Steckbrief Saarland - eine Zusammenfassung
Das Saarland im Südwesten Deutschlands ist 2569 Quadratkilometer groß. Somit ist es das kleinste Bundesland in Deutschland neben den Stadtstaaten. Das Saarland ist also das kleinste Flächenland. Es leben hier 986.8887 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019) – also knapp eine Million. Willst du wissen, wie viele Menschen auf einem Quadratkilometer leben, so sind das 384.
Die Hauptstadt des Saarlandes heißt Saarbrücken. Sie ist mit knapp 180.000 Einwohnern die größte Stadt im Saarland, Großstädte gibt es in Saarland sonst keine mehr. Weitere Städte sind aber zum Beispiel Neunkirchen, Homburg, Völklingen, Saarlouis oder Merzig. Das Bundesland gibt es schon seit 1920 und es ist aus ehemaligen bayerischen und preußischen Gebieten entstanden.
Bekannt ist das Saarland für den Weinanbau. Vor allem an der Mosel, das ist ein bekannter Fluss, finden sich diese Weinanbaugebiete. Im Saarland wurde sehr viel Steinkohle abgebaut. Das Saarland hat eine wechselvolle Geschichte, denn es wechselte immer mal wieder zwischen Deutschland und Frankreich. Seit 1957 ist es Teil der Bundesrepublik Deutschland. Doch bis heute ist der französische Einfluss im Saarland spürbar. Typisch für das Saarland ist die Industrie.
Die Bilder auf dem Landeswappen zeigen die Schildbilder der vier größten Landesherren zur Zeit des Heiligen Römischen Reiches.
Oben rechts siehst du einen Löwen mit Goldkrone und roter Zunge und einem doppelten Schwanz. Das ist der Nassauer Löwe, im linken Eck befindet sich ein rotes Kreuz, das für das Kurfürstentum Trier steht, in der unteren rechten Ecke entdeckst du einen schrägen roten Balken mit drei silbernen Adlern (die nicht ganz vollständig sind), die für das Herzogtum Lothringen stehen und unten links gibt es einen goldenen Löwen mit roter Zunge auf schwarzem Hintergrund, der für das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken steht.
Übrigens darfst du dich nicht wundern, bei Wappen ist die Beschreibung immer umgedreht, stell` dir das Wappen einfach andersrum vor, du stehst hinter dem Wappen, dann ist das rote Kreuz nämlich rechts und nicht links, wenn du das Wappen von vorne anschaust.
Flüsse im Saarland
Der längste Fluss des Saarlandes ist die Blies, die auch der Landschaft des Bliesgaus ihren Namen gegeben hat. Die Blies fließt etwa auf einer Strecke von 100 Kilometern durch das Saarland - die Saar übrigens nur auf knapp 70 Kilometern. Eigentlich müsste das Saarland in Konsequenz "Bliesland" heißen. "Blies" geht übrigens wohl auf "blesa" zurück, das stammt aus dem Keltischen und bedeutet so viel wie "Bach" oder "Schlucht". Die Quelle der Blies findest du in einer Höhe von 430 Metern am Momberg.
Die Saar diente übrigens schon den Römern als wichtige Wasserstraße. Neben der Schifffahrt gewann die Flößerei an Bedeutung, denn als die Region wirtschaftlich aufblühte, steigerte sich auch gleich mal der Bedarf an Holz zum Bauen. Seit dem späten 16. Jahrhundert, vor allem aber im 18. Jahrhundert., stieg die Nutzung der Saar als Wasserstraße stark an. Das Holz ging bis nach Amsterdam, dort wurden Häuser auf Pfählen gebaut, aber auch Schiffe. Mittlerweile wurde die Saar zu einer Großschifffahrtsstraße ausgebaut. Die ausgebaute Saar kann von Schiffen mit einer Länge von 135 Metern und einer Breite von über elf Metern sowie von Schubverbänden bis zu 185 Metern befahren werden.
