Nordrhein-Westfalen ist eines der 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland. Es liegt im Westen. Mit einer Größe von 34.110 Quadratkilometern ist es von der Fläche her das viertgrößte Bundesland. Nach Einwohnern steht es jedoch an erster Stelle. Es ist also das bevölkerungsreichste Bundesland. 17,9 Millionen Menschen leben hier. 37 von 100 Einwohnern sind Katholiken, 24 sind evangelisch und 8 sind Muslime.
Die Landeshauptstadt ist Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden und Nordosten an Niedersachsen, im Südosten an Hessen, im Süden an Rheinland-Pfalz. Im Westen grenzt es an andere Länder, nämlich an Belgien und die Niederlande.
Der Norden von Nordrhein-Westfalen liegt in der Norddeutschen Tiefebene und ist daher flach. Hier wird viel Landwirtschaft betrieben. Der Süden hingegen ist von den Mittelgebirgen geprägt. Hier gibt es mehr Wald. Den Westen des Bundeslandes durchquert der Rhein. Von Osten nach Westen fließen ihm die Lippe und die Ruhr zu.
Warum heißt Nordrhein-Westfalen eigentlich Nordrhein-Westfalen? Nordrhein-Westfalen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Bundesland gegründet. Es wurde gebildet aus dem nördlichen Teil des Rheinlands, also "Nordrhein", und Westfalen. Ein kleineres Gebiet, das noch dazu kam, war das Land Lippe. Es fand im Namen aber keinen Platz mehr.
Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland mit vielen Städten. Mehr als ein Drittel aller deutschen Großstädte liegen in Nordrhein-Westfalen. Diese liegen im Ruhrgebiet zudem noch alle eng beieinander. Das Ruhrgebiet gehört wiederum zur Metropolregion Rhein-Ruhr. Sie erstreckt sich an den beiden Flüssen Rhein und Ruhr. Allein hier wohnen 10 Millionen Menschen. Zur Metropolregion gehören auch Düsseldorf und Köln sowie die Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen.
Aber es gibt nicht nur Städte in Nordrhein-Westfalen! Das Bundesland ist vor allem im Nordosten ländlich geprägt. Der Norden des Bundeslandes liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Zwei Landschaften lassen sich hier unterscheiden. Das Niederrheinische Tiefland liegt im Nordwesten zu beiden Seiten des Rheins. Die Westfälische Bucht liegt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen. Hierzu gehört das Münsterland.
Im Süden hat Nordrhein-Westfalen Anteil an den Mittelgebirgen. Im Südosten befindet sich das Weserbergland. Im Südwesten liegt das Rheinische Schiefergebirge. Bekannter sind die Teilgebirge Eifel, Bergisches Land und Sauerland. Nordrhein-Westfalen hat westlich des Rheins Anteil an der Eifel. Östlich des Rheins liegen Bergisches Land und Sauerland fast vollständig in Nordrhein-Westfalen. Schließlich liegt auch ein kleiner Teil des Westerwalds in NRW.
Eifel - Nationalpark
Südwestlich der Niederrheinischen Bucht liegt der nordrhein-westfälische Anteil an der Eifel. Sie gehört zum Rheinischen Schiefergebirge. Die Eifel beginnt im Norden bei Aachen und zieht sich von dort nach Süden. Die Eifel ist ein Mittelgebirge. Sie zieht sich fort bis nach Rheinland-Pfalz, wo im Süden das Moseltal ihr Gebiet begrenzt.
Der Anteil an der Eifel in NRW wird auch Nordeifel genannt. Zur Nordeifel gehören Rureifel und das Hohe Venn, eine Hochfläche (die sich bis Belgien zieht) und die von Hochmooren geprägt ist, sowie Monschauer Heckenland und Zitterwald.
Der Eifelteil in NRW ist zu 44 Prozent bewaldet (Durchschnitt NRW 26 Prozent). Immerhin 40 Prozent wird aber auch landwirtschaftlich genutzt (Durchschnitt NRW 50 Prozent). Aachen ist die größte Stadt. Die Landschaft ist neben Hügelland und Hochflächen von Talsperren und Stauseen geprägt. Außerdem befindet sich hier der einzige Nationalpark des Bundeslandes NRW.
