Steckbrief Bundesland Niedersachsen - eine Zusammenfassung
Niedersachsen ist eines der 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland. Es liegt im Nordwesten. Mit einer Größe von 47.710 Quadratkilometern ist es von der Fläche her das zweitgrößte Bundesland nach Bayern. Niedersachsen ist größer als zum Beispiel die Niederlande. Nach Einwohnern steht es an vierter Stelle hinter Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die Landeshauptstadt ist Hannover. Niedersachsen grenzt im Norden an die Nordsee. Somit gehören auch die Ostfriesischen Inseln zu Niedersachsen.
In Niedersachsen bekennen sich 42 Prozent zur evangelischen Kirche und 16 Prozent sind Katholiken. Rund 41 Prozent bekennen sich zu keiner dieser Konfessionen. Rund 5 Prozent sind muslimischen Glaubens. Etwa 1,3 Prozent gehören einer evangelischen Freikirche an.
Mit neun angrenzenden Bundesländern hat Niedersachsen unter allen Bundesländern die meisten Nachbarn. Im Uhrzeigersinn sind das Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie das von Niedersachsen umschlossene Bremen. Im Westen grenzt Niedersachsen außerdem an die Niederlande.
Niedersachsen ist überwiegend flach. Nur weiter im Süden hat das Bundesland Berge. Dazu gehört auch ein Anteil am Harz, wo auch der höchste Berg Niedersachsens zu finden ist. Das ist der Wurmberg mit einer Höhe von 791 Metern. Niedrigere Berge findet man zum Beispiel im Weserbergland oder im Elm.
Das Wappen von Niedersachsen
Das Wappen von Niedersachsen ist rot. Darauf abgebildet ist das Sachsenross. Es handelt sich um ein weißes, springendes Pferd. Erstmals wurde dieses Wappen schon im 14. Jahrhundert verwendet. Es war zunächst ein Symbol der Sachsen, dann übernahmen es die Welfen in ihr Wappen.
Da die Welfen später in Hannover und Braunschweig regierten, entschloss man sich 1946 bei der Bildung des Landes Niedersachsen (aus Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe), das Sachsenross auch zum Symbol des neuen Bundeslandes zu machen. Das Sachsenross ist auch im Wappen von Nordrhein-Westfalen zu finden.
Warum heißt Niedersachsen eigentlich Niedersachsen? Obersachsen gibt es doch gar nicht, oder? Niedersachsen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Bundesland gegründet. Es wurde gebildet aus dem Land Hannover und den drei Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe.
Auf diesem Gebiet lebte größtenteils früher das Volk der Sachsen (ganz im Nordwesten lebte es nicht). Die Sachsen lebte aber auch weiter im Südosten, wo heute die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt zu finden sind. Dieses östliche Gebiet wurde früher auch „Obersachsen“ genannt. Sie lagen höher als die Gebiete im flacheren Nordwesten. „Niedersachsen“ als Sammelbegriff für ein Gebiet im Nordwesten Deutschlands wurde schon längere Zeit verwendet, als Name für ein Bundesland gibt es das aber erst seit 1946.
Niedersachsen hat eine vielfältige Landschaft. Es ist das einzige Bundesland, das am Meer liegt und ein Gebirge besitzt. Am Norddeutschen Tiefland, einer der Großlandschaften Deutschlands, hat Niedersachsen einen hohen Anteil. Das Land ist also überwiegend flach. Zum Norddeutschen Tiefland gehören die Inseln in der Nordsee, die Küste, Marsch, Geest, Heide, Moore und Börde.
Im Südosten hat Niedersachsen aber auch Anteil an der zweiten Großlandschaft Deutschlands, den Mittelgebirgen. Hier liegt der Harz als höchstes Mittelgebirge, aber auch das Weserbergland. In einem Zipfel, der nach Nordrhein-Westfalen hinein ragt, liegt bei Osnabrück ein Teil des Teutoburger Waldes in Niedersachsen.
