Steckbrief Hamburg - eine Zusammenfassung
Hamburg ist eines der 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland. Unter diesen ist es mit Bremen und Berlin einer der drei Stadtstaaten. Das Bundesland erstreckt sich also nicht über eine größere Fläche, sondern nur über eine Stadt. Die Stadt ist zugleich auch die Landeshauptstadt. Der amtliche Name lautet: Freie und Hansestadt Hamburg.
Von der Fläche her ist Hamburg das zweitkleinste Bundesland nach Bremen. Von der Einwohnerzahl ist es das viertkleinste. Hamburg ist allerdings mit 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands (nach Berlin). 24 von 100 Einwohnern sind evangelisch, 9 sind katholisch. Hamburg grenzt an Niedersachsen und an Schleswig-Holstein.
Typisch für Hamburg sind viele Flüsse, Kanäle und Fleete. Mitten durch Hamburg fließt die Elbe. Weitverzweigt befindet sich an der Elbe auch der größte Hafen Deutschlands. Die Speicherstadt gehört zum Weltkulturerbe, die 2017 eröffnete Elbphilharmonie wurde neben dem „Michel“ (Kirche St. Michaelis) zum neuen Wahrzeichen der Stadt.
Das Wappen von Hamburg zeigt eine weiße Burg mit drei Türmen auf rotem Grund. Leicht vereinfacht darf es als „Hamburg-Symbol“ frei verwendet werden. Der Turm in der Mitte trägt ein Kreuz, die beiden äußeren Türme einen Stern.
Ob die Burg die Hammaburg sein soll – eine Burg, von der sich Hamburgs Name ableitet, weiß man nicht. Vielleicht ist es auch eine andere Burg oder stellt einfach nur die Wehrhaftigkeit der Hamburger dar. Ebenso weiß man nicht, was die Türme bedeuten. Möglicherweise stellt der mittlere Turm den Mariendom dar, eine Domkirche, die 1805 abgerissen wurde.
Welche Landschaften gibt es in Hamburg?
Hamburg liegt im Norden Deutschlands in der Norddeutschen Tiefebene. Das bedeutet, dass das Land hier flach ist. Es gibt keine Berge, sondern allenfalls Hügel. Hamburgs höchster Punkt, der Hasselbrack in den Harburger Bergen, liegt darum auch nur 116 Meter hoch. Auf der Karte links erkennst du die Harburger Berge an der beigen Farbe im Südwesten von Hamburg.
Das Land zu beiden Seiten der Elbe ist ursprünglich Marschland. Es handelt sich bei der Marsch um feuchtes, fruchtbares Land. Allerdings wurde die Elbe eingedeicht und ihre vielen Nebenarme trockengelegt oder kanalisiert.
Innerhalb von Hamburg gibt es dann aber auch sehr unterschiedliche Landschaften. Es gibt Flüsse, Seen und Fleete (Kanäle in der Stadt), viele Parks und Wald. Sogar eine Düne befindet sich auf Hamburger Stadtgebiet. Die Stadt liegt zwischen Schleswig-Holstein im Norden und Niedersachsen im Süden.
Hamburg ist reich an Gewässern. 61,2 Quadratkilometer beträgt die gesamte Wasserfläche. Das entspricht 8,1 Prozent des Stadtgebietes. Den größten Anteil daran, nämlich 42,7 Quadratkilometer, haben die Fließgewässer, also Flüsse und Bäche.
Noch mehr Gewässer: Hafen, Seen und Meer
Mit 7,3 Quadratkilometern folgt dann Wasserfläche im Hafenbecken. 6,9 Quadratkilometer entfallen auf stehende Gewässer, also Seen und Teiche. Und schließlich zählt auch Meer zu Hamburgs Gewässern, nämlich das Gebiet um die Insel Neuwerk mit 4,2 Quadratkilometern.
Der bekannteste und größte Fluss Hamburgs ist die Elbe. Als großer Fluss, der ins Meer mündet, nämlich in die Nordsee, wird die Elbe auch als Strom bezeichnet.
Zwischen Geesthacht (südöstlich von Hamburg) und Cuxhaven an der Mündung in die Nordsee wird die Elbe auch Unterelbe genannt. In Geesthacht befindet sich ein Stauwerk. Östlich davon ist der Einfluss der Gezeiten von der Nordsee, also Ebbe und Flut, durch dieses Stauwerk nur noch gering.
Westlich davon und somit auch in Hamburg aber machen sich die steigenden und fallenden Wasserstände bemerkbar. Der Unterschied des Wasserstands bei Ebbe und bei Flut, beträgt in Hamburg 3,6 Meter.
Neuwerk ist eine Insel. Zusammen mit den unbewohnten Inseln Scharhörn und Nigehörn liegt sie in der Nordsee, am Rand der Elbmündung und etwa 15 Kilometer nordwestlich von Cuxhaven. Obwohl Hamburg rund 120 Kilometer entfernt liegt, gehören die drei Inseln als Stadtteil Hamburg-Neuwerk zu Hamburg. Sie sind also eine Exklave von Hamburg.
