teckbrief Schleswig-Holstein - eine Zusammenfassung
Schleswig-Holstein ist unser nördlichstes Bundesland. Auf der Karte sieht man, wie Schleswig-Holstein im Norden "thront". Von der Fläche her steht es unter den 16 Bundesländern auf Rang 12, nach Einwohnern auf Platz 9. Die Landeshauptstadt und auch größte Stadt des Landes ist Kiel, danach folgt Lübeck. Flensburg, Neumünster und Norderstedt sind schon um einiges kleiner. 51 von 100 Einwohnern sind evangelisch, 6 sind katholisch und 3 sind Muslime.
Schleswig-Holstein grenzt im Norden an Dänemark. Der Westen liegt an der Nordsee, der Osten an der Ostsee. So gehören die Nordfriesischen Inseln in der Nordsee und auch Fehmarn in der Ostsee zu Schleswig-Holstein dazu. Schleswig-Holstein grenzt an drei andere Bundesländer: im Süden an Niedersachsen und Hamburg, im Südosten an Mecklenburg-Vorpommern. Vor der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 befand sich hier eine Grenze zur DDR.
Der nördliche Teil des Bundeslandes liegt auf der Halbinsel Jütland, auf der sich nach Norden das Festland von Dänemark anschließt. Der südliche Teil des Bundeslandes liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Die Landschaft ist flach bis hügelig. Der höchste Punkt liegt nur 167 Meter hoch, der Bungsberg. Im Westen befindet sich die Marsch, dann folgt Richtung Osten ein breiter Gürtel Geest und Richtung Ostsee dann das Schleswig-Holsteinische Hügelland.
Entsprechend der beiden Landesteile Schleswig und Holstein ist auch das Landeswappen zweigeteilt. Im linken Teil befinden sich die Schleswigschen Löwen: zwei blaue Löwen auf gelbem (goldenem) Grund. Sie stehen für das Herzogtum Schleswig. Im rechten Teil sieht man ein weißes (silbernes), gezacktes Schild auf rotem Grund. Man bezeichnet dieses Schild auch als Nesselblatt. Es steht für die Grafschaft Holstein.
"Land zwischen zwei Meeren." Die Küsten der Nord- und Ostsee prägen das Land. In ihnen liegen Inseln wie Föhr und Sylt auf der einen Seite, Fehmarn auf der anderen Seite. Das Land zwischen den Meeren gliedert sich von Westen nach Osten in Marsch, Geest und Hügelland. Insgesamt ist die Landschaft flacher im Westen, hügeliger im Osten.
Der Norden von Schleswig-Holstein liegt auf der Halbinsel Jütland, die zum großen Teil von Dänemark eingenommen wird. Der südliche Landesteil liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Berge gibt es darum nicht. Die höchste Erhebung ist mit 167 Metern Höhe der Bungsberg in Ostholstein. Mehr zu den einzelnen Landschaften erfährst du auf den nächsten Seiten.
Der Küste Nordfrieslands vorgelagert sind die Nordfriesischen Inseln und die Halligen. Zu den Nordfriesischen Inseln zählen Sylt, Föhr, Amrum und Pellworm. Halligen sind kleine, flache Inseln ohne Deich, die bei Hochwasser und Sturmfluten überspült werden. Dann ist "Land unter" und nur die Warften gucken heraus. Auf diesen künstlich aufgeschütteten Hügeln stehen die Häuser der Halligbewohner. Zu den zehn Halligen gehören Hooge, Langeneß, Oland, Gröde und Nordstrandischmoor.
Die Hamburger Hallig ist eine Halbinsel, weil sie über einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Ebenfalls Halbinseln sind Nordstrand und die Halbinsel Eiderstedt. Letztere ragt weit in die Nordsee hinein, nämlich rund 30 Kilometer.