In Nordrhein-Westfalen gibt es nur einen Nationalpark: den Nationalpark Eifel. Der Nationalpark Eifel wurde 2004 gegründet. Es ist der erste und bisher einzige Nationalpark des Bundeslandes. Er liegt mitten im Naturpark Hohes Venn-Eifel und somit in der Nordeifel. Im Zentrum liegt der Kermeter, ein Höhenzug. Zum Nationalpark gehört auch die Dreiborner Hochfläche, ein ehemaliger Truppenübungsplatz unter belgischer Verwaltung. Seit 2006 ist er öffentlich zugänglich. Der gesamte Nationalpark umfasst 10.770 Hektar Fläche. Das entspricht 107 Quadratkilometern.
Der typische Waldtyp nicht nur der Eifel, sondern auch von Mitteleuropa ist hier im Nationalpark noch erhalten. Man nennt ihn Hainsimsen-Buchenwald. Weiße Hainsimsen wachsen dabei im Unterholz, die vorherrschende Baumart sind Rotbuchen. Dazu kommen Eichen und in höheren Lagen Ahorn. Die Weiße Hainsimse ist ein Gras mit weißen Blüten.
Zu den größten Bewohnern im Nationalpark Eifel gehört der Rothirsch. Rund 1000 von ihnen leben hier. Verbreitet leben hier im Wald auch Waschbären und Wildkatzen. Dazu kommen viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Die Artenvielfalt ist groß. Besondere tierische Bewohner sind zum Beispiel die Sumpfspitzmäuse – eine der wenigen giftigen Säugetierarten, die es gibt. Aber keine Sorge, der Sumpfspitzmaus wirst du kaum begegnen.
Biber hingegen lassen sich eventuell schon mal sichten oder zumindest ihre Fraßspuren an Bäumen. Zu hören ist im Frühling möglicherweise der Gesang der Feldlerche. Eine ungewöhnliche Pflanze ist etwa die Deutsche Hundszunge, deren langen, schmalen und rauen Blätter an Hundezungen erinnern.
Durch Nordrhein-Westfalen fließen so einige Flüsse. Der größte und längste ist der Rhein. Genauso wie Ems und Weser fließt er von Süden nach Norden und mündet in die Nordsee. Einige Flüsse fließen aber auch von Ost nach West, etwa Lippe, Ruhr, Wupper oder Sieg, die alle in den Rhein münden.
Der Rhein
Im Westen durchfließt der Rhein Nordrhein-Westfalen von Süden nach Norden. Dieser Abschnitt des Rheins heißt Niederrhein. Der Rhein fließt durch Bonn, Köln und Düsseldorf und streift Krefeld im Stadtteil Uerdingen, ehe er nach Duisburg kommt. Dort befindet sich Europas größter Binnenhafen, also ein Hafen, der nicht an der Küste liegt, sondern mitten im Land. Im Nordwesten des Bundeslandes fließt der Rhein dann in die Niederlande. Der Rhein ist an manchen Stellen bis zu 400 Meter breit.
Dem Rhein fließen allerlei Nebenflüsse zu. Von Osten kommend sind das Sieg, Wupper, Ruhr, Emscher und Lippe (von Süden nach Norden). Nach der Sieg ist das Siegerland benannt, nach der Wupper die Stadt Wuppertal. Dort kann man mit der berühmten Schwebebahn über die Wupper fahren. Von Westen fließt die Erft in den Rhein, und zwar bei der Stadt Neuss.
Südlich der Lippe fließt auch die Ruhr dem Rhein zu. Die Ruhr misst insgesamt 219 Kilometer. Sie gab dem Ruhrgebiet den Namen. Weil die Kohle hier nicht sehr tief in der Erde lagert, begann hier mit dem einsetzenden Bergbau einst die Industrialisierung.
Die Ruhr entspringt im Rothaargebirge und fließt von dort nach Westen bis zum Rhein. Nur auf den ersten 20 Kilometern fließt sie allerdings nach Norden, ehe sie bei Olsberg nach Westen abbiegt. Sie fließt durch Meschede und Arnsberg und somit durch das nördliche Sauerland. Zwischen dem Höhenzug Haarstrang und den Bergen des Sauerlands geht es weiter bis zum Hengsteysee nördlich von Hagen.
Hier hat die Ruhr nun das nach ihr benannte Ruhrgebiet erreicht. Witten, Hattingen, Bochum und Essen werden passiert, ehe die Ruhr nach Mülheim kommt. Hier fließt der Fluss durch die Innenstadt. Schließlich erreicht die Ruhr Duisburg. Dort, in Ruhrort, befindet sich der größte Binnenhafen Europas. Dann mündet die Ruhr in den Rhein.