Tatsächlich gehört Neuwerk schon seit dem 13. Jahrhundert zu Hamburg.
Nigehörn wurde erst 1989 als künstliche Insel aufgeschüttet. Die Pläne dafür hatten ihren Grund ebenfalls in dem geplanten Tiefwasserhafen. Auf Scharhörn sollten Hafenanlagen entstehen und darum sollte eine künstliche Insel den Biotopverlust ausgleichen.
Auf Neuwerk leben etwa 25 Menschen. Die Insel ist bei Touristen sehr beliebt. Von Cuxhaven aus kann man sie bei Ebbe zu Fuß oder im Wattwagen erreichen. Namensgebend für die Insel war der Leuchtturm Neuwerk. 1310 wurde er fertiggestellt. Er sollte die Elbmündung vor Piraten schützen. Seit 1814 diente er als Leuchtturm.
Typisch vor allem im Herbst ist das Schmuddelwetter in Hamburg. Wenn es nieselt oder Sprühregen herrscht, die Wolken tief hängen und schwacher Wind weht – dann ist Schmuddelwetter! Mit rund 195 Regentagen im Jahr ist Hamburg dennoch nicht die regenreichste Stadt Deutschlands.
Vorgeschichte: Rentierjäger und Megalithbauten
Das Gebiet, auf dem Hamburg heute liegt, war schon in der Steinzeit besiedelt. Jäger und Sammler bewohnten das Urstromtal der Elbe. Um 10.000 v. Chr. waren Rentierjäger in dem Gebiet unterwegs.
Aus der Jungsteinzeit stammen Megalithanlagen zum Beispiel im Sachsenwald und in der Fischbeker Heide. Letztere bilden mit weiteren Anlagen aus der Bronze- und Eisenzeit die größte Gruppe an Bodendenkmälern auf Hamburger Stadtgebiet. Etwa ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. wurden die Menschen hier sesshaft.
Dass die Römer bis nach Hamburg vorgestoßen sind, ist nicht belegt. Allerdings gab es wohl Handelsbeziehungen zum Alten Rom, denn man fand immerhin römische Goldmünzen in Eppendorf und Lokstedt.
Auf jeden Fall kannten die Römer eine Siedlung namens Treva, die möglicherweise dort lag, wo sich heute Hamburg befindet. In Treva trafen sich zwei wichtige Handelsstraßen, auf denen unter anderem Bernstein transportiert wurde.
Ab 1240 wurde eine Stadtmauer mit zehn Stadttoren errichtet. Zwischen 1245 und 1329 wurde auf dem Domplatz, wo einige Vorgängerbauten gestanden hatten, eine große Basilika errichtet, der Mariendom. Dieser existiert heute nicht mehr, denn er wurde 1804 abgerissen. Ab 1310 wurde die Sankt-Petri-Kirche erbaut, heute somit die älteste Kirche Hamburgs. St. Nicolai, St. Jacobi und St. Katharinen folgten.
1241 schloss Lübeck mit Hamburg einen Vertrag zur gegenseitigen Unterstützung. 1259 schlossen sich Lübeck, Rostock und Wismar zu einem Bündnis zusammen, dem weiteren Städte folgten. Dieser lose Städteverband entwickelte sich schnell zur mächtigen Hanse, deren Zentrum zunächst Lübeck war. Zu Beginn boten sich Kaufleute so gegenseitigen Schutz im Ausland, dann schlossen sich ganze Städte zusammen. Hamburgs Macht wuchs immer weiter.
Mit der starken Zunahme des Seehandels kam es zu immer mehr Überfällen durch Piraten. So plünderten Piraten aus Dithmarschen im 12. und 13. Jahrhundert regelmäßig die Koggen auf der Elbe, die als Handelsschiffe mit allerlei wertvollen Gütern beladen waren.. Ab 1390 überfielen die Vitalienbrüder in der Nordsee Schiffe aus Hamburg. Der bekannteste dieser Piraten war Klaus Störtebeker. Gödeke Michels und Magister Wigbold waren weitere Anführer dieser Freibeuter.
Ab 1400 rüstete Hamburg sich gegen die Kaperungen. So fingen sie zahlreiche Piraten, darunter auch Klaus Störtebeker. 1401 wurden er und seine Mannschaft gefasst und nach Hamburg gebracht. Er wurde auf dem Großen Grasbrook öffentlich hingerichtet. Angeblich soll er mit dem Hamburger Bürgermeister ausgehandelt haben, dass alle seine Piraten, an denen er mit abgeschlagenem Kopf vorbeilaufen könne, frei sein sollten. Und so soll es geschehen sein: Er lief an elf seiner Seemänner vorbei, dann soll ihm der Henker ein Bein gestellt haben. Der Bürgermeister brach sein Versprechen und ließ alle 72 Seemänner auch noch hinrichten.
Schätze der Welt: Die Hanse | ARD Mediathek