Auch vor der Küste Dithmarschens liegen Inseln, aber deutlich weniger. Da ist zum einen die unbewohnte Insel Trischen vor der Meldorfer Bucht und zum anderen weit draußen die Hochseeinsel Helgoland. Näher liegt Neuwerk, das allerdings zu Hamburg gehört.
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Die gesamte schleswig-holsteinische Nordseeküste ist geprägt vom Wattenmeer und der sich anschließenden Landschaft der Marsch. Das Wattenmeer ist der Bereich der Nordsee, der durch die Gezeiten zweimal am Tag trocken fällt. Dann ist Ebbe. Bei Flut kommt das Wasser zurück und überspült das Watt. Als Nationalpark steht das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer unter besonderem Schutz, denn hier leben ganz besondere Tiere und Pflanzen.
Ganz anders als an der Nordsee im Westen sieht es im Osten von Schleswig-Holstein aus. Zwar liegt auch hier ein Meer, doch die Ostsee ist nicht den Gezeiten ausgesetzt. Ebbe und Flut gibt es hier nicht, die Ostsee ist weniger rau als die Nordsee. Die Wellen sind sanfter, es geht meistens sehr flach ins Wasser hinein. Allerdings gibt es auch Steilküsten, zum Beispiel zwischen Flensburg und Kiel.
An die schleswig-holsteinische Ostseeküste grenzen gleich vier der elf Landkreise und sogar drei der vier kreisfreien Städte. Die Landkreise sind von Norden nach Süden Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Plön und Ostholstein. Die kreisfreien Städte sind Flensburg, Kiel und Lübeck.
Ostholstein ragt mit der Halbinsel Wagrien weit in die Ostsee hinein. Ihr vorgelagert ist die Insel Fehmarn. Sie ist über eine Brücke über den Fehmarnsund direkt mit dem Festland verbunden.
Buchten der Ostsee
Es gibt mehrere Ostseebuchten. Die nördlichste in Schleswig-Holstein ist die Flensburger Förde. Durch den langgezogenen Meeresarm verläuft die deutsch-dänische Grenze, an ihrem Ende liegt Flensburg. Die Kieler Bucht zieht sich weit an der Küste entlang. In ihrer Mitte liegt die Kieler Förde, also ein Meeresarm, der sich schmal ins Land zieht bis zur Stadt Kiel.
Ebenfalls ein Meeresarm an der Kieler Bucht ist die Schlei, außerdem gibt es innerhalb der Kieler Bucht weitere Buchten, nämlich die Eckernförder Bucht und die Hohwachter Bucht. Über den Fehmarnsund ist die Kieler Bucht mit der Lübecker Bucht verbunden. Beide Buchten werden durch die Halbinsel Wagrien getrennt. Die Lübecker Bucht ist selbst Teil der großen Mecklenburger Bucht.
Um Verbindungen und Abkürzungen für die Schifffahrt zwischen Meeren und zu Flüssen zu schaffen, bauten die Menschen Kanäle. In Schleswig-Holstein gibt es rund 12 Kanäle, von denen aber nur zwei für die Schifffahrt von Bedeutung sind: der Nord-Ostsee-Kanal und der Elbe-Lübeck-Kanal. Kleine Kanäle sind zum Beispiel der Achterwehrer Schifffahrtskanal, der Breitenburger Kanal oder der Gieselau-Kanal. Sie sind alle nur wenige Kilometer lang. (Bild oben: Nord-Ostee Kanal in Kiel-Holtenau).
Kiel und Lübeck sind die einzigen beiden Großstädte des Bundeslandes. In beiden Städten leben mehr als 200.000 Menschen. Kiel ist die Landeshauptstadt und auch die größte Stadt von Schleswig-Holstein. 246.794 Einwohner leben hier. In Lübeck sind es 216.530 Menschen. Beide Städte liegen an der Ostsee.