Ruhrgebiet
Das Ruhrgebiet ist eine sehr dicht besiedelte Region am Nordufer der Ruhr. Im Westen begrenzt der Rhein das Ruhrgebiet, im Norden die Lippe. Die Städte hier sind häufig so zusammengewachsen, dass man den Übergang nur noch an Straßenschildern erkennen kann. Zu ihnen gehören als Oberzentren Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum und Hagen. Außerdem liegen Bottrop, Gelsenkirchen, Hamm, Herne, Oberhausen, Recklinghausen, Unna und Mülheim an der Ruhr zum Ruhrgebiet. Auf Karten sieht das Gebiet wie eine einzige große Stadt aus. Durch den Kohlebergbau und die Stahlfabriken gab es hier besonders viel Industrie.
Köln ist die größte Stadt in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Südwesten des Bundeslandes. Mit einer Einwohnerzahl von knapp 1,1 Millionen Menschen ist Köln sogar die viertgrößte Stadt Deutschlands. Köln ist Sitz der Bezirksregierung des Regierungsbezirks Köln. Sie gehört auch zur Metropolregion Rhein-Ruhr.
Die Stadt selbst ist in neun Stadtbezirke eingeteilt, die sich noch einmal in 86 Stadtteile gliedern. Die Stadtbezirke sind Innenstadt, Lindenthal, Ehrenfeld, Nippes, Chorweiler, Mülheim. Kalk, Porz und Rodenkirchen. Unten findest du in der Diaschau eine Karte zur Stadtgliederung.
Köln liegt am Rhein. Das Stadtgebiet verteilt sich dabei zu beiden Seiten des Flusses, wobei das linksrheinische Gebiet etwas größer ist. Dort befindet sich auch das historische Zentrum der Stadt. Das Klima in Köln ist sehr mild, was die Stadt der geschützten Lage in der Kölner Bucht zu verdanken hat.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Kölner Dom. Berühmt ist die Stadt aber auch als Karnevalshochburg und Medienzentrum. Mehrere Fernsehsender haben ihre Studios in Köln. Große Messen wie die Gamescom, die photokina oder die Süßwarenmesse finden hier statt. In Köln wird eine besondere Mundart gesprochen, das Kölsch. Die Kölner nennen ihre Stadt übrigens selbst Kölle.
Schäl Sick
In Köln, aber auch in anderen Orten am Rhein, wird die als "schlechter" angesehene Seite des Rheins gerne als Schäl Sick bezeichnet, also als "schlechte" oder "falsche" Seite. In Köln ist das das rechtsrheinische Gebiet, in Düsseldorf das linksrheinische – eben jene Seiten, die erst später zur Stadt dazu kamen.
Hauptattraktion für die meisten Köln-Besucher ist wohl der Kölner Dom. Er ist eine der größten gotischen Kathedralen. Im Zweiten Weltkrieg blieben die beiden hohen Türme nahezu unversehrt, während die Stadt um den Dom herum in Trümmern lag. So wurde er zu einem besonderen Symbol. Ende des 12. Jahrhunderts wurde das Reliquiar für die Gebeine der Heiligen drei Könige angefertigt, der Dreikönigenschrein. Er gehört heute zu den Anziehungspunkten in der Kirche. Die beeindruckt aber auch einfach durch ihre Größe. 144 Meter ist das Kirchenschiff lang und somit das längste in ganz Deutschland. Vom Südturm hat man außerdem einen tollen Blick über die Kölner Innenstadt.
Wer Kirchen liebt, kann viel Zeit damit verbringen, die 12 romanischen Innenstadtkirchen zu besichtigen. Rechts des Rheins ist der Rheinpark ein beliebtes Naherholungsgebiet, zu dem man von Frühling bis Herbst auch mit der Seilbahn gelangt. Im Kölner Zoo leben Elefanten, Nilpferde, Tiger, Ameisenbären und viele weitere Tiere. Und auch an Museen hat Köln einiges zu bieten. Im Museum Ludwig ist Kunst versammelt, im Römisch-Germanischen Museum tauchen alle in die Geschichte ein und im Schokoladenmuseum dreht sich alles um die süße Köstlichkeit. Lieber etwas Herzhaftes? Dann probiert doch mal einen Halven Hahn oder ein Krüstchen.
Kurze Geschichte von Köln
Köln wurde von den Römern gegründet, und das schon im Jahr 50. Schon zuvor gab es hier eine kleine Siedlung, das Oppidum Ubiorum. Die Ubier waren ein germanischer Stamm, der ursprünglich rechts des Rheins wohnte. Er betrieb regen Handel mit den Römern und stellte ihnen Hilfstruppen zur Verfügung. Das rief den Unmut anderer germanischer Stämme hervor. Und so wurden sie von den Römern spätestens 19 v. Chr umgesiedelt auf die linke Rheinseite. Ihr Hauptort wurde das spätere Köln.
