höhlen und das Naturkundemuseum veranschaulichen anhand von Gesteinsschichten und Fossilen von längst ausgestorbenen Tieren aus Australien die Evolution seit den letzten Eiszeiten. In Australien gab es einmal ein Beuteltier, das so aussah wie ein heutiger Bär, aber mit Schulterhöhe von gut 2 Metern, ein Mordstier. Dieses Ungetüm musste etwa 2-3 t gewogen haben, ernährte sich aber von Pflanzen. Ausserdem erfuhren wir, dass es einmal einen Beutellöwen und einen Beuteltiger gegeben hat.
Die Betreiber des Motels hatten uns den Tipp gegeben, dass es in Coonawarra, eine halbe Stunde südlich, ein ganzes Dorf mit lauter Winzereien gibt. Dort kann man bei so genannten "Cellar Doors" verschiedene Weine degustieren. Also fuhren wir nach den Höhlen nach Coonawarra und probierten uns durch die Winzereien durch. Die meisten Weine sind Rotweine vom Typ Cabernet Sauvignon und Shiraz oder Chardonnay Weissweine. Es gibt hier tatsächlich Rotwein mit Blööterli ("sparkling red wine"). Einige der degustierten Weine schmeckten uns so gut, dass wir davon eine kleine Flasche (sog. Piccolos) kauften, um an den folgenden Abenden zu geniessen.
Am zweiten Tag sind wir morgens früh losgefahren, da ein sehr langer Weg (400km) nach Cape Jervis vor uns lag. Wir fuhren also mit ein paar Pausen bis Tailem Bend durch, um dort von der vorgeschlagenen auf eine abenteuerlichere Route auszuweichen. An Wellington vorbei führt eine Nebenstrasse nach Victor Harbor. Diese Strasse endet nach kurzer Strecke und ist nur weiter befahrbar über eine recht seltsame Mini-Autofähre. Sie führt über einen Fluss der keine 50m breit ist und pendelt an zwei seitlich befestigten Seilen zwischen den Ufern hin und her. Die Wartezeit ist dementsprechend kurz. In Langhorne Creek gibt es noch eine Weinregion, wo wir auch einige Weine degustiert und gekauft haben. Eigentlich besteht die ganze Region hier im Südwesten von South Australia aus Weingütern, Schaf- und Viehzuchten sowie Weideland und Wald. In Victor Harbor machten wir auf gut Glück Halt und landeten auf der überraschend sehr schönen Granite Island. Auf diese kleine Insel führt ein Steg, der von Fussgängern wie auch einem Oldie-Tram befahren wird. Dieses Tram hat genau einen Waggon und wir von einem Pferd über den Steg auf die Insel und zurück gezogen. Die Insel ist eher unscheinbar, es hat aber sehr schöne Steinformationen ähnlich den Nobbies auf Phillip Island oder Remarkable Rocks auf Kangaroo Island. Die Insel ist so klein, dass sie in einem 45-minütigen, gemütlichen Spaziergang umrundet ist. An der Strandpromenade von Victor Harbor kann man ausserdem Kamel- und Ponyreiten.
Von Victor Harbor sind es noch ca. 60 km nach Cape Jervis, dem Hafenort, wo die Fähre nach Kangaroo Island ablegt. Mehr als das hat Cape Jervis offenbar wirklich nicht zu bieten. Das Dorf ist sogar so klein, dass der General Store und das einzige lokale Restaurant und die einzige Bar und die einzige Spielhöhle und das einzige Wettbüro im selben Gebäude untergebracht sind.
zum nächsten Beitrag: Kangaroo Island