UNESCO Biosphärenreservat Bliesgau
Der Bliesgau ist eine Landschaft ganz im Südwesten von Deutschland. Er ist Teil des Pfälzisch-Saarländischen Muschelkalkgebietes. Seit 2009 ist der Bliesgau von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Typisch für die Landschaft sind Hügel und wunderschöne Flussauen, durch die sich der Fluss Blies schlängelt. Hier gibt es Streuobstwiesen, Wälder mit hohem Buchenbestand und die Urwaldlandschaften der Bliesaue. Seltene Tiere und Pflanzen sind hier zu entdecken. Bei den Tierarten sind vor allem die Steinkäuze hervorzuheben. Ein großer Teil dieser Vogelart lebt hier. Auf den Muschelkalkböden wachsen sehr gerne Orchideen, so dass sich hier sehr viele unterschiedliche Arten unterscheiden lassen. Auch der Biber findet in Auewäldern ein Zuhause und seltene Eisvögel einen Rückzugsraum. Hier werden auch bedrohte Haustierrassen gehalten wie zum Beispiel die Thüringer Waldziege.
250 Jahre war der Bergbau im Saarland sehr wichtig und spielte sogar länger eine wichtigere Rolle als im Ruhrgebiet. Hier entwickelten sich vor allem die Eisen- und die Stahlindustrie. Im 20. Jahrhundert arbeiteten 60.000 Menschen im Bergbau und 10.000 in der Stahlindustrie. Die letzte Kohlegrube wurde 2012 mit dem Bergwerk Saar geschlossen. Das Saarland hat den Wechsel - das Saarland ist immer noch stark industriell geprägt - in andere Industriezweige geschafft. Besser als so manches andere Bundesland, das ähnlichen Änderungen unterworfen war und ist.
Schon seit den 60er Jahren war dieser Wirtschaftszweig rückläufig. Ein Beispiel für diese blühende Zeit ist die Völklinger Hütte, die sogar als bedeutendes Industriedenkmal zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.
Im Saarland hat sich sehr viel verändert, deshalb spricht man oft von einem Strukturwandel. Dieser begann schon in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts und dauert noch an. Der Steinkohlebergbau wurde zurückgefahren und die Stahlindustrie verändert.
So kamen neue Unternehmen, vor allem Automobilindustrie und ganze neue Wirtschaftszweige wie der Tourismus auf. Die Leute mussten ja irgendwo neue Jobs finden. Viele gut ausgebildete Fachkräfte, die ehemals im Bergbau arbeiteten, fanden nach der Schließung der Zechen zum Beispiel Arbeit bei Ford in Saarlouis und bei einer Reihe von Automobilzulieferern.
Solche Wandlungsprozesse gehen nicht immer reibungslos vonstatten, keiner verliert gerne seinen Job. Und die Automobilindustrie steht im Moment auch vor großen Aufgaben, gilt es doch alternative Antriebe zu finden und weiterzuentwickeln. Im Saarland sind vor allem die Zuliefererindustrien wichtig.
Das Deutsche Reich verlor den Ersten Weltkrieg und im Versailler Vertrag wurde das Saarland aus dem Reich ausgegliedert und als Mandat vom Völkerbund verwaltet. Ab 1920 spricht man übrigens vom "Saargebiet" als einem politischen Gebilde. Allerdings hatte Frankreich letztlich das Sagen, was zu häufigen Konflikten führte. So empfanden die Arbeiter im Saarland den französischen Einfluss wie eine Fremdherrschaft und es kam zu Streiks und Kundgebungen. 1923 gab es einen Hundert-Tage-Streik.
1935 durften sich die Saarländer entscheiden, ob Sie nach Deutschland zurückkehren wollten, so war es nämlich im Versailler Vertrag vorgesehen. Viele Kräfte befürworteten das. Doch als Hitler die Macht übernommen hatte, änderte sich die positive Stimmung. So entstand im Saarland auch Opposition gegen Hitler. Trotzdem konnte die Abstimmung die Rückführung des Saarlands nicht verhindern. Eine große Mehrheit stimmte dafür und viele Emigranten, die aus Deutschland aus Angst vor den Nationalsozialisten geflüchtet waren und sich zu diesem Zeitpunkt im Saarland befanden, mussten ihre Flucht fortsetzen. Meist nach Frankreich.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gliederte man das Saarland im Januar 1946 aus der französischen Besatzungszone aus. Das Saarland erhielt im Juni 1947 eine eigene Verfassung, an die auch eine Staatbürgerschaft gekoppelt war. Wirtschaftlich gehörte das Saarland zu Frankreich, auch die Währung war Französisch. Allerdings unterstand das Saarland einem französischen Kommissar, war also nicht völlig autonom, sondern nur in Teilen. Frankreich tat einiges, um die Saarländer wohlgemut zu halten und engagierte sich sozial und kulturell für die Bevölkerung.
