27.5.17 Uluru Camel Cup & Uluru Base Walk
Da uns die Wanderung um den Kings Canyon früh morgens am Vortag, und das frühe Aufstehen für die Sonnenaufgänge so geschlaucht hat, entschieden wir kurzerhand, an diesem Morgen auszuschlafen, obwohl uns das einen Sonnenaufgang beim Uluru kostete. Auf unserer bisherigen Reise waren wir nur an wenigen Orten mehr als eine Nacht, d.h. wir mussten meistens bereits um 10.00 das Zimmer wieder verlassen und konnten nie richtig ausschlafen und frühstücken, wann wir wollten. Deshalb war das Ausschlafen eine Wohltat.
An diesem Wochenende fand der „Uluru Camel Cup“ statt. Bei diesem Fest treten auf der lokalen Kamelfarm an mehreren Rennen verschiedene Kamele und Reiter gegeneinander an. Übrigens ist die Uluru Camel Farm die grösste in Australien. Der Camel Cup glich einem kleinen Volksfest mit Bier & BBQ (was sonst, bei den Australiern), Musik und vielen Leuten.
Wir kamen um ca. 13.30 dort an, Eintritt 10 AUD pro Person. Es folgte gleich ein Lauf. Aber eigentlich war das Kamelrennen nur Nebensache bzw. Maskottchen. Es ging vielmehr um das Drumherum wie Essen und Trinken. Ausserdem gab es noch Prämierungen für die schönsten Verkleidungen für Männer und Frauen. Die Souvenir und das Bier wurden in der eigens für das Fest kreierten Währung, der „Camel Currency of Australia“ bezahlt.
In einem Shop im Hotel entdeckten wir zwei schöne Outback-Hüte aus Känguru-Leder, weshalb wir uns diese kauften. Sie sehen nicht nur „very aussie“ aus, sondern schützen auch Nacken und Gesicht vor Sonne und Regen. Das Leder kauften wir ohne schlechtes Gewissen, sind die Tiere doch immernoch eine "Plage" ;-) An einem anderen Ort haben wir gelesen, dass für die grosse Verbreitung der Kängurus eigentlich die Europäischen Einwanderer schuld sind. Bevor sie den Kontinent besiedelten, waren es ca. 5 Millionen Tiere, heute sind es gegen die 33 Millionen Tiere. Der Europäer rottete die natürlichen Feinde des Kängurus aus. Unter diesen Umständen können sie sich ungehindert vermehren und finden in den unendlichen Weiden genügend Futter.
Nach dem Camel Cup fuhren wir zum Uluru, um mit dem 10 km langen Base Walk den Uluru zu umrunden. Dieser führt einmal um den gesamten von der UNESCO als Weltnaturerbe erklärten Inselberg herum und wird mit 3.5 h angegeben; gemäss diversen Aussagen solle es auch in 2 h machbar sein. Man wird auf Schildern freundlich darum gebeten, den Ayers Rock nicht zu besteigen, da es sehr gefährlich ist und auch weil der Berg den indigenen Völkern hier heilig ist. Trotzdem gibt es einen Pfad hinauf, der sogar angeschrieben ist. Für uns kam eine Besteigung aber nicht in Frage.
Der Uluru ist ca. 3 km lang und 2 km breit. Die Basis hat einen Umfang von gut 9 Kilometern, der Walk rundherum aber etwas mehr als 10.
Um ca. 15.15 begannen wir den Base Walk. Es war sehr heiss und wie üblich waren wir von hunderten kleinen Fliegen umgeben. Darum hatten wir uns Netzli besorgt, die den Kopf vor den lästigen Fliegen und anderen Insekten schützen. Man sieht damit zwar saumässig doof aus, aber diese Netze sind äusserst praktisch und erlauben ein müheloses Wandern.
Der Uluru Base Walk führt sehr nahe am Uluru entlang. Erst von hier sieht man, wie viele „Löcher“ und Formen der Berg hat. Wir brauchten gut 2.5 h für den gesamten Walk, waren aber ohne grössere Pausen zügig unterwegs, da der Sonnenuntergang wartete.
Nach dem Walk waren wir nochmals beim Sunset Parkplatz, um den Sonnenuntergang mitanzusehen. Das Farbenspiel mit der Sonne und den Wolken ist einfach einmalig. Wir können gut nachvollziehen, dass es für die ersten Menschen hier "magisch" gewirkt haben musste und immernoch tut. Man wird auf unerklärliche weise von diesem Berg angezogen. Es war wunderbar dort zu sein und einfach nur zu geniessen.
Dort trafen wir noch auf einen australischen LKW-Fahrer und seine Frau, die gerade mit dem Caravan in den Ferien waren. Sie erzählten uns unverblümt, dass sie nicht anhalten würden, wenn sie ein Känguru über- oder anfahren würden. Das gehöre zum Road Trip.
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