Flensburg ist als drittgrößte Stadt schon deutlich kleiner und liegt ebenfalls an der Ostsee, und zwar ganz im Norden an der Grenze zu Dänemark. Mit 90.164 Einwohnern ist sie keine Großstadt. Neumünster liegt mit rund 80.000 Einwohnern knapp vor Norderstedt. Neumünster liegt in der Mitte des Landes, Norderstedt im Speckgürtel von Hamburg.
Unter 50.000 Menschen leben in Elmshorn, Pinneberg, Ahrensburg, Wedel und Itzehoe. Von diesen liegen ebenfalls drei an der Grenze zu Hamburg, nämlich Pinneberg, Ahrensburg und Wedel. Die größte Stadt an der Nordsee ist Husum. Sie steht mit rund 23.000 Einwohnern aber erst an 17. Stelle.
Man könnte meinen, dass sie aus Kiel kommen, tun sie aber nicht: die Kieler Sprotten. Diese Heringsart, von denen eher kleine Exemplare von bis zu 10 Zentimeter Länge verwendet werden, wird auf spezielle Art geräuchert. Essen kann man sie komplett mit Kopf und Schwanz, meist entfernt man aber beides.
Gefangen werden die Fische in der Ostsee und dann in Eckernförde geräuchert und verkauft - zumindest wenn es sich um Echte Kieler Sprotten handelt. Verpackt werden sie traditionell in Holzkisten. Der Name rührt wahrscheinlich daher, dass die Heringe vor allem in der Kieler Bucht gefangen wurden. Als Kieler Sprotte bezeichnet man im übertragenen Sinn auch Leute, die in Kiel geboren wurden.
Lübeck liegt im Südosten von Schleswig-Holstein nah der Ostsee. Durch die Stadt fließt die Trave, die in die Lübecker Bucht mündet. Die Altstadt liegt auf einer Flussinsel zwischen Stadttrave auf der einen Seite und Kanaltrave auf der anderen Seite. Im Westen fließt außerdem noch der Stadtgraben, im Osten die Wakenitz.
Lübeck ist mit 216.530 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes nach Kiel. Lübeck ist eine der vier kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein. Als Hansestadt führt sie bis heute das Autokennzeichen HL für Hansestadt Lübeck.
Lübecks berühmtes Wahrzeichen ist das Holstentor. Typisch für die Stadtansicht sind aber auch die Sieben Türme. Die sieben Türme der fünf Hauptkirchen der Altstadt überragen nämlich das Stadtbild und sind schon von weitem zu sehen.
Lübeck grenzt im Osten an Mecklenburg-Vorpommern. Bis 1990 befand sich hier die deutsch-deutsche Grenze. Im Westen und Süden grenzt Lübeck an die schleswig-holsteinischen Landkreise Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg.
Lübeck ist eingeteilt in zehn Stadtteile, die sich noch einmal in 35 Stadtbezirke gliedern. Zu den Stadtteilen gehört auch Travemünde an der Mündung der Trave in die Ostsee. Dort befindet sich auch der größte deutsche Fährhafen an der Ostsee. Von hier geht es nach Schweden, Finnland, Litauen oder Lettland.
Marzipantorte
Natürlich das Marzipan! Schon im 16. Jahrhundert wurde es hier hergestellt. Den Ruf als Marzipanstadt erwarb sich Lübeck dann ab etwa 1800. Eine ganze Reihe von Marzipanfabriken wurden im 19. Jahrhundert gegründet.
Auch heute gibt es noch mehrere Firmen, die das Lübecker Marzipan herstellen. Sie haben sich dazu verpflichtet, mindestens 70 Prozent Marzipanrohmasse und höchstens 30 Prozent Zucker zu verwenden. Mehr als Mandeln und Zucker braucht man übrigens nicht, um Marzipan herzustellen.
Die bis heute berühmteste Firma ist Niederegger. Wie wäre es mit einem Stück Marzipantorte im Stammhaus von Niederegger? Das Café ist zentral in der Breiten Straße zu finden, im zweiten Stock gibt es ein Marzipan-Museum. Einen Katzensprung weiter liegt das Arkadencafé, wo der Blick aufs Rathaus und die Kirchen St. Marien und St. Petri lockt.