Ende 1947 wird die erste saarländische Verfassung verabschiedet und Johannes Hoffmann, im Volksmund „Joho“ genannt, wurde erster saarländischer Ministerpräsident. Die Saarfrage störte seit 1950 die westeuropäische und atlantische Integration, denn sie verhinderte eine deutsch-französische Verständigung. Im Saarland hatte sich bereits seit 1950 eine Opposition gegen die enge wirtschaftliche Bindung an Frankreich und gegen die Entnationalisierung der Bevölkerung gebildet.
Bis 1955 dauerte der Zustand und die Frage um die Zukunft des Saarlands war überhaupt nicht eindeutig. Sie belastete auch das deutsch-französische Verhältnis und stand einer Fortentwicklung der europäischen Einigung im Weg. 1954 wurden die Pariser Verträge unterschrieben, dessen Teil das Saarstatut war. Es sollte 1955 eine Abstimmung geben und die Bevölkerung sich entscheiden bzw. abstimmen. Einig war man sich keinesfalls. Doch die Abstimmung war eindeutig, denn fast 68% stimmten gegen das Statut. Dies interpretierte man als Wunsch der Saarländer, nach Deutschland zurückzukehren. Die demokratischen Parteien des Saarlandes drängten auf die politische und wirtschaftliche Eingliederung in die Bundesrepublik Deutschland. Das Ergebnis schwieriger Verhandlungen waren die Luxemburger Verträge vom 27. Oktober 1956.
Anfang 1957 stimmte Frankreich der Rückkehr des Saarlandes zu Deutschland zu, das aber einige Zugeständnisse wirtschaftlicher Art im Gegenzug machen musste. Das Saarland wurde am 1. Januar 1957 zu einem Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Der wirtschaftliche Anschluss folgte etwas später im Juli 1959.
Von 1955 bis 1980 war die CDU stärkste Partei und wurde dann von der SPD abgelöst. Diese erlangte 1985 die absolute Mehrheit. Ministerpräsident wurde Oskar Lafontaine, der 1995 auch zum Vorsitzenden der Bundes-SPD gewählt wurde. Bei den Wahlen von 1994 errang die SPD erneut die absolute Mehrheit. Am 10. November 1998 wurde Reinhard Klimmt zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Er trat damit die Nachfolge von Oskar Lafontaine an. Bei den Landtagswahlen im September 1999 wurde die SPD von der CDU mit ihren Spitzenkandidaten Peter Müller abgelöst.
Die einzige Großstadt im Saarland
Saarbrücken ist die einzige Großstadt im Saarland. Das bedeutet, dass dort mehr als 100.000 Einwohner gezählt wurden. Mit einer Einwohnerzahl von knapp über 181.000 (das ist der Stand von Ende März 2021) ist Saarbrücken somit eindeutig eine Großstadt.
Die Stadt teilt sich in vier Stadtbezirke mit 20 Stadtteilen. Wie der Name schon sagt, liegt Saarbrücken am Fluss Saar, dem zweitlängsten Fluss des Saarlandes. Entstanden ist Saarbrücken Anfang des letzten Jahrhunderts (1909) aus drei eigenständigen Städten, die Saarbrücken, St. Johann an der Saar und Malstatt-Burbach hießen. Saarbrücken ist auch Zentrum eines Ballungsraums, es leben dort 180 Einwohner auf einem km².
Ein Abstecher zur Völklinger Hütte sollte bei einem Aufenthalt im Saarland ein Muss sein. Diese wurde im Jahr 1986 still gelegt und seit diesem Zeitpunkt wurde dort kein Eisen mehr gefördert. Es ist übrigens weltweit das einzige, fast original erhaltene Eisenwerk aus der Zeit, als die Eisen und Stahlindustrie noch blühte. Hier gibt es riesige Maschinen anzugucken, im Hüttenpark kannst du sechs Hochöfen anschauen und es gibt einen ganz besonderen Aufzug, der einen Blick lohnt.