Im Norden liegt Niedersachsen an der Nordsee. In der Nordsee liegen die Ostfriesischen Inseln. Sie erstrecken sich wie an einer Perlenschnur zwischen der Mündung der Ems und der Mündung der Jade und der Weser. Zwischen den Inseln und der Küste liegt das Wattenmeer. Das Wasser der Nordsee fällt und steigt in stetigem Wechsel. Das nennt man Gezeiten. Bei Flut (steigendes Wasser) steigt das Wasser, bei Ebbe (fallendes Wasser) fällt es. Bei Ebbe liegt das Land dann frei von Wasser. Das freigelegte Land nennt man Watt. Hier leben ganz besondere Tiere und Pflanzen. Um das Gebiet zu schützen, wurde es zum Nationalpark erklärt.
Sieben Ostfriesische Inseln gibt es. Ihre Reihenfolge kann man sich mit einem Spruch gut merken. Der geht so: Welcher Seemann liegt bei Nacht im Bett? Die Anfangsbuchstaben entsprechen den Anfangsbuchstaben der Inseln von Osten nach Westen (wobei das I für ein J steht): Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist, Borkum.
Dünen
Die Dünen der Ostfriesischen Inseln werden durch Sand vom Strand gebildet. Der Wind weht den Sand heran, der Sand setzt sich ab und bildet dann eine Erhebung. Auf den Dünen wachsen dann typische Pflanzen wie zum Beispiel der Strandhafer. Sie halten den Sand fest. Die Dünen schützen dann das Land vor der rauen See.
Zum offenen Meer hin, also an der Nordseite haben die Inseln schöne Sandstrände und Dünen. Vom Festland aus sind die fünf östlichen Inseln bei Ebbe zu Fuß erreichbar, nämlich bei einer Wattwanderung. Die Inseln sind auch beliebte Urlaubsziele. Schon die Fahrt mit der Fähre hinüber ist etwas ganz Besonderes.
Ebbe und Flut
Ebbe und Flut sind die Gezeiten. Ein anderes Wort dafür ist Tiden. Etwa sechs Stunden dauert es jeweils, bis das Wasser auf seinen Höchststand gestiegen ist – und dann wieder sechs Stunden, bis es gefallen ist. Darum gibt es pro Tag zweimal Flut und zweimal Ebbe. Ausgelöst wird das durch den Mond und seine Anziehungskraft. Aber auch die Sonne spielt dabei eine Rolle.
Neben den sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln gibt es noch einige kleine Inseln in der Nordsee. Sie sind unbewohnt. Das sind bei Juist und Borkum die Inseln Lütje Hörn, Memmert, Brauerplate und Kachelotplate. Im Osten, bei Wangerooge, liegen noch die Inseln Minsener Oog und Mellum. Auf Memmert lebt übrigens ein Vogelwart, sie ist also nicht ganz unbewohnt.
In Niedersachsen lebten einst auch Dinosaurier. Sie hinterließen zum Beispiel in Münchehagen am Steinhuder Meer ihre Fährten. Die kann man im dortigen Dinosaurierpark noch heute sehen. Auch im Braunschweiger Land hat man Spuren gefunden, und zwar von Fischsauriern. Das Land war hier nämlich einst von Meer bedeckt. Darum findet man zum Beispiel im Harz auch versteinerte Korallen in der Iberger Tropfsteinhöhle.
Schon in der Steinzeit lebten Menschen auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen. Die Römer konnten das Gebiet nicht erobern. Im Mittelalter lag das heutige Niedersachsen im Stammesherzogtum Sachsen. Es gehörte damit zum Frankenreich, nach dessen Teilung zum Ostfrankenreich. Heinrich der Löwe war der letzte Herzog von Sachsen.
1180 zerfiel das Herzogtum Sachsen. Mit der Gründung des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg 1235 gehörten nun große Teile des späteren Niedersachsen zu diesem Herzogtum. 1692 wurde daraus das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg mit Hannover als Residenz.
