26.5.17
Der Kings Canyon ist nur wenige Minuten vom gleichnamigen Resort entfernt. Dort gibt es verschiedene Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Der einfachste, der etwa eine Stunde dauert, führt den Fluss Kings Creek entlang in den Canyon hinein. Ein weiterer Wanderweg ist der sechs km lange Rim Walk. Dieser führt über eine sehr steile Treppe, zu Beginn auf den Canyon hinauf, wo man diesen dann komplett umrundet und auf der anderen Seite des Canyons einen weniger steilen Weg zurück zum Parkplatz nimmt. Dieser Walk wird mit drei bis vier Stunden angegeben, könne aber auch in 2.5 Stunden geschafft werden. Informationsschilder warnen, dass wenn mehr als 36 Grad Celsius an einem Tag erwartet wird, der Walk um 11.00 geschlossen würde.
Wir starteten kurz vor dem Sonnenaufgang, um 07.25 mit dem Rim Walk Bei den Schildern wird mehrfach und ausdrücklich hingewiesen, dass man entsprechendes Schuhwerk und Kleider anziehen und sich im Klaren sein sollte, dass der Wanderweg sehr anstrengend ist. Tatsächlich hatte es der erste sehr steile Aufstieg in sich, aber selbst wir zwei „Top-Athleten“ schafften es mit nur kleinen Päuseli in 20 min nach oben.
Von dort wird man mit einer grandiosen Aussicht in den Canyon belohnt sowie auf die weite rote Wüste und auf hüttenförmige, bizarre Felsformationen, die wie ein Labyrinth angeordnet sind. Das ganze Gebirgsmassiv besteht aus dünnen Gesteinsschichten und nur sehr wenig Grün. Der Canyon hat senkrechte Schluchten, die aussehen, als seien sie mit einer gigantischen Maschine gefräst worden: absolut glatt und im Lot. Es hat viele Warnschilder, die darauf hinweisen, dass man den Klippen nicht zu nahe kommen soll, da diese einsturzgefährdet seien.
Etwa in der Mitte des Pfades führt eine Treppe in die Schlucht des Canyons und zum Fluss Kings Creek hinunter. Hier finden sich mitten in der kargen Gesteinsformationen plötzlich Bäume, Palmen und kleine Seen, weshalb dieser Teil des Canyon „Garten Eden“ genannt wird. In diesen Seen sollte man aber nicht baden, da sie den Aborigines besonders heilig sind. Für den Weg zum Garten und zurück hatten wir ca. 30min inkl. Päuseli.
Der Walk führt anschliessend über den anderen Teil des Creeks zurück zum Parkplatz. Um ca. 10.50 kamen wir dort an. Beim Ausgang des Walks hat es ein Drehkreuz, das sich nur in eine Richtung drehen lässt. Wahrscheinlich weil der Walk in die entgegengesetzte Richtung zu gefährlich ist, wegen dem steilen Stück, das man dann ja vorwärts bewältigen müsste. Ein anderer Grund könnte sein, damit es keine Staus und Kreuzungen gibt.
Unsere Reise führte uns danach weiter in Richtung Ayers Rock, oder wie er seit ein paar Jahren von allen auch genannt wird; Uluru. Die genaue Bedeutung des Wortes "Uluru" ist nicht ganz geklärt. Einige Quellen übersetzen es mit "Schattenplatz" in der Sprache des Pitjantjatjara-Stammes.
Auf einer Raststätte trafen wir auf einen Dingo, einen wilden Wüstenhund. Hinweisschilder besagen, man solle diese Tiere nicht füttern, wie übrigens jedes andere wilde Tier in Australien auch nicht.
Die Strasse zum Uluru zieht sich recht lange. So lange, dass wir den fast 100 km vom Uluru entfernten Mount Conner zuerst für den Ayers Rock hielten. Da die Reisebusse von AAT Kings (Pendant zu unserem Eurobus) dort anhielten, legten wir auch einen Halt ein. Auch wenn es nicht der Ayers Rock selbst war, war der Mount Conner doch sehr schön anzusehen. Und der Sand auf dem Lookout Hügel ist sehr fein, wahrscheinlich sogar der feinste Sand, den wir auf unserer Reise gesehen haben.
Dann endlich kam der Uluru in Sichtweite. Dieser Berg ist bei Weitem grösser als wir ihn uns vorgestellt hatten. Um ihn von Nahe zu sehen, muss man einen 1 - 3 Tagespass für den Uluru Kata Tjuta National Park an einer Mautstelle für 25 AUD pP kaufen. Irgendwie stand das in keinem Reiseführer. Wir schafften es gerade noch so auf den Sonnenuntergang zu der Sunset Viewing Platform, einem langen Parkplatz mit guter Sicht auf den Uluru von Westen her. Das Farbenspiel ist tatsächlich beeindruckend und faszinierend. Innerhalb von wenigen Sekunden kann die Farbe des Berges von leuchtendem Rot über Braun zu Grau und wieder zurück wechseln, je nach Sonne und Wolken. Das ist sehr schwierig auf Bildern festzuhalten, man muss es einfach gesehen haben, um es zu verstehen.
Wir fanden noch einen anderen Platz, um dieses Schauspiel zu sehen. Es ist zwar ein kleiner Hügel und ein Bäumchen dazwischen, dafür ist man dort ganz alleine und soooo gut ist die Sicht von der Sunset Viewing Platform auch wieder nicht. Kaum war die Sonne untergegangen, war auch schon wieder stockfinster, weshalb wir zurück zu unserem Hotel fuhren.
Dieses lag in Yulara oder Ayers Rock Resort. Das ist im Prinzip eine einzige Strasse, an der mehrere Hotels in verschiedenen Kategorien sind. Unser Hotel Desert Garden wurde erst Anfang 2017 umgebaut.
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