Nach dem Krieg wurde Lübeck Teil des neuen Bundeslandes Schleswig-Holstein. Viele Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zogen nach Lübeck. 1956 versuchte die Stadt ihre Selbstständigkeit wiederzuerlangen, was jedoch am Lübeck-Urteil scheiterte: Das Bundesverfassungsgericht lehnte ein Volksbegehren dazu ab. Bis zur Wiedervereinigung 1990 lag Lübeck an der Grenze zur DDR.
Die beim Luftangriff 1942 heruntergefallenen Glocken blieben als Mahnmal in der Marienkirche liegen.
Mit einer Größe von 4410 Quadratkilometern ist der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer der größte Nationalpark in Deutschland. Eingerichtet wurde der Nationalpark 1987. 1999 wurde er noch einmal erweitert. Das gesamte Wattenmeer der Nordsee ist als Weltnaturerbe der UNESCO anerkannt.
Der Nationalpark reicht von der dänischen Grenze im Norden bis zur Elbmündung im Süden. Rund um die Nordfriesischen Inseln und die Halligen ist das Watt bis zu 40 Kilometer breit. Weiter südlich gibt es hingegen mehr Sandbänke. Knapp 70 Prozent des Nationalparks liegt unter Wasser, 30 Prozent fallen zeitweise trocken. Hier liegen viele Salzwiesen. Sie bilden den Übergang vom Meer zum Land. Ein Teil des Nationalparks ist als Walschutzgebiet ausgewiesen, um den Schweinswal hier zu schützen.
Drei Säugetiere leben in den beiden Meeren Schleswig-Holsteins. Sie kommen in der Nordsee jedoch häufiger vor als in der Ostsee. Der Gewöhnliche Schweinswal ist einer der Meeressäuger. Er wird bis zu 1,85 Meter lang und ist damit ein eher kleiner Wal. Die Weibchen sind übrigens etwas größer als die Männchen. Am liebsten frisst der Schweinswal Fisch. Er schwimmt gerne in den flacheren Küstenbereichen. Fischerei, Lärm durch Schiffsverkehr und die zunehmend verschmutzteren Meere setzen dem Schweinswal zu.
Auch Seehund und Kegelrobbe kommen in der Nordsee häufiger vor, in der Ostsee sieht man nur vereinzelt mal Tiere. Auf Helgoland und westlich von Amrum gibt es zum Beispiel Kolonien von Kegelrobben. Seehunde sind etwas kleiner als Kegelrobben. Man kann sie auch an ihrem Gesicht unterscheiden: Seehunde haben einen runden Kopf, Kegelrobben einen spitz zulaufenden. Seehunde sind weitaus häufiger als Kegelrobben. Am besten lassen sie sich beobachten, wenn sie auf den Sandbänken liegen.
Energiewirtschaft
Stark ist Schleswig-Holstein vor allem im Bereich der Windenergie. Rund 70 Prozent des im Bundesland erzeugten Stroms stammt aus Wind. Schon sehr früh setzte man hier auf diese Art der Energie und war Vorreiter beim Ausbau der Windkraft. Rund 3500 Windkraftanlagen stehen an Land. Seit 2010 setzt man zunehmend auch auf Offshoreanlagen, also Windkraft, die auf dem Wasser genutzt wird.
Möglich ist es schon jetzt, den gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Zur Windkraft kommt Strom aus Biogas (rund 8 Prozent) und Photovoltaik, also Sonnenenergie (rund 4 Prozent).
Atomstrom wird noch zu 17 Prozent erzeugt. Von ehemals drei Atomkraftwerken ist aber nur noch eins in Betrieb, das in Brokdorf. Das wird zum Ende des Jahre 2021 seinen Betrieb aber ebenfalls einstellen, so wie zuvor schon die Kernkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel.
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