1814 wurden die Grenzen neu gezogen. Es entstanden das Königreich Hannover, das Herzogtum Braunschweig, das Großherzogtum Oldenburg und kleinere Fürstentümer wie Schaumburg-Lippe. Ab 1866 gehörte Hannover zu Preußen.
1918 wurden alle Herzogtümer zu Freistaaten. 1946 wurde das Land Hannover gegründet. Am 1. November 1946 wurde das neue Bundesland Niedersachsen gebildet, und zwar aus dem Land Hannover und den drei Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-
Ein bedeutsamer Bereich bei diesen Dienstleistungen ist der Tourismus. Niedersachsen hat sowohl Meer als auch Berge zu bieten. Die Zahl der Besucher und Übernachtungen steigen von Jahr zu Jahr an. 2018 zählte man 15 Millionen Gäste und 44,9 Millionen Übernachtungen. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern steht Niedersachsen auf Platz 4 (nach Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen).
Das beliebteste Urlaubsziel in Niedersachsen ist die Nordseeküste, gefolgt von der Lüneburger Heide. Dann kommen die Ostfriesischen Inseln und gemeinsam das Reisegebiet Emsland-Grafschaft Bentheim-Osnabrücker Land. Auf Platz 5 folgt Hannover-Hildesheim, auf Platz 6 der niedersächsische Teil des Harzes. Bei den Städten ist Hannover mit 2,2 Millionen Übernachtungen am beliebtesten. Dann folgen Goslar, Braunschweig, Wolfsburg und Göttingen.
Direkt oder indirekt im Tourismus beschäftigt sind 293.000 Menschen. 5,2 Prozent der niedersächsischen Wirtschaftsleistung stammen aus dem Tourismus.
Beliebt bei den Touristen ist übrigens das Radfahren. Mehr als 40 Radfernwege führen durch Niedersachsen, darunter auch drei der zehn meist befahrenen: der Weserradweg, der Elberadweg und der Emsradweg.
Niedersachsen ist das Bundesland der Pferde. Dies kann man schon an dem im Wappen abgebildeten weißen Ross sehen. Das Wappentier findet man zum Beispiel am Dachgiebel alter Bauernhäuser.
„Hannoveraner“
Bild von http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:BS_Thurner_Hof, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/
Wilhelm Busch
Bestimmt kennt ihr alle die Geschichten von „Max und Moritz“. Der Autor und Zeichner dieser Geschichten heißt Wilhelm Busch. Er wurde im Jahre 1832 in Hannover geboren.
„Max und Moritz“
Werner von Siemens
Auch Werner von Siemens, der Erfinder der ersten Telegrafenleitungen, Vorgänger der heutigen Telefonleitungen, stammt aus Niedersachsen. Er wurde im Jahre 1816 in der Nähe von Hannover geboren. Werner von Siemens hat nicht nur die Telefonleitung erfunden, sondern auch die erste elektrische Eisenbahn und den ersten elektrischen Aufzug.
„Werner von Siemens"
Hameln
Viele von Euch kennen bestimmt die Geschichte des Rattenfängers von Hameln. In Hameln gibt es eine ganz tolle Stadtführung, bei der man die spannenden Geschichten des Rattenfängers erzählt bekommt.
Video: Der Rattenfänger von Hammeln
"Rattenfänger von Hammeln"
Osnabrück
Osnabrück ist ein Knotenpunkt für den deutschen Eisenbahnverkehr. Hier gibt es einen sehr seltenen Turmbahnhof zu bestaunen.
Freilichtmuseum Ammerländer Bauernhaus
Im Jahr 1910 gegründetes Freilichtmuseum am Zwischenahner Meer. Herzstück der Anlage ist das Ammerländer Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, in dem Mensch und Tier unter einem Dach lebten. Regelmäßig erwecken Vorführungen traditioneller Handwerkskünste, Volkstänze und Bräuche das Freilichtmuseum zum Leben.
"Ammerländer Bauerhaus"