Im Jahr 50 n. Chr. nun erhob die Frau des Kaisers Claudius diese Siedlung zur Stadt und gab ihr den Namen: Colonia Claudia Ara Agrippinensium, abgekürzt CCAA, eine "claudische Kolonie". Aus dem Wort Colonia entwickelte sich mit der Zeit der Name Köln. Köln lag damals in der römischen Provinz Germania inferior und wurde um 90 n. Chr. zur Hauptstadt der Provinz.
Kölns Entwicklung schritt rasch fort. So bauen die Römer zum Beispiel eines der längsten ihrer Aquädukte hier, die Eifelwasserleitung.
Mit dem Niedergang des Römischen Reiches wurde Köln im Jahr 455 von Franken erobert. Der Teil der Franken, der sich zu beiden Seiten des Rheins niederließ, wird auch als Rheinfranken oder Ripuarier bezeichnet, manchmal auch als Kölner Franken. Die römische Stadtbevölkerung und die fränkischen Eroberer verschmolzen mit der Zeit miteinander. So beeinflussten sich zum Beispiel ihre Dialekte wechselseitig.
Schon im frühen Mittelalter gab es einen Bischof in Köln und ein dazugehöriges Bistum. 795 wurde das Bistum durch Karl den Großen zum Erzbistum erhoben. 953 kam es dann zur Gründung des Fürstentums Köln, also dem weltlichen Besitz des Erzbischofs von Köln. Köln wurde dann eines der Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reichs, denen ab dem 13. Jahrhundert das alleinige Recht zur Königswahl zustand. 1164 überführte der damalige Erzbischof die Gebeine der Heiligen drei Könige von Mailand nach Köln. Das machte die Stadt zu einem bedeutenden Pilgerort.
Im hohen Mittelalter wurde Köln zur größten Stadt im deutschsprachigen Raum. 40.000 Menschen lebten hier. Die Stadtbefestigung wurde im 12. Jahrhundert mehrfach erweitert. Die Stadtmauer war mit 7,5 Kilometern Länge die längste, die es damals gab. 1248 begann der Bau des Kölner Doms, in dem die Reliquien der Heiligen drei Könige angemessen untergebracht werden sollten. Erst 1880 sollte er vollendet werden.
Immer wieder lehnten sich die Kölner Bürger gegen die weltliche Macht des Erzbischofs auf. 1288 schafften sie es schließlich und der Erzbischof verlor die weltliche Macht an die Patrizierfamilien. 1396 mussten auch diese die Macht abgeben, und zwar an die Kaufleute und anderen Bürger der Stadt, die in 22 sogenannten Gaffeln organisiert waren. In den Auseinandersetzungen der Reformation blieb Köln katholisch.
Auch Braunkohle lagert in Nordrhein-Westfalens Erde, jedoch nicht im Ruhrgebiet, sondern westlich des Rheins, etwa zwischen Köln und Mönchengladbach. Das Gebiet nennt man auch Rheinisches Braunkohlerevier.
Die Kohle wird im Tagebau gewonnen. Das führt zu erheblichen Veränderungen der gesamten Landschaft. Ganze Dörfer werden dafür umgesiedelt. Nach der Beendigung des Abbaus muss die Landschaft wieder nutzbar gemacht werden, zum Beispiel für die Landwirtschaft oder als Naherholungsgebiet, indem man Tagebaulöcher flutet, sodass Seen entstehen.
Schließlich verschmutzen Kohlekraftwerke die Umwelt, indem sie viele Schadstoffe und Treibhausgase in die Luft blasen. Umwelt und Gesundheit sind also durch die Kohle gefährdet. Es gibt also gute Gründe, Braunkohle nicht mehr zu nutzen. Das nennt man auch Kohleausstieg.
Firmen, die von der Braunkohle leben, und Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, sind gegen den Ausstieg. Einige Länder haben den Kohleausstieg aber schon umgesetzt oder planen ihn in den nächsten Jahren. In Deutschland wurde 2020 der Kohleausstieg bis spätestens 2038 beschlossen. Das nennt man auch den Kohlekompromiss.
Die Karte zeigt, wo das Rheinische Braunkohlerevier liegt. Bekannte Tagebaugebiete sind Garzweiler und Hambach.